So. 29. November 2015 um 16:21

Review: Asus Zenwatch 2 im Test

von Dimitrios Kuckhoff0 Kommentare

Schon mit der Zenwatch 1 hat Asus seinerzeit Massstäbe in Puncto Design, Verarbeitung und Preis gesetzt. Den Konkurrenten preislich weit voraus hatte man sie zu einem Preis von 199 Euro angesetzt. Jetzt hat sich der Hersteller mit dem neuen Modell zurück gemeldet: Ein verbessertes Design, zwei Grössen, verschiedene Armbänder und aktuelle Technik. Doch kann die Zenwatch 2 wirklich überzeugen?

 

Technische Daten und Lieferumfang

Asus bietet zwei verschiedene Grössen der Zenwatch 2 an. Auf einen Pulsmesser wurde verzichtet.

  • 1.63 Zoll (320 x 320, 277 ppi) bzw. 1.45 Zoll (280 x 280, 273 ppi) AMOLED Touch-Display mit Gorilla Glas 3
  • 41 mm bzw. 37 mm Edelstahlgehäuserahmen
  • austauschbares 22 mm bzw. 18 mm breites Lederarmband
  • Snapdragon 400 Prozessor 1.2 GHz Quadcore
  • 512 MB RAM, 4 GB interner Speicher
  • 400 mAh bzw. 300 mAh Akku mit Schnellladefunktion
  • vermutlich eingebauter Lautsprecher

Geliefert wird die Asus Zenwatch 2 in einer schlicht gehaltenen Schachtel. Hebt man den Deckel, wird einem zuerst nur die Uhr präsentiert, weiter unten befinden sich Ladekabel, Netzteil und das übliche Papierbeiwerk wie Kurzanleitung und Garantiehinweise.

Design, Verarbeitung und Haptik

Der erste Eindruck? Wow! Die Smartwatch ist wirklich hochwertig verarbeitet und wirkt edel. Der seitlich angebrachte schwarze Button wird von einem goldenen Ring umfasst und glänzt wunderbar in der Sonne. Der Druckpunkt ist ungewohnt und benötigt verhältnismässig mehr Kraft, das kennen wir von der G Watch R und Moto 360 anders. Der fliessende Übergang zwischen dem Edelstahlrahmen und den 22 mm-Stegen lässt die Uhr filigran und nicht wuchtig wirken. Hierfür sorgt ebenfalls die dezent nach innen abgesetzte Umrahmung. Diese dient als Fassung für das leicht gewölbte Glas. Den Kern der Front bildet das Display, welches ca. 2/3 ausmacht. Umfasst wird dieses von einer Oberfläche, welche auf den ersten Blick schwarz, im Licht jedoch wie gebürstetes Aluminium wirkt. Auf den Bildern wird dies noch einmal viel deutlicher. Die Unterseite besteht lediglich aus Kunststoff, die Ladepins sind innen eingefasst, sodass diese nicht direkt auf der Haut aufliegen und geschützter sind. Auffällig sind zwei Schlitze im Plastik, darunter soll sich wohl ein kleiner Lautsprecher verbergen, sodass man in Zukunft direkt über die Asus Zenwatch 2 telefonieren kann, zumindest wenn das entsprechende Android Wear-Update verfügbar ist. Zum aktuellen Zeitpunkt werden keine Lautsprecher unterstützt.

 

Allgemein ist die ganze Form eher etwas oval und abgerundet, was fast für ein angenehmes Gefühl am Handgelenk sorgt. Wieso denn jetzt nur fast? Etwas störend ist die „bauchige“ Unterseite, welche sich nicht ergonomisch an den Arm schmiegen möchte. Das fällt optisch auch ganz gut auf, wenn man die Zenwatch 2 seitlich betrachtet. Hier verläuft das Armband zunächst nahezu kerzengerade nach unten, bevor es eine Krümmung am Verschluss macht. Dieses gerade gezogene Armband fällt beim Betrachten leider immer wieder auf und schmälert so etwas den durchweg positiven Eindruck.

 

Apropos Lederarmband: Dieses ist doch recht starr und könnte gerne weicher sein, auch wenn es sich nach einer gewissen Tragezeit bestimmt noch angenehmer tragen lässt als am Anfang. Leider bleibt Asus bisher die angekündigten Ersatzarmbänder schuldig, zum Glück kann man aber jedes beliebige 22 mm breite Uhrenarmband anbringen. Praktisch ist der eingebaute Schnellverschluss, der ein Entfernen ohne Werkzeug ermöglicht. Rein optisch gesehen ist die Kombination aus Armband- und Gehäusefarbe aber gelungen, auch die Schliesse erstrahlt in einem glänzenden, grauem Farbton. Insgesamt kann man die Zenwatch 2 dennoch gut zu einem Anzug oder auch zum sportlichem Outfit tragen.

Display und Akku

In Puncto Farbwiedergabe muss man nicht mehr viel zu AMOLED-Displays sagen. Schwarze Pixel sind nicht schwarz, sondern werden nicht beleuchtet, wodurch sich ein sehr guter Kontrast erzielen lässt. Watchfaces mit hohem Schwarzanteil sind daher auch akkuschonender. Die Auflösung beim grossen 1.63 Zoll-Modell sollte mit 320 x 320 Pixel für genug Detailreichtum sorgen, die kleine 1.45 Zoll-Version steht dem mit  280 x 280 Pixel aber in nichts nach. Sind wir auch mal ehrlich: Keiner sucht Pixel auf einer Smartwatch, wir möchten kurz Benachrichtigungen und im besten Fall noch die Uhrzeit sehen – ja, das kann so ein Gerät auch. Studien ergaben sogar kürzlich, dass 83 % aller Blicke auf die Smartwatch (im untersuchten Fall die Apple Watch) ausschliesslich der Uhrzeit gelten.

 

Durch eine Recherche hat sich heraus gestellt, dass es 2 verschiedene Modi in Android Wear gibt, wie sich die Uhren im Standby verhalten sollen: Normal Ambient und Low-Bit Mode. Für Letzeres hat sich Asus entschieden. Hierbei verringert das Display seine Auflösung stark und lässt nur noch die Farben rot, grün, gelb und weiss zu. Aus Akku-Spar-Sicht mag dies vielleicht sinnvoll sein, allerdings macht eine Uhr mit schickem Ambient Watchface doch einiges her. Die G Watch R nutzt beispielsweise den normalen Ambient Mode und hält genauso lange wie die Asus Zenwatch 2 durch, sieht dabei aber im Standby schicker aus. Es sollte einem selbst überlassen werden, welchen Modus man bei der eigenen Asus Zenwatch 2 wählen möchte.

 

Der Praxistest hat ergeben, dass man mit immer eingeschaltetem Display und normaler Benutzung mit durchschnittlich 46 % Restladung gut über den Tag kommt. Gut, dass Asus hier eine Schnellladefunktion eingebaut hat. Von 34 % wurden in 30 Minuten 19 % wieder aufgeladen. Die Aufladung erfolgt über einen magnetischen Stecker und legt sich direkt auf die Pins. Falsch herum lässt sich dieser nicht anschliessen, da der Magnet das Kabel dann vom Gehäuse weg drückt.

 

Software und Performance der Asus Zenwatch 2

Nach dem Wecken aus dem Standby benötigt die CPU erstmal ein wenig Zeit zum Hochtakten. Wechselt man also direkt in die App-Liste und scrollt durch, ruckelt es leicht. Der Qualcomm Snapdragon 400 SoC oder vielleicht auch die Software fangen sich dann aber schnell wieder und scrollen beim weiteren Wischen flüssig. Dieser Eindruck setzt sich auch bei der restlichen Bedienung fort: Aufwecken, kurz leichte Ruckler, dann flüssige Bedienung. Hier darf softwareseitig gerne nachgebessert werden.

 

Die Apps Up by Jawbone und Wellness sind auf dem Gerät vorinstalliert und informieren über die gelaufenen Schritte und den Kalorienverbrauch. Einen wirklichen Mehrwert gegenüber Google Fit bieten sie allerdings auf der Asus Zenwatch 2 nicht. Zum Vergleichen des Schrittzählers wurde die Zenwatch 2 einen Vormittag lang am gleichen Arm wie die Moto 360 getragen. Hier ergab sich eine Differenz von 3,7 % (Moto 2.524 und Zenwatch 2.622 Schritte). Welchem Ergebnis man nun Glauben schenken möchte, bleibt euch überlassen. 😉

 

Punkten möchte Asus mit einem grossen App Angebot und auch hier wird die Nutzung der zuvor genannten Wellness App erst deutlich: Eine grafische Anzeige über die körperliche und geistige Verfassung, auf Basis der gesammelten Daten vom Schrittzähler. Mit dem FaceDesigner und den ZenWatch Manager sind bis zu 50 verschiedene Watchfaces kreierbar. Die Apps sind definitiv ein grosser Pluspunkt, probiert sie einfach mal aus:

ASUS ZenFit
Preis: Kostenlos
ZenWatch Manager

Fazit

Die Vibrationsintensität bei Benachrichtigungen fällt im Vergleich zur LG G Watch R etwas schwächer aus, hierdurch könnte einem die ein oder andere Mitteilung entgehen. Besonders die zuvor beschriebenen Mikroruckler sollte Asus korrigieren, um eine noch bessere Userexperience zu gewährleisten. Leider sind auch die angekündigten Wechselarmbänder noch nicht verfügbar, obwohl eine grosse Palette mit der Uhr vorgestellt wurde. Zudem ist zu erwähnen, dass sich Asus gegen einen Pulsmesser entschieden hat. Im Vergleich zur Konkurrenz sind sie hiermit einen Schritt zurück gegangen.

 

Aber genug zu dem Minuspunkten. Hervorzuheben sind besonders das geschwungene, filigrane Design und die hochwertige Verarbeitung. Nicht zu vergessen ist hier ebenfalls die grandiose Akkulaufzeit. Auch das Display ist an dieser Stelle für seine kontrastreiche Farbdarstellung zu loben. Neben den angekündigten, noch fehlenden, Wechselarmbändern kann man zum Glück auch handelsübliche 22 mm-Armbänder verwenden und ist somit nicht markengebunden. Das Android Wear OS ist durch Googles Vorgaben nicht durch Hersteller anpassbar und somit möchte Asus sich natürlich auch durch seine verfügbare Software vom Markt abheben. Die oben genannten Apps bieten einen Mehrwert, der ein weiteres Kaufkriterium darstellt. Abschliessend lässt sich vermuten, dass hier ein Lautsprecher verbaut wurde, sodass man ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen telefonieren kann.

 

Bei einem Preis von 169 Euro bzw. 179 SFr. kann man definitiv nichts falsch machen.

 

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