So. 29. November 2020 um 6:59

Review: Apple iPhone 12 Pro im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud 1 Kommentare

Die Tage werden kürzer, das Apple iPhone kommt. So war es in schöner Regelmässigkeit in den letzten Jahren der Fall. Und seien wir ehrlich: ein paar gewohnte Routinen tun in diesen Corona-Zeiten sehr gut. Und genau so, wie wir uns darauf verlassen können, dass ein neues iPhone kommt, können wir uns auch sicher sein, dass es wieder ein paar Weiterentwicklungen in Petto hat, die uns das Leben mit dem Smartphone versüssen sollen. Welche genau das sind und ob dieses Konzept aufgeht, lest ihr in den nächsten Minuten hier im Testbericht.


Design: Ist das schon Retro?

Die metallischen Kanten des neuen iPhone 12 Pro kommen einem auf Anhieb sehr bekannt vor. Mit dem iPhone 5s verabschiedeten sie sich zu Gunsten eines flacheren, runderen Designs der iPhone-Serie. Wer allerdings schon vor 2014 mit den Apple iPhones zu tun hatte, fühlt sich zurückversetzt – allerdings auf eine sehr angenehme Art.

 

Das iPhone 12 Pro liegt sehr gut in der Hand. Obwohl es über die Kanten verfügt, schmiegt es sich an und hat einen sehr gut austarierten Schwerpunkt. Die Kanten unseres Modells in Pacific Blue sind glatt und glänzend, die Bedienelemente in Form der üblichen Knöpfe sind ordentlich und fest eingefasst. An der linken Seite befinden sich die beiden getrennten Buttons zum Lauter- bzw. Leiserstellen sowie der Mute-Schiebeschalter. Auf der rechten Seite befindet sich der On-Off-Schalter. Mehr Knöpfe gibt es nicht, der Home Button ist schon vor Jahren weggefallen und die Bedienung findet komplett auf dem Screen statt. Unten am iPhone 12 Pro befindet sich der Lightning-Anschluss zum Laden und Verbinden. Daneben befinden sich die Speaker und Mikrofone.

 

Alternativ zum Aufladen per Kabel kommt Wireless-Charging zum Einsatz. Dazu ist an der Rückseite des Geräts eine ringförmige Vorrichtung für das neue Apple System MagSafe Charging integriert, die man beim genauen Hinsehen erkennen kann. Dazu aber später im Punkt Akku mehr.

 

Mit seinen 6.1 Zoll ist das Gerät genau so gross und schwer wie der Vorgänger iPhone 11 Pro. Die Rückseite des Geräts hat ein metallisches, mattes Finish und fühlt sich samtig kühl an. Das Apple Logo wurde in glänzendem dunklen Metall eingefügt. Auch bei diesem Modell sticht die Kamera hervor: Wieder gibt es oben links die metallische Umrandung für die drei Linsen und den Flash. Das mag in seiner Herdplattenoptik nicht besonders hübsch sein, funktional ist es aber – und wir haben uns ja schon daran gewöhnt.

Verarbeitungsqualität und Lieferumfang

An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu bemängeln. Unser Testexemplar des iPhone 12 Pro hat keinerlei Mängel. Es gibt keine Probleme mit der hochwertigen Beschichtung der Kanten und des Rückens, keine Kratzer und auch keine scharfen Kanten. Alles in einem ein sehr hochwertiges, angenehm anzufassendes Gerät.

 

Im Lieferumfang befindet sich neben dem iPhone 12 Pro selbst ein USB-C-auf-Lightning-Kabel, allerdings kein Netzteil. Es befinden sich auch keine Kopfhörer im Lieferumfang. Aus ökologischen Gesichtspunkten ist dies sicher eine gute Sache, es werden massiv Ressourcen gespart und es entsteht weniger Elektroschrott – allerdings wird es bei einer Neuanschaffung doch recht teuer, wenn zum iPhone 12 Pro noch zusätzlich ein Netzteil angeschafft werden muss. Zumal Apple ja gerne aus der Reihe tanzt und auch da gerne die eigenen Geräte präferiert durch kleinere Besonderheiten und Inkompatibilität, und sei es bloss die Wattzahl.

 

Des Weiteren befindet sich das übliche Set mit dem Papierkram in der Schachtel, ein SIM-Kartenslotöffner sowie der obligatorische Apple-Sticker.

 

Positiv zu erwähnen ist, dass die Pappschachtel mit dem neuen iPhone flacher geraten ist. So werden Ressourcen gespart.

Bilder: PocketPC.ch / Walter-Jeanrenaud

Hardware

Display

Wir schauen auf ein solides OLED-Panel, wie es ähnlich auch im iPhone 11 Pro verbaut war. Es gibt zwar ein leichtes Upgrade in Puncto Grösse bei gleicher Auflösung (460 ppi) sowie einer besseren Schutzbeschichtung, das war es dann aber auch schon mit “Innovation” in diesem Bereich. Die Ceramic Shield Beschichtung soll für mehr Stabilität sorgen – aus verständlichen Gründen überlassen wir Droptests dann doch lieber entsprechenden Channels auf Youtube. Ausserdem ist die Oberfläche fettabweisend, was im Test auch super funktioniert hat. Beim Kochen schnell die Musik wechseln, ohne nach dem Käsereiben die Hände zu waschen? Kein Problem. Es empfiehlt sich aber natürlich wärmstens, das iPhone im Anschluss zu reinigen, aber das sollte ja sowieso zum Standardprozedere gehören.

 

Das OLED-Display löst sehr scharf auf, die Farben kommen gut rüber und auch HDR und Dolby Vision werden unterstützt. Videoschauen ist wirklich ein Genuss auf dem Gerät! Natürlich sind auch True Tone und Haptic Touch wieder mit an Bord.

 

Kommen wir aber zum Schwachpunkt des Geräts, der uns schon sauer aufstösst: Die Bildschirmwiederholrate. Wir liegen hier beim iPhone 12 Pro nach wie vor bei 60 Hz. Das ist, vor allem im direkten Vergleich mit vielen günstigeren Android-Geräten, doch etwas mau. Selbst das realme 7 5G bietet 120 Hz und kostet einen Bruchteil. Man merkt es auch im täglichen Gebrauch: Beim längeren Lesen von Artikeln fallen einem Schatten an den Buchstaben auf oder es gibt diese “Schlieren” beim schnellen Scrollen. Das ist bei einem Gerät dieser Qualität und Preiskategorie wirklich unnötig und die Frage, weshalb Apple hier nicht auf eine höhere Rate setzt, drängt sich auf.

Prozessor

Der im neuen iPhone 12 Pro verbaute Prozessor ist der A14 Bionic. Es handelt sich hierbei um den ersten 5 nm Chip der Welt, der in einem Smartphone eingesetzt wird. Er verspricht 40 Prozent mehr Leistung als der ebenfalls sehr gute A13 Chip – und der Prozessor setzt mit dem iPhone 12 Pro neue Massstäbe. Er liefert gemeinsam mit 6 GB RAM so viel Power, dass es wirklich Spass macht, das Gerät an seine Grenzen zu bringen. Das ist nämlich nur mit sehr viel Aufwand und sehr leistungshungrigen Apps möglich, die wir noch nicht gefunden haben. Auch sehr aufwändige Games und natürlich die Augmented Reality Features laufen sehr geschmeidig. Eine durchweg schöne, starke Sache!

Sound- und Verbindungsqualität

Sound an! Erfahrungsgemäss scheppert es bei den iPhones nicht. Diese Erwartung wird auch beim neuen iPhone nicht enttäuscht! Auch wenn die Speaker sehr laut abspielen sollen, stellt sich kein Unklang ein. Musik klingt auch in den Bässen gut und satt, die Lautsprecher tun ihr Bestes. Selbstverständlich ist und bleibt das Gerät ein Smartphone und kann nicht mit der heimischen Stereoanlage mithalten – zur Beschallung zwischendurch reicht es aber allemal. 

In diesen Zeiten sehr wichtig ist zudem Videotelefonie. Hier macht das Gerät auch ohne Kopfhörer eine sehr anständige Figur. Das Gegenüber ist auch über Lautsprecher sehr gut verständlich, genauso wie wenn das iPhone 12 Pro klassisch direkt am Ohr hängt.

 

Bluetooth, WLAN und AirPlay funktionieren im Test einwandfrei. Eine tolle Option ist zudem 5G. Das iPhone 12 Pro ist bereit! Und es funktioniert auch super. Mit 5G ist das mobile Surfen noch einmal auf einem neuen Level angesiedelt, vor allem wohl auch, weil es noch nicht besonders weit verbreitet ist und somit viel “Platz” bietet. Eine schöne, runde und allen Erwartungen entsprechende Sache.

Kamera: Sehr gut bei schlechtem Licht

Die Hauptkamera des iPhone 12 Pro lässt kaum Wünsche offen und erfüllt die Erwartungen an eine Smartphone-Kamera. Sie besteht wie auch auch schon beim Vorgänger aus drei Teilen. Es handelt sich um ein 12 MP Kamerasystem, bestehend aus einem Teleobjektiv mit einer f/2.0 Blende, einem Weitwinkelobjektiv mit f/1.6 Blende sowie einem Ultraweitwinkelobjektiv mit einer f/2.4 Blende und 120 Grad Sichtfeld.

 

Diese drei Komponenten sorgen dafür, dass mit der Kamera einige Einstellungen möglich sind. Der Fokus kann per Fingertipp sehr schnell umgestellt werden und so innerhalb von einem Sekundenbruchteil von Weitwinkel auf Teleobjektiv bzw. Ultraweitwinkel gestellt werden. Fotos können so mit Hilfe des erfreulich einfach zu bedienenden Programms gut aufgenommen werden. Die Farben werden satt dargestellt und die Bilder zeigen viele Details.

 

Besonders in Lowlight-Situationen macht die Kamera eine gute Figur. Es wird viel Umgebungslicht eingefangen. Mit dem Nachtmodus kann man sehr schöne Bilder auch ohne Blitz schiessen.

 

Für den Zoom steht ein 10x digitaler Zoom bereit sowie 2x optisches Einzoomen, 2x optisches Auszoomen, 4x optischer Zoombereich. Hierbei verliert das Bild nicht viel an Schärfe, auch Details sind noch erkennbar. Allerdings stösst hier das iPhone 12 Pro bald an seine Grenzen.

 

Der Videomodus verfügt über eine optische Bildstabilisierung und bis zu 6x digitalen Zoom. Aufnahmen sind in 4K mit 24 fps, 30 fps oder 60 fps möglich oder aber HDR Aufnahmen mit Dolby Vision mit bis zu 60 fps. 1080p HD Videos sind mit 30 fps oder 60 fps möglich, 720p HD Aufnahmen mit 30 fps. So viel zu den blanken Zahlen: Im Test zeigen sich die Videoaufnahmen sehr schön. Nichts wackelt, das Bild bleibt auch bei Walk and Talk Aufnahmen sehr stabil. Die Spielereien, also Slow Motion oder Zeitraffer, funktionieren sehr gut und sehen toll aus.

True Depth Kamera

Die Frontkamera, bei Apple heisst sie seit einigen Jahren True Depth Kamera, arbeitet mit 12 MP und verfügt über eine f/2.2 Blende. Die True Depth Kamera schiesst gute Selfies und ist für die Face ID-Funktion zuständig. Auch für diese Kamera ist der beliebte Porträtmodus verfügbar, mit dem man schicke Selbstporträts mit Bokeh-Effekt und Tiefenunschärfe in verschiedenen Beleuchtungsstufen machen kann.

 

Auch die True Depth Kamera verfügt über 4K-Videofunktion mit 24 fps, 30 fps oder 60 fps sowie 1080p HD mit 30 fps oder 60 fps. 

Fotos: PocketPC.ch / Walter-Jeanrenaud

Akku

Um ehrlich zu sein haben Akkus in iPhones nicht den besten Ruf. Auch der im iPhone 12 Pro ist kein Energiewunder. Man kommt bei normaler Nutzung mit einigen E-Mail-Accounts, Messaging, Podcast-Hören und ein wenig Spielen gut über den Tag, nach acht bis zehn Stunden kam bei uns im Test aber immer die Warnmeldung, dass der Akku zur Neige geht.

 

Sehr erfreulich ist aber das recht schnelle Laden des Akkus. Innerhalb weniger Minuten sind schon wieder einige Prozente aufgeladen, für eine Ladung auf 90 Prozent braucht es etwa eine Stunde, in 30 Minuten schafft es knapp 60 Prozent.

Insgesamt hält der Akku ein wenig länger durch als der vom direkten Vorgänger iPhone 11 Pro, Unterschiede sind hier aber nur marginal auszumachen. Traditionell lässt Apple einen nicht wissen, was genau in der Batterie steckt – nackte Zahlen bringen hier aber auch keinen wirklichen Informationswert. Gepaart mit der guten Grafik und dem sehr starken – und dadurch auch hungrigen – A14 Bionic kommt das Gerät auf eine solide, gute und alltagstaugliche Akkuleistung.

Bilder: PocketPC.ch / Walter-Jeanrenaud

MagSafe Charge

MagSafe Charge ist Apples induktives Ladegadget des Jahres. Es besteht aus einem ringförmigen Magneten, mittels welchem man das iPhone 12 Pro kabellos aufladen kann. Während der “normale” Charger mit 20 W arbeitet, lädt MagSafe mit 15W auf. Dadurch dauert es naturgemäss ein wenig länger, bis das Gerät voll aufgeladen ist, klar. Es ist sehr bequem zum zwischendurch laden, zum Beispiel neben dem Rechner am Schreibtisch oder auf dem Nachttisch. Durch den Magneten fällt das iPhone nicht von Ladekissen oder Ähnlichem, was es um Einiges sicherer macht. Man kann das Kabel, an dem der MagSafe Charger hängt inklusive iPhone auch wie ein Lasso schleudern – das Phone fällt nicht so einfach ab (bitte nicht nachmachen, wir haben dies für euch unter grösstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen getestet). Insbesondere für Autohalterungen ist dieses System bockstark und eine schöne Erweiterung.

Preise und Verfügbarkeit

Das iPhone 12 Pro gibt es in den drei Versionen mit 128 GB, 256 GB und 512 GB. Es ist in vier Farben erhältlich: Pazifikblau, Silber, Graphit und Gold.

Die kleinste Speichervariante mit 128 GB kostet 1.129 SFr. bzw. 1.120 Euro, das Modell mit 256 GB kostet 1.249 SFr. bzw. 1.237 Euro und mit 512 GB 1.489 SFr. bzw. 1.461,20 Euro.

 

Angebot

 

Erhältlich ist es direkt bei Apple über die Webseite oder den Apple Store sowie überall, wo es Apple Produkte zu kaufen gibt.

Fazit

Negativ fällt im Bereich Display die Bildschirmwiederholrate von 60 Hz auf. Ja, es ist schon eine Aussage, wenn der schwächste Punkt eines Geräts ein solches Detail ist. Weshalb hier auf dem doch eher veralteten Standard festgehalten wird, ist eine gute Frage. Natürlich macht dieser kleine Kritikpunkt nicht den positiven Gesamteindruck des Geräts zunichte, aber es bleibt fraglich, ob Apple sich damit einen Gefallen getan hat.

 

Die Batterielaufzeit ist in Ordnung. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger iPhone 11 Pro schneidet das iPhone 12 Pro minimal besser ab, ein Arbeitstag ist locker drin und dank QI-Laden ist das Gerät auch bequem immer mal wieder zwischengeladen.

 

Sehr positiv fällt die Prozessorleistung auf. Der A14 Bionic arbeitet fantastisch und bringt sehr viel Freude und Power in das Gerät. Spielen und Streamen machen Spass, nichts ruckelt. Schön! Gerade auch im Hinblick auf diese vorzügliche Leistung erschliesst sich der Verzicht auf ein 120Hz Display nicht – um noch einmal darauf zurückzukommen.

 

Die Soundqualität ist sehr gut, Musik und auch Lautsprechertelefonie klingen sehr gut, auch in hohen Lautstärken. Die üblichen Verbindungen, also via Bluetooth, WLAN, mobilen Daten und Air Play sind hervorragend und stehen anderen Top-Geräten in nichts nach. Die 5G Möglichkeit ist toll, das mobile Surfen wird hiermit nochmal um Einiges schneller und stabiler.

 

Im Gesamteindruck ist das iPhone 12 Pro ein klasse Gerät. Es reiht sich nahtlos in die Pro-Serie der Apple iPhones ein. In unseren Augen lohnt sich ein Umstieg von einem iPhone 11 Pro noch nicht unbedingt, dazu ist der evolutionäre Techniksprung zu gering. Echte Fans der Serie wird dies aber nicht abhalten, muss es auch gar nicht. Wer schon länger mit dem Gedanken spielt, von einem älteren iPhone auf ein aktuelles Gerät umzusteigen, kann mit dem iPhone 12 Pro durchaus sein Match gefunden haben!

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Eine Antwort zu “Review: Apple iPhone 12 Pro im Test”

  1. RussellAnderson sagt:

    I think that the price for this model is too high

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