So. 07. Mai 2017 um 13:28

Review: Aiptek iBeamBLOCK L400 Deluxe im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Mit dem Aiptek iBeamBLOCK L400 Deluxe haben wir ein wirklich interessantes Gadget im Aufgebot. Hier verstecken sich drei Geräte in einem Block, welcher modular aufgebaut ist. Ein Windows 10 Tablet, ein waschechter handlicher HD-Beamer und eine Powerbank, um alles im Notfall auch ohne Steckdose versorgen zu können. Wir haben uns das einmal genauer angeschaut.

Schickes Würfeldesign mit vielen Luftlöchern und Baustein-Prinzip

Wer sich den iBeamBLOCK L400 Deluxe nach Hause holt, wird erst einmal ziemlich überrascht sein, wie klein alle drei Geräte sind! Beamer sind in den letzten Jahren teilweise enorm geschrumpft und können bis zu einem gewissen Grad sogar Hosentaschen-tauglich werden. Der flachste “Baustein” in diesem Dreigespann ist das Windows 10 Tablet mit 125 x 95 x 12 mm, welches mit knapp 160 Gramm sogar leichter als ein iPhone 7 Plus ist! Der Beamer ist zwar der grösste Klotz im Feld (125 x 95 x 32 mm), doch die Powerbank dafür mit fast 400 Gramm die schwerste Einheit im System.

 

Alle Bausteine sind in Silber gehalten und bestehen in der Aussenhülle aus Aluminium. Die extrem vielen Luftlöcher sorgen natürlich für die Kühlung. Gerade Beamer werden schnell warm bei der Arbeit und der iBeamBLOCK L400 Deluxe ist hier keine Ausnahme, welcher besonders viele Löcher besitzt um eben genau diese Abwärme schnellstens nach draussen zu bekommen.

 

Faszinierend ist vor allem aber auch die sehr kompakte Bauweise. Stecken wir alle Teile zusammen, dann wiegt der Block ungefähr so viel wie eine Milchtüte (ganz knapp unter einem Kilo). Dafür bringt er euch ein Windows 10 Tablet, eine Powerbank und eben auch den Beamer mit. Alles zusammen passt aber gut in einen Rucksack oder eine Reisetasche. Viel Platz nehmen die Bauteile also nicht weg.

 

Eine Sache, die direkt auffällt ist, dass alle drei Klötze mit proprietären Pin-Kontakten ausgestattet sind. Das Tablet hat diesen direkt im Boden verbaut, während der Beamer oben und unten einen besitzt und die Powerbank oben drauf. Diese dienen als Verbindung von Powerbank zum Beamer, vom Beamer zu Powerbank und Tablet und vom Tablet zum Beamer. So kann die Powerbank, wenn alle Teile zusammengesteckt wurden, beide Geräte mit Strom versorgen. Was an dieser Stelle aber zu beachten gilt: Das Tablet kann nicht direkt mit der Powerbank verbunden werden und muss somit über den Beamer mit Strom versorgt werden.


Windows 10 Tablet zu klein zum Bedienen! Tastatur und Maus Pflicht

Besonders witzig und niedlich ist vor allem das kleine Windows 10 Tablet. Dieses besitzt einen 4.5 Zoll grossen Bildschirm und löst mit 1280 x 720 Bildpunkten auf. Ausgestattet ist das schmale Device mit einem Intel Atom Z3735F Quad-Core-Prozessor mit 1.83 GHz, welcher von 2 GB RAM unterstützt wird und 32 GB interner Speicher für den Rest der Daten zur Verfügung hat. Als Anschlüsse darf man auf einen microUSB zurückgreifen und einen normalen USB 2.0-Anschluss. Eine kleine, silberne Taste ist für das Anschalten zuständig. Der Rest drum herum sind Lüftungsschlitze, die einen Teil der Abwärme abführen. Einen integrierten Akku besitzt das Tablet nicht, so muss es immer in Verbindung mit dem Beamer und der Powerbank oder am Strom genutzt werden. Zudem stehen WLAN 802.11b/g/n und Bluetooth 4.0 zur Verfügung. Ebenfalls immer zu gebrauchen: Ein microSD Steckplatz unter dem Tablet sorgt für noch einmal deutlich mehr Speicher.

 

Vor allem Bluetooth ist mehr als nur wichtig, denn das Tablet mit dem Finger zu bedienen, ist nahezu unmöglich und ich habe schon recht schlanke Finger. Entweder spitzt man seine Finger an (nein, bitte nicht!) oder man schliesst Maus und Tastatur an, um den iBeamBLOCK L400 Deluxe zu bedienen. Da am Tablet nur ein USB 2.0-Anschluss vorhanden ist, brauch man entweder eine USB-Hub oder man setzt direkt auf Bluetooth-Hardware, was wir an dieser Stelle empfehlen würden, um weitere Kabel zu vermeiden. Vor allem, wenn ihr etwas über den Beamer präsentieren wollt, ist kabelloses Zubehör nicht verkehrt. Zur Not reicht aber auch eine normale Maus mit USB-Stecker anzuschliessen und damit die Onscreen-Tastatur von Windows 10 zu bedienen. Mühselig, aber machbar. Wenn natürlich die Powerpoint mal läuft, kann sie getrost auch per Touchscreen bedient werden.

 

Während man das Tablet mit Intel Atom Z3735F Prozessor definitiv nicht für Spiele verwenden kann, reicht es immerhin für Office-Anwendungen aus. Auch Filme kann man schauen, aber man sollte von 4K-Inhalten Abstand nehmen! Ein reines Powerhouse haben wir also nicht und das ist auch wahrlich nicht das Ziel. Als mobile Präsentationsbasis reicht es aber allemal und das ist der Kern, den das Gespann auch wirklich gut trifft. Das Tablet ist für diesen Zweck also ausreichend, auch wenn wir schon in Windows 10 den ein oder anderen kleinen Aussetzer vernehmen mussten. Die generelle Bedienbarkeit und Qualität leiden darunter nicht.

Kompakter L400 HD-Beamer mit lautem Lüfter

Das wohl interessanteste Stück ist der kleine HD-Beamer, der also das Bild des Tablet-Displays an die Wand projiziert. Auch hier wird dann eine Auflösung von 720p verwendet und die kleine DLP-RGB-LED erreicht bis zu 400 Lumen Leuchtkraft. Dennoch solltet ihr den Raum etwas abdunkeln, denn die Lampe wird es in ausreichend hellen Bereichen eher schwer haben oder man muss sich näher dransetzen, was aber bei Präsentationen nicht Sinn der Sache ist. Die LED soll übrigens rund 20’000 Stunden halten.

 

Habt ihr den richtigen Abstand zur Wand gewählt (50 cm ~ 319 cm) und das Bild dann über den kleinen Hebel an der Seite entsprechend scharf gestellt, ist der Kontrast durchaus gut. Dieser bewegt sich in einem Verhältnis von 500:1, was für Präsentationen oder einfach mal ein Video völlig ausreichend ist. Das Bild wird übrigens ständig im 16:9 Format projiziert. Ein Klinkenanschluss für Kopfhörer oder Stereolautsprecher ist im Beamer direkt integriert, was das Anschliessen von Boxen dann doch erleichtert, was auf Grund des Lüfters auch nötig ist. Denn dieser ist alles andere als leise, da er aus einem kompakten Gehäuse auch eine enorme Abwärme abtransportieren muss. Durch die kleine Bauweise hat auch nur ein kleiner Lüfter Platz und der kann schon recht hochfrequente Drehzahlen erreichen. Leise ist der kleine Kasten damit also nicht und die integrierten Lautsprecher kommen nicht wirklich dagegen an, ohne am Ende selbst zu übersteuern und das hört sich alles andere als optimal an.

 

Was uns zum Schluss noch richtig gefallen hat: Der Beamer hat auch einen eingebauten HDMI Anschluss! Wer auf das Tablet also verzichten möchte, der kann auch seinen Laptop per HDMI-Kabel anschliessen und projiziert dann eben den Desktop des Notebooks an die Wand. Klasse! Wer Maus und Tastatur nicht mitschleppen möchte und sowieso immer seinen Laptop dabei hat, kann eben direkt damit arbeiten. Vielleicht wäre hier ein sehr leichtes Ultrabook oder MacBook eine ausgezeichnete Wahl.

Einmal an die Wand gestrahlt. Überall präsentieren ist schon ein wirklich cooles Feature.

Powerbank mit 13’200 mAh reicht für bis zu 120 Minuten?

Behandelt werden muss an dieser Stelle noch die Powerbank. Sie ist in dem Dreigestirn quasi der Standfuss und verbindet sich mit dem unteren Connector mit dem Beamer. Die Kapazität liegt bei 13’200 mAh, was zumindest auf dem Papier nicht wenig ist und in den Herstellerangaben soll das Ganze für rund 120 Minuten Projektionszeit ausreichen. Allerdings ist letzteres ein absoluter Idealwert, den wir so nie erreicht haben. Man kann bei der Benutzung förmlich zusehen, wie die kleinen LEDs für die Statusanzeige der Ladekapazität nach und nach aufhören, zu leuchten. Der Beamer ist hier der grösste Stromfresser, während das Tablet im Vergleich eher weniger auffällt.

 

Dank des USB-Anschlusses, der zum Vorschein kommt, wenn man den Beamer abnimmt, können auch andere Geräte an das Device angeschlossen werden. Auch ein Button ist verbaut, damit, wenn die Powerbank im Standby schlummert, man die derzeitige Kapazität aufrufen kann. Allerdings ist die Powerbank etwas sperriger als manch herkömmliche Powerbank mit vergleichbarer Kapazität. Das ist aber nachvollziehbar, da man ja auch den Beamer aufsetzen kann und somit ein einheitlicher Block entsteht. So gesehen ist das absolut verschmerzbar.

 

Wie bereits erwähnt, sind die 120 Minuten erst einmal pure Laborwerte, vor allem wenn man ein Video zeigen will. Es ist bei Präsentationen absolut von Vorteil, wenn ihr in der Nähe einer Steckdose arbeitet und den Beamer separat am Strom laufen lasst, ohne die Powerbank zu verwenden. Wollt ihr auf die Powerbank zurückgreifen so könnte im “Worst Case” bereits in unter einer Stunde Schluss sein.

Aiptek iBeamBLOCK L400 Deluxe
Die Powerbank: Über 13’000 mAh, allerdings solltet ihr recht kurze Präsentationen wählen, oder gleich das Netzteil anschliessen.

Fazit: Ziemlich cooles Gadget mit kleinen Defiziten

Man kann es nicht anders beschreiben, aber der Aiptek iBeamBLOCK L400 Deluxe ist einfach cool und zwar richtig cool! Auspacken, stapeln, auf eine weisse (wenn es geht bitte auf eine ebene) Wand richten und dann loslegen! Ihr habt ein vollwertiges Windows 10 auf dem Mini-Tablet, welches sogar als Micro bezeichnet werden kann, zur Verfügung und könnt eigentlich alles machen, was den kleinen, schwachbrünstigen Prozessor nicht unbedingt überfordert. Klar, ihr werdet keine Spiele spielen können und auch 4K-Videos sind nicht möglich. Aber mal schnell ein YouTube-Videos oder anderes Material an die Wand werfen zu können, ist schon im normalen Gebrauch ziemlich spassig.

 

Mein tollstes Szenario war die Nutzung des Beamers mit einem Abo-Videoportal, um auf der Reise nicht auf meinem Smartphone-Display Fussball gucken zu müssen. Einfach den Beamer auspacken, die gewünschte Seite oder App aufrufen und im Hotelzimmer an die Wand werfen lassen. Das steht einfach über allem und nicht zu vergessen auch der praktische Nutzen für Präsentationen. So könnt ihr nahezu überall, sofern ihr geschäftlich mit sowas zu tun habt, eure Werke und Vorstellungen auf eine ebene, helle Wand bringen.

 

Unzulänglichkeiten gibt es aber auch, denn ohne Peripherie geht gar nichts! Das Tablet ist mit dem Finger nahezu unbedienbar, denn Windows 10 macht auf dem 4.5 Zoll Display keine gute Figur, was Komfort angeht. Wenn die Präsentation dann aber mal läuft, geht es natürlich wieder. Habt ihr Bluetooth-Tastatur und -Maus oder arbeitet mit einem Hub für den USB-Anschluss am Tablet, könnt ihr aber getrost loslegen. Der laute Lüfter ist halt technisch wohl nicht besser lösbar, schliesslich muss aus einem sehr kompakten Gehäuse eine Menge Abwärme transportiert werden. Ein paar lautere Boxen, als die integrierten wären aber für Audio-Inhalte mehr als ratsam.

 

Wie gesagt: Ein wirklich cooles Gadget und wir empfehlen es für Business-Vielreisende dann doch. Wer noch genug Platz im Koffer hat, kann den kleinen Kasten gerne mitnehmen und ist nicht auf örtliche Beamer angewiesen. Präsentieren kann man mit dem guten Stück wirklich nahezu überall! Der integrierte HDMI-Anschluss macht aus dem Mini-Beamer sogar noch ein deutlich vielfältigeres Gerät und damit ist er nicht nur auf das kleine Mini-Tablet angewiesen.

 

Der Aiptek iBeamBLOCK L400 Deluxe kommt mit allen drei Modulen daher (Beamer, Tablet und Powerbank) und kostet bei Amazon rund 699 Euro, allerdings sind die Lieferzeiten dort noch sehr hoch. Für das, was der iBeamBLOCK bietet, finden wir den Preis gerechtfertigt und angemessen, sofern man ein solches Gadget auch gebrauchen kann. Für präsentationswütige Reisende ist es sogar die perfekte Lösung, um nicht auf das Wohl des Equipments vor Ort angewiesen zu sein.

vg-wort
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