So. 18. September 2022 um 7:59

Razer Kishi v2 für iPhone im Test: Ansteckbarer Controller absolut ausser Konkurrenz

von Marcel Laser 0 Kommentare

Wie ihr wohl schon über die Jahre mitbekommen habt, bin ich ein riesiger Fan von Mobile Gaming. Der Razer Kishi V2 überzeugte für Android in unserem Test – trotz kleinerer Schwächen – durchaus und leider wurde ich noch für die iOS Version vertröstet. Jetzt kann ich endlich die iPhone-Version testen. Vieles ist sehr ähnlich, so dass ich nicht noch einmal auf alles eingehen werde, aber ich werde euch definitiv meinen Eindruck zum Modell teilen.

Gleiche Verarbeitung wie beim Android-Modell, gleiche Materialien

Auch wenn die iOS Version grösstenteils aus Kunststoff besteht, gibt es auch hier kaum etwas zu beanstanden. Der sehr leichte Razer Kishi v2 für iPhone fühlt sich im Test sehr hochwertig an. Ich habe keine all zu kleinen Hände, aber auch keine Mega-Pranken. Er liegt bei mir recht gut in der Hand und durch die leichten Erhebungen an der unteren Seite zu beiden Seiten hin fühlt er sich auch noch recht griffig an. Allerdings ist er trotz der angerauten Stellen mehr oder weniger „rutschig“. Ihr solltet ihn also entsprechend festhalten.

 

Die Klammerhalterung funktioniert ebenfalls und ist an den jeweiligen Enden für einen schonenden Griff des iPhones gummiert. Der Mechanismus fühlt sich in Ordnung an, allerdings muss man erst einen andauernden Langzeittest abwarten, um sagen zu können, wann die Feder anfängt zu ermüden. Schliesslich kostet der Controller nicht gerade wenig, im Gegenteil, er ist einer der teuersten seiner Klasse! Da sollte Langlebigkeit ein Ziel sein.

 

Auch in der iPhone-Version ist übrigens kein Akku verbaut. Er läuft direkt über den Lightning-Anschluss des iPhones, was vielleicht in 1 bis 2 Jahren ein Problem werden könnte, sollte Apple tatsächlich laut den Gerüchten auf USB-C umstellen. Aber gut, da kann Razer dann auch nichts für. Bluetooth gibt es übrigens nicht und damit auch keine kabellose Verbindung. Dafür könnt ihr das iPhone im Gerät selbst laden, da im rechten Steuerelement unten ein Lightning-Anschluss verbaut ist.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Haptik und Feedback: Razer Kishi V2 für iPhone im Praxistest

Die Haptik ist nahezu identisch zum Android-Modell. Auch die Anordnung der Tasten ist extrem ähnlich. So stehen euch hier ein Digitalkreuz, zwei Analogsticks (klickbar), vier Actionbuttons und vier Trigger (zwei Analog und zwei Digital) zur Verfügung. Auch in dieser Version vorhanden sind die beiden kleinen Macro-Trigger (R4 und L4), die wir schon im Kishi v2 für Android gesehen haben. Zusätzliche Knöpfe für Videoaufnahmen oder Streaming sind ebenfalls dabei. Soweit also alles recht identisch.

 

Das gilt übrigens auch für das Druckgefühl der Knöpfe. Sie sind enorm „clicky“ und lösen sehr schnell nach Druck aus. Den euch aus dem PS5- oder Xbox-Controller bekannten leichten Federweg gibt es auch im Razer Kishi v2 für iPhone daher nicht. Das hochfrequente Klickgeräusch kann auch auf Dauer nerven, wenn ihr ohne Kopfhörer spielt. Das alles braucht also ein wenig Eingewöhnung, wenn ihr es gewohnt seid mit den „normalen“ Controllern zu spielen, geht aber recht leicht von der Hand, wenn ihr die ersten 60 Minuten drin habt.

Macht auch in Diablo Immortal eine gute Figur. Gratis „Legendäre Embleme“ gibt es dafür aber leider nicht. Bild: PocketPC.ch / Laser

Und auch hier gilt wieder die gleiche Kritik: Der Razer Kishi v2 für iPhone ist absolut nicht günstig und kostet deutlich mehr als ein Xbox- oder PlayStation 5-Controller, bietet aber insgesamt deutlich weniger. Zudem liegen die Tasten – trotz einer annehmbaren Erreichbarkeit, sehr eng beieinander. Der einzige Vorteil des Kishi ist seine Bauart und dass man das iPhone wie einen Bildschirm der Nintendo Switch nutzen kann. Mit einer guten Halteklammer und einem PS5-Controller kommt man allerdings günstiger weg und hat ein besseres Spielgefühl durch die deutlich besser verbauten Tasten. Ich würde mir in Zukunft wünschen, dass Hersteller wie Razer einfach einen ebenfalls so soliden Controller zum einfassen für das iPhone bauen. Vor allem in Anbetracht des so hohen Preises.

Razer Nexus iOS mit weitaus weniger Funktionen als die Android-Version

Etwas auf der Strecke bleibt die Razer Nexus-App für iOS, die extra für den Kishi-Controller angepasst ist. Hier könnt ihr vornehmlich viele sehen, die vom Razer Kishi v2 für iPhone unterstützt werden. es sind aber bei weitem nicht alle. So fehlt in der Liste beispielsweise Oceanhorn 2, das richtig gut mit dem Kishi v2 funktioniert. Das liegt aber auch daran, dass der Kishi v2 Apples MFi Schnittstelle unterstützt. Jedes Spiel, dass diese nutzt ist automatisch mit dem Kishi kompatibel.

 

Immerhin könnt ihr Software-Updates für den Controller ausführen und auch Links zu euren Facebook- und YouTube-Accounts setzen, damit ihr direkt vom Gerät aus streamen könnt. Die Fähigkeit als Game-Launcher zu fungieren, wie es unter Android noch möglich ist, ist natürlich unter iOS nicht vorgesehen. Immerhin könnt ihr aber auch in der iOS-Version aber die Funktions-Tasten R4 und L4 anpassen und mit weiteren Auslösern belegen.

Sky: Children of the Light ist ein Spiel, das überragend von den Fähigkeiten des Controllers profitiert. Bild: PocketPC.ch / Laser

Einen App-Zwang gibt es allerdings nicht, da der Controller auf die MFi-Schnittstelle von Apple zugeschnitten ist. Ihr braucht die Nexus App lediglich für erweiterte Einstellungen und eventuelle Software-Updates des Controllers. Daher empfehlen wir durchaus die Installation, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

Preis und Fazit: Razer Kishi v2 für iPhone ist der aktuell beste iOS-Controller

Trotz der genannten Schwächen läuft der Razer Kishi v2 für iPhone in unserem Test ohne wirkliche Konkurrenz ins Ziel. Da es den Moga-Controller nur für Android gibt, kann der Razer-Controller sich hier die Spitzenposition sichern. Die Verarbeitung ist gut, das Spielgefühl ist ebenfalls klasse und durch die sehr leichte Handhabung sind kurze sowie lange Sessions einfach kein Problem.

 

Auch wenn die Knöpfe absolut nicht schlecht sind, muss Razer sich aber dennoch Kritik gefallen lassen. Denn dieses hochtonige Mausklick-Geräusch und das abrupte Auslösen fühlt sich etwas billig an und kann ohne Kopfhörer schnell nerven. Das ist häufig auch der Grund warum Controller für iOS und Android den Ruf von Mobile Gaming auf dem Smartphone eher in Richtung „für billige Handyspiele“ lenken. Nur Moga geht es anders an und produziert tatsächlich Controller für Smartphones, die dem Spielgefühl von Xbox und PlayStation schon deutlich näher kommen. Sowas würde ich mir von Razer auch wünschen.

 

 

Insgesamt sehe ich den Razer Kishi v2 für iPhone nach dem Test aber als den aktuell besten iOS-Controller an. Er begleitet mich täglich in Genshin Impact, Diablo Immortal und Oceanhorn 2. Ob der Preis von 129,99 Euro / Schweizer Franken oder 99.99 US-Dollar aber gerechtfertigt ist, kommt darauf an, wie ernst ihr Mobile Gaming wirklich nehmt. In meinen Augen ist das etwas hoch für das, was der Kishi V2 insgesamt leistet. Dennoch ist es ein wirklich guter Controller, der das Gaming-Leben auf iPhones deutlich einfacher macht.

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