Sa. 14. Januar 2023 um 7:09

Razer Blade 14″ (2022) im Test: Wirklich der beste Gaming-Laptop bis 14 Zoll?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Ich liebe Gaming-Notebooks. Sie bieten unheimlich viel Leistung in einem kleinen Gesamtkonzept, dass zudem wesentlich weniger Strom frisst. Gerade letzteres ist für mich persönlich unheimlich wichtig. Dennoch lassen sich angenehm auch anspruchsvolle Spiele auf hohen Details spielen. Diesmal haben wir das neuste, kleinste Kraftpaket von Razer im Test. Das Razer Blade 14″ mit mobiler RTX 3070 Ti. Und was für ein Biest das ist!

Eines der besten Laptop-Designs inkl. Verarbeitung auf dem Markt

Begeistern konnte mich schon das Design des vergangenen Razer-Laptops, den ihr auch hier bei uns im Test nachlesen könnt. Das Razer Blade 14″ legt in Verarbeitung aber noch einmal einen drauf. Den Vergleich zum MacBook ziehe ich zwar nicht gerne, aber Razer darf sich das durchaus anrechnen lassen. Die Verarbeitung ist auf dem Niveau des neuen Apple MacBooks Pro oder auch des neuen MacBook Airs und das ist schon ein ordentliches Lob, denn da können sich viele anderen Hersteller im Gaming-Laptop-Business eine Scheibe von Abschneiden.

Das Design selbst ist kantig und der Body besteht komplett aus Aluminium. Die unteren Füsse ziehen sich über die breite Seite und lassen Platz für die Lüftung im Gehäuse, um genug kühle Luft anziehen zu können. Das Display schnappt perfekt auf der Oberfläche ein und liegt sehr gut auf. Es fühlt sich alles durch das Metall und das wirklich gut funktionierende Scharnier enorm hochwertig an. Aber ganz ehrlich: Das erwarte ich aber schlussendlich von einem Razer-Laptop für über 2899 Euro bzw. Schweizer Franken auch.

 

Übrigens zeigt sich das Razer Blade 14″ (2022) im Test durchaus kompakt. Die Abmessungen betragen circa 320 mm in der Breite, 220 mm in der Tiefe und gerade einmal 16.8 mm dick. Natürlich im zugeklappten Zustand. Mit rund 1.8 Kilogramm wiegt das Modell auch nicht gerade wenig, aber auch nicht gerade viel. Im Rucksack ist es jedenfalls ein guter Begleiter. Allerdings muss auch das Netzteil mit, und das hievt das Modell dann locker insgesamt auf über deutlich 2 Kilogramm.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

 

Zudem wichtig zu erwähnen: Bei unserem Testmodell handelt es sich um die Mercury Edition in feiner Silberfarbe. Es ähnelt auch an dieser Stelle dem MacBook Pro in seiner hellen Ausgabe. Mir tuen die Vergleiche mit Apples Top-Laptop schon fast Leid, aber Razer muss das einfach auch als Lob verstehen. Wer so nah an der Wertigkeit von Apples Notebooks ist, macht definitiv nichts falsch. Hier macht der Gaming-Hersteller einfach sehr viel richtig.

Razer Blade 14″ (2022) Hardware: Vieles, aber nicht alles was das Herz begehrt

Der kleine Razer-Laptop ist mit allerlei High-End-Technik bestückt. Unter anderem mit einem AMD Ryzen 9 6900HX Prozessor und einer Nvidia GeForce RTX 3070 Ti mit 8 GB GDDR6 VRAM. Zudem helfen 16 GB DDR5 mit 4800 MHz beim Zocken und Multitasking im System aus. Letzteres ist allerdings fest verbaut. Die vorinstallierte SSD ist mit 1 TB angegeben und nutzt PCIe 4.0 x4. Highlight ist das mit 165 Hertz sehr schnelle IPS Panel in 14 Zoll und mit QHD-Auflösung (2560 x 1440). Unterstützt wird übrigens AMD FreeSync und eine 100% Farbraumabdeckung von DCI-P3.

 

All das liest sich natürlich ziemlich geil und was soll ich auch anderes sagen… Das ist es auch! Allerdings kommt all das nicht nur mit Vorteilen. Denn die Grafikkarte ist auf 100 Watt Maximal-Power begrenzt und damit einer normalen RTX 3070 Ti in einem echten Desktop-Gehäuse dann doch deutlich unterlegen, was aber von vornherein klar sein sollte. Schliesslich ist in einem 14-Zoll-Laptop kaum Platz. Zudem schränkt es die Leistung im Vergleich mit besser gekühlten (bzw. mit grösserem Gehäuse ausgestatteten) Laptops ordentlich ein. Es gibt Systeme, die geben der RTX 3070 Ti bis zu 150 Watt oder gar etwas mehr Spielraum, was die Leistung mal um mehr 20 Prozent spürbar erhöhen kann.

Die Hardware ist aussergewöhnlich gut. Das fängt beim Aluminium-Body an und geht im Inneren weiter. Starkes Gesamtpaket Razer! Bild: PocketPC.ch / Laser

Übrigens hätte ich gerne anstatt der verbauten beiden USB-C 3.2 Anschlüsse lieber Thunderbolt gehabt. Leider ist der kleiner Razer-Laptop somit inkompatibel mit der Razer Core, einem externen Gehäuse mit dedizierter Grafikkarte, die anstelle der verbauten GPU genutzt werden kann. Das ist in diesem Modell des Razer Blade 14″ leider nicht möglich. Es gibt übrigens noch zwei USB-A-Anschlüsse, Ethernet, HDMI 2.1 und einen hauseigenen Anschluss für den Strom.

 

Kurz erwähnen muss ich auch die eingebauten Lautsprecher, die in meinen Augen wirklich nicht besonders gut bin. An die von Apple verbauten Lautsprecher im MacBook Pro, kommt das Razer Blade 14″ bei weitem nicht heran. Es fehlt an so ziemlich allem in Höhen und Tiefen und somit klingen diese einfach nur flach. Für das “einmal kurz ein Video abspielen” wird es wohl reichen. Zum Zocken oder längere Zeit YouTube konsumieren empfehle ich daher definitiv gute Kopfhörer. Die hat Razer übrigens auch im Portfolio. Zuletzt durfte ich hier die BlackShark V2 Pro testen und war begeistert.

Leider kein Thunderbolt sondern nur USB-C- Bei dem Preis hätte ich mehr erwartet. Bild: PocketPC.ch / Laser

Gutes Display mit 165 Hertz und AMD FreeSync – Leider noch 16:9

Zu einer guten Grafikkarte gehört aber auch ein starkes Display, dass genau diesem Punkt auch gerecht wird. Das Razer Blade 14″ trumpft im Test vor allem mit einem sehr kontraststarken und blickwinkelstabilen Display auf. Mit 165 Hertz und AMD FreeSync ist zudem für eine enorm flüssige Anzeige gesorgt. Allerdings erscheint mir die Reaktionszeit auf hoher kompetitiver Ebene etwas zu wenig zu sein. Nicht immer fühlt sich dieses wirklich extrem reaktionsschnell an. Allerdings empfehle ich auch nur im Notfall auf dem Display zu zocken, da 14 Zoll nicht ideal sind. Zuhause sollte daher ein externer Monitor für das gepflegte Spielen herhalten.

 

Zudem nutzt Razer im Blade 14 aktuell noch das 16:9-Format, das zwar immer noch recht weit verbreitet ist, aber gerade bei Laptops langsam ausdient. Apple geht schon lange einen anderen Weg und Hersteller wie beispielsweise Asus ziehen in ihrer Zephyrus Serie mittlerweile mit höheren Formaten nach. Ein 16:10 würde ich mir persönlich in Zukunft schon von Razer wünschen, was nicht nur beim Gaming deutlich hilft, sondern auch in Sachen Produktivität.

Ein richtig gutes Display mit 165 Hertz und hoher QHD (2K) Auflösung. Bild: PocketPC.ch / Laser

Gaming Performance des Razer Blade 14″ mit RTX 3070 Ti im Test

Doch kümmern wir uns nun erstmal um das Wichtigste: Die Gaming Performance. Immerhin schlummert eine mobile RTX 3070 Ti im Gehäuse und die sollte schon in der Lage sein einiges auf die Beine zu stellen. Auch wenn diese auf 100 Watt limitiert ist und damit anderen Modellen etwas unterlegen ist, so ist die Leistung für 14 Zoll Notebook immer noch sehr hoch! Getestet habe ich das Razer Blade 14″ (2022) mit Cyberpunkt 2077, The Witcher 3 Next Gen Update, Portal RTX, Diablo 2 Resurrected und mehr.

 Einstellungen + (Auflösung)Ø Bilder pro Sekunde (FPS)
Metro Exodus EnhancedUltra (1440p)33 FPS
Guild Wars 2 (End of Dragons)Ultra (1440p)103 FPS
Portal RTXNiedrig (1440p)27 FPS
Cyberpunk 2077Ultra (1080p)84 FPS
Diablo 2 ResurrectedUltra (1440p+DLSS Quality)139 FPS
Destiny 2Ultra (1440p)94 FPS
Doom EternalUltra (1440p)92 FPS
Assassin’s Creed ValhallaUltra (1440p)58 FPS

 

Der Razer Blader 14″ (2022) schafft alle genannten Spiele in Ultra-Einstellungen in sehr hohen FPS. Einzig Portal RTX muss in den Details deutlich heruntergeschraubt werden, damit ihr überhaupt in einen spielbaren Bereich kommt. Aber gut, wir reden hier von Portal RTX, das als Mindestanforderung eine Desktop RTX 3060 verlangt, die der GPU im Razer Blade deutlich überlegen ist. Beeindruckend bleibt es aber dennoch! Wir reden hier nämlich immer noch über ein kleines 14 Zoll Notebook.

 

Wer übrigens damit leben kann, nicht immer die maximalen Settings zu fahren, der kann durchaus noch mehr Performance rausholen. Die Tabelle sind meine eigenen Messungen, weil ich das System durchaus belasten wollte. Es lässt sich aus dem fast auf Ultrabook ebene spielenden Laptop noch mehr rausholen.

Die Lautsprecher sind allerdings ein Witz. Keine Höhen wenig Tiefen. Hier gewinnt Apple deutlich. Bild: PocketPC.ch / Laser

Emissionen im Test: Lüfter unter Last beeindruckend leise!

Ähnlich beeindruckend wie die Gaming-Performance fällt übrigens die Geräuschkulisse aus. Der Razer Blade 14 (2022) ist seit vielen Jahren das erste Gaming-Notebook im Test, das nicht derart kreischend laut wird, dass Kopfhörer zur Pflicht werden. Unterschätzen sollte man die zwei kleinen Turbinen zwar nicht, denn er wird durchaus schon laut, aber es ist nicht brutal unangenehm und hat mich enorm überrascht. So hab ich bestimmt eine Stunde lang Guild Wars 2 gespielt, das Spiel auf Stumm gehabt und auf dem iPad nebenbei ein Video geschaut, dass ich ohne Probleme verstehen konnte. Razer hat hier überragende Arbeit geleistet!

 

Leider kann ich keine Oberflächentemperatur auslesen, doch wird unter Volllast die Aluminiumleiste über den F-Tasten so heiss, dass ihr diese nicht mehr berühren könnt. Das lässt mich zwar mit einem unbehaglichen Gefühl zurück, glaube aber nicht, dass es auf Dauer zu Komplikationen kommt. Da die Tasten selbst aus ABT gegossen sind, nehmen diese die Wärme nicht auf. 

Das Kühlsystem ist gut und auch wenn es natürlich unter Volllast nicht leise ist, so ist es auch nicht unangenehm laut. Good Job Razer!. Bild: PocketPC.ch / Laser

Akkulaufzeit im Office-Betrieb in Ordnung – Gaming unmöglich

Natürlich müssen wir auch ein Wort über die Akkulaufzeit verlieren und diese hält sich durchaus im Rahmen. Stellt ihr alle Einstellungen in den Sparmodus ein und seid wirklich nur am Surfen, bisschen Office oder eben YouTube unterwegs, hält der Razer Blade 14 (2022) um die 6 Stunden durch, was FAST einem Arbeitstag entspricht. Dann dürfen aber nicht noch Anwendungen hinzukommen, die den Laptop zu lange unter höhere Last setzen, denn dann fallen die Prozente heftig in den Keller.

 

Als ich testweise versucht habe ihn im Akkumodus zum Spielen zu bewegen, war nach rund einer Stunde Schluss und die Games liefen alles andere als zufriedenstellend. Das hat einfach keinen Sinn. Seht den Razer Blade 14 (2022) daher eher als mobiles Powerhouse. Ihr könnt nämlich das Netzteil mitnehmen und bei Bedarf anstecken, um dann bei Freunden in einer LAN-Party (gibt’s das eigentlich noch?) die volle Leistung zu haben. Im Gegensatz dazu wieder ziemlich gut: Der Akku lädt in rund 90 Minuten voll.

 

Allerdings ist Razers Stromanschluss für das Aufladen des Akkus der absolute Horror. Dieser liegt an der linken Seite und wird mit einem L-förmigen Stecker bedient. Steckt ihr diesen in eure Richtung ein, blockiert dieser den daneben liegenden USB-A- und zur Hälfte den darauffolgenden USB-C-Anschluss. Ihr müsst das Kabel also immer hinter den Laptop legen, das je nach Position des Netzteils mehr als merkwürdig aussehen kann. Ich musste deswegen an meinem Schreibtisch etwas improvisieren. Ein wirklich ärgerliches Detail.

Das ist der dämlichste Stromstecker den ich je gesehen habe und hat mich auf meinem Schreibtisch einige Nerven gekostet. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: In Summe aktuell der beste 14 Zoll Laptop für Gaming

Ja, es gibt 14 Zoll Laptops, die die RTX 3070 Ti mit mehr Watt betreiben und somit auch mehr Leistung als der Razer-Laptop bieten, doch das Gesamtkonzept des Blade 14 (2022) ist einfach so unendlich stimmig. Die extrem hochwertige Verarbeitung, das gute Display, die tollen Eingabegeräte und die leisen Lüfter, machen das Modell einfach rundum gelungen. Ihr spielt die meisten Spiele in den höchsten Settings bei nativer Auflösung und macht nur in Ausnahmefällen wirklich höhere Abstriche für Leistung.

 

Der Wechsel auf den neuen AMD Ryzen 9 6900HX ist ein Segen für die Modellreihe. Er ist nicht nur effizienter, sondern auch wesentlich schneller als der 5900er aus dem Vorgängermodell. Auch das Upgrade auf PCIe 4.0 x4 war notwendig und richtig. Die Performance ist für einen kleinen Kasten mit 14 Zoll Display einfach überragend gut und dank der kompakten Masse könnt ihr diesen überall schnell mit hinnehmen. Schnelle Zocker-Sessions bei Bekannten ist also kein Problem. Wenn ihr noch einen Monitor mitnehmen könnt, um so besser!

 

Frei von Tadel ist aber auch das Razer Blade 14″ (2022) im Test nicht. Die Akkulaufzeit ist maximal ok und nicht wirklich gut. Das Display ist zwar wirklich gut, doch eben mit 16:9 noch weniger zum ernsthaften Zocken geeignet als mit 14 Zoll eh schon. Zwar ist es ok, dass Razer USB-C verbaut, allerdings wäre Thunderbolt 4 die mit Abstand bessere Wahl gewesen, vor allem wenn wir den immens hohen Preis bedenken. Auch nervt mich der Stromanschluss, der das Gerät zwar schnell lädt, aber der L-förmige Stecker selbst ist eine kleine Katastrophe und brachte bei mir Zuhause ein wenig das Kabelmanagement durcheinander.

 

Alles in allem bleibt das Razer Blade 14″ (2022) ein absolutes Biest! Die Gaming-Leistung ist enorm hoch und der Laptop schreit mich auch unter grosser Last nicht an. Trotz des Preises von rund 2.900 Euro bzw. 2’900 Schweizer Franken ist das Modell dennoch ein richtig tolles Stück Technik. Besonders die zusätzlich hohe Kühlleistung überzeugt. Für mich aktuell die Nummer 1 im 14-Zoll-Segment und würde definitiv als Windows-Gaming-Setup dauerhaft auf meinem Schreibtisch landen.

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