Sa. 27. Januar 2024 um 7:04

Netgear Nighthawk M6 5G-Router im Test: Luxuriöses Internet-Gerät mit guter Leistung

von Marcel Laser 1 Kommentare
Lesedauer: 5 Minuten

Bei mir fällt aufgrund von DLAN das Internet recht häufig aus. Da kann auch mein Internet-Provider nicht viel zu. Nun stellte uns Netgear tatsächlich einen ihrer hochpreisigen 5G-Router zur Verfügung und ich wollte ihn erst einmal als Fallback-Lösung nutzen und ausprobieren. Mittlerweile hängen einige meiner Geräte bereits dauerhaft drin und er ist zu einer echten Stütze geworden. Der Nachtfalke hat aber eine klare Schwäche, auf die wir noch eingehen werden.

Unauffälliges Würfel-Design, flach und platzsparend

Dabei ist das Design auf den ersten Blick nichts besonderes. Er bietet ein kleines Display oben, ist von den oberen Abmessungen her nahezu quadratisch gehalten und ist an sich recht kompakt durch seine unauffällige Höhe. Das Display an der Vorderseite ist gut sichtbar und zeigt wichtige Informationen wie den aktuellen Verbindungsstatus, Datenübertragungsraten oder auch den Datenverbrauch an. Auf der Rückseite findet ihr noch den USB-C-Anschluss für Strom und einen Ethernet-Port. Zudem finden sich dort Steckplätze für zwei Antennen, mit denen die Sende- und Empfangsleistung des Nighthawk 5G erhöht werden können.

 

Die kompakte Grösse des Nighthawk M6 5G-Routers sehe ich hier definitiv als Pluspunkt. Er wirkt unauffällig und kann überall platziert werden. Meist lag er in meinem Zimmer auf einer Ecke meines Schreibtisches. So könnt ihr das Gerät tatsächlich einfach überall hinstellen, ohne dass dieser gross die schön dekorierte Umgebung stört.

 

Auch ist die Verarbeitungsqualität gut. Es wird tatsächlich aber sehr viel Plastik verwendet und ohne den herausnehmbaren Akku macht er dann doch nicht den Eindruck, den man von einem 800 Euro bzw. SFr. teuren Gerät erwartet. Insgesamt zeigt sich das Design des Netgear Nighthawk M6 5G-Routers im Test als ein gelungenes Zusammenspiel aus Unauffälligkeit und Nützlichkeit. Gerade diese wirklich unauffällige Schiene gefällt mir persönlich sehr, da er einfach nur irgendwo rumliegt und meine Geräte mit Internet versorgen soll.


Der Netgear Nighthawk M6 ist nicht besonders gross. Der Akku nimmt eingebaut einen ordentlichen Teil der Innereien ein. Bild: PocketPC.ch / Laser

Verbaute Hardware im Check: Das steckt im Nighthawk 5G M6

Unter der Haube des Netgear Nighthawk 5G M6 Routers steckt gar nicht einmal zu verachtende Hardware, die theoretisch für schnelle und stabile Internetverbindungen sorgt. So beherrscht der Nighthawk M6 das namensgebende 5G im Modus “stan­dalone” und auch “non-stan­dalone”. Dank der Unterstützung von Wi-Fi 6 bietet er zudem eine moderne drahtlose Konnektivität, sofern ihr ebenfalls Geräte habt, die WiFi 6 unterstützen. Natürlich sind auch ältere WLAN-Geräte sich zum Nighthawk von Netgear kompatibel. Es können übrigens bis zu 32 Geräte drahtlos per WLAN verbunden werden. WLAN ist hier zudem in wahlweise 5 oder 2.4 GHz verfügbar. Ihr könnt aber auch beides gleichzeitig nutzen.

 

Der Netgear Nighthawk 5G M6 verfügt zudem noch über ein paar Anschlüsse, darunter einen Ethernet-Port mit Gigabit-Kapazität, einen USB-C-Anschluss für den direkten Anschluss, beispielsweise an Laptop und für die Stromversorung sowie eben einen SIM-Kartensteckplatz. Auch lassen sich zwei TS-9-Antennen anschliessen, die aber nicht im Lieferumfang enthalten sind. Die müssten dann zusätzlich gekauft werden. An dieser Stelle hätte ich mir tatsächlich noch eine eSIM-Kompatibilität gewünscht, vor allem in Anbetracht des sehr hohen Preises und dass eSIM mittlerweile von fast allen Mobilfunkanbietern unterstützt wird.

 

Das Display auf der oberen Seite misst 2.4 Zoll und ist von hinten beleuchtet. Die Software reagiert in einem angemessenen Rahmen, aber es fühlt sich schon etwas träge an. Es vergeht beispielsweise eine Viertelsekunde bis das Eintippen registriert wird. Das ist jetzt kein Dealbreaker, aber es fällt auf. Schwere Hänger oder starkes Ruckeln konnten wir nicht feststellen. Auch stürzte der Router im Test nie ab.

Es lassen sich 2 zusätzliche Antennen anschliessen. Auch ein Gigabit-Port für Ethernet ist vorhanden. Bild: PocketPC.ch / Laser

Der Router erkennt eure eingelegte SIM-Karte übrigens automatisch und stellt die entsprechenden APN-Settings ebenfalls von alleine ein. Ich habe mir für den Test eine Family-Card auf meinen eigenen Telekom Unlimited-Vertag gebucht, die derzeit im Netgear Nighthawk M6 steckt. Die Telekom bietet hier eine aktuelle Maximal-Leistung von 300 Mbit, die aber je nach Funkzelle auch deutlich überboten werden kann.

 

Hier bei mir Zuhause erreiche ich im Schnitt immer zwischen 200 und 300 Mbit/s im Download. Um die 60 Mbit/s sind im Upload drin. Auch der Ping ist mit um die 30 Millisekunden angenehm niedrig. Damit ist sogar Online-Multiplayer kein Problem und hat auch mit dem Steam Deck OLED im Test hervorragend funktioniert. Zeitweise habe ich auch die PlayStation 5 und mein MacBook Pro mit dem Netgear M6 verbunden, vor allem dann wenn einmal mehr das DLAN für Festnetzausfälle verantwortlich war. Die Verbindung war stehts schnell und stabil. Ein entsprechend unlimitierter Mobildatenvertrag ist natürlich hier sinnvoll.

Oben links kommt die Nano-SIM rein. Dann oben drauf der Akku. Bild: PocketPC.ch / Laser

Akkuleistung für einen Arbeitstag ausreichend

Ein wirklich nützliches Feature ist die Nutzung über den mitgelieferten Akku. Damit schaltet sich der Nighthawk M6 automatisch in den batteriebetriebenen Modus. Die Kapazität liegt hier bei 5040 mAh und soll laut Hersteller im Optimalfall bis zu 13 Stunden Laufzeit bringen. Letzteres erreichten wir im Test leider nicht einmal Ansatzweise. Allerdings wurde der Router auch häufig mit Twitch, YouTube, Netflix oder Online-Gaming gefordert. Teilweise waren auch riesige Downloads mit bis zu 80 GB durch Updates von Spielen auf dem Steam Deck dabei. Zwischen acht und zehn Stunden haben wir mit einer solchen Nutzung aber durchaus erreichen können. Nicht schlecht für ein mobiles Gerät dieser Grösse.

 

Wollt ihr den Router aber im sogenannten Powermodus betreiben, der die WLAN-Sendekapazität fast verdoppelt, müsst ihr die Batterie ausbauen und den Router per USB-C-Kabel ans Netzgerät anschliessen. Mit eingelegter Batterie ist der Powermodus leider nicht verfügbar. Vermutlich zum Schutz des Akkus. Im Normalbetrieb mit Batterie soll der Netgear Nighthawk um die 45 Quadratmeter freie Fläche versorgen können. Also ohne Wänden dazwischen. Im Powermodus steigt die Sendeleistung aber erheblich und ich konnte fast das gesamte Haus damit versorgen. Die Wärmeentwicklung ist hier etwas höher als im Normalbetrieb, fällt aber auch nicht unangenehm auf,

 

Was uns aber etwas sauer aufgestossen ist, ist das automatische Einschalten des Nighthawks beim anschliessen ans Netzkabel. Es kam häufiger mal vor, dass wir den Router eigentlich nur aufladen wollten und sich dieser dann automatisch anschaltet, sobald er am Netzteil angeschlossen wird. Das ist schon nervig, vor allem wenn er gerade einfach nicht gebraucht wird und geladen werden soll. Ebenfalls störend: Ihr könnt die beiden schwächeren Modi abseits des Powermodus nur mit eingelegtem Akku aktivieren. So bin ich irgendwann dazu übergegangen, den Netgear Nighthawk M6 durchgehend im Powermodus zu betreiben.

So sieht es dann mit eingelegtem Akku aus. Allerdings funktioniert der Power-Modus nur mit ausgebautem Akku. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Starker 5G-Router! Aber Preis ist hoch…

Als ein wirklich gebeuteltes DLAN-Opfer im eigenen Haus, mit nicht gerade wenigen Festnetzabbrüchen, da sich vDSL und DLAN einfach nicht vertragen, ist der Nighthawk M6 5G-Router für mich im Test schon fast lebensverändernd gewesen. Denn nichts geht über stabiles Internet Zuhause, vor allem dann, wenn man noch von Daheim arbeitet.

 

Nüchtern betrachtet zeigt sich der Netgear Nighthawk M6 5G-Router im Test als ein stabiles Gerät, mit sehr guter Performance, einer angenehm einfachen Einrichtung und Bedienung. Ein Akku wird übrigens mitgeliefert und somit ist der Router auch mobil einsetzbar – beispielsweise bei der nächsten Outdoor-Arbeitstag am See mit der Firma oder in vergleichbaren Szenarien. Roaming ist auch kein Problem, also kann er auch mit in den Urlaub genommen werden, beispielsweise zum Camping. Natürlich dann aber nur mit einem entsprechenden Mobilfunktarif.

 

 

Das klingt ja jetzt alles erst einmal wirklich gut und das ist es ja auch. Anders dürfte euch allerdings gleich beim Preis werden, denn die UVP des Netgear Nighthawk M6 liegt bei 849 Euro bzw um die 750 Schweizer Franken. Im Onlinehandel, beispielsweise bei Amazon, findet sich der 5G-Router für circa 799 Euro. In der Schweiz ist er auch schon ab circa 700 Schweizer Franken zu haben. Das ist extrem viel für einen 5G-Router. Viele gute 5G-Modelle gibt es bereits für weniger als die Hälfte des Preises. Die sehr einfache Konfigurierbarkeit, die sehr gute WLAN- und Internet-Leistung rechtfertigen diese preisliche Diskrepanz irgendwie nicht. Alles in allem ist das Netgear-Modell wirklich ein tolles Gerät für einen wirklich viel zu hohen Preis. Dafür kann der M6 von Netgear eben auch 2.1 GBit/s im 5G-Netz handhaben nd bis 1.8 GBit/s per WiFi-6 an die Geräte in seinem Umfeld weitergeben.

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Eine Antwort zu “Netgear Nighthawk M6 5G-Router im Test: Luxuriöses Internet-Gerät mit guter Leistung”

  1. haep1 sagt:

    Der Preis ist völlig übertrieben…
    Der mobile 5G Router von ZTE funktioniert hervorragend und kostet um ein Vielfaches weniger. Der wird in erster Linie als Exklusivprodukt über die Telekom vertrieben, ist aber auch in anderen Shops wie Jakob verfügbar und funktioniert mit allen Netzen.

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