Sa. 29. Juli 2017 um 12:44

Gaming Review: Layton’s Mystery Journey für Android im Test

von Philipp Walter0 Kommentare

Layton ist wieder da! Das Spiel Layton’s Mystery Journey soll an den Erfolg der Kassenschlager-Reihe aus dem Hause Level 5 anknüpfen. Nachdem die ersten vier Teile des Rätselspiels für den Nintendo DS und weitere zwei Teile auf dem Nintendo 3 DS erschienen, kommt das Abenteuer nun auch auf die Smartphones. Heute stellen wir euch zunächst die Android-Version vor.

Layton’s Mystery Journey: Kein Wiedersehen mit alten Bekannten

Hauptfigur in diesem siebenten Abenteuer ist nicht etwa der alte Professor Layton, sondern seine Tochter Katrielle. Sie arbeitet zusammen mit ihrem Assistenten Ernest Drowig und dem sprechenden Hund Sherl. Gemeinsam gehen sie nicht nur einem spannenden Kriminalfall nach, sondern lösen auf dem Weg zahlreiche knifflige Rätsel.

 

Die Befürchtung, dass das neue Abenteuer ohne den kultigen Professor und seinen Assistentin Luke nicht dasselbe sein würde, hat sich nicht erfüllt. Natürlich ist das Game nun ein wenig “anders”, aber Katrielle und Ernest werden einem sehr schnell sympathisch und sie machen ihre Sache gut.

 

Auch die weiteren Charaktere, zum Beispiel Inspektor Darjeeling Aspoirot oder auch die fiese Emiliana Perfetti, bereichern das Spiel.

 

Etwas anstrengend sind vor allem zu Beginn des Spiels die sehr ausufernden Dialoge. Wer gern liest, kommt hier auf seine Kosten, allerdings ist das Lesen auf dem kleinen Smartphone-Display recht anstrengend. Getestet wurde Layton’s Mystery Journey auf dem Honor 9 mit seinem 5.1 Zoll grossen Display, auf dem Tablet könnte das Lesen angenehmer sein. Die Dialoge lassen sich nicht überspringen, man muss sich durch den gesamten Text klicken. Insbesondere ab Kapitel drei wird es aber sehr lustig und weniger langatmig, die Gespräche werden interessanter und die Handlung – nun, das müsst ihr selbst erspielen, da wollen wir nicht zu viel verraten!


Liebevoll umgesetzte Grafik, kleinere Fehler in den Rätseln

Die Zeichnungen sind wie schon vom Nintendo DS und 3DS gewohnt sehr hübsch gemacht. Die Charaktere, Gebäude und Gegenstände sind liebevoll gezeichnet und detailreich. Auf dem Smartphone sieht das Spiel sehr schön aus, die Farben kommen gut zur Geltung und auch das etwas pixelige, das bei den Konsolen natürlicherweise noch da war, ist verschwunden. Hier zeigt sich das Spiel in voller Pracht.

 

Ein wenig schade sind aber kleinere Fehler in den Rätseln. Zwar fallen die insgesamt wenig ins Gewicht, wenn man akut betroffen ist, machen sie einen aber schier wahnsinnig. So wird manchmal nur eine einzige Lösung zugelassen, obwohl es definitiv mindestens zwei gibt oder aber die Aufgabenstellung allein ist schon ein Buch mit sieben Siegeln. Zwar sind die Beschreibungen sprachlich absolut korrekt, allerdings manchmal unglaublich kompliziert ausgedrückt. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran, anfangs können einen diese Aufgabenstellungen noch verwirren und einige Pikarat (so heisst die virtuelle Punktewährung) kosten.

Handhabung: Zettel und Stift sind eine gute Idee

Wo man auf dem Nintendo DS und 3DS noch gemütlich mit dem Stylus arbeiten konnte, müssen nun die Finger herhalten. Das ist bei den Rätseln je nach Aufgabe ein wenig frickelig und auch die Suche nach Hinweismünzen ist nicht immer ganz einfach. Zu oft sind die Finger einfach ein wenig zu gross und unpräzise. Insbesondere bei schwierigen Rechenaufgaben ist ein zusätzlicher klassischer Zettel und Bleistift eine gute Idee, ausufernde Notizen mit dem Finger zu schreiben ist einfach schwierig auf dem Display. Unterwegs geht es natürlich auch so, nur eben nicht ganz so komfortabel. Dies meisten Rätsel sollten sich aber doch auch ohne Notizen lösen lassen.

 

Ansonsten ist die Bedienung so, wie sie auch von der Mini-Konsole her gewohnt ist: Man steuert Kat, Ernest und Hund mittels Karte durch die Stadt und lässt sie an den verschiedenen Locations nach Hinweismünzen und Rätseln suchen. Dabei spricht man am besten jede Person an, die auch in der Nähe ist und sammelt Hinweise und untersucht Gegenstände. Nach und nach ergibt sich so die Lösung des spannenden Kriminalfalls.

Preis

Nun aber mal Butter bei die Fische: Was kostet der Spass? Layton’s Mystery Journey ist mit 16 Euro bzw. SFr. eine der teuren Apps im Google Playstore. Was sehr nervig ist, sind die In-App-Käufe. Wechsel-Outfits für Kat in Ehren – hier wäre es, vor allem für jüngere Spieler_innen, sicher nett gewesen, wenn man sich dies durch besondere Rätsel erspielen könnte. Ein “Himmelblauer Wahnsinn” im Stil von Prinzessin Katherine ist zwar schick, aber sicher keine 1,89 Euro wert. Natürlich zahlt man eigentlich für die zusätzlichen Rätsel, der Kaufanreiz wird aber doppelt erschaffen. Weitere Rätsel kann man natürlich kaufen, was bei dem Preis des Basisspiels schon recht nachdenklich stimmt. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass man auch ohne In-App-Käufe sehr gut spielen kann und es dem Spass keinen Abbruch tut, wenn man eben nicht zusätzliche Items oder Rätsel kauft.

 

Besonders verlockend erschien uns das Angebot: “Kats Plunder + Rätselset” zu einem unschlagbaren Preis von nochmals 16 Franken zu sein. Wir konnten uns gerade noch beherrschen, es nicht zu kaufen – allerdings können wir euch hier nicht mitteilen, was genau sich in Kats bunter Plunderkiste so befindet. Ein Mysterium, das vielleicht im achten Abenteuer gelöst wird.

Fazit

Echte Liebhaber_innen der Professor Layton-Serie werden es sich wohl sowieso nicht nehmen lassen, sich das neueste Abenteuer auf das Smartphone zu holen! Und es lohnt sich. Die Grafiken sind sehr süss gemacht, die neuen Rätsel sind knifflig und die Storyline spannend und witzig erzählt. Zwar ist insbesondere der erste Teil des Spiels ein wenig langatmig in den Dialogen, dies legt sich aber mit der Zeit und es wird, ohne zu viel zu verraten, noch ziemlich fesselnd.

 

Katrielle macht ihren Job als neue Hauptfigur sehr gut und man vermisst Luke und Professor Layton nach einer Weile nicht mehr. Zudem haben es die Spielentwickler_innen tatsächlich geschafft, eine weibliche Heldin zu schaffen, ohne ständig auf sexistischen Klischees herumzureiten, chapeau, das ist in der Branche alles andere als selbstverständlich. Die zusätzlichen Outfits, die man für Kat kaufen kann, sind hingegen eher überflüssig (wer braucht schon eine “Date-Kleid” oder ein “Papas Mädchen”-Outfit?)

 

Was ein wenig sauer aufstösst, ist der Preis des Spiels. Die 16 Franken gehen vollkommen in Ordnung, ein gutes Game kostet Geld, punkt. Allerdings sind die In-App-Käufe doch ein wenig zu viel des Guten. 

 

Layton’s Mystery Journey
Layton’s Mystery Journey
Entwickler: LEVEL-5 Inc.
Preis: 17,99 €+
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