Sa. 25. November 2023 um 8:13

JSAUX 6-in-1 SSD Docking Station im Test: Mit RoG Ally und Steam Deck kompatibel

von Marcel Laser 0 Kommentare
Lesedauer: 5 Minuten

Zubehörproduzent JSAUX haut ein Gadget nach dem anderen raus und will vor allem PC-Gaming-Handhelds bedienen. Besonders nachgefragt sind Docking-Stations und gerade hiervon hat der chinesische Hersteller extrem viele Variationen auf dem Markt. Wir haben die Version mit M.2-SSD-Steckplatz in der 6-in-1-Version ausprobiert. Das Modell ist übrigens nicht nur mit dem originalen Steam Deck und dem Steam Deck OLED kompatibel, sondern auch mit dem RoG Ally von Asus. Letzteres ist aber mit Vorsicht zu geniessen. Das Lenovo Legion Go ist leider deutlich zu gross für das kleine Dock.

JSAUX SSD Dock hochwertig verarbeitet, viel Metall und USB-C-Stecker oben

Einmal mehr bin ich von der Verarbeitung der Produkte angetan. JSAUX präsentiert sich zwar im Netz ein wenig wie eine x-beliebige, billige China-Bude, allerdings sind die Gerätschaften allesamt sehr hochwertig Verarbeitet. Das galt schon für das matte Displayglas für das Steam Deck und die von uns ebenfalls getestete JSAUX 3rd Case Tragetasche. Auch die Docking-Station ist hier keine Ausnahme und ist durch die Verwendung von viel Metall, schützenden Gummielementen und einer tollen Passgenauigkeit ebenfalls hochwertig verarbeitet.

 

Das verwendete Aluminium sorgt übrigens für ein ordentliches Gewicht, denn all zu leicht wirkt die JSAUX Docking-Station im Test nicht, was ein absolut positives Zeichen ist. Sie wiegt nämlich (inklusive verbauter 1TB SSD 2280) 283 Gramm. Das macht aus ihr zwar keinen Betonklotz, aber das Dock steht stabil und das ist durchaus essentiell. Das Steam Deck oder RoG Ally werden dann einfach nur hineingestellt, ohne dass man sich Sorgen machen muss, dass das Ganze gleich umkippen könnte.

 

Schickes Feature: Das USB-C-Kabel wird von hinten über einen 90-Grad-Connector an die USB-C-Anschlussbuchse der Gaming-Handhelds angeschlossen. Es fügt sich dadurch dezent in die Optik der Geräte ein und ihr habt nicht einen riesigen Kabelbogen oben herausgucken. Das spart nicht nur Platz, sondern lässt auch den Schreibtisch deutlich geordneter aussehen.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Technische Daten und Einsatz der JSAUX SSD Docking-Station im Test

Der chinesische Hersteller packt die kleine Box schon voll mit einigen interessanten Features. Unter anderem einem HDMI 2.0-Anschluss, der bis zu 4K-Auflösung und 60 Hertz unterstützt. Bei 2K-Auflösung sind auch bis zu 144 Hertz drin! Damit schafft mein AoC Agon allerdings seine 165 Hertz nicht. Was zwar kein Beinbruch ist, aber ihr im Hinterkopf behalten solltet, falls ihr das Steam Deck oder das RoG Ally an einen externen Monitor anschliessen wollt. Zum HDMI gesellen sich noch zwei USB-A 3.0 Anschlüsse für Peripherie, der USB-C-Anschluss für die Stromversorgung und ein Gigabit LAN-Port dazu.

 

Technische Daten der Docking-Station im Überblick

  • Unterstützte NVMe SSD-Formate: 2230, 2242, 2260, 2280 (M.2)
  • Steckplatz: PCIe Gen3
  • Transferrate bis zu 900 MB/s.
  • Anschlüsse: 1x HDMI 2.0, 2x USB-A 3.2, 1x USB-C (Netzteil), 1x Gigabit LAN
  • Auflösung HDMI: bis zu 4K@60Hz oder 2K@144Hz

Spannend dürfte für viele aber die Möglichkeit sein, eine SSD in die Docking-Station einsetzen zu können. Wahlweise ist das Modell – wie in unserem Fall – sogar schon mit einer 1 TB oder 2 TB SSD im 2280 Format bestückt. Der Steckplatz unterstützt PCIe Gen3 und bietet damit theoretische Leistungswerte von maximal 8 Gigatransfers die Sekunde. Da das Dock allerdings per USB-C 3.2 an das Steam Deck angeschlossen ist, ist sowieso mit 900 Mb/s Übertragungsgeschwindigkeit schon Schluss. Also könnt ihr PCIe Gen3 sowieso nicht ausreizen. Dennoch sollte die Übertragungsgeschwindigkeit ausreichen, um auch grössere Games von der in der JSAUX Docking Station verbauten SSD zocken zu können. Unterstützt werden übrigens mit M.2 NVMe-Speicherriegel in den Formaten 2230, 2242, 2260 und 2280 damit gleich verschiedene, handelsübliche SSD-Formate.

Hier wird die SSD eingesetzt, es passen mehrere Formate und ihr könnt so ordentlich den Speicher stationär für das Steam Deck erweitern. Bild: PocketPC.ch / Laser

Dem Set liegt übrigens bereits ein 65 Watt Netzteil mit USB-C-Stecker bei. Das reicht für das Steam Deck und das SteamDeck OLED locker aus. Auch das RoG Ally kann damit versorgt werden, allerdings rät JSAUX selbst dazu, nicht unbedingt mit dem beiliegenden Netzteil im höchsten Turbo-Mode laufen zu spielen. Es kann funktionieren, muss aber nicht. Daher rät der Hersteller gleich zu einem 100 Watt Netzteil, um eine Leistungsreserve zu haben. Die Docking Station unterstützt auch direkt bis zu 100 Watt bei der Aufnahme und so würde man auch für das RoG Ally genug Puffer haben.

 

Im Einsatz zeigt sich die JSAUX Docking Station HB0604 im Test aber wirklich von ihrer guten Seite. Mein Monitor wird in 2K-Auflösung bei 144 Hertz angesprochen und die verbaute SSD kann über die Linux-Oberfläche des Steam Deck einfach eingebunden werden. Auch die übertragene Bildqualität ist super. Durch die beiden USB-Anschlüsse lassen sich so auch Maus und Tastatur vernünftig anschliessen. Wir empfehlen aber eventuell eine kabellose Kombination mit einem einzelnen Empfängern oder einen USB-Hub. Denn zwei Anschlüsse sind insgesamt schon etwas spartanisch.

Bilder: PocketPC.ch / Laser

Nachteile fanden wir zu JSAUX Docking Station im Test aber dann doch

Ohne Kritik kommen wir an dieser Stelle aber nicht aus, denn ein paar Nachteile gibt es mit der Docking Station dann doch. Darunter übrigens der seitlich angebrachte Gigabit-Anschluss für das LAN-Kabel. Warum dieser unbedingt seitlich angebracht werden musste, ist mir irgendwie ein Rätsel. Gerne hätte die Basis breiter sein können, damit dieser hinten eingesteckt werden kann. So müssen wahrscheinlich einige die 6-in-1 Docking Station den Kabel entsprechend ausrichten. Das sieht unter dem TV-Gerät nicht unbedingt schön aus. Alternativ kann aber immer noch die WLAN-Verbindung des Steam Decks genutzt werden.

 

Ein weiterer Umstand ist die Wärmeentwicklung der Docking-Station selbst. An einigen Stellen fand ich sie schon etwas unangenehm warm, grade auch über dem SSD-Einschub. Ob das Problem durch eine SSD mit Kühlkörper eventuell besser werden kann, weiss ich an dieser Stelle nicht. Da nicht sehr viel Platz in dem Schacht ist, suche ich noch nach einem passenden Kühlkörper.

 

Und mit Hitze ist vielleicht auch noch ein anderes Problem verbunden: Der Sitz des Steam Decks in der JSAUX Docking Station selbst. An sich ist das ja nicht schlecht gelöst, da das Steam Deck in einem tollen Winkel eingelegt wird. Allerdings merkt man hinten, dass ein Teil Kühleinlasses des Steam Decks verdeckt wird. Ich konnte zwar noch keinen übertriebenen Hitzestau feststellen, aber eventuell ist dieses an wärmeren Sommertagen durchaus ein Problem. Das müssen wir allerdings etwas länger beobachten. Etwas mulmig ist einem da schon.

Der Ethernet Anschluss ist leider etwas merkwürdig platziert, was zu etwas Kabelverwirrung führen kann oder dem unfreiwilligen Platzieren der Docking-Station. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Richtig gut, aber durchaus optimierungs-fähig

Die JSAUX Docking-Station HB0604 ist seit ihrer Ankunft bei mir im Dauereinsatz – naja gut, sie ist auch das einzige aufstellbare Dock, dass ich aktuell habe. Vorher hing mein Steam Deck am von uns getesteten Belkin-Dock, was übrigens ebenfalls sehr gut mit dem SD funktioniert. Allerdings ist der Handheld damit nicht aufstellbar. Was aber gleich auffällt: Die JSAUX Docking Station ist bei weitem besser verarbeitet – es ist so gut wie kein Kunststoff sichtbar – und das extra ausgerichtete im 90-Grad-Winkel abkippende Kabel macht aus der Docking-Station einfach eine wesentlich spezialisiertere Form, die für PC-Gaming-Handhelds gemacht ist.

 

Besonders gut gefallen hat mir die Möglichkeit zum Einbauen der SSD in die JSAUX HB0604. So fungiert die Docking-Station als zusätzlicher Speicherort, wenn ihr beispielsweise Games spielen wollt, die ihr ausschliesslich am Monitor nutzt. Wie in der Bildergalerie oben, wo ich StarCraft Remaster ausprobiert habe. Grade für Strategiespiele, die mit Maus und Tastatur deutlich besser funktionieren, ist dieses eine tolle Option. SteamOS erkennt die zusätzliche Festplatte und auch die dort installierten Spiele ohne Probleme.

 

 

Aber frei von Makel ist diese Docking Station nicht. Das liegt vor allem daran, dass der Ethernet Anschluss für das LAN-Kabel echt merkwürdig platziert wurde. Damit ist das Dock zwar etwas kleiner in der Breite, aber ich muss mir dreimal überlegen wo ich es auf dem Schreibtisch platziere, damit ich das Kabel noch vernünftig anbringen kann. Auch finde ich nur zwei USB-A-Anschlüsse etwas wenig. Mir hätte da ein zusätzlicher USB-C-Anschluss noch gefallen. Vielleicht bringt ja JSAUX irgendwann noch einmal eine ultimative Docking Station auf den Markt, die dann diese Dinge direkt mitbringt. Und über die Abwärme muss man auch nochmal reden.

 

Sollten euch diese Dinge nicht stören und ihr benötigt ein sehr gut funktionierendes Dock mit einigen wirklich tollen Features, so ist die Docking Station von JSAUX echt eine wirklich gute Lösung. Grade das SSD-Feature macht es wirklich einfach, den Speicher zu erweitern und die Möglichkeiten, mit dem Steam Deck oder RoG Ally am Monitor zu arbeiten, zu erhöhen. Die Version ohne verbaute SSD liegt hierbei aktuell knapp unter 100 Euro bzw. Schweizer Franken. Mit 1 TB SSD geht der Preis schon über 170 Stutz, was sich aber durchaus lohnt.

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