Sa. 24. Juli 2021 um 7:27

Worms Rumble für Nintendo Switch im Test: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“

von Marcel Laser 0 Kommentare

Mit Worms Rumble versucht Team 17 einen beliebten Klassiker in ein Genre-Kostüm zu stecken, in das der Titel irgendwie nicht so richtig hineinpassen mag. Wir konnten die Nintendo Switch-Version es Spiels für euch ausprobieren, testeten dabei nicht nur die technische Umsetzung im Vergleich zur PS4-Version, sondern auch, ob das neue Gameplay den „Killer-Würmern“ überhaupt zu Gesicht steht.

Neue Zeiten, auch für Würmer: Worms Rumble geht den Weg des Battle Royale

Als Zocker-Kind der 90er und frühen 2000er bin ich natürlich mit den legendären Worms-Spielen gross geworden. Die rundenbasierte Taktik mit den freakigen Waffen ist eine absolut überragende Erfahrung und Team17 setzte sich als Entwicklerstudio ein Denkmal. Vor allem mit mehreren Personen macht die Taktik-Hatz besonders viel Spass.

 

In Worms Rumble geht es aber nicht mehr rundenbasiert zur Sache. Die Spieler:innen geben sich nun in Echtzeit auf die Mütze und können so auch Waffen schnell wechseln, müssen schnell reagieren und auch das Terrain für sich nutzen. So müsst ihr übrigens auch Kisten im Level finden und die Items daraus nutzen. Auch total verrückte Waffen, wie die Schafkanone oder die Banana-Bombe sind wieder mit am Start. Die auf der Map verteilten Würmer kämpfen übrigens so lange, bis nur noch einer übrig ist. Das ist zumindest aus den alten Spielen geblieben. Die Grafik ist überdreht bunt und passt sehr gut zur Worms-Reihe, ebenso wie die Musik und Soundeffekte. Die Steuerung ist schnell gelernt und anpassbar.

 

Ansonsten ist alles in Battle Royale-Manier gehalten und erinnert stark an Spiele wie Fortnite, PUBG oder eben auch Apex Legends. Ihr bekommt am Ende der Kämpfe auch Belohnungen, könnt Level aufsteigen und eine Währung erhalten. Die Items dienen allerdings nur zur Individualisierung des von euch gespielten Wurms. So lassen sich interessante Kleider-Kombinationen erstellen, ähnlich eben wie in Fortnite, um auf dem Schlachtfeld besonders aufzufallen.


Screenshots: PocketPC.ch / Laser

Terrain nicht mehr völlig zerstörbar: Ein Klassik-Modus wäre toll gewesen

Wahrscheinlich bedingt durch die Spielmechanik könnt ihr auch die Umgebung nicht mehr völlig zerstören, in der die Würmer kämpfen. Stattdessen müsst ihr versuchen, diese zu eurem Vorteil zu nutzen, da einige Bereiche auch interaktionsfähig sind. Aufzüge beispielsweise. Das macht Worms Rumble tatsächlich schön kurzweilig, aber der Spass bleibt auf lange Sicht ziemlich auf der Strecke, denn die Kämpfe sind bei weitem nicht mehr so nervenaufreibend, wie in früheren Teilen, die wenigstens noch rundenbasiert das klassische Worms abbilden.

 

Hier hätten wir uns statt dem freispielen von kosmetischen Items eher etwas anderes gewünscht. Ein Klassik-Modus wäre vielleicht eine Alternative gewesen, in dem sich Fans der alten Spiele hätten die Weichtier-Köpfe einhauen können. Allerdings verstehe ich auch den vollständigen Wechsel auf ein neue Genre, um der Serie einen frischen Touch zu verleihen und somit vielleicht auch alte Zöpfe zu beseitigen. Eventuell sehen wir in Zukunft ja noch einen Ableger, der die alten Tugenden wieder aufnimmt, aber eben mit frischen Elementen garniert.

Video: Team17 Ltd.

Nintendo Switch-Version von Worms Rumble mit kleinen, technischen Problemen

Der Tegra X1 ist mittlerweile 6 Jahre alt und geht sogar in sein siebtes Lebensjahr. Dass es nun vermehrt in neuen Multiplattform-Titeln zu Problemen kommt, ist dabei nicht verwunderlich. Worms Rumble für Nintendo Switch läuft leider nicht ganz optimal. Es kommt oft zu Frame-Drops, die auch einmal deutlich unter 20 Bilder pro Sekunde fallen können. Das stört in hitzigen Gefechten den Spielfluss enorm, zumal die Switch als „Online-Konsole“ sowieso nicht die beste Wahl ist, kommen eben noch vereinzelt Ruckler zustande.

 

In einigen Stages hatte ich auch das Problem, dass es ausserhalb der Kämpfe zu leichten Verzögerungen kam. Allerdings bin ich mir nicht sicher, woran das genau gelegen hat. Viel los war auf dem Bildschirm nicht und der Einbruch er Bildrate kam recht plötzlich, ging aber auch wieder. Zumindest solange, bis die Action wiederkommt. Auf der PS4 passiert das nicht, genauso wenig am PC. Die Switch-Version ist allerdings schon optisch angepasst und mit reduzierten Details im Vergleich zu den beiden anderen Versionen.

Worms Rumble Nintendo Switch Test
Worms Rumble für Nintendo Switch. Screenshot: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Die Würmer hätten sich besser nicht mit Fortnite angelegt

Worms Rumble ist im Kern kein schlechtes Spiel und definitiv spielbar. Aber man muss es eben auch wirklich mögen. Wer bereits die alten Teile spielte, wirdaber wohl die Nase rümpfen, ähnlich wie ich es in diesem Test tue. Dennoch attestiere ich Team17 eine gelungene Ausführung auf ihre Weise, auch wenn ich die Reihe in Zukunft definitiv nicht im Battle-Royale-Genre sehe, denn es nimmt der Serie einfach den eigentümlichen Charme. Hinzu kommen technische Probleme, wie das Abfallen der Bildrate in ungünstigen Momenten.

 

Ist Worms Rumble eigentlich noch Worms? Naja, irgendwie schon, denn die Würmer und die Waffen haben einfach Wiedererkennungswert. Vor allem bei der Schaf-Kanone lässt sich ein Grinsen als Fan kaum verkneifen. Der Kern des Spiels hat aber rein gar nichts mehr mit Worms zu tun. Es ist eben ein Fortnite in Plattformer-Manier und dann eben noch mit technischen Schwächen. Mehr als ein durchschnittliches Erlebnis bleibt es daher leider nicht, was ich persönlich als alter Worms-Fan dann doch irgendwie sehr schade finde.

 

 

Einen Vorteil hat der Titel aber dann doch noch: Worms Rumble für Nintendo Switch kostet im Nintendo-eShop 15 Euro / SFr. und ist damit sogar ein eher günstiger Titel. Das dürfte aber auch die Natur des Spiels erklären und was Team17 sich bei der Entwicklung gedacht haben. Eine Box-Version, vertrieben von Koch Media, gibt es ebenfalls zu Worms Rumble. Im Spiel gibt es zudem Saisons und Herausforderungen, um euer Player-Level schneller zu steigern und neue Items freizuschalten. Das macht daraus aber eben das typische Allerwelts-Battle-Royale.

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