Fr. 13. Januar 2023 um 10:08

Turtle Beach Atom im Test: Cooles Konzept mit einigen Schwächen

von Marcel Laser 0 Kommentare

Ich liebe es ja tatsächlich mit Controllern auf dem Smartphone zu spielen. Dank Xbox Game Pass, Apple Arcade und GeForce Now, kann ich sogar richtig tolle Games komplett mobil geniessen. Daher hab ich mittlerweile unzählige Controller für Android und iOS schon testen können, doch noch keinen im Vergleich zum neuen Turtle Beach Atom, der ein einzigartiges Konzept für die Verbindung mitbringt. Vieles funktioniert hier erstaunlich gut, allerdings nicht alles.

Witziges, aber total durchdachtes Design mit Magnethalterung

Interessant wird es schon beim Auspacken, denn das Modell ist ziemlich kompakt. Der Turtle Beach Atom hält sich magnetisch gegenseitig fest und kreiert so ein kompaktes Design im ungenutzten Zustand. Die gesamte Konstruktion besteht aus Plastik, fühlt sich aber nun nicht schlecht an. Der Eindruck ist insgesamt hochwertig. Wie lange das aber alles hält, müsste ein Langzeittest zeigen.

 

Weitere Handy-Controller im Test

Auch wenn der Turtle Beach Atom im Test sich durchaus ein wenig rutschig anfühlt, so ist der Halt aber dennoch gut. Das liegt an den Auswuchtungen zu den Seiten hin, die sich in die Handflächen schmiegen und so für ein ordentliches haptisches Gefühl sorgen. Die beiden einzelnen Einheiten selbst in der Hand zu halten fühlt sich also wirklich gut an.

 

Weniger gut hingegen ist der Halt am Smartphone selbst, der je nach Gerät enorm unterschiedlich ausfallen kann. Denn die beiden Einzelteile des Controllers werden mit einer gefederten Klemmhalterun angebracht. Je nach Form des Handys wird das zu einer wackeligen Angelegenheit, wie ich beispielsweise mit einem OnePlius Nord 2T feststellen musste. Interessanterweise wird das Handy aber schon festgehalten, es fällt also nicht heraus, was zwar das Wichtigste ist, aber dennoch ein leichtes Gefühl von Unbehagen zurück lässt.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Verbaute Technik: Turtle Beach Atom für Android im Test

Doch was haben wir hier eigentlich vor uns? Der TB-Controller ist in zwei Einheiten aufgeteilt, die separat voneinander arbeiten. Diese verbinden sich untereinander per propritärem Protokoll im 2.4 GHz Frequenzbereich, während der Controller per Bluetooth mit dem Handy kommuniziert, um die Eingaben auszuführen. Wie gewohnt gibt es vier Eingabeknöpfe rechts, zwei Druck-Trigger und zwei analoge Versionen. Auch sind zwei Analogsticks an Board und ein Digitalkreuz. Da es sich um ein Controller speziell für Android handelt, gibt es auch die typischen Menütasten, für die Google-Oberfläche.

 

Auch an dieser Stelle sei nochmal erwähnt, der Controller besteht aus zwei Teilen. Einmal der rechten und der linken Hälfte, die unabhängig voneinander am Handy angebracht werden. Sie kommunizieren über eine hauseigene 2.4 GHz Technologie. Das hat den Vorteil, dass ihr den Controller an nahezu allen Handys aller Grössen anbringen könnt, da es keine feste Fläche zum Einlegen gibt, wie beispielsweise beim Razer Kishi v2 oder dem Nacon MG-X Pro. Das macht den Turtle Beach Atom im Test auch unheimlich kompakt, da die beiden Teile nahtlos magnetisch aneinander gesteckt kaum Platz verbrauchen. Das ist wirklich ein sehr sinnvolles Feature!

 

Geladen wird über USB-C und das sogar relativ flott. Dazu müssen die beiden Hälften zusammengesteckt werden, damit auch beide Seiten geladen werden können. Innerhalb von einer halben Stunde ist der Controller voll. Ein entsprechendes Kabel und sogar eine kleine Tragetasche liegen in der sehr kleinen Verpackung im Lieferumfang. Die Akkulaufzeit des Atom wird mit etwa 20 Stunden angegeben, mit rund 19 Stunden Dauerspielzeit lagen wir definitiv im vertretbaren Rahmen.

Video: Turtle Beach

Turtle Beach Atom für Android im Test: So spielt es sich mit dem Controller

Wie bereits erwähnt, die Verbindung wird per Bluetooth hergestellt, was auf der einen Seite den Kabelsalat reduziert aber auf der anderen auch wiederum etwas Problembehaftet ist. Die Verbindung ist zwar sehr stabil und kam ohne Aussetzer zurecht, doch eine minimale Latenz ist zu spüren, gerade im Hinblick auf kompetitives Gaming. Für Call of Duty Mobile oder Apex Legends Mobile nutze ich daher lieber den Razer Kishi mit USB-C Verbindung.

 

Die Feuerknöpfe und die Trigger sind allerdings von sehr hoher Qualität, auch die Analogsticks sind gut. Für mich persönlich war alles aber etwas eng gestaffelt, was vor allem den Weg vom rechten Stick zu den Knöpfen darüber und den Weg vom linken Stick zum Digitalkreuz betrifft. Ich habe wirklich keine grossen Hände und dennoch fand ich die Haltung etwas unangenehm, dabei ist die Anordnung anderer Controller sehr ähnlich in diesem Bereich. Warum ich ausgerechnet mit dem Turtle Beach Atom kleinere Probleme hatte, wurde mir auch nach längerer Spielzeit nicht richtig klar.

 

Gut gefallen haben mir vor allem die Druckpunkte, die ähnlich satt ausfallen, wie bei waschechten Controllern für PS5 oder Xbox Series X/S, allerdings ist das digitale Steuerkreuz eine kleine Katastrophe. Dieses ist sehr schwammig und gezielte Druckkombinationen in Beat’m’Up Games waren unheimlich schwer auszuführen. Hier müsste Turtle Beach in einer neuen Version des Atom-Controllers erheblich nachbessern! Interessant war auch die hauseigene App für den Controller, die als Launcher für Games, Spielvorschläge und zum Aktualisieren der Firmware dienen kann. Sie ist übersichtlich gestaltet und macht einen ordentlichen Eindruck.

Den Controller gibt es noch in mehreren Farben. Schwarz-Geld ist eine davon. Bild: Turtle Beach

Fazit zum Turtle Beach Atom im Test: Nicht ganz mein Favorit

Der interessant gestaltete Atom-Controller von Turtle Beach versucht etwas neues und begeistert durchaus auch damit. Das kabellose Design der beiden Hälften ist ein Vorteil für allerlei Handys und passt nahezu überall durch die grosszügig ausgelegten Halteklammern. Für den Transport unterwegs ist das Gamepad enorm kompakt, da es magnetisch aneinandergeklippst werden kann und so nur noch wenig Raum verbraucht. Ein wirklich tolles Detail und ein Konzept dass mich hinten rum wirklich begeistert.

 

Allerdings handhabt er auch mit einigen Schwächen. Das Digitalkreuz hat mir leider gar nicht gefallen, da die Steuerung hier enorm schwammig ausfiel. Der Controller sitzt zwar ordentlich an den Handys, doch die beiden Seiten, vor allem die Linke, wackelt deutlich beim Festhalten. Dieses führt zu einem sehr unbehaglichen Gefühl beim Zocken, wenn bei vielen Bewegungen, auch an den Sticks, die Hälften sich leicht in den Händen verschieben. Einen gesunden Eindruck macht das nicht. Zudem ist eine Bluetoothverbindung zwar praktisch, doch die Latenz ist vor allem bei Egoshootern auf kompetitiven Niveau spürbar. Einen Punkt, den ich schon bei einem anderen getesteten Modell bemängeln musste.

 

 

Als gut empfand ich allerdings die Tasten an sich. Die Druckpunkte sind ordentlich und die Steuerung mit den Sticks ist präzise und ansprechend. Hier hat Turtle Beach seine Erfahrung im Gaming-Bereich spielen lassen, die die Qualität der Eingabe widerspiegelt, auch wenn das Digitalkreuz in meinen Augen hier hinten rüberfällt. Eine komplette Empfehlung spreche ich allerdings nicht aus, da viele der anderen Controller, die ich hier bisher getestet habe im Gesamtkonzept eine bessere Leistung abliefern. Hier hoffe ich das Turtle Beach mit einer zukünftigen neuen Version des Atom einige Verbesserungen vornimmt.

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