Sa. 07. August 2021 um 7:16

The Long Gate im Test: Steampunk-Puzzler mit Elektrotechnik-Twist für Nintendo Switch

von Marcel Laser 0 Kommentare

The Long Gate ist ein PC-Port, der nun auch für die Nintendo Switch erhältlich ist. Der Titel präsentiert sich als Rätsel-Adventure aus der Ego-Perspektive, ähnlich wie man es von Spielen wie The Witness oder den Mega-Hit Portal kennt. Vor allem letzterer erinnert mich stark an „The Long Gate“, zumindest von der Aufmachung her. Wir haben uns angeschaut, ob und wie der Titel auf der Nintendo Switch funktioniert!

Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Keine Ahnung, lasst uns den Turm hochklettern!

Eigentlich braucht es nicht immer eine ausgeklügelte Geschichte und diese umgeht man am besten mit einem altbekannten Schema: Ihr spielt einen Charakter in The Long Gate, der nichts über sich oder die eigene Herkunft weiss. Allerdings bemerkt ihr schnell, dass ihr in einem Turm gefangen seid, wo auf jeder Ebene ein neues Rätsel wartet und ihr diesen scheinbar erklimmen müsst.

 

Aus der Ego-Perspektive hantiert ihr mit einem futuristisches Gerät – ähnlich wie in Portal – das allerdings Gegenstände durch Telekinese manipulieren und Schalter aktivieren kann. In den Boden eingravierte Textstellen, sagen euch allerdings wo es langgeht und geben kleine Hinweise. Der Rätselaufbau erinnert an elektronische Verbindungen mit Widerständen, wo ihr den Strom entsprechend durchleiten müsst, um den Fahrstuhl zu bedienen, der in die weiteren Ebenen führt.


Viel Geschichte gibt es also nicht, aber das ist auch nicht wirklich schlimm. Das mysteriöse Grundkonzept spricht für sich und lädt schon allein von der Präsentation zum Weitermachen ein. Die Rätsel halten bei der Stange und steigen im Schwierigkeitsgrad stellenweise richtig knackig an. So müsst ihr teilweise Rätsel durch das Rechnen von Binärsystemen lösen, die sich irgendwann in die Physik-Rätsel der Umgebung integrieren und so für immer höhere Schwierigkeitsgrade sorgen. Das Spiel ist eindeutig für kluge Köpfe gebaut, aber diese Herausforderung macht auch den Reiz aus!

 

Allerdings müsst ihr tatsächlich ein bestimmter Typ von Rätsel-Spieler:in sein. Denn man merkt The Long Gate den Hang zur Elektrotechnik deutlich an. Es geht um Widerstände und dem Leiten von Energiequellen. Ihr hantiert viel mit „+“ und „-“ sowie mit vielen Einsen und Nullen, um teilweise sehr komplexe Mechanismen in Gang zu bringen. Das kann 

Starkes, grafisches Steampunk-Design mit kleinen, technischen Problemen

Grafisch präsentiert sich The Long Gate im Test hochmodern. Die Steampunk-Optik wirkt einladend und erinnern gleich an mehrere Genres. Das mysteriöse futuristische Gerät und einige Probanden im Spiel (ihr werdet sie erkennen) könnten direkt aus Portal entsprungen sein. Bei den mechanischen Rätseln allerdings geht man viele eigene Wege. Hier ist auch teilweise eine mehr oder weniger realistische Physik gefragt, die aber recht gut funktioniert.

 

Man merkt dem Titel für Nintendo Switch aber die Abstriche an. Eine niedrige Auflösung sorgt für deutliches Kantenflimmern und der Blick in die Ferne wirkt schon auf den ersten Metern extrem unscharf. The Long Gate ist kein Open-World-Titel, sondern spielt sich im mysteriösem Turm ab, aber das ein oder andere weitläufige Areal gibt es schon. Dazu gesellen sich auch Pop-ins von Texturen und allgemein wirkt die Präsentation, obwohl sehr mysteriös und futuristisch, auch sehr steril und „clean“.

 

Die Performance bleibt aber recht stabil. Ruckler lassen sich auf dem sechs Jahre alten Nvidia Tegra X1 aber auch nicht mehr wirklich verhindern. Es stottert halt ab und an, aber da The Long Gate kein „Fast-Pacing“-Titel ist, empfinde ich die kleineren Bildraten-Einbrüche nicht unbedingt als grosses Problem. Die Grafik wirkt allerdings stark matschig und wer auf wirklich gute Optik steht, wird hier teils böse überrascht.

Fazit: Starkes Rätselspiel für spezielle Rätsel-Freunde, mit Switch-Schwächen

Jetzt erst einmal ein riesiges Lob: The Long Gate wurde, zumindest der Beschreibung nach, von einem einzigen Entwickler auf die Beine gestellt und dafür ist das kleine Indie-Game absolut Top! Die Rätsel sind allerdings nicht für alle Menschen geeignet, doch streut der Entwickler viele Hinweise auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad, um zu zeigen, wie alles funktioniert. Solltet ihr zufällig in der Elektro- oder Digitaltechnik arbeiten, dürfte The Long Gate ein knackiger und kurzweiliger Spass sein!

 

Doch es kommt auch so wies kommen muss: Die Nintendo Switch packt das Spiel nur so gerade eben. Die Optik leidet stark unter dem schwachen Tegra-Prozessor und die Weitsicht ist eine Katastrophe, da alles wirklich sehr unscharf wirkt. Auch kämpft The Long Gate auf der Nintendo Hybridkonsole mit kleineren Performance-Problemen. Der Titel sieht halt alles andere als gut aus und das müsst ihr dann schon irgendwie aushalten.

 

Das Spiel gibts allerdings für einen Apfel und ein Ei im Nintendo eShop. Für am bzw. 17.60 SFr. werden für The Long Gate fällig und wer gerne Rätselspiele spielt und vielleicht in dieser Form auch einmal etwas exotisches, wird hier durchaus fündig. Sofern die anderen kleinen Einschränkungen natürlich nicht stören.

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