Sa. 30. Januar 2021 um 7:26

Skylanders Ring of Heroes im Test: Spyro und Co. auf den Spuren von Summoners War

von Marcel Laser 0 Kommentare

Com2us hat sich mit Activision Blizzard ein grosses Franchise ins Boot geholt. Der sehr erfolgreiche Mobile-Game-Entwickler hat im Jahr 2019 das Spiel Skylanders Ring of Heroes veröffentlicht und wagt sich damit in die Welt von Spyro und Co. Grade auf Nintendo-Konsolen feierten die Skylander irrsinnige Erfolge. Das Portal-System war jedenfalls eine spassige und sogar schöne – wenn auch sehr teure – Spielmechanik. Doch wie schlägt sich die Monster-Rasselbande auf mobilen Endgeräten? Wir haben es ausprobiert.

 

Skylanders RoH kopiert viel von Summoners War, macht aber auch einiges anders

An dieser Stelle muss ich mich erstmal als grosser Fan des Handy-Spiels Summoners War outen, das ebenfalls von Come2us entwickelt wurde. Man merkt Skylanders Ring of Heroes die Verwandtschaft enorm an, nicht nur was das Heldensystem und den Aufbau der Geschichte anbelangt, sondern auch was die Entwicklung der “Monster” im Spiel betrifft und wie taktisch Teams zusammengebaut und eingesetzt werden.

 

Hier nimmt Skylanders Ring of Heroes einiges mit, doch macht das Spiel auch viele Dinge anders. Das fängt beim überarbeiteten Kampfsystem an und hört bei den nahezu unzähligen Elementen, die wir alle aus dem Spyro-Universum kennen wieder auf. In meinen Augen ist es schwer Ring of Heroes als eigenständiges Spiel zu betrachten, da es wirklich teils extrem identische Vorgehensweisen gibt. Doch auf der anderen Seite wurden schon einige Änderungen vorgenommen, die durchaus als Alleinstellungsmerkmal gelten können.


Screenshots: PocketPC.ch / Laser

Alles Gatcha: Figuren sammeln, aufleveln und aufwerten

Ihr habt zwar die Möglichkeit Figuren auch aus dem Spiel heraus zu erhalten, doch im weitesten Sinne wird darum gewürfelt. Euch stehen dafür Beschwörungen zur Verfügung, die zufällig einen Charakter für euch auswählen. Bekommt ihr Figuren, die ihr bereits besitzt, werden diese um einen grossen Boost aufgelevelt. So hat das doppelte Ziehen durchaus einen größeren Vorteil, was mir persönlich etwas besser gefällt, als bei Summoners War. Allerdings kann es auch hier mitunter tausende von Ziehungen dauern, bis ihr mal einen von Natur aus sehr starken Charakter zieht, der euch plötzlich das Spiel enorm erleichtert. Das ist eben auch die Kehrseite von kostenlosen Gatcha-Games.

 

Bezahlt werden die zufälligen Ziehungen mit einer der mehreren Premium-Währungen. Die Hauptwährung sind Juwelen, aber es gibt auch noch Beschwörungssteine und mystische Schriftrollen, die ebenfalls je nach Event im Spiel an Bedeutung gewinnen. Das Spiel lässt sich zwar lange Zeit auch ohne den Einsatz von Echtgeld spielen, dort verlangsamt sich der Fortschritt, ähnlich wie bei Summoners War auch, später deutlich. Dann geht es vor allem darum, sein schlagkräftigstes Team weiter zu trainieren und aufzuleveln.

 

Wer Geld investiert beschleunigt den Vorgang stark, da mehr Teams gebildet oder mehr Wächter auf den Inseln für Patrouillen eingesetzt werden können. Letztere “parkt” eure Skylander auf bereits bestandenen Inseln, um dort in regelmässigen Abständen Belohnungen zu generieren. Je stärker der platzierte Skylander und um so höher der Schwierigkeitsgrad, um so üppiger fallen die Belohnungen aus.

Irrsinnig komplexes Kampfsystem, mit enormer taktischer Tiefe

In 2019 durfte ich auf der Gamescom Skylanders Ring of Heroes bereits Probespielen und war durchaus angetan vom deutlich überarbeiteten Kampfsystem, das zwar noch starke Ähnlichkeiten mit Summoners War besitzt, aber doch vieles anders macht. Es kommt auch hier auf das Team und den schlauen Einsatz von Elementen, passiven und aktiven Fähigkeiten sowie euren Spezial-Manövern an. Bis zu elf Elemente müsst ihr hier in den Griff kriegen und berücksichtigen.

 

Gekämpft wird rundenbasiert, doch habt ihr immer Zugriff auf alle Charaktere. In Summoners War könnt ihr nur den Charakter nutzen der am Zug ist, das ist hier also anders. Ist euer Team dran, wählt ihr eine Attacke eines Team-Mitglieds eurer Wahl aus. Die Angriffe und Fähigkeiten haben dann einen Cooldown der rundenbasiert aufgebaut ist. Mit geschickter Verwendung lassen sich später mächtige Kombos ausführen. Auch der gewählte Portalmeister kann nach einigen Runden selbst Eingreifen und Spezial-Fähigkeiten nutzen, die euer Team deutlich verstärken. Setzt diese aber Klug ein, denn es dauert bis sie zur Verfügung stehen.

 

Anfänglich wirkt das System mit seiner enormen Komplexität allerdings extrem überfordernd. Es dauert eine Zeit bis man sich da eingelesen und wahrscheinlich auch alles verstanden hat. Kinder, die durch das Sklander-Franchise eigentlich die Zielgruppe sind, müssen es leider auf die harte Tour lernen, denn ich bin nicht davon überzeugt, dass sie die extrem langen Einführungen ins Kampfsystem mit irrsinnig langen Textpassagen überhaupt anfänglich verstehen.

Supporter, Angreifer oder Verteidigung. Neben den Rollen der Klassen gibt es auch noch unzählige Elemente, die wiederum Vorteile und Nachteile haben. Screenshot: PocketPC / Laser

Natürlich dreht sich alles rund um Kaos und seine Schergen

Geht es um ein Skylanders-Spiel, dann darf natürlich der der irgendwie sympathische und trottelige Kaos nicht fehlen. Er versucht einmal mehr die Herrschaft über die Skylands zu erobern, doch stellen sich hier auch die Portalmeister wieder in den Weg. Die Geschichte ist niedlich aufgezogen und mit viel Humor bestückt, ein echtes Skylanders eben.

 

Doch kommen auch immer wieder Nebenstorys und Events ins Spiel. Es gibt also zusätzlich zum geschichtlichen Hauptstrang auch Abseits immer wieder etwas zu tun. Auch hier wird viel Wert auf erzählerische Inhalte gelegt. Neue Skylander, die ins Spiel integriert werden, kommen meist mit einer kleinen Nebenstory daher. Das hält die Spielerinnen und Spieler bei der Stange.

Screenshots: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Taktisch anspruchsvolles Strategie-Spiel mit Niedlichkeits-Faktor

Das Com2us bei Skylanders Ring of Heroes ein mittlerweile extrem erfolgreiches Grundgerüst nutzt, ist nicht verwerflich. Wer von Summoners War kommt, fühlt sich auf Anhieb wohl, trotz einiger Unterschiede. Das Charakter-System, das Aufleveln und auch die Runen zum Verstärken sind nahezu identisch. Dazu gesellen sich das Gatcha-System, dass darauf ausgelegt ist, dass ihr entweder viel Zeit und Geduld mitbringen müsst oder schlussendlich doch zum Echtgeld greift. Letzteres ist allerdings nicht zwingend erforderlich.

 

Spass macht aber vor allem das taktisch sehr tiefe und komplexe Kampfsystem. Es lädt zum experimentieren ein und lässt auch immer wieder Optimierungen bis ins kleinste Detail zu. Zudem lassen sich die Kämpfe auch optisch sehen: Skylanders Ring of Heroes sieht fantastisch aus und Fans des Franchise freuen sich hier mit Sicherheit über die sehr detaillierten Darstellungen von Spyro und Co.

 

Skylanders™ Ring of Heroes
Preis: Kostenlos+

 

Weniger gut gefallen hat mir hingegen das enorm langwierige Tutorial und grundsätzlich die extremen Text-Wände. Bis man das Spiel verstanden hat, vergeht einiges an Zeit und man wird auf Anhieb auch nicht alles behalten. Zudem verwirren die zig unterschiedlichen Währungen, zu denen ausreichend Erklärungen fehlen. Das Franchise richtet sich ja vor allem an Kinder, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell überfordert fühlen können. Mit Geduld und Hang zum Lernen, sollte das aber ebenfalls machbar sein.

 

Unterm Strich bin ich allerdings begeistert, nicht zuletzt auch aufgrund meiner positiven Erfahrungen mit Summoners War. Skylanders Ring of Heroes macht als Free-2-Play-Titel einiges richtig und kommt auch über lange Sicht komplett ohne Echtgeld aus. Die niedliche Geschichte und das Level-System halten bei der Stange. Für Fans und Strategen mit Hang zum reinfuchsen in komplexe Strategie-Kämpfe dürfte Skylanders Ring of Heroes ein sensationelles Spiel sein. Alle anderen sollten es zumindest einmal ausprobieren und nach den ellenlangen Einweisungen schauen, ob sie weiter am Ball bleiben möchten.

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