So. 04. Juli 2021 um 13:44

Sky: Children of the Light im Test – So schlägt sich das Handy-Spiel auf Nintendo Switch

von Marcel Laser 0 Kommentare

Das Entwicklerstudio Thatgamecompany ist für malerische Werke, die emotional unter die Haut gehen bekannt. Journey eröffnete damals eine völlig neue Art der Kommunikation in Multiplayer-Spielen und ist zu PS3-Zeiten auch musikalisch zu einem Meisterwerk avanciert. Mit “Sky: Children of the Light” (Kinder des Lichts auf deutsch) versuchte sich das Studio an einem Multiplayer-Titel für Handys, der viele Charakteristiken von Journey übernahm und hatte Erfolg. Nun ist der Titel nach rund drei Jahren Entwicklung auch für die Nintendo Switch verfügbar.

Sky: Children of the Light – Story dürfte einigen bekannt vorkommen

Die Story dürfte vor allem Journey-Kennern bekannt vorkommen und sie wird auch hier viel über Wandbilder in grossen Ruinen und Gebäuden erzählt. Es geht um die Urahnen, die die Welt vorher besiedelt haben, aber nun nicht mehr da sind. Die Welt hat ihr Licht verloren und als “Kind des Lichts” sollt ihr es wiederherstellen. Auch in Journey ging es um eine längst verschwundene und vergessene sowie mysteriöse Zivilisation und die Suche nach ihr. Sky baut die Geschichte sehr ähnlich auf.

Viel dazu wird euch anfänglich nicht erzählt und ich will an dieser Stelle auch nicht Spoilern. Thatgamecompany hat allerdings ein Händchen dafür, Interessierte an einem sehr lockeren, rote Faden entlang zu führen und auf die eigene Inspiration der Spieler:innen zu setzen. Die Schönheit der Geschichte liegt vor allem im Entdecken und dem, was ihr daraus macht. Auch Journey ist ein Titel der auf diese Art der Erzählung setzt. Hier sind starke Parallelen zu erkennen. Halten aber den Spannungsbogen und den Drang zum Entdecken weiter hoch.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Wie Journey den Titel beeinflusste und warum es so gut funktioniert

In Journey begegneten die Spieler:innen nur rein zufällig auch anderen spielenden Personen. Eine Kommunikation über Headset oder schreiben war nicht möglich. Stattdessen konnten die Figuren auf Knopfdruck Laute von sich geben, die zur Verständigung dienten. Bis heute ist dieses Konzept recht einzigartig und funktioniert überragend gut. Sich gegenseitig mobben oder beleidigen war also kaum bis eigentlich gar nicht möglich. Journey schaffte es hier eine Brücke zwischen Spielern zu schlagen, die kaum ein anderes Game bauen konnte und vieles davon lag in dieser Art der Kommunikation.

 

In Sky: Children of the Light ist dieses Konzept nun deutlich weiter. Ihr habt neben den Lauten, die eure Figur von sich geben kann, auch Gesten zur Verfügung. Zudem könnt ihr an bestimmten Orten dann doch auch miteinander “begrenzt” (meist nur für eine festgelegte Zeit) miteinander schreiben. Auch hier begegnet ihr anderen Spieler:innen völlig zufällig und so bleiben die Laute und Gesten häufig eure einzigen Möglichkeiten zur Kommunikation.

 

Das übt schon einen phänomenalen Reiz aus, vor allem dann, wenn man mit einer unbekannten Person auf einmal anfängt Rätsel zu lösen, die alleine nicht machbar wären. Das Spiel schmiedet auf diese Weise ein natürliches Freundschaftsband zwischen den Beteiligten und das alles ohne jegliche Vorbehalte.

Ihr begegnet immer wieder anderen Spieler:innen, die euch als ausgegraute Figuren erscheinen. Diese könnt ihr aber mit einer Kerze “farbig” werden lassen und als Freund:in hinzufügen. Bild: PocketPC.ch / Laser

Gameplay: Nicht ganz Open-World, toller Multiplayer und viele Events

“Sky: Children of the Lights” spielt in einer weitestgehend offenen Welt. Die Bereiche sind in sogenannte Realms aufgeteilt, in denen ihr euch aber frei bewegen könnt. Einige Stellen werden aber erst über euren Fortschritt freigeschaltet. Das Gefühl von “Freiheit” vermittelt das Spiel allerdings über sein Flugsystem. Ihr könnt mit eurem Umhang fliegen und so andere schwebende Inseln erreichen.

 

Der Umhang muss übrigens aufgelevelt werden, damit ihr noch höhere Regionen erreichen könnt. Dieses macht ihr über das finden von “Kindern des Lichts” im Spiel. Hierbei handelt es sich um gelbgoldene Geister, die ihr in der Spielwelt finden könnt. Um so mehr ihr von ihnen findet, um so mehr Energie kann euer Umhang aufnehmen und so lässt sich deutlich weiter und höher fliegen.

 

Ein grosser Teil des Gameplays wird übrigens vom Multiplayer-Teil getragen. In jedem Bereich eines Realms begegnet ihr vielen anderen Spieler:innen. Kommunikation über Gesten und Laute ist hier der Schlüssel, denn einige Rätsel erfordern die Zusammenarbeit mehrerer Spieler. So lassen sich Türen nur öffnen, wenn jeweils an Spieler links und rechts einen Schalter gleichzeitig betätigen und vieles mehr. Mit anderen Spielern schreiben könnt ihr nur an bestimmten Stellen im Spiel und in vielen Fällen auch nur, wenn ihr mit ihnen im Spiel befreundet seid.

 

Thatgamecompany aktualisiert Sky und die Inhalte übrigens regelmässig. So stehen euch monatlich neue Events und sogenannte Saisons bereit. Dort könnt ihr viele spezielle, kosmetische Items freischalten und auch neue Gesten lernen. Sie dienen zudem auch dazu, die In-Game-Währung im Spiel zu verdienen, um weitere Gegenstände kaufen zu können. Einige der Saisons können auch an Jahreszeiten gebunden sein und spiegeln dann das jeweilige Thema wieder. Für reichlich Abwechslung ist also gesorgt.

Video: thatgamecompany

Sky im Test: Free-2-Play und wie das Spiel damit umgeht

Sky ist ein Free-2-Play-Spiel und damit völlig kostenlos spielbar. Egal ob auf dem iPhone, iPad, Android-Smartphones oder eben nun auf der Nintendo Switch. Der Download und das reine Spielvergnügen kosten euch keinen Cent, denn Thatgamecompany verdient am Spiel über In-App-Käufe, die ihr tätigt. Mit “Kerzen” und “Herzen” gibt es zwei Prämium-Währungen im Spiel wovon sich aber nur Kerzen über Echtgeld kaufen lassen.

 

Beide werden dazu benötigt weitere kosmetische Items Spiel zu kaufen. Ihr könnt diese aber auf normalem Wege erspielen. Herzen sind allerdings deutlich schwieriger zu bekommen. Mit Saison-Kerzen gibt es zudem noch eine Währung für Items, die ihr aus Events bekommen könnt. Diese lassen sich nur über Quests in gerade laufenden Events verdienen und können nicht erkauft werden.

 

Solltet ihr grösseres Interesse am Spiel haben, ist auch der Erwerb eines Season-Pass in Sky: Children of the Light möglich. Dadurch lassen sich schneller normale und Event-Kerzen verdienen. Der Pass ist dann eine Saison lang gültig und kostet in der Regel 11 Euro/SFr. Zudem bekommt ihr zusätzliche saisonale Gegenstände beim Fortschreiten im Spiel, die andere Spiele ohne den Pass nicht erhalten.

Es gibt immer wieder Events die hauptsächlich in einem der Welten spielen. So könnt ihr einzigartige Gegenständige zur Individualisierung erspielen. Bild: PocketPC.ch / Laser

Sky auf Nintendo Switch: Grafik-Niveau unter High-End-Handys und Tablets

Einige Abstriche machen Spieler allerdings auf der Nintendo Switch in Sachen Grafik. Wer ein einigermassen aktuelles iPhone oder iPad besitzt (etwa ein iPhone 10 oder iPad Pro aus 2019), der kann entweder in höchster Auflösung spielen oder gar 60 Bilder pro Sekunde wählen. Letzteres sorgt für ein butterweiches Erlebnis und steht auch aktuellen Android-Geräten zur Verfügung.

 

Die Nintendo Switch hingegen hat auch einen Modus, der die Auflösung bevorzugt oder eben einen 60-FPS-Modus, der aber die Auflösung deutlich reduziert. Beides klappt nicht ganz so gut auf der Nintendo-Konsole. So bleibt die Auflösung auch im Docked-Modus unter 1080p und die Performance kann in beiden Modi in stressigen Situationen, in denen viel auf dem Bildschirm passiert, abfallen. Zudem wird die Auflösung bei 60 FPS sichtbar reduziert, was zu starker Unschärfe führt.

 

All das fällt im portablen Modus auf dem kleineren Display aber weniger auf. Insgesamt empfand ich die Grafik als angenehm, würde allerdings im Auflösungs-Modus bleiben, sofern ihr am TV spielt. Im Handheld-Modus hingegen könnt ihr ruhig auf 60 Bilder die Sekunde “switchen” (pun intended) und der Grafikverlust ist kaum wahrnehmbar.

Im Docked-Modus am Fernseher empfehlen wir die Auflösung zu priorisieren. Spielt ihr im Handheld-Modus, dann sind 60 FPS die besser Wahl. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Starker Port und die Controller-Steuerung ist gelungen

“Sky: Children of the Light” ist schwierig in Worte zu fassen. Es ist vor allem ein Spiel, dass davon lebt, dass interessierte Personen es selbst erleben. Allein die Art der Kommunikation mit anderen Spielern und das Gameplay, das dazu führt, wie sich andere miteinander anfreunden, ist in dieser Form fast einzigartig. Hinzu kommt eine wunderschöne Grafik und ein überragender Soundtrack. Sky geht emotional ans Herz und erreicht damit Abseits anderer Spiele einfach einen besonderen Punkt. Es geht hier schlicht ums Erleben, die Interpretation der Geschichte und wie Spieler:innen miteinander in der Welt agieren, um die Geheimnisse zusammen zu lüften.

 

Technisch fällt der Titel auf der Nintendo Switch allerdings etwas ab. Die Performance-Schwierigkeiten kommen vor allem im Docked-Modus am Fernseher zum tragen, auch wenn diese nicht omnipräsent sind, aber zumindest öfters einmal auftauchen können. Im Handheld-Modus macht Sky aber einen starken Eindruck, vor allem in 60 Bildern pro Sekunde.

 

Sky: Kinder des Lichts im Nintendo eStore

 

Trotz des Free-2-Play-Ansatzes können wir “Sky: Kinder des Lichts” empfehlen. Wer damit leben kann, dass andere Mitspieler:innen Geld ausgeben und somit auch mehr kosmetische Items zur Verfügung haben, braucht nicht einmal einen Cent zu investieren. Das Erlebnis bleibt für alle Beteiligten gleich. Da Sky nichts kostet, steht einem Probespielen auch nichts im Wege.

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