Sa. 30. April 2022 um 7:01

Review: The Serpent Rogue für Nintendo Switch im Test vorab

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Das hierzulande eher wenig bekannte ukrainische Spielstudio Sengi Games hat mit dem bekannten Publisher und Developer Team17 aus Grossbritannien am Dienstag ein neues Spiel veröffentlicht. Dass dies trotz des derzeitigen Kriegs in der Ukraine im ursprünglichen Zeitplan geschieht, ist wohl keine Selbstverständlichkeit. Neben PC via Steam ist es auch für die Sony PlayStation, die Microsoft Xbox und die Nintendo Switch verfügbar. Wir konnten es für die hybride Spielekonsole Nintendo Switch vorab für euch testen.

Worum geht es in The Serpent Rogue?

Das Action-Adventure dreht sich um Figuren, die Wächter genannt werden. Auffällig sind diese vor allem durch ihre Pestarzt-Masken. In der Rolle eines solchen Wächters oder einer Wächterin sitzen wir nun in einer Art Zwischenwelt am Fuss des Berges Morbus, aus dem die titelgebende Serpent Rogue, die Schurkenschlange, die Welt zu verschlingen droht. Die Vernichtung, wie im Spiel immer wieder auch auf die Serpent Rouge verwiesen wird, gilt es also zu bezwingen. Dazu setzen wir alle alchemistischen und mysteriösen Fähigkeiten ein, Sammeln Dinge ein, bauen Gegenstände, brauen Tränke und experimentieren mit allerlei Zutaten in unserem mobilen Rucksack-Labor oder an grossen Tischen in sicheren Häusern, die überall verstreut sind.

 

Das Land, in dem wir uns bewegen, eine Zwischenwelt zwischen denen des Seins und des Todes, wird jedoch nicht nur von der Verderbnis heimgesucht, sondern auch von allerlei Tieren und Menschen sowie anderen, eher mystischen, Figuren bewohnt. Mit vielen von ihnen versucht unsere Hauptfigur sodann zusammenzuarbeiten, schart eine Gefolgschaft aus gezähmten Tieren und freigekauften Seelen um sich, die im Kampf und vor allem zum Abbauen von Ressourcen im Verlauf des Spiels nahezu unerlässlich werden.

 

Soweit, so gut. Doch The Serpent Rogue unterscheidet sich nicht nur durch die etwas düstere Grundstimmung von anderen Action Adventures à la Diablo. Denn all Handlungen der Spielfigur können Konsequenzen haben. Wenn man etwa zu viele Kreaturen an einem Ort versammelt, läufst man Gefahr, von blutdurstigen Schnittern überfallen zu werden. Wenn man tote Kreaturen nicht begräbt, zieht das leichenfressende Ghoule an. Wenn man zu viele Nahrungsmittel ansammelt, könnte dies Ungeziefer anlocken, das Krankheiten überträgt. Und auch das Crafting-System ist, trotz deiner vergleichsweisen Überschaubarkeit, komplex und vielfältig aufgebaut. So brauen wir nicht nur Tränke, die einzelne Fähigkeiten und Attribute verbessern oder uns Vorteile im Kampf verschaffen, es gibt auch welche, die den eigenen Körper oder die von anderen Figuren verändern und so einzigartige Fähigkeiten verleihen. Wer wollte nicht immer schon als Wolfshund durch ein verfluchtes Land streifen? Oder eine Hühnerfarm besitzen, die Schaufeln statt Eier legen?

 

Da der Schwerpunkt des Spiels auf dem kombinieren von Gegenständen zu neuen Dingen und dem Experimentieren liegt, möchten wir The Serpent Rogue als Crafting Adventure bezeichnen.


The Serpent Rogue für Nintendo Switch
Crafting Adventure: The Serpent Rogue für Nintendo Switch. Screenshot: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Spieleindruck

Die Steuerung in The Serpent Rogue ist, das muss man zugeben, ziemlich komplex. Nahezu jede Taste auf den Nintendo Switch Controllern wird benötigt. Deren Belegung lässt sich aber im Menü individuell konfigurieren. Neben der basalen Spielsteuerung führt das Crafting-Abenteuerspiel mit einem hübschen und interessanten Tutorial in die Mechanik des Spiels und die Welt der Wächter_innen ein, ohne zu viel zu verraten und die Spannung zu verderben aber gleichzeitig auch nicht zu viel offen zu lassen. Dazu ist ein Wächter namens Solomon hier, der uns die wichtigsten Punkte zeigt und erklärt.

 

Die Menüs wie auch das Inventar sind übersichtlich und recht intuitiv gestaltet, so dass man sich dort auch schnell zurecht findet.

 

Schnell und intuitiv findet man sich im Game wieder und ist damit beschäftigt, Fischskelette zu Angeln und Teeblätter zu ernten, um Tränke herzustellen. Sobald man eine Axt ergattert hat, geht es ans Zerkleinern von Baumstämmen und die erste Fackel dient dazu, den Weg zu einem weiteren Spielbereich zu öffnen, indem tödlich um sich schlagende Ranken durch das Feuer zurückgedrängt werden. Das in der Grösse beschränke aber erweiterbare Inventar füllt sich so schnell mit allerlei Alltäglichem und Seltsamem an, von dem man hoffentlich irgendwann heraus findet, wie man es benutzen kann.

 

Zu Beginn gibt es noch zu neuen Gegenstandsklassen oder zur ersten Figur, die man ausserhalb des Tutorials trifft, einen kurzen Infotext, der neben Englisch auch auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch sowie Chinesisch verfügbar ist. Überhaupt sind alle Texte und Menü-Einträge im Spiel sehr gut und treffend übersetzt, so dass man sich gut zurecht findet. Selten mal ist ein Fall nicht ganz richtig getroffen wie beim „Verdorbenen Hund“, der auch ohne Dativ auf der Erde liegt.

 

Zentral erweist sich in The Serpent Rogue das Notizbuch, in dem nicht nur Quests und Nebenaufgaben aufgelistet werden, sondern auch Informationen über die Welt und die darin getroffenen Kreaturen aufgeführt werden, Zutaten und Hilfen zu finden sind. Rezepte für das Crafting hingegen sind, sobald sie dann erlernt wurden, immer im jeweiligen Menü zu finden sind. Das ist super praktisch, denn man kann einfach das Rezept für den Trank „Heilung+“ auswählen, und die passenden Zutaten werden vorausgewählt, sofern wir sie ausreichend im Inventar mit uns herum tragen.

 

Weil unser Inventar nicht unbegrenzt ist und wir beim Überladen uns gleich mal deutlich langsamer durch die Landschaft schleppen müssen und die Fähigkeit zum Schnellreisen einbüssen. Unser Wächter oder die Wächterin kann also nicht mehr einfach von einem Kartenabschnitt zu einem anderen bereits bekannten teleportiert werden. Da hilft es manchmal, einfach das mobile Forschungslabor stehen zu lassen und nachher wieder einzusammeln. Apropos einsammeln: Wenn man stirbt, wird man in den nächstgelegenen sicheren Ort transportiert, allerdings ohne allen Besitz. Dieser bleibt in guter alter Action Adventure-Manier am Ort des Geschehens liegen und muss wieder aufgesammelt werden. Sterben wir jedoch erneut, sind alle Gegenstände für immer verloren. Es ist also Vorsicht geboten, welche Bereiche man wann erforscht und man sollte manchen Konflikten, gerade mit den beeindruckend gestalteten und furchteinflössenden Kreaturen der Verderbnis eher aus dem Weg gehen.

 

Das Kampfsystem ist eher schlicht gehalten. Man selbst und auch gegnerische Kreaturen verlieren Lebenskraft als Ganzes und erleiden nicht etwa Verletzungen an einzelnen Körperteilen. Dafür ist es aber auch schnell verstanden und, in The Serpent Rogue noch wichtiger, man erkennt auch bald, wann ein geordneter Rückzug oder die überstürzte Flucht angezeigt sind.

 

Neben der hübsch und abwechslungsreich gestalteten Grafik untermalen die stimmige Hintergrundmusik und die passenden Soundeffekte das Geschehen in The Serpent Rogue gut. Ob man den Comic-Stil mit ihren schwarzen Umrandungslinien mag, ist allerdings wohl Geschmackssache. Wenigstens sind Gegenstände und Figuren dadurch meist sehr einfach und schnell zu erkennen und gut zu sehen.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preis und Fazit

Das Crafting Adventure von Team17 und Sengi Games The Serpent Rogue gibt es im Nintendo eStore für 19,99 Euro bzw. für 21.90 SFr. zu kaufen geben. Auch für die Microsoft Xbox One, die Sony PlayStation 4/5 sowie für PC auf Steam kommt das Spiel, inklusive kostenloser Demo vorab. Die ersten zwei Wochen nach dem Marktstart gibt es zudem 10 Prozent Rabatt.

 

The Serpent Rogue
Preis: 19,99 €

 

The Serpent Rogue ist als Single-Player Adventure mit hohem Crafting-Anteil ein spannendes Debüt auf der Switch der erst 2018 gegründeten Spieleschmiede Sengi Games. Es gibt sehr viel zu erkunden, zu bauen und zu brauen in der Zwischenwelt von Serpent Rogue und so macht man sich auf zahlreiche Stunden voller Erkunden und Experimentieren auf, um das Übel zu bannen und die Vernichtung aufzuhalten. Das hier kein, gar online, Multiplayer-Modus vorhanden ist, schadet The Serpent Rogue keineswegs und die Altersfreigabe ab zwölf Jahren nach USK (PEGI 7) ist vor allem auf die Gewaltdarstellungen im Kampf sowie die Komplexität des Craftings zurückzuführen.

 

Wer also auf Crafting als hauptsächliches Spielelement steht, findet mit diesem Spiel ein gelungenes Spiel abseits des Mainstreams in einer stimmungsvoll düsteren Szenerie und einer Welt, in der es viel zu entdecken und zu bestaunen gibt. Die gelungenen Grafiken, die beeindruckenden Kreaturen und die passende Musik und Soundeffekte untermalen The Serpent Rouge dazu sehr gut.

Video: Team17 / Sengi Games

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