Di. 22. Juni 2021 um 15:01

Review: Super MagBot für Nintendo Switch im Test vorab

von Yves Jeanrenaud 0 Kommentare

Wir haben das neue Spiel von Team17 Ltd., der Firma hinter dem Klassiker Worms, für die Nintendo Switch vorab für euch getestet. Super MagBot nimmt als 16bit Retro-2D-Platformer deutliche Anleihen bei dem Hit Celeste aus dem Jahre 2018, Astral Pixel führt jedoch das Spielprinzip in seinem Debüt-Titel nochmals einiges weiter. Doch der Reihe nach. Auch wenn das Spiel ab heute für PC und die hybride Nintendo Konsole verfügbar ist, nehmen wir uns die Zeit, das Game Super MagBot einmal genauer anzuschauen.

Worum geht es in Super MagBot für Nintendo Switch?

Die Story ist schnell erzählt: Ein böser Komet (ja, fast wie in Das Fünfte Element) will alle Planeten im System Magnetia zerstören. Darum werden wir von MagTek ausgesandt, als MagBot durch dutzende Puzzle-Level auf fünf unterschiedlichen Planeten mit versteckten Extra-Level und mannigfaltigen Herausforderungen zu reisen, um die Sternenfragmente einzusammeln und die Dunkelheit zu besiegen.

 

Doch als MagBot kann man nicht schiessen und, konstruktionsbedingt zu schwer, nicht springen, was für ein Game im 2D-Platformer-Genre recht ungewöhnlich ist. Dafür verfügen wir über starke Magnetkräfte, mit denen wir die Spielfigur entsprechend zu unterschiedlichsten magnetischen Objekten hin ziehen oder von diesen abstossen können. So gilt es, unterschiedliche Fallen und Hindernisse, Abgründe, Plattformen und Feinde zu meistern.

Das Ganze stellt sich im Spiel recht einfach zu durchschauen dar: Was magnetisch ist, wird entweder rot oder blau gekennzeichnet und unsere Magnetkanonen sind entsprechend in denselben Farben gehalten.

 

Dieses einfache Spielprinzip birgt jedoch ein wirklich herausforderndes Puzzle-Spiel in sich, denn es ist ziemlich schwierig, sich allein durch Magnetkraft und ein paar Schritte mit den putzigen Roboter-Beinchen durch die immer kompliziert werdenden Level voller Gefahren zu hieven. Dabei lernen wir unterschiedliche Techniken und Features nach und nach kennen, so dass das Spiel Abwechslung und Herausforderung bieten kann. Dafür stehen Schilder in der Landschaft, die man lesen kann, wenn man will. Oder man probiert einfach aus, bis man beispielsweise Doppel-Magent-Katapulte oder Abstoss-Kombos gemeistert hat.

 

Versuche hat man dabei unbeschränkt, doch läuft die Zeit und wer sich in den globalen Bestenlisten messen will, sollte wirklich schnell unterwegs sein! Hier kann man seine besten Zeiten pro Level vergleichen mit der ganzen Welt oder mit denjenigen, die in der Liste der Freunde und Freundinnen auf dem eigenen Nintendo Account eingetragen sind.


Super MagBot für Nintendo Switch
Herausfordernder 16Bit-Plattform-Puzzler: Super MagBot für Nintendo Switch. Screenshot: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Grafik

Die Grafik von Super MagBot ist, wie bei vielen Indie-Spielen, in bester 16-bit-Optik gehalten. Knallige Farben und starke Kontraste erleichtern einerseits die Orientierung, machen andererseits aber auch den Charme des Spiels aus. Flüssige und stimmige Animationen, vollständig übersetzte Dialoge, die auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Russisch sowie Chinesisch verfügbar sind, passen perfekt zusammen.

Sound

Der Chiptune-Soundtrack für das Spiel kommt von Moonsailor. Das ist ein Kollektiv, dass sich ganz Sounds und Musik für Videospiele verschrieben hat. Was hier abgeliefert wurde, ist wirklich toll. Eine Mischung aus Nostalgie 90er-Jahre Sounds und modernen, atmosphärischen bis energiegeladenen Tracks, passende Effekte und stimmungsvolle Geräuschkulissen macht MagBot zum Ohrenschmaus.

Steuerung

Die Steuerung des Magnet-Puzzlers ist optimal für Konsolen konzipiert und schnell gelernt. Während der linke Analog-Stick oder das Steuerkreuz die Figur durch den Raum bewegt, feuern die Schultertasten links die rote, die Schultertasten rechts die blaue Magnetkanone ab. Welche Taste genau, ob L oder ZL bzw. R oder ZR, ist dabei egal. Der rechte Analog-Stick dient zur Ausrichtung der Magnetkraft in eine bestimmte Richtung. Die Tasten X, Y, A und B sind dann nur noch zur Menünavigation und Steuerung der Levelauswahl etc. erforderlich.

 

Die Steuerung lässt sich zudem aber auch individuell anpassen.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Testeindruck von Super MagBot für Nintendo Switch

Der 2D-Retro-Puzzle-Platformer Super MagBot ist sauschwer. Anders kann man das kaum ausdrücken. Timing ist nicht nur alles, es ist auch einfach vieles sehr knapp und man muss vieles gleichzeitig bedenken.

 

Es ist oftmals enorm schwierig, den richtigen Zeitpunkt im freien Fall zu erwischen, um sich mit der richtigen Magnetseite, also dem Nord- oder Südpol, an der entsprechenden Wand abzustossen oder an dieser hochziehen zu können etc. Dazu muss auch noch der Winkel der Magnetkraft stimmen, denn sonst fliegt man nicht weit genug oder falsch und landet doch wieder im Orkus.

 

Da sind die Sternenfragmente, die manchmal in den Level irgendwo herumschweben und für zusätzliche Herausforderungen und extra Level eingesammelt werden wollen, oftmals nebensächlich. Ein Level in einem allerersten Durchlauf zu bestehen, halte ich an der Stelle für nahezu unmöglich.

Hilfe!

Darum gibt es jedoch Hilfsoptionen, welche die fehlenden Wahl eines Schwierigkeitsgrads wett machen können. Hier kann man einerseits aktivieren, dass unendlich viele Farbladungen zur Verfügung stehen. Denn normalerweise sind pro Magnetpol zwei Ladungen verfügbar und die Magnetkraft muss nach Benutzung erst wieder einige Sekunden aufladen.

 

Weiter kann man optional in der Luft stehen bleiben, solange eine Magnetkraft eingesetzt, sprich eine Schultertaste gedrückt gehalten wird. Das erlaubt nicht nur Verschnaufpausen, sondern auch viele Tricks und Bewegungen, die man sonst wohl kaum geschafft hätte.

 

Als dritte Option im Assist-Menü von Super MagBot können Level-Checkpoints aktiviert werden, so dass in den allermeisten Puzzle eine Zwischenspeicher-Funktion in der Mitte des Parcours auftaucht. Diese Laternen können durch einfache Berührung aktiviert werden und erlauben es, bei Fehlern dort wieder auferstehen zu können, statt alles im Level von Beginn an meisten zu müssen.

 

Auch kann, wie bei Titeln von Team17 nicht unüblich, ein Farbenblind-Modus aktiviert werden, der die jeweiligen Magnet-Objekte sowie die Kraft-Icons am oberen Bildschirmrand mit den Symbolen + und – versieht sowie die Farbgebung leicht anpasst, um die Helligkeit so zu gestalten, dass auch bei Rotgrünsehschwäche genug Kontrast zu sehen ist. Dieses Quäntchen Inklusion im Videospielen ist durchaus bemerkenswert und positiv hervorzuheben.

Preis und Fazit zu Super MagBot für Nintendo Switch

Der 2D-Platformer Super MagBot ist ab heute für Nintendo Switch im eStore und PC via Steam und im Store von Team17 direkt für 17,99 Euro bzw. 25.20 SFr. erhältlich. Zur Feier des Releases jedoch gibt es bis zum 5. Juli 2021 satte 20 Prozent Rabatt auf beiden Plattformen, so dass nur noch 14.39 Euro bzw. 20.16 SFr. bezahlt anfallen. Auf Steam ist mit weiteren 15 Prozent Rabatt im selben Zeitraum die Deluxe Edition verfügbar, die zusätzlich zum Spiel beide digitalen Soundtracks für 19,02 Euro bzw. SFr. enthält (statt 22.07 Euro).

 

Super Magbot
Preis: 17,99 €

 

Alles in Allem ist Super MagBot von Astral Pixel ein wirklich gelungenes Debüt, dass sowohl PC-Fans als auch Konsoleras im Puzzle-Plattform-Genre glücklich machen wird. Jeder Planet des Magnetia-Systems kommt mit mehr als zwei Dutzend herausfordernden, unterschiedlichen Level daher, zeigt diverse, Herausforderungen, Fallen und Feinde. Mal ist der Boden vereist, mal die Schwerkraft anders. Mal verschwinden Plattformen und ein anderes mal wird man von magnetischen Seifenblasen temporär verschluckt.

 

Selten konnte ein so simples Spielprinzip so packen und fesseln. Der hohe Schwierigkeitsgrad macht das Game Super MagBot nochmals besonders herausfordernd und lohnenswert. Wer als Completer wirklich alle Sternensplitter einsammeln will, hat mit dem Spiel wirklich lange Zeit Freude. Aber auch alle anderen werden mit Super MagBot nicht so schnell gelangweilt sein. Gerade weil die Hilfsoptionen ein individuelles Konfigurieren des Schwierigkeitsgrads ermöglichen, eignet sich das Spiel mit Altersfreigabe USK 6 (PEGI 3) für unterschiedliche Zielgruppen gleichermassen und ist auf jeden Fall einen Kauf Wert. Vor allem im Aktionszeitraum bis zum 5. Juli.

Video: Team17

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