Sa. 18. Juni 2022 um 7:17

Razer Kishi V2 im Test: Ein vernünftiges Upgrade für alle Mobile Games

von Marcel Laser 0 Kommentare

Mit dem ersten Razer Kishi durften wir schon ein interessantes Projekt ausprobieren, doch komplett ausgereift war es schlussendlich nicht. Zwar war der aufsteckbare Controller für Android und iOS sehr solide, aber weit von der Qualität echter Eingabegeräte entfernt. Der nun folgende Kishi V2 (für Android) macht im Test vieles anders und wir konnten das gute Stück schon ausprobieren.

Altbekanntes Design mit sinnvollen Änderungen in der Stabilität und Haptik

Der neue Razer Kishi V2 zeigt sich im gewohnten Kunststoffkleid, ist allerdings an der Haltebrücke hinten für das Smartphone deutlich verstärkt worden. Auch das Einlegen funktioniert nicht mehr über direkte Einlässe an den Seiten, sondern wird das Handy fast schon „locker“ eingesetzt. Die gummiartigen Ansätze halten es dann im Rahmen. Das ist natürlich etwas weniger stabil, als beim Vorgänger, solange ihr allerdings beim Zocken nicht die Fassung verliert (pun intended), bleibt das Smartphone auch sicher im Razer Kishi V2 drin.

Das Button-Layout hat sich ebenfalls leicht verändert. An den Schultertasten sind noch zwei kleine Macroschalter hinzugekommen, die ihr beliebig belegen könnt. Sie fungieren als eine Art „L4“- und „R4“-Tasten. Dazu nehmt ihr einfach die entsprechende Razer-App, über die wir aber weiter unten etwas detaillierter sprechen. Insgesamt ist der Razer Kishi V2 hochwertig verarbeitet, auch wenn viel Plastik zum Einsatz kommt, doch das ist bei anderen Controllern auch so. Allerdings hat dieses einen Vergleich zufolge, den selbst der Kishi V2 nicht gewinnen kann.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

 

Denn ein PS5-Controller kostet beispielsweise nur die Hälfte des Razer Kishi Razer Kishi V2 und hat einen ganzen Batzen mehr Technik (Gyrosensoren, Akku, Haptik-Feedback und mehr) verbaut. Natürlich finanziert sich vieles über die Lizenzen der Spiele für die Konsole, so das Sony einiges günstiger gestalten kann, doch der Preisunterschied ist schon enorm. Denn bis auf die Knöpfe selbst, bietet der Razer Kishi V2 im Test nicht viel mehr als ein normaler PS5-Controller, den ihr übrigens auch mit Android und iOS koppen könnt. Hier hätte ich mir dann doch etwas mehr gewünscht.

Keine schwammigen Tasten und Trigger – Ein Kritikpunkt bleibt

Ein interessantes Beispiel sind hier die Tasten und Trigger des Razer Kishi V2 im Test. Sie fühlen sich zwar deutlich besser in der Bedienung an, da sie endlich merklich klickbar sind und nicht wie auf „Seife gebaut“ erscheinen. Allerdings klicken diese nun so wie eine Maustaste. Habt ihr mal keine Kopfhörer parat, dann hört ihr dieses permanente hochfrequente Klickgeräusch, das durchaus nerven kann. Die Tasten normaler Controller klicken eigentlich gar nicht und sind dennoch nicht schwammig verbaut, wie es beim ersten Razer Kishi der Fall war.

 

Dennoch ist der Sprung vom Vorgänger auf den Kishi V2 deutlich zu spüren und positiv hervorzuheben. Die Tasten lassen sich sehr gut drücken, sind präzise und fühlen sich tadellos an. Lediglich das Klickgeräusch ist teilweise nervtötend. Sehr gut verhalten sich auch die analogen Trigger R2 und L2, die stufenlos eindrückbar sind und nicht mehr nur einen Auslöser beim kompletten Durchdrücken erzeugen. Die Bedienung ist also wirklich gelungen, wenn auch immer noch nicht ganz perfekt.

Diabli Immortal spielt sich hervorragend mit dem Razer Kishi V2. Bild: PocketPC.ch / Laser

Razer Nexus-App bietet euch volle Kontrolle über alle Einstellungen

Razer bietet eine Reihe von Apps, um mit unterschiedlichen Produkten aus dem Hause umgehen zu können. Die neue Razer Nexus-App löst übrigens auch die alte Kishi-App ab, ein Umstieg lohnt sich also tatsächlich, zumal ihr viele neue Funktionen über diese bekommt. Beispielsweise könnt ihr darüber das oben erwähnte Mapping der Macrotasten neben den Triggern aktivieren und bearbeiten. Aber das ist natürlich noch nicht alles.

 

Solltet ihr das mobile Streamen von Inhalten und Spielen in Betracht ziehen, könnt ihr über die Razer Nexus-App dieses aktivieren und über Facebook und YouTube einen Livestream aus der App heraus starten. Hier kommt übrigens auch der Razer-Knopf für das direkte Speichern von Videos und Screenshots zum Einsatz. Diese könnt ihr dann bequem über die Nexus-App verwalten.

Die Nexus App lässt viele Einstellungsmöglichkeiten zu und Dient auch als Spielekatalog. Bild: PocketPC.ch / Laser

Zudem fungiert die App nebenbei als Game-Launcher. Ihr könnt alle auf eurem Handy installierten Spiele dort eintragen und somit aus der App heraus starten. Zudem zeigt das Programm weitere kompatible Games an. Ebenfalls stark: In der App wird Steam-Link beworben und so ist Game-Streaming mit dem Controller ohne weiteres möglich. Testen konnten wir das zudem mit GeForce Now und es funktionierte tatsächlich sehr gut, solange die Spiele auch eine ausgereifte Controller-Unterstützung haben. Stark!

 

Razer Nexus
Preis: Kostenlos

Razer Kishi V2 beim Zocken: Tadellos und ohne Latenz

Doch wie fühlt sich der Razer Kishi V2 eigentlich beim Zocken an? In kurz: Stark! Tatsächlich hat man ein wenig das Gefühl eine Nintendo Switch in den Händen zu halten, allerdings mit einem deutlich besseren Bildschirm und deutlich mehr Leistung, je nachdem welches Smartphone gerade im Controller sitzt versteht sich. Die Knöpfe reagieren tadellos und es gibt null Latenzen. Das liegt aber auch daran, dass der Kishi V2 direkt per USB-C mit dem Gerät verbunden wird. Er wird einfach zu einer intelligenten Zock-Erweiterung eures Smartphones.

 

Das Handy sitzt übrigens stabil im Controller und wackelt nicht. Der Razer Kishi V2 wurde von uns im Test mit einem OnePlus 9 Pro, einem OnePlus Nord 2T, einem Galaxy S22+ und einem Google Pixel 6 bestückt. Jedes der Geräte passte ohne Probleme in die Halterung und sass stabil im „Sattel“. Durch zusätzliche im Lieferumfang enthaltene Klammern könnt ihr die Passgenauigkeit aber noch entsprechend anpassen.

Der Razer Kishi V2 im Vergleich mit dem Vorgänger. Es hat sich einiges getan und Razer schafft einen würdigen Nachfolger.

Fazit: Razer Kishi V2 immer noch Alternativlos, aber mit Kritik

Der Razer Kishi V2 zeigt im Test einen ordentlichen Sprung nach vorne im Vergleich zum Vorgänger! Razer ist viele der Kritikpunkte angegangen, vor allem die schwammigen Tasten damals waren ein Graus. Zwar haben diese sich nun in kleine „Klicker“ verwandelt, die allerdings nur unangenehm in der Geräuschkulisse auffallen, sofern euch permanentes Mausklicken schon stören sollte. Zudem sind viele Spiele schon von Haus aus kompatibel, die Androids Schnittstelle für Controller-Mapping unterstützen. Die tolle Nexus-App hilft zudem beim Mappen der Macrotasten und gibt Game-Vorschläge, die zu 100 Prozent mit dem Gerät funktionieren. Ein schickes Gesamtpaket.

 

Allerdings müssen wir über den Preis reden. Der Razer Kishi V2 für Android kostet über 100 Euro / Schweizer Franken genauer 119,99 Euro bzw. SFr. und es stellt sich ein wenig die Frage, warum der Hersteller diesen nicht konkurrenzfähiger platziert. Denn für unter 60 Euro / SFr. bekommt ihr einen PS5-Controller, der ebenfalls nativ mit Android und iOS funktioniert. Dann noch für 15-30 Euro / SFr eine Handy-Spange kaufen und das Gerät auf den PS5-Controller aufsetzen: Fertig! Und der PS5-Controller ist um Welten besser verarbeitet, stabiler und die Knöpfe fühlen sich noch besser an. Ok, das Smartphone ist dann aber nicht mitten zwischen den Gamepad-Tasten und Analog-Sticks. Gut, dafür sieht das Smartphone dann auch nicht aus wie eine Nintendo Switch auf Steroiden.

 

Aber vormachen muss man sich hier durchaus nichts: Der Razer Kishi V2 bleibt weiterhin alternativlos, genau wie sein Vorgänger, denn ernsthafte Konkurrenz von anderen Herstellern gibt es nicht. Auch keine günstige Bastel-Lösung mit echten Konsolen-Eingabegeräten. Es handelt sich hierbei um einen spezialisierten Controller für Android-Smartphones, der einen richtig guten Job macht, was wohl auch den Preis bedingt. Da ich persönlich allerdings ein iPhone privat nutze, freue ich mich auf die iPhone-Version des Controllers besonders! Vielleicht könnt ihr dann bald hier noch das Modell für die Apple-Geräte im Vergleich zu lesen.

 

Alles in allem gebe ich an dieser Stelle für ernsthafte Mobile-Gamer:innen eine klare Empfehlung aus. Wenn ihr den zugegebenermassen etwas hoch angesetzten Preis tatsächlich bezahlen wollt, werdet ihr richtige Freude an dem Gaming-Gadget haben. Es erleichtert das Spielerlebnis in nahezu allen kompatiblen Mobile Games erheblich. Allerdings müsst ihr dann auch 120,- Euro / SFr. auf den Tisch legen. Wer gerne und oft mobil zockt, hat aber durchaus viel vom Razer Kishi V2 für Android.

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