Sa. 01. Mai 2021 um 7:01

Razer BlackShark V2 Pro im Test: Wirklich das Beste Gaming-Headset für PS5 und PC?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Gaming-Headsets fluten den Markt, doch auch in der aktuell weltweiten Lage sind sie beliebter denn je. Viele Menschen nutzen diese für Video-Konferenzen für das Home Office und so sind einige Modelle nahezu permanent ausverkauft. Dazu zählt auch das in Mitte 2020 vorgestellte Razer BlackShark V2 Pro. Wir konnten das kabellose Gaming-Headset am PC, der PS5 und auch an der Nintendo Switch sowie an einigen Smartphones ausprobieren. Lohnt sich der Preis von und 200 Euro für das kabellose Modell? Wir haben es ausprobiert.

 

Razer BlackShark V2 Pro: Klassisches Design, solide Verarbeitung, riesiger Regler

Beim Design bleibt Razer dem Urmodell treu. Kein Wunder, denn die Serie ist auch in ihrer Neuauflage ein absoluter Hingucker. Das klassische “Piloten-Headset-Design” weiss zu gefallen und fügt sich speziell aber doch irgendwie typisch in die Produktlinie des Herstellers ein. Auffällig ist, dass das BlackShark V2 Pro keinerlei auffälliges Grün auf der Oberfläche zeigt. Der Kopfhörer ist in schwarzem Matt mit leicht schimmerndem Razer-Logo gehalten. Auf dem Kopfband ist ins Kunstleder ein Razer-Schriftzug eingedruckt.

 

Auffällig ist allerdings der grosse Drehknopf an der linken Seite der Ohrmuschel, der zum regulieren der Lautstärke dient. Beim Drehen fällt auf, dass ab 50 Prozent ein angenehmer Widerstand den Knopf zum “einrasten” bringt. Somit wisst ihr immer, wann die 50 Prozent erreicht sind, ohne dass ihr das Headsets vom Kopf nehmen müsst. Die Ohrmuscheln selbst sitzen in einer Aufhängung aus Metallstreben, die beim ersten Anschauen sehr labil wirkt. Der Eindruck täuscht aber gewaltig, denn diese Sitzen so fest am Kopfbügel und den Ohrmuscheln, dass ich mir nach einer ersten Begutachtung keinerlei Sorgen um die Stabilität mehr machte.

 

Mit 320 Gramm ist das Razer BlackShark V2 Pro im Test zwar kein absolutes Leichtgewicht, wirklich unangenehm schwer ist es auch nicht. Im Gegenteil, denn der (für mich!) perfekte Anpressdruck und die sehr dick gepolsterten Ohrpolster machen das Modell fast schon “unsichtbar” auf dem Kopf. Das Tragegefühl ist eines der Besten, das ich aktuell mit einem Gaming-Headset in den vergangenen Jahren hatte. Allerdings ist das ein persönlicher Eindruck und ist von Kopf zu Kopf unterschiedlich. Grundsätzlich empfehle ich immer ein Probetragen! Das Headset ist zudem auch für Brillenträger geeignet und machte mir auch nach Stunden auf dem Schädel keine Probleme.


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Hochwertige 50-Millimeter-Treiber und ein riesiger Fehler

Was die Razer BlackShark V2 Pro allerdings auszeichnet, ist die verbaute Technik, allerdings nicht in allen Punkten, doch dazu später mehr. Im Inneren der Ohrmuscheln finden wir starke, leicht versetzte Treiber in 50 Millimeter Durchmesser wieder. An der linken Ohrmuschel ist der Lautstärkeregler zu finden und auch Anschlüsse zum Aufladen sowie für 3.5-mm-Klinke sind vorhanden.

 

Razer BlackShark V2 Pro im Test: Technische Daten im Überblick

  • Treiber: 50 Millimeter
  • Frequenzbereich: 12 Hz bis 28 KHz
  • Impendanz: 32 Ohm bei 1 KHz
  • Mikrofon: HyperClear Super-Kardioid (abnehmbar)
  • Anschlüsse: Wireless-Dongle (2.4 GHz), 3.5-mm-Klinke, microUSB (nur laden)
  • Akkulaufzeit: bis zu 24 Stunden
  • Gewicht: 320 Gramm (ohne Kabel)

Allgemein kann sich der Lieferumfang insgesamt sehen lassen. Razer legt dem Karton eine Klinkenweiche bei, um Mikrofon und Audio zu trennen. Auch ist ein langes Audiokabel dabei sowie ein microUSB-Kabel zum Aufladen und Updaten des kabellosen Headsets. Sehr löblich: Razer legt dem Modell auch einen Pop-Schutz für das Mikrofon bei, er nicht für jeden Hersteller selbstverständlich ist, was aufgrund der Materialkosten ehrlich gesagt traurig ist. Um so schöner zu sehen, was Razer hier alles in den Karton legt.

 

Einen negativen Punkt gibt es für mich aber durchaus und dieser stört mich immens! Die BlackShark V2 Pro sind Mitte 2020 auf den Markt gekommen und werden immer noch mit microUSB aufgeladen. Warum?! Selbst die billigsten China-Kopfhörer kommen mittlerweile mit USB-C-Anschluss. Warum muss eine so erfolgreiche Marke wie Razer, die ein Headset in 2020 für 200 Euro verkauft auf microUSB setzen. Das hatte zur Folge, dass ich neben meinem USB-C-Kabel für die PS5-Controller plötzlich noch ein microUSB-Kabel dazulegen musste. Ärgerlich!

Überragende Klangqualität mit (gewolltem) Hang zum Gaming-Bass

Die letzten Jahre standen in meinen Augen Razer im Audio-Bereich für Gaming-Equipment nicht besonders gut zu Gesicht. Abgesehen von den beiden Sensationellen Hammerhead True Wireless und den Hammerhead Pros, klingen die Gaming-Versionen der Kopfhörer für PlayStation und PC meist viel zu übertrieben basslastig. Meist übertönte der Bass so stark, dass Verzerrungen nicht selten waren. Wer das falsche Spiel spielte, der fand sein Trommelfell meistens durchgerüttelt wieder oder der Ton war einfach oftmals zu dunkel.

 

Mit den BlackShark V2 Pro belebt Razer nicht nur eine Legende der eigenen Produktreihe wieder, sondern bringt auch den Sound zurück, den ich über Jahre bei der Marke vermisst habe. Eine wirklich enorm gute Abmischung aus Höhen und Mitten, die immer klar und verständlich bleiben, egal wie hoch man die Lautstärke aufdreht. Dennoch bleibt sich Razer mit seiner leicht dunklen Betonung und dem kickenden Bass treu und liefert hier ebenfalls, allerdings ohne die Höhen und Mitten aus dem Konzept zu bringen.

 

Die Razer BlackShark V2 Pro sind zudem auch für kompetitive Shooter geeignet, allerdings erst dann, wenn ihr mit THX Spatial Audio arbeitet und dieses ist nur auf dem PC verfügbar und nur wenige Spiele unterstützen die Technik. Die Klangeigenschaften verändern sich immens und das auch zum Vorteil der Höhen und Mitten, die im E-Sport wesentlich mehr Gewicht haben. Allerdings ist der natürliche, leicht dunklere Unterton der Razer-Modelle weiterhin vorhanden, so dass ich persönlich hier andere Alternativen für ernsthaften Wettkampf sehe. Ungeeignet sind die neuen BlackShark V2 Headsets in dieser Kategorie aber nicht!

Das BlackShark V2 Pro ist eines das mit Abstand bequemsten Gaming-Headsets, die ich jemals auf meinem Kopf hatte. Stark! Bild: PocketPC.ch / Laser

Razer BlackShark V2 Pro für PS5, Nintendo Switch, Xbox Series X und PC

Beeindrucken kann auch die hohe Kompatibilität! Kabellos konnte ich das Razer BlackShark V2 Pro an der PlayStation 5 (PS5), der Nintendo Switch (Docked Modus) und am PC nutzen. Der Dongle wird in einen entsprechenden USB-A-Anschluss gesteckt und die Kopfhörer verbinden sich nach dem Einschalten automatisch. Einfacher geht die Einrichtung nicht! Auf der Xbox Series X ist eine kabellose Nutzung nicht möglich. Hier müsst ihr den 3.5-mm-Klinkenstecker nutzen und diesen in den Xbox Controller stecken.

 

Das Headset funktioniert also überall, wo ihr einen Klinkenanschluss habt oder eben den Wireless-Dongle einstecken könnt. Leider gibt es aber keine Möglichkeit, die am PC über die Razer-Software vorgenommenen Einstellungen auf die PS5 oder die Switch mitzunehmen. Diese bleiben auf dem PC gespeichert, ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die Kopfhörer klingen auch an den Konsolen extrem gut.

Das steckt in der Box! Das kabellose Headset, ein Klinkenstecker für den 3.5-mm-Anschluss, der Dongle, das Micro-USB-Ladekabel und eine Liefertasche. Bild: Razer

Super Akkulaufzeit und Mikrofon – aber ein riesiger Kritikpunkt bleibt

Ebenfalls begeistern kann die sehr hohe Akkulaufzeit. Razer gibt circa 24 Stunden an und diese sind auch sehr gut erreichbar. Über 20 Stunden sind immer drin und der Rest hängt von der Reichweite und der Lautstärke ab. 22 Stunden sind aber wohl kaum ein Problem und alles darüber sehe ich als Bonus. Da es keine “Fancy-LED”-Gamer-Beleuchtung gibt, ist das einfach nur von Vorteil. Ich tausche die nervigen Blink-Lichter gerne jederzeit gegen Akkulaufzeit.

 

Allerdings hat das Razer BlackShark V2 Pro für mich persönlich einen ganz schwierigen Kritikpunkt. Razer hat das Modell im Sommer 2020 auf den Markt gebracht, aber verbaut immer noch Micro-USB zum Aufladen des Headsets. Ich habe keine Ahnung, warum man so etwas tut, aber seitdem das Testmodell bei mir liegt, habe ich immer ein zusätzliches Kabel herumliegen, dass die Kopfhörer aufladen kann, was einfach in der heutigen Zeit nicht sein muss. Starke Konkurrenten wie das Corsair Virtuoso Wireless oder auch das Logitech G Pro X Wireless nutzen USB-C. Jeder China-Kopfhörer ab 20 Euro nutzt USB-C und grade beim sehr teuren BlackShark V2 Pro sehe ich es als enormen Kritikpunkt in dieser Richtung.

 

Dafür kann allerdings das Mikrofon überzeugen. Dieses ist beim Pro-Modell nicht nur abnehmbar, sondern liegt in der Verpackung auch ein Windschutz bei. Stark! Das Mikrofon im BlackShark V2 Pro liefert zudem für ein Gaming-Headset eine starke Leistung ab. Zwar ist das Corsair Virtuoso in dieser Kategorie noch einmal eine ganze Ecke besser, doch das Razer-Modell ist alles andere als schlecht. Das Mikrofon zählt neben dem sehr guten Klang zu den Highlights des Headsets, was bei Gaming-Kopfhörern in den meisten Fällen eher ein Armutszeugnis ist. Hut ab Razer!

Micro-USB als Ladeanschluss… Razer?! Ist das euer Ernst?! Der Anschluss ist der mit Abstand grösste Kritikpunkt für mich. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit zum BlackShark V2 Pro: Nur in Teilen das aktuell beste Headset

Es ist lange her, dass mir persönlich ein Headset von Razer gefallen hat. Das BlackShark V2 Pro macht einfach enorm viel richtig und es fängt nicht nur beim Design an, sondern vor allem auch in der wichtigsten Disziplin: Der Klang ist einfach Out-of-the-Box schon absolut auf einem hohen Niveau und den leichten Hang zum unteren Tonsegment nehme ich sehr gerne beim Zocken mit. Durch die THX-Software am PC, die Spatial Audio für gewisse Inhalte aktiviert, holt ihr noch weitaus mehr aus dem kabellosen Headset raus.

 

Dank USB-A-Dongle könnt ihr das Razer BlackShark V2 Pro ohne Probleme an der PS5, den PC oder gar an die Docking-Station der Nintendo Switch anschliessen. Auch eine kommende Nintendo Switch Pro dürfte kein Problem sein. Die Xbox Series X muss zwar auf Klinke zurückgreifen, die hervorragende Soundqualität bleibt aber weiterhin erhalten. Auch das Mikrofon liefert einen tollen Job auf allen Plattformen und überzeugt in Discord, Party-Chat und Co.

 

 

Leider stört mich der Micro-USB-Anschluss zum Aufladen extrem. Warum man diesen noch in 2020 verbaut und somit in ein 200 Euro teures kabelloses Headset zwängt, ist mir völlig unerklärlich und für mich persönlich einer der stärksten Kritikpunkte. Sollte euch dieser Anschluss nicht so sehr stören wie mich, dürfte euch das Razer-Modell zufrieden stellen, denn die Akkulaufzeit ist hoch, der Klang ist stark und der Sitz über alle Massen bequem! Das macht schon einiges aus.

 

Kleiner Tipp am Rande: Sind eure Hauptplattformen die Xbox Series X / Series S oder stört euch ein festes Kabel nicht, dann greift lieber zum deutlich günstigeren Razer BlackShark V2 oder V2 X. Beide sind zwar komplett kabelgebunden, bieten aber einen fast genauso guten Sound und kosten statt 200 Euro bzw. Schweizer Franken lediglich um die 60 bzw. maximal 100 Zähler! Da spart ihr einiges, müsst aber in Sachen Klangqualität kaum auf etwas verzichten.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Insert math as
Block
Inline
Additional settings
Formula color
Text color
#333333
Type math using LaTeX
Preview
\({}\)
Nothing to preview
Insert
Teilen