So. 31. Januar 2021 um 7:24

Jurassic World Evolution im Test: Nintendo Switch-Version lässt die Muskeln spielen

von Marcel Laser 0 Kommentare

Mit Jurassic World Evoltion erreichte vor einiger Zeit wieder ein echter Themen-Park-Simulator unsere Konsolen und PCs. Das Spiel konnte insgesamt durchaus überzeugen, vor allem Dinosaurier-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, denn wo kann man sich schon so detailliert und realistisch um die Urzeit-Tiere kümmern? Mit der Portierung auf die Nintendo Switch, die letzten November erschien, könnt ihr euren Park nun auch mobil Pflegen und quasi in der Rucksacktasche mitnehmen. Doch reicht die Leistung der Hybrid-Konsole? Wir haben es ausprobiert und sind durchaus angetan.

Jurassic World Evolution: Freizeitpark mit Todesgefahr? Mal detailliert, mal weniger

Schon in den Filmen kam immer dieser besondere Nervenkitzel auf: Wird der Park halten? Sind die Besucher sicher? Anders als in den Filmen sollt ihr aber nun dafür sorgen, dass es wirklich sicher bleibt und natürlich auch immer neue Attraktionen hervorgeholt werden. Dazu müsst ihr immer mehr Saurier-Babies ausbrüten und natürlich auch viel Fingerspitzengefühl beim Aufbau des Parks mitbringen.

 

Allerdings müssen wir bereits an dieser Stelle sagen, dass die Aufbaumöglichkeiten zur kreativen Entfaltung nicht all zu Umfangreich ausfällt. Das war schon bei den PC- und anderen Konsolen-Versionen so und da es hier ein identischer Port von Jurassic World Evolution für die Nintendo Switch ist, ändert sich daran auch nichts. Der Fokus liegt klar auf den Dinosauriern, die ihr bis ins kleinste Detail klonen und mit den unterschiedlichsten Genen ausstatten könnt, um neue Dinos freizuschalten oder noch gefährlichere Attraktionen freizuschalten!

 

Gefährliche Attraktionen? Ja, denn wie schon im Film Jurassic World, geht das Spiel auf den Leitsatz ein „um so gefährlicher das Monster, um sie interessanter finden es die Besucher“. Um so aussergewöhnlicher eure Tiere, um so mehr Besucherinnen und Besucher zieht ihr also an. Allerdings bedarf es bei besonders gefährlichen Tieren auch mehr Schutz. Falls mal etwas passiert, damit ihr auch schnell genug reagieren könnt.

 

Der Ausbau des Parks macht zwar Spass, doch stört uns – wie angesprochen – ein wenig die Möglichkeiten. Gerne hätten wir ihn umfangreicher und detaillierter gestaltet. Aber der Umfang ist dennoch ordentlich und all zu schnell langweilig wird euch auch nicht. Denn die Nintendo Switch Version ist die Complete Edition. Hier sind alle drei erschienen DLCs bereits von Beginn an, ohne Mehrkosten, drin. Stark!


Bilder: PocketPC.ch / Laser

Dinos klonen und auf die Gen-Zusammenstellung achten

Auch wenn ihr beim Aufbau des Parks keine all zu umfangreichen Funktionen habt, um so detaillierter geht es in die eigene Modellierung der Saurier. Bis zu 60 unterschiedliche Arten könnt ihr so auf den Weg bringen. Alle haben individuelle Stärken und Verhaltensmuster und stellen unterschiedliche Anforderungen an euren Freizeitpark, auch was die Sicherheit betrifft.

 

So müsst ihr auf die Nahrung achten, genug Trinkwasser bereitstellen und die auf die Gesundheit der Tiere eingehen. Werden Tiere krank, müsst ihr mit einem Ranger-Team ausrücken und könnt dieses sogar in der Ego-Perspektive tun! Dann begutachtet ihr euren Park übrigens auf Schritt und Tritt selbst.

 

Dass ihr schlussendlich aber etwas Geschick in der Aufteilung des Parks mitbringen solltet, versteht sich schon von selbst. Fleischfresser, vor allem die Grossen, in das Gehege von Pflanzenfressern zu stecken, macht natürlich kaum einen Sinn, da diese recht schnell die anderen Bestände verringern.

Nintendo Switch-Grafik von Jurassic World Evolution ist atemberaubend

Die Portierung ist aber vor allem technisch sehr gelungen. Die Dinosaurier sehen in ihrer Gesamtheit einfach wundervoll aus. Das fängt bei der sehr detaillierten Oberfläche der Dickhäuter an und hört bei den fantastisch, nahezu realistischen, Bewegungen auf. Es macht Spass den Sauriern zuzuschauen, wie sie sich durch ihre Gehege bewegen oder wenn es einmal darauf ankommt, einen von ihnen betäuben zu müssen.

 

Dass allerdings nicht alle Grafikdetails der PS4- oder PC-Version es auf die Switch schaffen können, ist auch klar, denn um die Dinos so schön möglich auch auf der Nintendo-Konsole darstellen zu können, musste wohl die Umgebung als Grafik-Dämpfer herhalten. Texturen der Gebäude und Menschen sind deutlich niedriger aufgelöst. Allgemein ist die Auflösung deutlich niedriger, auch im Docked-Modus der Switch. Das führt unter anderem auch zu starker Treppenbildung und Flackern an schärferen Kanten. Auch die Vegetation ist weitaus weniger üppig und grundsätzlich arbeitet das Spiel mit viel Unschärfe, um die Grafik noch irgendwie handeln zu können.

 

Dennoch muss man hier ordentlich Respekt zollen. Einen derartigen Titel so zu schrumpfen, dass der alteingesessene Tegra X1 von Nvidia in der Switch damit klarkommt, ist eine kleine Meisterleistung. Jurassic Park Evolution sieht toll aus und macht einen durchweg soliden Eindruck. Kleinere Einbrüche sind in der Performance vernehmbar, aber nicht tragisch. Aufbauspiele sind von hohen FPS-Zahlen auch nicht abhängig und es fällt nicht einmal unangenehm auf.

Jurassic World Evolution Nintendo Switch
Die Dinosaurier sehen auch auf der Nintendo Switch sensationell gut aus. Auch die Animationen gefallen uns sehr. Bild: Nintendo

Gleich drei Kampagnen enthalten, inklusive Sandbox-Modus

Der vollständige Name des Spiels lautet „Jurassic World: Evolution – Complete Edition“ und das auch nicht ohne Grund. Ihr erhaltet neben dem Hauptspiel noch drei weitere Kampagnen gratis im Paket dazu, für die Spieler auf PC und PS4 sogar noch Geld berappen mussten. Somit gibt es durchaus ordentlich was zu tun, doch finden wir die Geschichten, auch wenn diese gut ausgearbeitet und interessant wirken, nicht sonderlich fordernd oder wirklich abwechslungsreich.

 

Gefallen hat uns allerdings vor allem das klassische Jurassic Park DLC, das sich am ersten Film orientiert und simuliert, was passiert wäre, wenn der Park doch eröffnet hätte. Die Idee finden wir wirklich gut und dürfte vor allem den Film-Fans eine grosse Freude bereiten.

 

All euer Dinosaurier-Herzblut könnt ihr aber erst in den Sandbox-Modus geben. Hier seid ihr frei von virtuellen Kampagnen-Grenzen und könnt euch regelrecht austoben, um euren ganz eigenen Park zu erstellen. Hier stehen euch auch dann alle Möglichkeiten des Spiels offen, inklusive der mit den DLCs eingeführten Neuerungen. Ähnlich wie bei anderen Aufbausimulationen ist dieser Endlosmodus am Ende des Tages der mit Abstand interessanteste Teil des Spiels.

Die Graphik-Engine arbeitet mit einem starken Unschärfefilter, um die Bilder einigermassen handeln zu können. Bild: PocketPC.ch / Laser

Fazit: Starke Park-Simulation für Dino-Fans mit kleinen Schwächen

Ganz ehrlich: Ich bin Jurassic Park Fan durch und durch und so verdient Jurassic World Evolution als Spiel einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Es macht regelrecht süchtig, den optimalen Park zu erschaffen und die kühnsten Gen-Kombinationen zu erschaffen. Das betreten des eigenen Jurassic Parks aus der Ego-Perspektive ist schon so was wie ein kleiner Kindheitstraum und macht irrsinnig viel Spass.

 

Nehme ich allerdings die Fanboy-Brille ab, dann muss man aber auch einige Punkte recht nüchtern angehen: Jurassic World Evolution fühlt sich nicht wirklich umfangreich an. Die Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Parks sind eher nicht so berauschend. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht. Auch was die Gehege oder zusätzliche Transportmöglichkeiten betrifft. Zudem wären auch Wasser-Gehege mit schwimmenden Urzeit-Dinos ganz cool gewesen. Hier hat man doch etwas Potenzial verschenkt.

 

Der Fokus auf die Dinosaurier lässt mich die Brille aber nur schwer abnehmen. Die Animationen sind wirklich überragend und auch der Detailgrad der schuppigen Freunde steht dem in nichts nach und das für ein Switch-Spiel! Das ist schon bärenstark, was Frontier hier abliefert und ich könnte mich ewig im unendlichen Sandbox-Modus austoben und meinen eigenen Freizeitpark besuchen.

 

Insgesamt ist Jurassic World Evolution ein tolles Spiel mit kleineren Schwächen, über die ich vielleicht nicht komplett hinwegsehe, aber durchaus verschmerzen kann. Das Spiel macht Spass und darauf kommt es mir schlussendlich auch an. Allen Dino-Fans kann ich die Switch-Version, die 59,99 Euro oder genau 80.- SFr. kostet im Nintendo eShop. Solltet ihr mit Dinosaurier weniger am Hut haben, doch einer seichten und unkomplizierten Park-Simulation nicht abgeneigt sein, dann dürft ihr ebenfalls zuschlagen.

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