So. 08. März 2020 um 16:58

Graveyard Keeper im Test: Nintendo Switch-Rollenspiel mit schwarzem Humor

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Graveyard Keeper ist eines der beliebtesten Rollenspiele der letzten Jahre – und gleichzeitig eines, das auf nahezu allen gängigen Plattformen läuft. Von Windows über MacOS X und Linux via Steam, Xbox One und Playstation 4 bis zu iOS und Android und eben auch die Nintendo Switch hat der Publisher tinyBuild Games alles bedacht.

 

Wir haben uns für euch die Version auf der Nintendo Switch Hybrid-Konsole angeschaut. Warum? Weil dort das Spiel Graveyard Keeper derzeit zum halben Preis im Angebot ist (bis zum 09.03.2020) und weil die Switch eine spannende Brücke zwischen Spielkonsole und mobilem Gaming auf ähnlicher Technologie wie unsere Smartphones und Tablets schlägt. Für das mobile Gaming also quasi die natürliche Ergänzung und darum auch für uns (und hoffentlich auch für euch) interessant. Graveyard Keeper von Lazy Bear Games ist nunmehr ein Titel, der längst über den Status des Geheimtipps hinausgewachsen ist. Es ist, schon an der charmanten Pixelgrafik erkennbar, vom berühmten RPG Stardew Valley und dem landwirtschaftlichen Rollenspiel Harvest Moon inspiriert.

Graveyard Keeper Spielprinzip

Das Spielprinzip ist recht einfach erklärt: Erkunde die Welt! Graveyard Keeper ist ein RPG mit offenem Ende und alle Aktionen und Handlungen sind euch stets freigestellt – sofern ihr den die notwendigen Ressourcen dafür habt.

 

Ihr steuert dabei einen Menschen, der von einem Auto angefahren wurde und sich nach dem Aufwachen auf einem verfallenen mittelalterlichen Friedhof befindet. Dass hier nicht alles ganz Koscher ist, fällt einem spätestens dann auf, wenn ein sprechender, schwebender, Schädel namens Gerry anfängt, einem Quests aufzugeben, ihm Bier und Wein zu besorgen. Im Gegenzug gibt es Informationen. Dazu verwaltet man den Zeit- und Energieaufwand des Charakters. Währenddessen man das Gestrüpp abräumt, Gräber gräbt und Grabsteine setzt, Honigbienen hält, Waren herstellt, nach Stein und Metall sucht und sich an sozialen Aktivitäten (wie Hexenverbrennungen) mit den verschiedenen Bewohnern und Bewohnerinnen des kleinen Dorfes und der Umgebung beteiligt. Natürlich müssen auch Geld und andere Ressourcen verdient werden. Diese braucht es beispielsweise, um den Friedhof zu vergrössern, neue Fertigkeiten aus dem umfangreichen Technologiebaum zu erlernen und allgemein im Spielverlauf voranzuschreiten.

 

Das Spiel ist jedoch unbegrenzt, so dass man nach eigenem Gutdünken und nach Belieben tun und lassen kann, was man möchte. Das primäre Ziel der Hauptfigur, wieder zurückzukehren in die eigene Welt, scheint in weiter Ferne und ist von vielen bruchstückhaften Informationen und unterschiedlichsten Dingen abhängig.

Wie alles beginnt

Zu Beginn des Spiels startet man mit einem Grundstück mit einem kleinen Friedhof, der einst seinem Vorgänger in der Nähe einer kleinen Stadt gehörte. Das Friedhofsgrundstück ist anfangs mit Felsblöcken, Bäumen, Stümpfen und Unkraut übersät und wir müssen diesen erst mal aufhübschen. Auch die Kirche ist renovierungsbedürftig und die Gräber müssen wir ebenfalls pflegen, um Geld einzunehmen und der Kirche mehr Spenden zu bescheren.

 

Dazu brauchen wir natürlich allerlei Werkzeug und Material, was wiederum Geld oder andere Ressourcen kostet, an die wir manchmal nur von Nicht-Spiel-Figuren (NPC) bekommt, die dich mögen. Damit sie dich mögen, muss man ihnen Gefallen tun oder deren Quests erfüllen. Solche Quests beinhalten in der Regel Spielelemente wie das Mitbringen von handwerklichen oder sammelbaren Gegenständen und Waren.

 

Je länger man spielt, desto mehr Gameplay-Elemente und Bereiche werden freigeschaltet. Ganz zentral ist dafür der Technologieraum, in dem neue Fertigkeiten “gelernt” bzw. freigeschaltet werden. Hierfür gibt es in Graveyard Keeper drei verschiedene Arten von Erfahrungspunkten. Neben der Pflege von Gräbern und dem Unkraut jäten bietet das Spiel auch Mechaniken für Landwirtschaft, Schmieden, rudimentäre Kämpfe, ein mehrstufiges Verlies, Angeln und ein umfangreiches Handwerkssystem. Begleitet wird alles von einem Tages-Nacht-Rhytmus, der nur neun Minuten dauert, einer Sechstageswoche und Wettereffekten.


Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Die Portierung zur Nintendo Switch

Bedenkt man, dass Graveyard Keeper mit einer nativen Auflösung von 1080p auch auf den Steam-Varianten läuft, ist die Grafik auf der Switch entsprechend originalgetreu umgesetzt worden. Auch die Steuerung ist wohl recht ähnlich zu den anderen Konsolen-Varianten und durchaus gelungen sowie intuitiv. Dennoch ist es ab und an etwas gewöhnungsbedürftig, auf den nützlichen Touchscreen im Handheld-Modus zu verzichten.

 

Der Soundtrack entspricht weitgehend dem Original und das Gameplay wurde auch nicht angepasst. Absolut gelungene Umsetzung somit. Doch die Ladezeiten sind ungewohnt lang. Beim ersten Starten des Spiel und auch beim Fortsetzen eines gespeicherten Spielstandes wartet man gut und gerne mal 50 Sekunden, trotz Boost-Modus der neuen Switch-Firmware und neuerer Konsole.

 

Aber gut, dafür sind beim Verlassen von Räumen oder wechseln der Stockwerke in den Dungeons keine nennenswerten Verzögerungen zu beklagen. Hier wird einfach auf Schwarz geblendet und das scheint dem Spiel auszureichen, die neue Karte und alle Figuren darin zu zeichnen.

Graveyard Keeper lädt
Graveyard Keeper lädt – zu Beginn vergleichsweise lange. Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Steuerung in Graveyard Keeper für Nintendo Switch

Die Steuerung auf der Nintendo Switch erfolgt über den linken Analog-Stick und die üblichen vier Tasten A, B X und Y. Die Schultertasten kommen nur selten zum Zug, etwa beim Blättern im Technologiebaum oder im Spielmenü. Das Steuerkreuz am linken Joycon kann vier Gegenstände – Tränke oder Nahrungsmittel beispielsweise – aufnehmen, quasi als Schnellzugriffstasten.

 

Das ist insofern nützlich, als dass das Spielgeschehen nicht pausiert wird, wenn man sich im Spielmenü, etwa dem Inventar, befindet. Mitten im Kampf also seine Gesundheit oder Energie wieder aufzufüllen ist nichts, was man mit langem klicken durch das Menü erledigen möchte. Die Steuerung kann aber auch umbelegt werden. Der Touchscreen ist ohne jegliche Funktion. Schade, gerade in Kauf-Menüs, wenn man mit einem der zahlreichen NPC handeln möchte, ist das doch etwas lästig mittels Tasten.

Graveyard Keeper – Preis

Das Rollenspiel, das sich selbst historisch unpräziseste mittelalterliche Friedhofsverwaltungs-Simulation des Jahres (2018) rühmt, gibt es für die Nintendo Switch regulär 19,99 Euro bzw. 28.- SFr. und ist seit dem 27.06.2019 im Nintendo eShop mit einer Altersempfehlung ab 12 Jahren erhältlich. Doch nur noch bis morgen, den 09. März 2020 gibt es Graveyard Keeper derzeit zum halben Preis von 9,99 Euro bzw. 14.,- SFr. im Angebot.  Wer also bislang zögerte, könnte nun Angesicht des Rabatts durchaus zugreifen wollen, muss sich jedoch beeilen.

 

Die mobilen Versionen kosten 10,99 Euro bzw. SFr. für iOS und 9,99 Euro bzw. SFr. für Android.

‎Graveyard Keeper
Preis: 10,99 €+
Graveyard Keeper
Preis: 9,99 €+

Auch diese sind durchaus lohnenswert und stehen der Switch- und auch der Steam-Version kaum in etwas nach.

Bei Steam kostet das Spiel Graveyard Keeper übrigens 16,79 Euro bzw. 19.50 SFr. und der DLC Stranger Sins ist für 7,99 Euro bzw. 10.50 SFr. zu haben.

Graveyard Keeper
Preis: 16,79 €

Fazit zu Graveyard Keeper für Nintendo Switch

Mit Graveyard Keeper kam letzten Sommer eine klasse Friedhofs-Simulation als RPG mit viel tiefschwarzem Humor und spannenden Quests, Rätseln und Charme auf die Nintendo Switch.

 

Eine wirklich gelungene Portierung des gelungenen Spiels rund um den Friedhof in dem kleinen “mittelalterlichen” Dorf macht auch auf den mobilen Plattformen eine Menge Spass. Allerdings sind der Aufwand und die Komplexität des graphisch so simpel anmutenden Spiels nicht zu unterschätzen. Dadurch, dass es so offen gestaltet ist, kann man unzählige Stunden in der Welt von Graveyard Keeper verbringen und es dauert zum Teil auch sehr lange, bis Quests wirklich Fortschritte zeigen.

 

Aber zum Glück hat tinyBuild, der Publisher von Graveyard Keeper und vieler anderer Indie-Titel, auf Free2Play verzichtet, obschon es sich mit den vier Währungen – Erfahrungspunkte in Rot, Grün und Blau sowie Geld, sehr leicht bewerkstelligen liesse. Als Premium-Titel mit Medium-Preis ist Graveyard Keeper ein absolutes Highlight auf der Switch.

 

Und wer mal nicht mehr weiter weiss, findet im offiziellen Wiki auf Gamepedia zu Graveyard Keeper, in zahlreichen Walk-Throughs, Let’s Plays und Tutorials zahlreiche Hinweise und Hilfestellungen. Das Internet ist voll von Tipps und Anleitungen zu Graveyard Keeper, auch weil die Community das Spiel wohl wirklich sehr liebt ist.

 

Einziger Wermutstropfen: Die beiden DLC Breaking Dead und Stranger Sins sind zusätzlich zu erwerben. Auf Steam ist Breaking Dead, zum Wiedererwecken von Leichen auf dem eigenen Friedhof gleich mit dabei. Aber vielleicht sollte man darum keine Ziegenschädel oder komische Sternenformen als Grabdekoration verwenden? Das gilt es wohl herauszufinden.

 

Dass das Indie-Spiel aus dem Hause Lazy Bear Games nun bei tinyBuild verlegt aktuell noch bis morgen (09.03.2020) im Sonderngebot im Nintendo eStore zum halben Preis zu haben ist, heisst für alle Rollebspiel-Fans, die bisher noch zögerten: Schnell zugreifen!

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