Di. 08. Dezember 2020 um 8:28

Google Stadia im Kurztest: Ist Cloud-Gaming wirklich die Zukunft?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Google Stadia setzt nicht auf teure Hardware in Form von High-End-PCs, die irgendwann wieder aktualisiert werden müssen, damit neueste Spiele wieder auf höchstem Niveau laufen. Die Spiele kommen im Prinzip als “bedienbares Video” auf eure Bildschirme. Wir haben in einem ersten Kurztest einen Schnelleindruck für euch über Google Stadia gewonnen und wollen euch diesen nun näher bringen. Ist Cloud-Gaming wirklich die Zukunft?

Was ist Google Stadia und wie funktioniert es?

We bereits erwähnt, ist ein teurer PC oder eine Konsole für Google Stadia nicht nötig. Die Spiele werden auf den Servern von Google berechnet. Ihr seht lediglich das Bild auf eurem Fernseher. Daher benötigt es nur minimalen Aufwand in Form eines HDMI-Dongles für euren TV, der das Video von den Google-Servern abspielen kann. Das Spiel wird nämlich nur als Video übertragen, dass ihr mit dem Stadia Controller spielen könnt. Es handelt sich hierbei also um einen Spiele-Streaming-Dienst.

 

Ihr müsst also nicht erst teures Geld für Hardware ausgeben, allerdings benötigt ihr eine sehr schnelle Internetleitung, wenn ihr Spiele in hoher Auflösung so verzögerungsfrei wie möglich spielen wollt. Dabei kommt es nicht nur auf den reinen Durchsatz an, sondern auch auf den Ping. Ist letzterer zu hoch, könnte es zu Problemen bei der Eingabe kommen. Doch der Controller macht einen hervorragenden Job, da dieser eine besondere Technik mitbringt, die andere Dienste bislang nicht bieten.


Google Stadia Controller mit Chromecast
Der Controller kümmert sich um die Eingabe, der Chromecast spielt Stadia ab. Jetzt braucht es nur noch einen TV oder Monitor für die Anzeige.

Stadia Controller reduziert Input-Lag auf besonderem Wege

Daher bringen auch viele immer wieder die Eingabeverzögerung als Kriterium auf die Waage. Verstehen kann man es, denn nicht immer reagiert die zu spielende Figur sofort auf die Eingaben. Manchmal liegt eine Zehntelsekunde dazwischen oder sogar noch mehr und das kann den Spielspaß deutlich trüben.

 

Google hat sich hierfür etwas ausgedacht und verbindet den Controller einfach über das Internet selbst mit der Plattform Stadia. Die Befehle müssen also nicht erst zu einem Gerät gesendet, aufbereitet und dann zum Server verschickt werden. Der Controller übernimmt das einfach selbst, indem er mit dem WLAN verbunden wird und somit direkt mit Stadia kommuniziert.

 

Das funktioniert im ersten Eindruck überraschend gut. Es gibt Spiele, wo Verzögerungen nur kaum oder sogar gar nicht auftreten. Es spielt sich fast so als hättet ihr eine stationäre Konsole vor euch liegen, nur dass diese unsichtbar hinter dem Fernseher hängt. Doch es gibt auch noch die andere Seite der Medaille.

Destiny 2, Assassin’s Creed Valhalla und weitere Spiele ausprobiert

Getestet habe ich Google Stadia querbeet mit den unterschiedlichsten Spielen und Anforderungen. Destiny 2 als schnellen Shooter (auch für Multiplayer!) und mit Assassin’s Creed Valhalla ein eher gemütlicheres Open-World-RPG ohne den Anspruch auf haarsträubend schnelle Action. Das Ergebnis überrascht auf mehreren Ebenen und nicht nur immer positiv.

 

Es fällt schnell auf, dass Google Stadia nicht die höchste Grafikqualität ausliefert. Destiny 2 läuft in circa 1080p und sehr wahrscheinlich in mittleren Grafikeinstellungen. Dafür aber gefühlt mit 60 Bildern pro Sekunde, die es auch dringend braucht. Genau kontrollieren konnte ich das nun nicht, da in den Einstellungen keinerlei Optionen für die Grafikqualität zu finden sind. Ähnlich sieht es auch bei Assassin’s Creed Valhalla aus. Dafür kann ein anderer Punkt sehr positiv überraschen.

 

Die Lag-Festigkeit des Streaming-Dienstes kann durchaus überzeugen. Ich hatte mit dem Controller, der direkt mit den Servern verbunden wird, kaum Eingabeverzögerungen. Schnelle Shooter wie Destiny 2 spielen sich überraschend gut. Zum Spielen reicht das aus, doch ist man hier von einer schnellen Internetleitung abhängig, die aufgrund der “Datenschaufelei” schon eine ordentliche Geschwindigkeit bieten sollte. Unter 50 Mbit/s halten wir schon für kritisch, da kaum noch Spielraum für andere Familienmitglieder bleibt.

Destiny 2 läuft mit Google Stadia überraschend gut. Allerdings ist die Grafikqualität eingeschränkt.

Erstes Fazit: Cloud-Streaming ist die Zukunft, nur wann?

Lange Zeit zum Ausprobieren hatte ich noch nicht mit dem Streaming-Dongle und dem wirklich guten Controller. Das Konzept ist aber schlüssig. Die Anbieter binden die Menschen mit einem Abo-Vertrag an den Dienst, dafür können alle so viel zocken wie sie wollen und haben von Anfang an eine riesige Bibliothek zur Verfügung.

 

Zudem muss niemand mehr Geld für exorbitant teure Hardware ausgeben. Gaming-PCs oder Konsolen werden unnötig, auch die danach kommenden Folgekosten für das Aufrüsten wären nicht mehr vorhanden. Es könnte also alles so schön sein, ist es aber (noch) nicht.

 

Es hängt stark von der eigenen Internetleitung ab, ob man nun vernünftig spielen kann oder eben nicht. Auch ist die Bibliothek von Stadia noch nicht wirklich gross. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass Stadia auf Vulkan als Grafikschnittstelle setzt und die meisten Games für den Dienst angepasst werden müssen.

 

Wir werden in den kommenden Wochen den Dienst weiter Testen und dann noch einmal einen ausführlicheren Testbericht nachliefern und auch Stadia mit unterschiedlich schnellen Internetleitungen ausprobieren. Wir sind gespannt, wie sich das Setup dann verhält und sind auch froh, euch dann weitreichendere Details nachreichen zu können.

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