Di. 20. März 2018 um 18:53

Gaming Review: Fortnite Battle Royale für Apple iOS im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Noch vor dem Wochenende hat Epic Games einige Einladungen verschickt, die euch an dem Spiel teilnehmen lassen können. Allerdings haben nicht alle Personen, die sich registriert haben auch eine Einladung bekommen. Immerhin durfte man später im Spiel selbst noch drei Einladungen verteilen! Und es sind bereits einige Spielerinnen und Spieler in Fortnite Battle Royale für iOS unterwegs. Wir haben uns die neuste und wohl grösste Battle Royale Action für Smartphones einmal genauer angeschaut.

Fortnite Battle Royale für iOS: Steuerung gewöhnungsbedürftig, aber gut umgesetzt

Gleich das Wichtigste zuerst: Die Steuerung… Denn hier gab es nicht umsonst einige Bedenken. Generell ist es schwierig solche Spiele frei von Komplikationen umzusetzen. Gewohnt ist man eher Tastatur, Maus und/oder Controller. Fortnite Battle Royale nun über eine Glasscheibe auf dem Weg zum “Last Man Standing” zu erleben, ist ein völlig anderes Vorhaben. So musste man Kompromisse eingehen, allerdings auch Kompromisse die deutlich besser funktionieren als gedacht.

 

Die linke Seite des Bildschirms dient zum Abfeuern der Waffe, während ihr auf der linken Seite die Laufrichtung ausführen könnt. Wie bei vielen anderen Spielen auch darf die rechte Seite auch für die Blickrichtung genutzt werden, allerdings müsst ihr den Finger dann dafür auf dem Display liegen lassen, kurzes antippen führt nämlich ungewollt zum Schiessen. Es sei denn ihr drückt direkt auf den Angriffsbutton, dann schiesst ihr bei automatischen Gewehren auch durchgehend, was in Verbindung mit der gleichzeitigen Blickrichtungsänderung durchaus praktisch sein kann, um das Ziel dann zu verfolgen.

 

Die Karte im linken oberen Bildschirm ist anklickbar und erweitert sich dann entsprechend. Per “Pinch-to-Zoom”-Geste kann man in die aufgerufene Karte sogar hineinzoomen. Allerdings kostet das meistens recht viel Zeit. Man sollte sich also mit der Umgebung vertraut machen und nicht permanent in die Karte zoomen. Meistens reicht auch der nur kurz grösser werdende Abschnitt nach dem Antippen der Minimap.

 

Durchdacht: Jede Taste im Bildschirm ist gut erreichbar positioniert, zumindest was die iPhones anbelangt. Beim iPad Pro, vor allem bei den grösseren Modellen, muss man manchmal auch etwas längere Wege mit den Fingern in Kauf nehmen, vor allem was das Wechseln der Items unten in der Leiste betrifft. Hier muss die rechte oder linke Hand die Steuerung verlassen. Beim iPhone kann der Daumen zur Not noch schnell aus- und wieder eingefahren werden, aber meistens sind die Daumen das Werzeug zum Laufen oder Umschauen. Eine Sache, an die man sich zwangsläufig gewöhnen muss.


Für ein Smartphone-Spiel starke Umsetzung der Grafik!

Besonders beeindruckend ist für mobile Verhältnisse allerdings die Optik des Spiels. Man muss bedenken, dass die Hardware ein riesiges offenes Gebiet mit bis zu 100 Spielerinnen und Spielern rendern muss und das Spielerlebnis darf keine Einbrüche in der Bildrate zulassen, um hier den bestmöglichen Kompromiss zu liefern.

 

Getestet haben wir das Spiel auf iPhone 7 Plus, iPhone 8 Plus, iPhone X, iPad Pro und iPad Air 2. Auf keinem der Geräte konnten wir ein Ruckeln feststellen, welches uns aus der Spielerfahrung riss. Auf schwächeren Geräten wie dem iPhone 6s oder auch dem iPad Air 2 scheint die Detaildichte und Schärfe etwas herabgesetzt worden zu sein, konkret bestätigen konnten wir das aber erst einmal (noch) nicht. Das iPhone 7 Plus hingegen (kann in der Leistung theoretisch mit der Nintendo Switch mithalten) verrichtet schon einen ordentlichen Job, während man auf den neusten Devices (iPhone 8 und iPhone X) noch einmal deutlich mehr Power zur Verfügung hat, die kurioserweise sogar spürbar zu sein scheint.

 

Generell hält sich Fortinte Battle Royale für iOS sehr stark an die grossen Vorbilder für Konsole. Kein Wunder, denn es ist auch eine 1:1-Umsetzung der Umgebung und zwar mit allen Details, die es dafür braucht. Sonst wäre ja auch kein Crossplay unter den Plattformen möglich. Der Kompromiss ist sichtbar und man darf auch keine Grafik auf PlayStation- oder PC-Niveau erwarten. Auch wenn die Texturen durch das Scope eines Sniper-Gewehrs in der Entfernung deutlich an Schärfe verlieren, so bleibt die Weitsicht enorm und klar erkennbar. Die Details der Figuren und die Charaktere selbst bleiben Scharf und können auch auf weiterer Entfernung ausgemacht werden.

 

Das Spiel läuft auf allen Geräten aus Apples Portfolio, die unterstützt werden, in 30 Bildern pro Sekunde (FPS). Dafür aber mehr als nur stabil, ohne gross einzubrechen und das auf allen der hier getesteten Modelle. Ob 60 FPS mit den deutlich stärkeren Apple A11 Bionic Chipsätzen im iPhone 8 oder iPhone X machbar gewesen wären, bleibt erst einmal reine Theorie. Schlimm finden wir die 30 FPS für ein Mobile Game aber jetzt auch nicht. Die Performance ist also absolut in Ordnung und die Grafik ist durchgängig als gut zu bezeichnen.

Fortnite Battle Royale für iOS bietet auch einige Komfortfunktionen

Um das “Last Man Standing”-Konzept für den Touchscreen etwas angenehmer zu gestalten, bietet Fortnite Battle Royale für Smartphones (wahrscheinlich dann auch für Android) einige interessante Komfort-Kniffe. So könnt ihr grundsätzlich über Verbrauchsgegenstände – wie beispielsweise Munition für Waffen – drüber laufen, um diese einzusammeln. Das gilt aber nicht für Waffen selbst, denn die müsst ihr über den Bildschirm anklicken, was euch kurze Zeit bewegungsunfähig macht! Also seid euch vorher sicher, dass niemand in der Nähe ist. Oder trainiert die Finger einfach so schnell, dass es kaum einen Unterschied macht. Letzteres dürfte aber nur eine Option für die Hardcore-Fraktion sein.

 

Um sicher zu sein, dass sich niemand in der Nähe befindet, gibt es zudem eine Anzeige für Schüsse und Schritte in der Umgebung! So werden leicht transparente Indikatoren in der Bildmitte angezeigt, die euch symbolisieren aus welcher Richtung Schüsse (orange) und Schritte (weiss) kommen. Allerdings zeigen diese nur die Richtung an, sie unterscheiden also nicht in der Höhe. Damit lässt sich Fortnite Battle Royale auch ohne Sound spielen! Praktisch, wenn man Mal seine Kopfhörer vergessen hat.

 

Besonderes Augenmerk legte Epic Games bei Fortnite Battle Royale für iOS aber auch auf das Zielen, da es mit dem Touchscreen anfänglich alles andere als einfach ist. Ein Problem, dass man vielen Personen im Spiel auch anmerkte. Helfen soll hier eine stark ausgeprägte Zielhilfe, welche beim Abzug eines automatischen Gewehrs und dem ersten Treffer nahezu auf dem Ziel kleben bleibt. Anfänglich ist es also schwer, das Ziel erst einmal auf den Gegner zu bringen, aber wenn man bereits den ersten Schuss setzt, läuft der Kampf nahezu von selbst. Am Ende bleibt es sowieso eine Gewöhnungsfrage, aber trotz deutlicher Zielhilfe ist eine Steuerung über den Touchscreen am Anfang immer sehr hakelig.

Fortnite Battle Royale iOS
Gewöhnungsbedürftig, aber mit ein paar durchdachten Hilfestellungen auch auf dem Smartphone sehr gut spielbar.

Fazit: Winner Winner Lama Dinner! Grandiose Umsetzung für Smartphones

Das schönste an der Umsetzung ist allerdings die wirklich gelungene Portierung selbst. Wir haben es hier mit einem 1:1 umgesetzten Fortnite Battle Royale zu tun. Egal ob Waffen, Skins, die Karte an sich… Alles ist genau so wie am PC oder den Konsolen selbst. Daher funktioniert das Spiel auch hervorragend im Crossplay mit anderen Plattformen. Es handelt sich hier also um das volle Spielerlebnis, in einer Form, das kaum ein anderes Smartphone-Spiel so bieten kann. Ärgster Konkurrent wäre in diesem Fall vielleicht noch Playerunknown’s Battleground, welches aber kein Crossplay unterstützt und keine 1:1-Umsetzung der grossen Version darstellt. Sondern ein explizit ausgekoppeltes Mobile-Game der PUBG-Reihe.

 

Vom Crossplay mit PC und Konsolen raten wir allerdings generell ab, auch im Falle von Fortnite Battle Royale, da ihr mit dem Touchscreen gegenüber Controller und/oder Maus/Tastatur deutlich im Nachteil seid, sowohl was Geschwindigkeit anbelangt, als auch die oben erwähnten Schwierigkeiten, wenn ihr einmal die Steuerung loslassen müsst um Waffen einzusammeln oder dergleichen. Die Option für das Spielen mit Freunden auf anderen Systemen ist zwar ein schickes Nice-To-Have, sollte aber mangels Chancengleichheit vermieden werden.

 

Wer für ein paar Tage beruflich – oder aus anderen Gründen – unterwegs ist, wird aber mit Fortnite Battle Royale bestens unterhalten! Da ihr euren Epic Games Account verwenden könnt, nehmt ihr alle Erfolge, Skins und andere Gadgets mit auf das Smartphone. Auch den Level eures Profils könnt ihr so unterwegs weiter steigern und an weiteren Erfolgen arbeiten. Epic Games setzt hier auf nahtloses Gaming zum mitnehmen, was in unseren Augen die grösste Stärke darstellt und sogar ein toller Fanservice ist.

 

Noch befindet sich Fortnite Battle Royale in der Invite-Event-Phase und es ist im Apple App Store nicht öffentlich zugänglich. Es ist bei weitem aber keine Beta-Version mehr! Epic Games will lediglich die Server nicht überstrapazieren, was bei einem so extrem beliebten Franchise der Fall wäre und sich durch Crossplay auf alle Plattformen auswirken würde. Durch die nun nach und nach verschickten Einladungen behält man die Kontrolle. Lange sollte es aber bis zum öffentlichen Zugang nicht mehr dauern, dann sollten alle Fortnite-Fans auf den mobilen Titel für iOS zugreifen können.

 

Für Android wird es noch ein wenig dauern, denn hier verweist Epic Games noch auf den Zeitraum “im Laufe der nächsten Monate”. Zudem gibt es keinerlei Informationen darüber welche Geräte bzw. Chipsätze für Googles Plattform unterstützt werden. Da die Anforderungen für iOS mit mindestens einem iPhone 6s oder iPad Air 2 sehr hoch sind, werden wir für Android ähnliches erwarten dürfen. Wer aber dennoch nicht auf ein Battle-Royale-Spiel verzichten will, darf bereits jetzt eine Vorabversion von Playerunknown’s Battleground für Android-Smartphones ausprobieren, welches vor wenigen Tagen im Play Store veröffentlicht wurde. Ein Test wird hier ebenfalls in den kommenden Tagen folgen!

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen