Mo. 04. Juni 2018 um 16:28

Gaming Review: Dragon Ball Legends im Test – “KAAKAROOOOOT!!!”

von Marcel Laser0 Kommentare

Als Dragon Ball Legends zur GDC vorgestellt wurde, schien die Euphorie gross, was sich letztendlich auch in den Vorregistrierungen des Spiels widerspiegelte. So erreichte man innerhalb kürzester Zeit über 4.5 Millionen Fans und die Belohnungen im Spiel wurden ausgeschüttet. Verwirrung gab es indes über die Veröffentlichungsstrategie, denn Dragon Ball Legends war schon einige Zeit in den Stores verfügbar. Bandai Namco weitete seine Testphase nur relativ schnell aus um die Server nicht überzustrapazieren. Nun ist Dragonball Legends weltweit verfügbar und wir haben uns den App Store Durchstarter einmal genauer angeschaut.

Sammelkartenspiel im Dragon Ball Universum

In erster Linie muss man sich eigentlich erst fragen, was Dragon Ball Legends eigentlich ist, denn die Mischung der inspirierten Genres ist gewaltig. Wir blicken hier auf ein Sammelkartenspiel mit Rollenspiel-Elementen im Beat’em’Up-Style, welches viele strategische Elemente vereint und es zudem noch eine Prise Glück bedarf. Das klingt kompliziert, aber das Spiel könnte nicht einfacher gehalten sein. Durch Beschwörungen, die mit der Premium-Währung ausgeführt werden, habt ihr Zugriff auf eine Reihe von unterschiedlich wertvollen und damit auch unterschiedlich starker Charaktere. Diese teilen sich in den Seltenheitsstufen Hero, Extreme und Sparking auf.

 

Zudem hat jeder Charakter auch ein eigenes Element, welches wiederum entweder stark oder schwach gegenüber anderen Elementen ist. Zudem gibt es unterschiedliche Kampftypen, die sich in Unterstützung, Verteidigung, Nahkampf oder Fernkampf aufteilen. Neben all diesen unterschieden dürft ihr eure erhaltenen Charaktere noch mit Ausrüstung ausstatten um entweder Schwächen zu kompensieren oder Stärken weiter auszubauen. Die Möglichkeiten sind also vielfältig, was die Aufstellung eures Teams betrifft.

 

Ein Team selbst besteht aus sechs Charakteren, wovon wiederum nur maximal drei Kämpfen dürfen. Um an die Kämpfer zu kommen spielt ihr entweder Events oder investiert Zeitkristalle. Letztere ist die Premium-Währung des Spiels und durch das Beschwörungssystem erinnert das Ganze eher an ein Sammelkartenspiel, was aber jetzt in erster Linie nicht schlecht sein muss. Eure Charaktere steigen zudem im Level, wenn ihr mit ihnen den Storymodus oder Events absolviert, was sie unter anderem deutlich stärker macht.


One-Touch-Klopper, hier spielen selbst die Karten mit Karten

Habt ihr euer Team zusammen, könnt ihr euch in die unterschiedlichen Modi werfen. Zum einen gibt es einen Story-Modus, der die neuen Charaktere, unter anderem Schallot vorstellt und wo ihr auch Events absolvieren könnt, die euch die Möglichkeit geben Teile der Originalgeschichte von Dragon Ball nachzuspielen. Vor allem letzteres ist ganz interessant, da hier auch Bilder aus der Anime-Serie gezeigt werden, um die Story zu erzählen. Auf der anderen Seite gibt es den Kernpunkt: Die Multiplayer-Kämpfe.

 

Dragon Ball Legends ist mit einem einzigen Finger spielbar, da ihr keine komplizierten Knopfkombinationen drücken müsst. Ihr streicht mit dem Finger einfach über den Bildschirm, um eure Charaktere zu bewegen, weicht Angriffen aus oder vollführt selbst diverse Komboattacken.

 

Nun kommen wir allerdings zu der Prise Glück, die oben schon angesprochen wurde. Euch wird ein Angriffsset aus vier zufälligen Karten zur Verfügung gestellt, die wiederum durch die Auswahl der unterschiedlichen Charaktertypen beeinflusst werden können, welche Karten am häufigsten erscheinen. Jede Karte steht für einen anderen Angriffstyp (Nahkampf, Fernkampf, Spezialangriff und Support). Tippt ihr eine der Karten an, vollführt ihr den entsprechenden Angriff und die Karte wird aus der Leiste entfernt. Kurz darauf erscheint eine zufällige neue Karte usw.

 

Hier kommt es letztendlich nicht nur auf das Kartenglück an, sondern auch auf die Taktik und wie ihr im Kampf agieren wollt. Ausweichen ist meist nur einmal möglich und dann muss sich der Ausweichbalken wieder regenerieren. Vollführt euer Gegner einen starken Nahkampfangriff und muss durch die Entfernung erst nach vorne stürmen, kann man aber mit einem Fernangriff kontern. Zudem spielen die Element-Gruppierungen ein grosse Rolle, was vor allem den angerichteten Schaden beeinflusst.

 

So bietet Dragon Ball Legends trotz seiner hohen Geschwindigkeit in den Kämpfen, die selbst im Multiplayer komplett in Echtzeit ablaufen, eine enorm taktische Tiefe. Natürlich gehört auch ein wenig Glück bei den Angriffskarten dazu, aber wer sich eine entsprechende Taktik zurechtlegt, wird auch mit den zufällig gezogenen Angriffskarten zurechtkommen.

Dragon Ball Legends
Die Karten unten im Bildrand geben die Attacken vor. Die Taktik ist hier entscheidend über Sieg und Niederlade.

Kein Pay-2-Play, allerdings fast schon Pay-2-Win?

Bei Free-2-Play-Spielen wird immer sehr schnell die Frage nach dem Energiessystem laut. Spätestens seit Harry Potter: Hogwarts Mystery haben wir zumindest schon einmal ein sehr prominentes Beispiel gefunden, wie man es besser nicht machen sollte. Allerdings könnte einem bei Dragon Ball Legends auf den ersten Blick ebenfalls schlecht werden, denn ihr regeneriert einen von zehn Punkten in sehr langen 20 Minuten. Was? 20 Minuten?! Das klingt erst einmal barbarisch, ist aber in unseren Augen nicht tragisch.

 

Wenn ihr in den Kampf zieht, kostet euch das einen Punkt pro Fight. Egal ob Story oder Event. Nur im Multiplayer kosten PvP-Kämpfe keinerlei Energie. Bis ihr diese Punkte aber aufgebraucht habt, vergeht einiges an Zeit. Egal ob Charaktere in der Story leveln oder euch auf die Kämpfe in der Rangliste vorbereiten. Das Spiel fesselt euch sogar teils deutlich über 30 Minuten am Stück vor den Bildschirm. Im Schnitt spielt ihr also 20 Mal länger als bei Harry Potter: Hogwarts Mystery. Besonders wertvolle Events brauchen aber auch deutlich mehr Energie. So zum Beispiel das Event fürs schnelle Aufleveln der Charaktere, welches ihr mit fünf Energiepunkten bezahlen müsst. Das halbiert die Zeit des Spielens dann schon ziemlich drastisch, sorgt aber dafür dass eure Charaktere bedeutend schneller stärker werden.

 

Kritischer sehen wir allerdings das Pay-2-Win-System, welches in den Multiplayer-Kämpfen stark auffällt. So bemüht man sich zwar, euch Konkurrenz vor die Nase zu setzen, die ein ähnliches Level besitzt, allerdings sahen wir uns schon sehr häufig Teams gegenüber, die teilweise mehr als 200 Level über unsere eigenen Charaktere standen. Solche Gegner sind dann extrem stark und können einen mit einem oder zwei Angriffen aus dem virtuellen Ring fegen. Zwar ist es möglich noch einige Level an Unterschieden mit viel Mühe und sehr geschicktem Kampfvermögen auszugleichen, doch ist der Unterschied wie in diesem Fall aber zu drastisch, dann sieht man gar kein Land. Auf den ersten Plätzen der Ranglisten tummeln sich so schon Fans mit Teams auf Maximalevel. Um so höher man in den Ranglisten voranschreitet um so grösser fallen auch die Belohnungen aus.

 

Man darf davon ausgehen, dass sich das System an dieser Stelle noch einpendeln wird, denn Dragon Ball Legends ist erst vor wenigen Tagen offiziell weltweit erschienen. Wenn sich die Pay-2-Win-Fraktion bis nach oben durchgekämpft hat, sollten diese nach und nach aus den “normalen” Regionen verschwinden. In wie weit das Match-Making dann greift, wird man sehen müssen. Dass immer Mal wieder ein Gegner mit einem übermächtigen Team auftaucht, bleibt aber wohl schlussendlich nicht ganz unvermeidbar.

Fazit: Dragon Ball Legends ist das bisher beste DB-Smartphone-Spiel auf dem Markt

Absolut beeindruckt hat uns vor allem die taktische Tiefe der überaus schnellen Kämpfe. Wann weiche ich aus? Sollte ich überhaupt ausweichen? Welche Konter setze ich? Auf welche Elemente muss ich zurückgreifen? Wie stelle ich mein Team auf? Es macht einfach Spass, die unterschiedlichen Charaktere zu sammeln und sich taktisch aufzustellen. Zudem trainiert man nicht nur seine Dragon Ball Charaktere, sondern auch das eigene Kampfgeschick, welches ebenfalls entscheidend ist.

 

Der Storymodus hingegen ist nicht nur zum Aufleveln der Teams geeignet, sondern ist gleichzeitig auch noch ein ziemlich gelungener Fanservice. Wer sich im Dragon Ball Universum auskennet, wird mehrmals ein Lächeln auf den Lippen tragen, wenn sich die Charaktere in der Geschichte begegnen.

 

Auch das Energiesystem stört in erster Linie nicht, auch wenn man auf den ersten Blick der Regenerationszeit erschrecken mag. Dafür hat man mit seinen zehn Punkten genug zu tun, um das Spiel auch letztendlich länger weglegen zu können.

 

Als schwierig erachten wir derzeit noch das Pay-2-Win-Kräftemessen im Multiplayer-Modus. Man trifft erschreckend häufig auf teils unbesiegbare Team, egal wie gut man kämpft. Wir vermuten an dieser Stelle, dass sich das aber mit der Zeit mehr legen wird, wenn diese Spielerinnen und Spieler die Rangliste hochlaufen. Dann sollte dieses Phänomen eventuell deutlich weniger auftreten. Ob es letztendlich ganz verschwindet, muss abgewartet werden.

 

Insgesamt halten wir Dragon Ball Legends für den bisher besten Dragon Ball Ableger im App Store. Der Fanservice ist gewaltig: Orignalsprecher (japanisch und englisch), man darf Teile der Geschichte selbst erleben und selbst die Kämpfe fühlen sich richtig Dragen-Ball-typisch schnell und knackig an. Fans der Serie sollten auf jeden Fall einmal reinschauen. Der Schwerpunkt auf Multiplayerkämpfe wird allerdings nicht allen gefallen und wir hätten vielleicht ein bisschen mehr Story erwartet, aber das Spiel wird ja in Zukunft noch deutlich ausgebaut.

DRAGON BALL LEGENDS
Preis: Kostenlos+
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vg-wort
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