Mo. 05. Juni 2017 um 12:32

Gaming Review: Pokémon – Karpador Jump im Spieletest

von Marcel Laser0 Kommentare

Karpador ist das schwächste Pokémon in der gesamten Serie. Der berühmte Satz “Karpador setzt Platscher ein! … Doch nichts geschieht…” prägte wohl eine ganze Generation von Fans, aber vielleicht ist es deshalb auch so beliebt. Mit Garados entwickelt sich aber auch ein verdammt starkes Pokémon aus dem kleinen Fisch, was wiederum seine Beliebtheit steigerte. Mit Pokémon: Karpador Jump hat The Pokémon Company nun ein ganzes Spiel dem schrulligen Grätentier gewidmet und der Hype in den Stores ist gross! Wir haben es uns genauer angeschaut.

Fischzüchter Deluxe! So genau habt ihr Karpador noch nie kennengelernt

Der Name könnte für Fans von mobilen Smartphone-Games etwas irritierend wirken. Viele Spiele mit dem Beisatz “Jump” erinnern eher an sogenannte Endless-Jumper in Form von Doodle Jump. Doch Pokémon: Karpador Jump setzt tatsächlich auf etwas mehr Gameplay Elemente und die Sprünge der Fische müsst ihr übrigens auch nicht selbst ausführen oder steuern. Doch dazu später mehr!

 

Ihr spielt einen jungen Pokémon Trainer, der für seine hervorragenden Eigenschaften nach Karpstadt gerufen wird. Ihr sollt die einstige für ihre starken Karpadors berühmte Stadt wieder “aufbauen” indem ihr die dortigen Fisch Pokémon für Sprungwettbewerbe trainiert. Denn in den letzten Jahren hat kein Karpador aus Karpstadt überhaupt irgendetwas gewonnen! Das kann natürlich nicht so bleiben und daher sollt ihr euch um das Züchten von neuen Fischen kümmern und das Trainieren übernehmen.

 

Dabei baut ihr eine besondere Beziehung zu allen Karpador Generationen auf, ihr könnt ihnen Spitznamen geben und sie haben auch mit männlich und weiblich unterschiedliche Geschlechter, wobei diese keine wirklichen Auswirkungen auf das Spiel selbst haben. Euer Karpador wird per Angel aus einem Becken gefischt und der Zufall entscheidet über das Potenzial eures Pokémon. Diese können unterschiedliche Zusatzboni bieten, wie mehr Erfahrung durch Training oder das Essen von Futter. Auch die Musterung spielt eine gewisse Rolle, da ihr diese sammeln könnt. Jede Musterung gibt eurem Karpador eine gewisse Charakteristik mit und einige dieser Musterungen haben sogar Auswirkungen auf einige Fähigkeiten.


Training, Ligakämpfe und ganz viele Bonusitems

Das Herz des Spiel ist es eigentlich nur, dass ihr euch gut um euer Karpador kümmert. Denn es muss auf sein maximales Sprungkraft-Level kommen, welche im Spiel auch als KP (Kraftpunkte) angegeben werden. Diese sollten immer so hoch wie möglich ausfallen. Die KP werden durch das Fressen von Futter, Training und zusätzlichen Items sowie Pokémon Freunde am Rand des Aquariumbeckens erhöht.

 

Und eine hohe Sprungkraft werdet ihr brauchen, denn ihr tretet mit euren Karpadors in mehreren Ligen an. Hier kämpfen alle Fische um die krasseste Sprunghöhe! Denn wie jeder Fan von Karpador weiss, liebt es der Fisch so hoch wie möglich zu springen! Gewinnt ihr die Wettkämpfe um den höchsten Sprung winken inGame-Währungen und besondere Items, um weitere Gegenstände kaufen zu können und so die Sprungkraft schneller auf das maximal Level zu bringen.

 

Erreicht euer Karpador das Maximallevel wird es seine Karriere beenden. Auf dem höchsten Level sind nur noch Ligakämpfe möglich und euer Karpador wird solange am Wettbewerb teilnehmen bis die aktuelle Liga gewonnen oder ein Kampf verloren ist. Danach müsst ihr euch ein neues Karpador angeln und das alte wird ab und an einmal im Hintergrund euer aktuelles Aquarium besuchen. Sieht schick aus, hat aber keinen wirklichen Nutzen, doch so bleiben die Erinnerungen an euer Karpador der jeweiligen Generation erhalten.

 

Vor allem die zusätzlichen Items sind wichtig. So bekommt ihr im Laufe des Spiels unterschiedliche Trainingsmethoden freigespielt. Diese werden per Zufall an den Trainigstagen ausgewählt sobald ihr einen Trainingslauf startet. Viel machen kann man aber nicht, da das Training rein automatisch stattfindet. Per Zufall wird dann je nach Effektivität die Sprungkraft eures Karpador erhöht. Mit der inGame-Währung “Münzen” könnt ihr neues Futter, welches euren Fisch deutlich schneller stärker werden lässt, kaufen oder auch neue Deko-Items für das Aquarium freischalten. Letztere bieten passive Boni, die ebenfalls wichtig sind.

Der Zufall im Spiel entscheidet über “Leben und Tod”, sprichwörtlich!

Wie ihr vielleicht schon im Text davor lesen konntet, entscheidet vor allem der Zufall über viele Dinge im Spiel. Egal ob das Auswählen des nächsten Karpadors (Stichwort Generationswechsel) bis hin zur Effektivität des nächsten Trainings. Es gibt auch zufällige Ereignisse im Spiel, die euch mehr Diamanten, Münzen oder noch mehr KP-Punkte einbringen können.

 

Während einige nur positive Effekte hervorbringen oder ab und an nur kleine negative Dinge passieren, kann es aber auch schon einmal vorkommen, dass euer trainiertes Karpador den virtuellen Tod stirbt, auch wenn dieser nur angedeutet wird. So gibt es ein Event, wo ihr euch entscheiden müsst on euer Karpador eine köstliche Beere von einem Baum per Sprung pflücken soll. Entscheidet ihr euch für das Springen zur Beere, könnte ein Tauboga auftauchen und entführt euer Karpador. Dieses ist dann “Weg” und ihr müsst euch eine neue Generation Angeln und diese von vorne Trainieren! Gelingt aber der Sprung zur Beere und euer Karpador wird nicht entführt, bekommt ihr eine Menge KP-Punkte für euren Fortschritt gutgeschrieben.

 

Daher sollte man bei einigen Events wirklich abwägen, ob der negative Effekt nicht zu drastische Auswirkungen hätte. Sollten die negativen Folgen nicht all zu schlimm sein, kann man ruhig öfters auf Risiko spielen, denn verlorene KP-Punkte lassen sich jederzeit wieder antrainieren.

Ein Zufallsereignis: Karpador (Jürgen) und Pikachu machen einen Spaziergang, werden aber von einem Tauboga angegriffen! Eines der wenigen Events die immer positiv ausgehen.

Free-2-Play aber kein Pay-2-Win! Also eines von den guten Systemen!

The Pokémon Company hat sich bei Karpador Jump, ähnlich wie bei Pokémon GO, für den Weg des Free-2-Play-Systems entschieden, schafft aber einen aasgewöhnlich guten Spagat! Denn echtes Geld zu verwenden ist absolut nicht nötig! Es gibt kein PVP-System, welches euch dazu zwingen könnte, ab einer gewissen Zeit wirklich echtes Geld zu verwenden. Alles kann in Ruhe über das ganz normale und wirklich simpel gehaltene Gameplay erspielt werden.

 

Es gibt zudem keinerlei Werbung im Spiel selbst. Lediglich am Anfang des Startbildschirms kommt unten ein kleiner Streifen Werbung, der euch über die neuen beiden Nintendo 3DS Titel der Pokémon Serie informiert, angezeigt. Das ist mehr als nur angehen und man kann sich sehr gut auf das Spielen konzentrieren. Solche Perlen des Free-2-Play-Genres sind wirklich extrem selten zu finden.

 

Nicht einmal nervige Benachrichtigen über diverse Events oder aufgeladene Energien trudeln ein! Das ist wirklich sehr angenehm und hebt sich positiv vom Free-2-Play-Jungle in den App Stores ab.

Der Startbildschirm des Spiels zeigt unten die Werbung an. Mehr bekommt man nicht zu Gesicht. Positiv!

Fazit: Mehr Karpador geht nicht! Hoher Suchtfaktor im kurzweiligen Korsett

Wir sind an dieser Stelle mehr als ehrlich: In Karpador Jump hat man nicht auf vieles Einfluss und man klickt sich einfach nur durch das Training und die Ereignisse bzw. füttert seine Fische. Mehr aber auch nicht. Doch das System, euch in den Ligen zu beweisen und immer stärkere, anderes aussehende Karpadors zu züchten und zu sammeln, macht wirklich süchtig! Wie weit komme ich in der nächsten Liga mit dem selben Karpador? Beendet es bald seine Karriere? Es macht einfach Spass sein Aquarium aufzubauen, zu dekorieren, Bonusinahlte zu entdecken und einfach immer mal wieder ins Spiel reinzuschauen.

 

Karpador Jump ist kein Game vor dem man stundenlang pausenlos am Display hängt. Stattdessen öffnet man es nur und spult kurz sein Pensum ab. Ist alles erreicht schliesst man die App wieder und kommt zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Das macht es enorm kurzweilig aber für einen perfekten Begleiter für zwischendurch auf kurzen Busstrecken oder zum Überbrücken von anderen Wartezeiten.

 

Das recht schnell eintönig werdende Gameplay kann aber auch abschrecken. Man wünscht sich schon ein wenig das Training selbst beeinflussen zu können oder vielleicht auch die Sprungwettbewerbe selber zu steuern und viel mehr Zeit würde es nicht kosten. Daher gab es auch schon negative Kritik über die zu grosse Einfachheit des Spielprinzips, die wir an dieser Stelle auch üben möchten.

 

Dennoch bleibt Karpador Jump für Pokémon Fans ein wirklich toller kurzweiliger Zeitvertreib, der auch auf lange Sicht durch das Sammeln der Fische und die acht grossen Liga-Kämpfe einiges an Zeit verschlingen kann. Uns hat der kostenlose Auftritt eines der beliebtesten Pokémon überzeugt. Die Idee ist niedlich, die Grafik sowieso und Free-2-Play absolut nicht zu spüren. Selbst die kleinsten Kinder unter uns werden Spass am Fische füttern und trainieren haben.

 

Karpador Jump ist kostenlos für iOS und Android erhältlich und kann aus den jeweiligen App Stores heruntergeladen werden. Eine Version für Windows 10 Mobile wird es allerdings von The Pokémon Company erst einmal nicht geben, was uns an dieser Stelle zum letzten Kritikpunkt führt. Aber vielleicht wird man sich ja irgendwann noch einmal anders entscheiden.

 

Pokémon: Karpador Jump
Pokémon: Karpador Jump
Preis: Kostenlos+
Pokémon: Karpador Jump
Pokémon: Karpador Jump
Preis: Kostenlos+

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