Mo. 09. März 2015 um 12:01

Gaming Review: Mad Catz C.T.R.L.i Controller für iOS Devices

von Marcel Laser0 Kommentare

Gaming für Tablets und Smartphones immer wichtiger

Wer die Entwicklung im Markt beobachtet wird feststellen, dass schon fast kein Weg mehr an Smartphones und Tablets im Bereich Gaming vorbei geht. Jedenfalls wenn es um die Spieleschmieden geht. Von kleineren Spielen mit ein wenig Zeitvertreibpotential bis hin zu richtig ausgewachsenen Genre-Spielen in „Konsolenqualität“. Android und iOS haben eine ganze Menge Spiele zu bieten und viele unterstützen auch Bluetooth Controller. Egal ob FIFA 15 Ultimate Team, Monster Hunter: Freedom Unite, Bastion, LIMBO, Oceanhorn, Dead Trigger 2 und viele mehr: Der Markt ist riesig und stellenweise sogar profitabler als die grossen Plattformen der Konsolen. Daher werden auch bessere Eingabegeräte als die bisher verwendeten Touchscreen-Displays wichtig, auch wenn diese oftmals gar nicht schlecht umgesetzt werden. Im ersten Teil des Testberichtes widmen wir uns dem Mad Catz C.T.R.L.i für Apple Geräte. Im kommenden zweiten Artikel geht es um die Version für Android Smartphones.

 

 

Mad Catz C.T.R.L.i: Dank Apple MFi eine wahre Grösse beim Spielen

Als Apple mit iOS 7 die MFi Schnittstelle einführte, allerdings keinen grossen Hype darum machte, wurde im Prinzip eine kleine Revolution in das Apple Betriebssystem integriert. Die Schnittstelle ist klein, sie ist leicht zu implementieren und hat riesige Auswirkungen auf das Spielverhalten. Einmal integriert ist jeder von Apple zertifizierte Controller uneingeschränkt im Spiel nutzbar und das Beste: Alle Touchcontrols auf dem Display verschwinden in der Zeit, in der ihr den Controller verwendet, komplett vom Bildschirm. Man glaubt gar nicht, wie viel Platz man auf einmal auf dem Bildschirm hat. Egal ob Monster Hunter, FIFA 15 Ultimate Team oder Dead Trigger 2. Sind die Touchelemente erstmal verschwunden, macht es erst richtig Spass, ohne dass man wesentliche Spielbereiche mit seinen Händen verdeckt.

 

Der Controller ist robust gebaut und ordentlich gross. Er ähnelt vor allem den klassischen XBox Controllern und liegt daher sehr gut in der Hand. Es gibt die typischen Action-Buttons rechts, vier Triggertasten hinten, ein D-Pad und zwei Analogsticks. Das Layout ist bekannt und daher recht angenehm zu bedienen. Auf der Rückseite ist ein Gewinde aus Metall eingelassen, welches die Halterung für die iPhones fassen kann. Der Schraubenknopf ist ebenfalls aus Metall, was einen sehr stabilen Eindruck vermittelt. Sind die iPhones, egal welche Grösse, erst einmal platziert, sitzen diese wirklich fest im Griff der Halterung. Allerdings sollte man den Controller mit iPhone nicht hinstellen, das Gewicht kippt ihn sonst nach hinten um.

 

Mad Catz C.T.R.L.i: Das Design orientiert sich, wie bei der Version für Android, am berühmten XBox-Controller.

MFi Integration, Laufzeit und unerwartete „Knopfdruck-Eskapaden“

Wie erwähnt, lässt Apples integrierte MFi Schnittstelle die Bedienelemte auf dem Display verschwinden. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Controller selber MFi unterstützt und das Spiel die API selbst integriert. Trifft beides zu, so steht dem Spielspass nicht viel im Wege. Einige tolle Spiele darunter sind Modern Combat 5, Monster Hunter, FIFA 15 Ultimate Team, Dead Trigger 2 und Asphalt 8. Real Racing 3 unterstützt MFI ebenfalls, doch ist hier die Steuerung sehr schwammig. Die Analogsticks sitzen relativ stramm im Kugelgelenk, was ein sehr präzises Lenken erschwert, zudem brechen die Fahrzeuge schon bei kleinere Lenkbewegungen schnell aus. Hier würde ich mir inGame mehr Optimierungsmöglichkeiten wünschen.

 

Interessant sind aber die Eigenschaften der verbauten Knöpfe und damit meine ich alle Buttons, die sich im, auf und an dem Controller befinden. Man hat während einiger Spiele das Gefühl, dass unter Umständen ein Knopf nicht oder nur zögerlich reagiert. Man könnte meinen, sie würden alle auf Druckempfindlichkeit reagieren und das tun sie auch! Alle Buttons sind analog integriert und reagieren auf die Stärke des Drucks, was ich persönlich allerdings als Nachteil empfinde, weil es die Steuerung in diversen Spielen schwammiger wirken lässt, als sie sein muss. Sowohl für Android, als auch für iOS könnt ihr die Mad Catz Begleit-App für eure Controller installieren und dort könnt ihr auch einige Kalibrierungen vornehmen. Sie zeigt euch die Druckstärke an, die gerade auf die jeweilige Taste ausgeübt wird. Erst musste ich mir verwundert die Augen reiben, doch es ist tatsächlich so.

 

Leider gibt es in keiner App, auch nicht einmal in der hauseigenen Mad Catz Applikation, die Möglichkeit, die Tasten auf digitale Eingaben umzustellen, was bei vielen Spielen die Steuerung vereinfachen würde. Warum man überhaupt die Action-Buttons analog integrieren muss, ist mir sowieso ein Rätsel, aber wer weiss, was Mad Catz sich dabei gedacht hat. Wenn man nun schon eine ganze Weile mit dem Controller spielt, gewöhnt man sich allerdings an das Szenario und einige Spiele reagieren sowieso schon auf dem kleinsten Druck.

 

Zwar sind wechselbare Batterien oft auch ganz praktisch, doch hätte ich im Falle des Mad Catz C.T.R.L.i lieber einen festverbauten Akku gewünscht, der zudem per Micro-USB geladen werden kann. So muss man leider permanent ein paar Batterien mit sich herumschleppen, um diese zu wechseln. Sollte man selber Akkus einsetzen wollen, so muss man aber wiederum ein Ladegerät mit sich herumschleppen, welches deutlich mehr Platz verbrauchen würde. Mit einer Powerbank würde man nicht nur das iOS Device laden können, sondern am Ende auch den Controller. So bleibt hier also ein kleiner bitterer Nachgeschmack liegen.

Die Halterung befestigt man am Controller und darin findet das iPhone Platz.

Zocken, zocken und nochmals zocken!

Mittlerweile wissen wir, warum Apple sich für den Weg der MFI Schnittstelle entschieden hat und wir können es mehr als nur nachvollziehen. Es vergeht derzeit kein Tag, an dem ich nicht mit dem Controller mal vor dem iPad sitze. Da ich ebenfalls ein Case besitze, mit dem man das iPad Air 2 wie einen kleinen Monitor aufstellen kann, ist das Spielen darauf extrem angenehm. Die letzten zwei Wochen waren einige Zugreisen dabei und spätestens jetzt Ende Februar galt es auch den Flug nach Barcelona zu überbrücken, was sehr einfach und angenehm funktionierte.

 

Die Spiele sind mit Titeln wie Modern Combat, GT Racing, Monster Hunter, Oceanhorn und Bioshock so extrem hochklassig besetzt, dass man tatsächlich eine sehr mobile Spielekonsole für unterwegs bekommt. Wer das iPad nicht mitnehmen will, kann natürlich auch das iPhone an den Controller anstecken. Doch ist gerade die Verbindung mit dem iPad extrem praktisch und bringt zudem am meisten Spass. Die 9.7 Zoll sind eine tolle Grösse für einen transportablen Bildschirm und zudem sehen die Spiele optimiert auf Apples Prozessor in einer Auflösung von 2048 x 1536 einfach blendend aus.

 

Grade das iPad taugt als sehr praktische mobile Spielekonsole für unterwegs und durch den Controller macht es um Welten mehr Spass, bestimmte Titel auf dem Display zu zocken. Die hohe Akkulaufzeit des Tablets mit dem Controller ist ebenfalls ein Pluspunkt.

Dank Apples MFi: Sind beide Geräte verbunden, verschwinden die Touch-Controls von der Bildfläche

Fazit

Mehr davon! Aber bitte vorher richtig überdenken… Daher erst einmal die Nachteile vorweg. Am meisten gestört hat uns vor allem die analoge Ausrichtung der Action-Buttons und dass es bisher irgendwie keine Möglichkeit gibt, dies in diversen Einstellungen zu ändern. Es macht die Steuerung in einigen Spielen sehr schwammig und man muss sich erst einmal daran gewöhnen, wie die Buttons auf den Druck reagieren. Zudem ist ein Einsetzen von normalen Batterien bei einem Controller für mobile Endgeräte ebenfalls eine sehr merkwürdige Entscheidung. Entweder wechselt man diese nun immer, wenn sie leergespielt wurden oder man setzt auf Akkus, die allerdings auch entnommen werden müssen, um geladen zu werden, was wiederum dazu führt, dass man bei längeren Ausflügen ein weiteres Ladegerät mit sich herumschleppt.

 

Alles in allem wird der positive Eindruck allerdings von einer einzigen Technologie getragen und überwiegt damit einige der Nachteile: Apples MFi Schnittstelle sorgt dafür, dass aus dem Controller einfach ein tolles Produkt für Leute wird, die sich unterwegs intensiver mit den Spielen beschäftigen wollen. Games wie Monster Hunter Freedom Unite, die sehr viele Touch-Controls auf dem Bildschirm platzieren, können durch MFi fähige Controller wie dem Mad Catz C.T.R.L.i in einer sehr nahe an Konsolen grenzenden Erfahrung neu erlebt werden. Zumal Monster Hunter bis zu 500 Stunden und mehr an Spielzeit mit sich bringen kann.

 

Der Mad Catz C.T.R.L.i ist mit knapp 60 EUR/SFr UVP alles andere als günstig und hat durch die Neigung zu analogen Knöpfen und dem Verwenden normaler Batterien definitiv Schwächen. Allerdings ist der Spielspass mit den richtigen Spielen für die iOS-Plattform getragen von der Apple MFi Schnittstelle schon ein starkes Argument und durchaus nachvollziehbar sofern man sich für das Gaming in dieser Kategorie überhaupt interessiert. Eine klare Empfehlung ist schwer auszusprechen, das Potenzial ist allerdings vorhanden und wer sich intensiver damit beschäftigt, wird den Kauf in erster Linie nicht bereuen. Wir hoffen, das neue Controller oder Revisionen des C.T.R.L.i mehr durchdacht werden und dann so richtig in ihrem Element aufgehen können. Meinen persönlichen Spass habe ich jedenfalls jetzt schon, wenn auch mit vermeidbaren Einschränkungen.

vg-wort
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