Sa. 14. Juli 2018 um 11:33

Gadget Review: Tronsmart Element Mega im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Schon allein der Name hat etwas für sich: Tronsmart Element Mega heisst das gute Stück und verspricht viel Leistung in einem kleinen Gehäuse. In dieser Klasse misst er sich mit den von uns getesteten Lautsprechern von Creative: iRoar Go und Roar Pro. Ob der chinesische Bluetooth-Speaker da mithalten kann, lest ihr in unserem Test.

Unauffällig, kompakt und nur ein einziger physischer Schalter zu sehen

Während die Modelle von Creative gerne mal mit Designhighlights auffallen möchten, hebt sich der Tronsmart Element Mega eher kaum von der Masse ab. Dabei meinen wir das auch absolut nicht negativ. Das sehr unauffällige Design im “Blockformat” hat schliesslich auch seine Reize und spricht auch so manchen Menschen an. Der kleine Ziegel ist mit seinen Massen von 19.3 x 5.7 x 8.2 cm entsprechend kompakt und findet so immer irgendwo einen Platz.

 

Wenn man das Gerät das erste Mal sieht, sucht man Knöpfe und Schalter erst einmal vergeblich. Weder oben bei den Bedienelementen, noch ringsherum finden sich auffällige physische Buttons. Lediglich im hinteren Teil des Anschlussbereichs ist ein kleiner solider Schalter zu sehen, der den Tronsmart Element Mega einschaltet. Links daneben findet sich auch ein 3.5 mm Klinkenanschluss. Ansonsten sehen wir noch einen SD-Reader und den microUSB-Anschluss zum Laden.

 

Das chinesische Gadgets nicht immer mit “billig” verbunden sein muss, haben wir schon in unzähligen Reviews chinesischer Produkte erörtert. Dieses gilt auch für den Tronsmart Element Mega Lautsprecher, der eine hervorragende Verarbeitungsqualität aufweist. Keine Kratzer, Macken oder Riefen am Gerät. Keine Spaltmasse, dafür ein guter Sitz aller Komponenten und ein – wie schon erwähnt – sehr solider kleiner On-Off-Schalter. Wasserfest ist der Speaker allerdings nicht.


Zwei 20 Watt Speaker: Probleme bei lauten Höhen und leisen Tiefen

Überrascht hat uns hingegen der Sound und zwar grundsätzlich positiv. In der Beschreibung steht, dass der Speaker mit zwei 20 Watt Lautsprechern ausgestattet ist. In der Mitte zwischen den beiden, findet sich eine kleine Kammer für den Tiefton, die noch einmal ordentlich Druck in den Klang bringen soll. Das funktioniert auch in den meisten Fällen ganz gut

 

Ein leicht blecherner Unterton scheint sich aber irgendwie auch nicht vermeiden zu lassen. Woher dieser stammt oder warum der sonst eigentlich sehr souverän auftretende Lautsprecher dieses Problem besitzt, konnten wir im Test nicht feststellen. Auch wenn Töne etwas zu hoch geraten und die Lautstärke dabei etwas höher liegt, neigt der Tronsmart Element Mega zum Übersteuern und verschluckt direkt den Ton. 

 

Insgesamt weisst das Speaker einen leichten Hang zu tieferen Bereichen auf, was aber letztendlich in ein skurriles Phänomen ausartet: Sobald man ihn aber recht leise einstellt, vor allem im zusammen mit einem iPhone, fehlt es dem Kraftzwerg deutlich an Tiefe und Dynamik. Hier arbeiten die Creative Lautsprecher auf einem deutlich höheren Niveau und überzeugen auch auf leisen Einstellungen.

 

Dennoch ist der Sound generell nicht schlecht, auch wenn die Mitten etwas zu kurz kommen. Der Bass verhält sich ab und an etwas merkwürdig und ist mal sehr intensiv zu hören und manchmal scheint er etwas blechern zu wirken. Generell wirkt der Ton im ersten Moment etwas statisch, das legt sich aber mit einer längeren Laufzeit. Dass die Höhen ab einer gewissen Lautstärke übersteuern, ist jetzt für einen Speaker unter 50 Euro auch nicht sonderlich negativ. Man sollte all zu laute Einstellungen vermeiden, zumindest wenn die Lieder viele hochtönige Bereiche haben.

Zwei 20 Watt Treiber sorgen für den Sound, der für diesen Preis auch gar nicht schlecht klingt.

Beleuchtete Touch-Controls und eine hohe Ausdauer als Highlight

Um sich dann doch im Design ein wenig abzusetzen, hat man sich für beleuchtete Bedienelemente entschieden. Die weissen Flächen oben auf dem Tronsmart Element Mega leuchten im Betrieb, so dass ihr die Tasten auch im Dunkeln findet. Regeln lässt sich die Lichtstärke allerdings nicht, abschaltbar sind die auch nicht. Zudem scheint die Ausleuchtung auch, zumindest bei unserem Testmodell, etwas unregelmässig zu sein. So leuchtet bei uns die linke Seite etwas stärker als die rechte. Problematisch fanden wir das jetzt nicht und man muss schon genau hinsehen.

 

Die Touch-Controls funktionieren hingegen sehr gut. Wir hatten keinerlei Aussetzer bei der Bedienung und die Berührungen werden auf einem gut empfindlichen Level entgegengenommen.

 

Einen absoluten Pluspunkt sammelt der Bluetooth-Speaker beim Ausdauertest. Die angegebenen 15 Stunden konnten wir eigentlich nahezu immer erreichen, selbst in lauteren Einstellungen. Damit hält er mehr als nur einen Tag durch und mehrere Gartenparties und Besuche am See, sollten auch drin sein. Der Akku ist in zwei Komponenten aufgeteilt und misst insgesamt 6’600 mAh (2 x 3’300).

Tronsmart Element Mega Touch-Controls
Alles per Touch bedienbar. Die Elemente leuchten sogar, was allerdings nicht deaktivierbar ist.

Fazit: Viel Wumms für wenig Geld? Im Ansatz ja.

Gleich vorweg müssen wir den wohl deutlichsten Punkt klarstellen: Kann der Tronsmart Element Mega mit dem Creative iRoar Go oder dem Roar Pro mithalten? Nein, absolut nicht! Aber wir müssen das Ganze ein wenig in Relation setzen, denn wir blicken hier auf unterschiedliche Welten und Preisklassen.

 

Der Tronsmart Speaker kostet unter 50 Euro und klingt eigentlich nicht schlecht. Ja, er hat Probleme mit lauteren, höheren Tönen und er lässt an einigen Stellen auch eine gewisse Dynamik vermissen. Insgesamt ist der Klang aber weit entfernt davon, wirklich schlecht zu sein. So ist er eigentlich für fast alle Musikrichtungen geeignet, vor allem wenn es etwas basslastiger werden darf und die lange Akkulaufzeit von rund 15 Stunden weiss ebenfalls zu gefallen.

 

Die Creative Speaker hingegen kosten weit über 100 Euro. Die UVP des ersten Roar Pro lag noch weit über 200 Euro! Schauen wir uns jetzt die wirklich sehr läppischen 50 Euro des Tronsmart Element Mega an, dann haben wir hier einen guten Preisleistungs-Lautsprecher. Im Endeffekt muss man sich aber im Klaren sein, was man haben will. Reicht eine einfache Beschallung für den Badesee oder im Büro ohne die allergrössten Ansprüche zu stellen, wird mit dem Tronsmart über alle Massen glücklich. Wer deutlich besseren Klang und ein vielfaches mehr an Funktionen möchte, wird aber um eine deutlich höhere Preisklasse nicht herumkommen.

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