Sa. 16. Oktober 2021 um 14:10

Corsair HS80 im Test: Fast perfektes Gaming-Headset für unter 200 Euro/SFr.

von Marcel Laser 0 Kommentare

Selten lag mir ein Headset wie das Corsair HS80 auf dem Schreibtisch und das ist ein Satz. Neben einem hochwertigen Feature-Set will der Hersteller auch mit hochwertiger Technik punkten. Doch gelingt das auch? Wir haben das Gaming-Headset ausgiebig ausprobiert und zwischen PS5 und PC abwechselnd genutzt. Was das Headset kann und warum es noch ein paar Schwächen gibt, erfahrt ihr hier bei uns.

Corsair HS80 Design: Spagat zwischen schlicht und auffällig durchaus gelungen

Kopfhörer mit viel „Geblinke“ kann ich persönlich nicht wirklich leiden. Die Lichter stören mich beim Zocken, sie senken die Akkulaufzeit je nach Modell deutlich und grundsätzlich sehe ich keinen Sinn in einen leuchtenden Kopfhörer, dessen Design ich beim Spielen sowieso nicht sehe. Hier leistet Corsair wieder einmal ganze Arbeit! Das Corsair HS80 hat nur zwei kleine, beleuchtete Logos an den Aussenschalen und diese lassen sich bei Bedarf abschalten. Letzteres favorisiere ich sehr.

 

Die Ohrmuscheln sind aussergewöhnlich geformt, aber nicht all zu aufdringlich designed, denn zumindest meine Ohren passen hervorragend in diese hinein. Dank Ski-Band Kopfpolsterung und sehr plüschig ausgestatteten Ohrmuscheln sitzt das HS80 zu jeder Zeit bequem auf der Birne. Wobei ich vermuten würde, dass sehr grosse Köpfe das Gaming-Headset durchaus an seine Grenzen bringen könnte. Die Aufhängung sitzt übrigens auf Metall und es knarzt wirklich nichts. Eine absolut tadellose Verarbeitung vermittelt einen sehr stabilen und vor allem auch hochwertigen Eindruck.

 

Einzig und allein die Oberfläche der Aussenschalen reagiert fast schon allergisch auf Fingerabdrücke. Diese verschmieren schon sehr stark und je nach Licht sieht man dieses auch. Aber sobald das Headset auf dem Kopf sitzt, ist das für mich eher kein Problem. Ansonsten ist das Corsair HS80 eines der bequemsten Headsets dieser Preisklasse, die ich jemals auf dem Kopf hatte. Da kommt lediglich noch das Razer BlackShark V2 Pro heran, das ich ebenfalls testen durfte. Beide sind absolut komfortabel und für stundenlanges Gaming bestens gepolstert.


Starke technische Daten und ein überragender Sound!

Im Corsair HS80 finden sich 50-mm-Treiber mit einem überragend hohen Frequenzbereich von 20 bis 48’000 Hertz im kabellosen Audio-Modus. Nutzt ihr das beiliegende USB-C-Kabel sind sogar bis zu 96’000 Hertz drin. Beides übrigens mit 24-Bit-Rate. Das omnidirektionale Mikrofon ist an einem Schwingarm befestigt, der die Einheit auch stumm schaltet, sobald dieser nach oben geklappt wird. Abnehmbar ist das Mikrofon allerdings leider nicht.

 

Technische Daten im Überblick

  • Bauart: Over-Ear in geschlossen
  • Treiber: 50-mm-Neodym
  • Frequenzbereich: 20 Hz – 48 kHz (wireless), 20 Hz – 96 kHz (USB-C)
  • Mikrofon: 100 Hz – 10 kHz, Typ omnidirektional
  • Konnektivität: kabellos per USB-Dongle, USB-C-Kabel
  • Reichweite: theoretisch bis zu 60 Meter
  • Akkulaufzeit: theoretisch bis zu 20 Stunden

Wem diese Daten nun bekannt vorkommen sollten, dem können wir nur zustimmen. Die Treiber sind identisch zu den High-End-Kopfhörern des Unternehmens, den Corsair Virtuoso bzw. dem 350 Euro teuren Top-Modell Virtuoso XT. Diese setzen ein überaus harmonischen Klangbild ab. Der Kopfhörer brilliert vor allem bei den Höhen und Mitten, die vor allem für das Spielen im Wettbewerb bevorzugt werden. Auf das erste Hören hinweg, könnte der Bass allerdings etwas zu kurz kommen. Er ist aber dennoch da und in wichtigen Situationen sehr präsent, was mir persönlich sehr gefällt. Er übertönt die Höhen und Mitten nicht.

 

Das sorgt nicht nur für einen kristallklaren klang, sondern eben auch für das sehr neutrale und ausgewogene Klangbild. Schritte und Bewegungen sind klar vernehmbar. Schüsse und Explosionen bleiben aber dennoch kraftvoll, ohne die Ortung anderer Klangquellen zu übersteuern. Was Corsair hier für den Preis abzieht ist auf vielen ebenen Beeindruckend. Die Kernkompetenz Entscheides das HS80 im Test klar für sich.

Die Ohrpolster sind überaus bequem und üppig dimensioniert. Der Sitz des Headsets ist dadurch mehr als komfortabel.

Wollt ihr die Sound-Eigenschaften noch nach euren Wünschen anpassen, stehen euch am PC noch weitere Optionen über die iCue-Software zur Verfügung. So könnt ihr dort vordefinierte Profile einspeichern oder auch selbst an den Einstellungen rumbasteln. Sollte euch der Bass zu schwach sein, lässt sich das hier natürlich regeln. Corsair bietet dafür auch ein Bass-Boost-Profil an. Apropos Profile: Diese lassen sich Speichern und über das Lautstärke-Rad durchklicken. Bis zu drei Stück lassen sich so zügig auswählen.

 

Übrigens verbaut Corsair in seinem HS80 eines der besten, wenn nicht gar das beste Mikrofon, das ich im Segment von Gaming-Headsets ausprobieren durfte. Die Stimmübertragung ist sowohl Wireless als auch Kabelgebunden per USB-C überragend und hat eine Qualität, die Chatpartner durchaus verblüffen dürfte. Natürlich ist dieses immer noch weit entfernt von externen Mikrofonen. Mein Blue Yeti ersetzt das HS80 also nicht, aber Corsair schafft es hier durchaus die Konkurrenz in die Schranken zu weisen. Selbst das 350 Euro bzw. Schweizer Franken teure SteelSeries Arctic Pro Wireless hält bei der Mikrofon-Qualität nicht mit.

Kompatibel mit PC (Dolby Atmos) und PlayStation 5/4 – Leider fehlt Nintendo Switch

Das Corsair HS80 ist mit einer Menge von Geräten kompatibel. Ihr könnt es per USB-C beispielsweise am PC anschließen und so die hohe Klangauflösung geniessen. Aber auch per Dongle ist eine Verbindung möglich. An der PlayStation 5 und PS4 lässt sich der Kopfhörer auch per Dongle anschliessen. Leider lässt sich das HS80, genau wie das HS70 Pro, nicht an der Nintendo Switch im Dock-Modus betreiben, was ich persönlich nicht als schlimm empfinde, da die Nintendo-Konsole mit keinem Wort erwähnt wird. Dennoch wäre es ein schöner Bonus gewesen.

Das Corsair HS80 macht im Test einen auf den ersten Blick „spacigen“ Eindruck. Kommt aber schlussendlich schlichter daher, als ich denkt. (Bild: Corsair)

Für den PC bringt das Corsair HS80 aber dann doch noch einen schicken Bonus mit: Der Kopfhörer unterstützt Dolby Atmos in vollem Umfang. Eine Raumklang-Simulation die mit dem HS80 hervorragend funktioniert, vor allem in Inhalten, die die Klangtechnik voll ausspielen können. Allerdings würde ich dieses nicht in allen Spielen aktivieren, da der erzwungene „offene Raum“ im Klang zu Problemen bei der Ortung führen kann. Grade Spiele, die dieses Klangprofil nicht unterstützen, profitieren kaum oder gar nicht von Dolby Atmos.

 

Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch noch: Das Corsair HS80 hat keinen Klinkenanschluss und verspielt damit die Chance auf weitere Kompatibilitäten. Wie gern hätte ich das klanglich schon fast überragende Gaming-Headset an mein externes Mikrofon angeschlossen oder auch an der Nintendo Switch, wenn ich sie im Handheld-Modus nutze. Das mittlerweile im freien Handel fast identisch kostende Corsair Virtuoso, bringt diese Anschlussmöglichkeit mit und kann somit auch genutzt werden, wenn die Batterie schlapp macht.

Akkulaufzeit und Reichweite des Corsair HS80 nicht ideal, aber auch nicht schlecht

Ein kleines Problem hatte ich übrigens auch mit der Akkulaufzeit. Die von Corsair angegebenen bis zu 20 Stunden auf der Verpackung erreiche ich leider bei bestem Willen nicht. Grundsätzlich schalte ich die LEDs immer aus und versuche Strom zu sparen wo es nur geht. Die Lautstärke ist zudem deutlich unter dem Mittel gesetzt. An der PlayStation 5 schaffe ich damit zwar locker einen Tag, am nächsten muss der Kopfhörer aber wieder ans Ladekabel. Für diesen Fall lasse ich auch immer eine Powerbank auf dem Tisch liegen. Ihr müsst allerdings kaum Angst haben, dass euch das vollgeladene Headset noch am gleichen Tag schlapp macht, also ist der Punkt auf jeden Fall verschmerzbar.

 

Ähnlich sieht es übrigens mit der Reichweite der Wireless-Verbindung aus. Corsair gibt bis zu 18 Meter an, was zu keinem Zeitpunkt realistisch ist. Das ist aber auch nicht schlimm, zumindest nicht in meinem Fall, ich verlasse das Zimmer mit Kopfhörern sowieso nicht. Bin allerdings zum furchtlosen Selbsttest bis ins Badezimmer gegangen. Das ist immerhin eine Wand dazwischen mit rund 5-6 Meter Abstand zur Konsole. Leichtes Knacken kam zustande, ist aber nicht tragisch. Ihr solltet euch zumindest nicht mit dem Headset all zu weit vom Sender entfernen.

Fazit: Corsair HS80 ist für gebotenen Preis fast schon konkurrenzlos

Ja, das Corsair HS80 hat keinen Klinkenanschluss, die Akkulaufzeit dürfte ruhig etwas länger sein und ich finde es persönlich etwas nervig, die Lautstärke an der PlayStation 5 am Kopfhörer jedes Mal neu einstellen zu müssen. Kompatibilität mit der Nintendo Switch wäre auch ganz cool gewesen. Aber wenn man etwas genauer darüber nachdenkt, sind diese Punkte nicht all zu schlimm. Für die Switch wird das Modell nicht beworben und die Akkulaufzeit ist für einen Tag locker in Ordnung.

Für die von Corsair für das HS80 ausgestellte UVP von rund 150 Euro bzw. Schweizer Franken bekommt ihr allerdings den aktuell besten Sound zu dem Preis. Dieser ist wirklich gelungen, da sehr ausgewogen mit tollem Bass und kristallklaren Höhen und Mitten. Es sind schliesslich die aktuell besten Treiber die Corsair bieten kann und das nicht für die 350 Zähler des absoluten Spitzenmodells sondern für weniger als die Hälfte! Zudem kommt eines der besten Mikrofone zum Einsatz, die ich in einem Headset bislang nutzen durfte. Das macht einfach alles wieder wett. Hinzu kommt der unglaubliche Tragekomfort, der es mit dem ebenfalls sehr bequemen BlackShark V20 Pro aufnehmen kann. Damit brilliert das Modell in den Kernpunkten, die wirklich wichtig sind und das auf sehr hohem Niveau.

 

Alles in allem macht das Corsair HS80 einen fantastischen Eindruck. Für den gebotenen Preis, der übrigens am Black Friday vielleicht nochmal sinken dürfte, bekommt ihr ein absolutes Spitzenmodell. Sollte euch der eher zurückhaltende Bass eher stören, wären zumindest das besagte Razer-Modell noch eine Alternative. Hier müsst ihr also abwägen, was eurer persönlichen Klangpräferenz am nächsten kommt. Im Preisbereich um 150 Euro/SFr bekommt ihr derzeit kein besseres Headset für euren PC und mit Einschränkungen auch für die PS5!

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