Sa. 26. Juni 2021 um 8:03

Corsair HS70 Pro im Test: Kann das Sony Pulse 3D für PS5 einpacken?

von Marcel Laser 0 Kommentare

Der Preis spielt für Spieler immer eine entscheidende Rolle. Grade Konsolen-Spieler:innen wollen meist nicht all zu viel ausgeben, was aber schwierig wird, sobald man sich für eine kabellose Variante entscheidet. Als Preisleistungs-Tipp gilt hier Sonys Pulse 3D, das allerdings aktuell noch schwer zu bekommen ist. Warum also nicht zum Corsair HS70 Pro greifen? Dieses kostet fast genauso viel und ist ebenfalls kabellos! Wir haben das Modell im Test mit Konsolen wie der Nintendo Switch, der PlayStation 5 und Gaming-Laptops ausprobiert.

Tolles, minimalistisches Design und ein komfortabler Sitz

Eher untypisch für Gaming-Headsets, kommt das HS70 Pro von Corsair komplett ohne LEDs aus. Ihr könnt zwischen unterschiedlichen Farben wählen. Wir haben für den Test die dunkle Version der Kopfhörer erhalten, was mir persönlich am besten gefällt, ist allerdings eher ein subjektives Kriterium. Die Ohrpolster nutzen eine Art von Kunstleder-Überzug und Memory-Schaum für den Komfort. Auch oben im Kopfband kommt gesticktes Kunstleder mit Memory-Schaum zum Einsatz, das sehr ansprechend verarbeitet und ordentlich ausgepolster ist.

 

Durch das Kunstleder fingen allerdings meine Ohren allerdings ganz leicht an zu schwitzen, was bei diesem Material normal ist. Jetzt habe ich selbst kaum ein Problem mit „nassen Ohren nach langen Gaming-Sessions“. Wer allerdings generell „wässrig“ unterwegs sein sollte, dürfte hier schon deutlich mehr Probleme haben. Vor allem dann, wenn uns weitere Hitzewellen im Sommer aufsuchen. Hier solltet ihr definitiv abwägen oder auf Ohrpolster zurückgreifen, die aus anderem Material bestehen.

 

Die Verbindungen an den Ohrhörern bestehen aus einer Kombination aus Metall und sehr stabil verarbeitetem Kunststoff. Die Corsair HS70 Pro machen im Test einen extrem stabilen und wertigen Eindruck. Die meisten Headsets dieser Preisklasse kommen eher als Plastik-Bomber daher, um die Kosten im Wireless-Segment niedrig zu halten. Zwar sind die Aussenschalen des HS70 Pro nicht aus geriffeltem Aluminium, auch wenn sie dieses vortäuschen (sondern aus Plastik), aber das ist wirklich nicht tragisch. Es handelt sich dabei lediglich um einen netten Design-Akzent.

 

Besonders positiv fällt zudem das Gewicht auf, dass mit rund 330 Gramm nun zwar nicht in der Fliegengewichts-Klasse mitspielt, aber dank des niedrigeren Anpressdrucks dann doch leichter erscheint als es ist. Die gute Polsterung sorgt ebenfalls für einen Bequemen sitz, auch nach Stunden des Tragens. Ich hatte daher auch nach lange Monster Hunter Rise oder Genshin Impact-Sessions keine Probleme. Das Corsair HS70 Pro macht auch mit Brille eine gute Figur, zumindest bei meinem Kopf.


Die Technik: Grosse Treiber und kompatibel mit vielem, aber keine Klinke…

Das Corsair HS70 Pro bringt eine Menge Technik mit für das Geld. Man muss sich durchaus vor Augen halten, dass das Modell gerade einmal für 100 Euro/SFr zu haben ist und damit direkt mit dem Sony Pulse 3D konkurriert. Deutlich günstiger wird es nur noch selten in dem Bereich. So setzt Corsair auf satte 50 Millimeter grosse Neodymium-Treiber und eine propritäre 2.4 GHz Technologie für die drahtlose Übertragung. Bluetooth gibt es in dieser Version leider nicht und somit keine kabellose Übertragung an Smartphones. Der Dongle für die Verbindung findet auch nur in USB-A-Steckplätzen Verwendung.

 

Technische Daten des Corsair HS70 Pro Wireless im Überblick (Herstellerangaben)

  • Bauart: Geschlossenes Over-Ear-Headset
  • Treiber: 50 Millimeter Neodymium
  • Frequenzbereich: 20 Hz – 20’000 Hz
  • Impedanz: 32 Ohm @ 1 kHz
  • Mikrofon: Abnehmbar und Unidirektional (100 Hz – 10’000 Hz)
  • Übertragung: Kabellos (2.4 GHz) mit USB-A-Dongle
  • Reichweite: Bis zu 12 Meter
  • Akkulaufzeit: Bis zu 16 Stunden

In diesem Bereich ist das Corsair HS70 Pro im Test aber mit allen Geräten kompatibel, die diesen Anschluss nutzen! Das wären zum Beispiel die PlayStation 5 und PS4 (Pro) sowie mit PC-Geräten mit Windows-Betriebssystem. Das HS70 Pro kann zudem auf der PS5 mit 3D-Audio umgehen (wie jedes andere Headset auch) und unterstützt auf dem PC auch 7.1 Surround-Sound. Letzteres muss aber über die iCue-Software aktiviert werden. Lediglich die Xbox-Konsolen von Microsoft schauen in die Röhre. Hierfür hat Corsair aber das HS75 XB im Portfolio, dass die nahezu identischen Eigenschaften des HS70 Pro teilt.

 

Was ich allerdings an dieser Stelle sehr schade finde, ist das Fehlen eines 3.5-mm-Klinkenanschlusses. Sollte der Akku einmal leer gehen, so könnt ihr auf diese Option an einem PS5-Controller oder an anderen Geräten nicht zurückgreifen. Es würde zudem auch die Kompatibilität erhöhen, beispielsweise mit der Nintendo Switch im tragbaren Modus, die den Dongle sogar überhaupt nicht nutzen kann. Zumindest in diesem Fall hat das Sony Pulse 3D immerhin die Nase Form, denn das Sony-Headset kann auch über die Klinke angeschlossen werden.

Starke Klangqualität für ein Gaming-Headset dieser Preisklasse

Besonders punkten kann das Corsair HS70 Pro im Test allerdings dann auf der grossen Bühne der Gaming-Klangwelten. Dass dieses Headset bei circa 100 Euro / SFr liegt, ist kaum zu glauben und das meine ich durchaus positiv. Die Klangqualität ist dem des Sony Pulse 3D deutlich überlegen, was Details, 3D-Audio und dem gewissen Punch im Bassbereich anbelangt. Um das alles beurteilen zu können, habe ich das Headset in Spielen wie Spider-Man: Miles Morales, Destiny 2, FIFA 21, Ghost of Tsushima, Monster Hunter Rise und GTA 5 ausprobiert. Jeweils auf unterschiedlichen Plattformen.

 

Dabei wurde die Klangwelt immer sehr detailliert und offen wiedergegeben. Ein leichter Hang zum Bass lässt Granaten und Explosionen druckvoll, aber nicht übersteuernd erscheinen. Mitten und Höhen werden nicht beeinträchtigt und bleiben ebenfalls klar vernehmbar, was in Destiny 2 zu einer tollen Schmelztiegel-Erfahrung (PvP) beitrug. Egal ob an der PS5, am PC oder gar die Nintendo Switch. Die Sound-Kulisse wusste mit dem Corsair HS70 Pro stets zu beeindrucken.

 

Vergleiche ich das Headset allerdings mit dem 100 Euro teureren Razer BlackShark V2 Pro, so fehlt es dem günstigen Modell dann doch ein wenig an Tiefe und dem letzten Schliff im Detail. Ab einem gewissen Grad neigen dann die Treiber im vergleich zu höherpreisigen Lösungen dann doch zum leichten überlappen der Klangebenen, was allerdings nur minimal auffällt. Auch wenn das HS70 Pro Wireless durchaus laut werden kann, so habe ich die Lautstärke meist niedriger gehalten, um genau dieses Phänomen so gering wie möglich zu halten. Das ist aber im Vergleich zum Preis nur ein kleiner Makel: Wie bereits erwähnt, das identisch kostende Pulse 3D von Sony kann hier auf weiter Flur nicht mithalten.

Corsair HS70 Pro Wireless
Das Corsair HS70 Pro funktioniert lediglich im Wireless-Betrieb. Das USB-Kabel dient nur zum aufladen. Der Klang ist für diese Preisklasse überraschend stark! (Bild: Corsair)

Akkulaufzeit leicht niedriger als angegeben, Micro-USB nicht zeitgemäss

Der Hersteller gibt mit 16 Stunden einen ordentliche Laufzeit an, wenn auch nicht gerade eine sehr hohe im Vergleich zu teureren Headset-Lösungen. Das Corsair HS70 Pro hielt allerdings diese Marke leider nicht durch. Zwischen 13 und 14 Stunden musste ich das Modell bereits an die Steckdose oder eine Powerbank anschliessen, denn die Option für die Klinke fehlt, wie ich bereits weiter oben angesprochen habe. Allerdings geht die Laufzeit in Ordnung. Zwei ordentliche Gaming-Sessions sind damit locker drin, was in meinem Alltag zwischen zwei bis drei Tagen entspricht, wenn ich es zumindest darauf anlege.

 

Mit etwas knirschenden Zähnen sehe ich allerdings beim Corsair HS70 Po im Test den verbauten Micro-USB-Anschluss, den ich auch beim bereits seit etwas über einem Jahr alten Headset ankreide. Ja, das Razer BlackShark V2 Pro ist neuer und deutlich teurer und dort ist es bei weitem schlimmer, dass Micro-USB zum Einsatz kommt. Aber auch in 2019 wäre das durchaus kein Problem gewesen.

 

Wiederum stark fällt das Mikrofon auf. Natürlich ist auch hier wieder der Preis zu beachten, aber alle meine Teamkolleg:innen konnten mich im Party Chat oder auf Discord klar und deutlich verstehen. Der Stimme fehlt es zwar ein wenig an Volumen, klingt aber dennoch hervorragend. Lasst euch übrigens von dem „Discord Zertifiziert“-Prädikat auf der Verpackung nicht verwirren! Jedes Headset mit Mikrofon funktioniert im Sprach-Chat. Das Label ist lediglich Marketing. Ist aber auch nicht schlimm, denn zu meckern habe ich hier sonst nichts.

Corsair HS70 Pro Mikrofon
Das Mikrofon ist aussergewöhnlich gut für diese Preisklasse. Natürlich keine Podcast-Qualität, aber das muss ja auch nicht sein oder? (Bild: Corsair)

Fazit: Für den Preis von 100 Euro / SFr so gut wie unschlagbar!

Ich muss gestehen, ich habe ein neues Lieblings-Headset. Klar, das Razer BlackShark V2 Pro oder auch das normale BlackShark V2 klingen besser. Dafür kostet das Razer-Pro-Modell auch einfach mal das Doppelte und das normale V2 ist nicht kabellos! Der Sound des Corsair HS70 Pro Wireless kann sich zudem absolut hören lassen und lässt im Vergleich zu den teureren Konkurrenten auch nur minimal Federn. Das preislich ähnlich angesiedelte Sony Pulse 3D kommt weder in der Verarbeitungsqualität, beim Komfort, noch beim Klang an das Corsair-Headset ran.

 

Ein wenig Kritik übe ich dann aber dennoch, was bei dieser Preisspanne eines günstigen kabellosen Headsets auch nicht aus bleibt. So grinst mich auf der Unterseite wieder einmal ein Micro-USB-Anschluss an und es fehlt dem HS70 Pro einfach einen Klinkenanschluss. Corsair nimmt das Wireless einfach zu wörtlich in diesem Fall, aber es eindeutig nicht zu genau, wenn es um das Aufladen nach rund 13 Stunden geht. Die angegebenen 16 Stunden konnte ich leider zu keiner Zeit erreichen.

 

Aber noch einmal: Das Corsair HS70 Pro kostet im Handel bereits nur noch 100 Euro / SFr (statt der 110 Zähler UVP) und das bei diesem wirklich tollen Klang. Auch das Mikrofon ist gut und lässt zu diesem Preis kaum einen Makel erkennen. Für mich ist das Corsair HS70 Pro Wireless eine absolute Empfehlung für alle, die guten Klang kabellos zu einem günstigen Preis haben wollen. Solange ihr zumindest über den fehlenden Klinkenanschluss hinwegsehen könnt.

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