Do. 19. November 2020 um 18:01

Review: realme 7 5G im Test vorab

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

realme erreichte im dritten Quartal 2020 stolze 50 Millionen Smartphone-Verkäufe und laut Counterpoint Research ist realme das am schnellsten wachsende Smartphone-Unternehmen. Zumal es realme auch erst seit 2018 gibt. Kein Wunder also, dass sich der chinesische Hersteller, der ebenso zum BBK-Konzern gehört, wie Oppo, Vivo oder dessen bekannteste Marke OnePlus, auch in Europa stärker platzieren will. Seit diesem Jahr ist der Hersteller mit angepassten Modellen seiner Handys hierzulande am Start und hat nun heute, pünktlich zum Black Friday nicht nur Rabatte vorgestellt, sondern auch gleich neue Produkte lanciert.

 

Darunter das nach eigenen Angaben bislang günstigste Smartphone mit 5G-Unterstützung ist ganz neu auf dem Markt, das realme 7 5G. Wir haben es vorab für euch testen können.

 

Wie der Name vermuten lässt, basiert es auf dem realme 7, welches wir ebenfalls ausführlich für euch testen. Doch dazu später mehr. Es ist heute unter den Slogans “5G für Alle” und “Dare to Leap” vorgestellt worden.

Lieferumfang des realme 7 5G

Mit im knallgelben Packet sind neben dem Smartphone selbst ein Netzteil mit der von OnePlus bereits bekannten Dart Charge Schnelllade-Funktion, die bis zu 6 A bei 5 V Ausgangsleistung beinhaltet, ein USB-C-Kabel sowie das obligatorische SIM-Karten-Slot-Werkzeug und die Kurzanleitungen und Informationen in Englisch enthalten. Darüber hinaus wird ein Silikon-Case in transparentem Rauchschwarz mitgeliefert.


realme 7 5G
Das realme 7 5G. Liegt trotzt seiner Grösse gut in der Hand.Bild: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Hardware und Eigenschaften des realme 7 5G

Display

Das realme 7 5G selbst ist 162.1 x 75 x 9.1 mm gross und 194 g leicht. Das 6.6 Zoll grosse IPS LCD ist mit einer Leuchtdichte von 480 nits und einer Pixeldichte von 404.89 PPI dank der Auflösung von 1080 x 2400 Pixel auf dem Papier mit ganz passable Werten gesegnet. Highlight jedoch ist die Bildwiederhohlrate von 120 Hz des IPS-Panels. Etwas, was in dieser Preiskategorie eher selten bis nie anzutreffen ist. Geschützt wird das Panel von Corning Gorilla Glass 3.

 

Das Display wiederholt die abgerundeten Ecken des Gerätegehäuses und hat zudem die Frontkamera als Notch bzw. Loch integriert. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Weiter ist das Display des realme 7 5G nicht randlos und gerade am unteren Rand ist ein deutlicher, schwarzer Passe-partout von gut 5 mm zu sehen.

Design und Verarbeitung

Als klassisches Barren-Telefon im 20:9 Über-Breitbild-Format ist das realme 7 5G recht wenig überraschend gestaltet. Rechtsseitig auf Dreiviertel-Höhe findet sich der leicht vertiefte Button zum Ein- und Ausschalten, in den der Fingerabdruckscanner eingebaut ist. Zudem kann mit der Taste auch so einiges anderes gemacht werden, doch auch dazu später mehr.

 

Die Oberseite beherbergt lediglich ein Mikrofon zur Geräuschunterdrückung.

Linksseitig auf selber Höhe wie der Ein-Aus-Fingerabdrucksensor-Taster ist eine Lautstärkewippe zu finden, die jedoch leicht aus dem Rahmen herausragt. Darüber ist der DualSIM-Karten-Schacht zu finden, in den auch die optionale Speichererweiterung per microSD-Karte eingelegt wird. Diese belegt dann den zweiten SIM-Slot.

 

Unten sind Lautsprecher, USB-C-Anschluss, Mikrofon und ein 3.5-mm-Stereoklinken-Anschluss zu finden.

 

Die Rückseite des realme 7 5G besticht durch das glänzenden Metall, dessen Schimmern in der Mitte der Kamera-Installation, also etwa im linken Viertel des Geräts, senkrecht durchbrochen wird und gegenläufig reflektiert. Dieser schimmernde Effekt ist durchaus ein Hingucker. Die vier Kameralinsen und der LED-Blitz sind in einem Kamerabuckel unter- und nebeneinander angeordnet und erinnern entfernt an die Kochfelder eines Induktionsherds. Dazwischen findet sich der Hinweis “48 MP AI Camera”.

 

Der Schriftzug des Herstellers realme ist silber glänzend im linken Viertel zu sehen, während am rechten Rand kleingedruckte Konformitäts- und Herstellerinformationen zu sehen sind.

 

Der Rand des Geräts ist gediegen abgerundet und erinnert entfernt an vergangene Galaxy-Geräte von Samsung. Die Verarbeitung ist tadellos und das realme 7 macht für die Preisklasse einen sehr guten und hochwertigen Eindruck. Nichts wackelt oder knarzt. Eine IP-Schutzklasse und somit wasser- oder staubfeste Gehäuseeigenschaften sucht man indes vergeblich.

Im Inneren des realme 5 5G: Das System-on-a-Chip (SoC)

Das Handy, dass von Haus aus mit Android 10 geliefert wird, hat als Rechenkern eine MediaTek MT6853V SoC mit dem klangvollen Namen Dimensity 800U auf der Basis von 7 nm-Fertigungstechnologie. Das bedeutet, dass eine OctaCore mit der bewährten ARM-Architektur namens Big.LITTLE mit zwei Corext-A76 Kernen bis 2.0 GHz und sechs Cortex-A55 Kernen mit ebenfalls bis 2.0 GHz taktet. Für die Grafik ist eine Mali-G57 MC3 GPU zuständig. 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB erweiterbarer Datenspeicherplatz stehen zur Verfügung. Wahlweise sind auch 8 GB RAM erhältlich. Der microSDXC-Slot ist im SIM-Karten-Halter untergebracht und belegt den Platz der zweiten nanoSIM-Karte des Dual-SIM-Geräts.

KI Quad-Kamera des realme 7 5G

Die Hauptkamera ist wiederum wie so häufig bei heutigen Smartphones mit mehreren Linsen, angeordnet. Der 48 Megapixel starke Hauptsensor kommt mit einer Brennweite von f/1.8 und 25 mm Weitwinkel daher. Ein 1/2.0 Zoll Sensor mit einer Pixelgrösse von 0.8 µm sorgen hier für detaillierte Fotos, die dank PDAF immer gestochen scharf sein sollen.

Weiter ist eine 8 MP Ultraweitwinkel-Optik mit 119 Grad Sichtfeld, f/2.3 und 1/4.0 Zoll bei 1.12 µm kleinen Pixel verbaut.

 

Eine 2 MP Makrolinse mit f/2.4 sowie eine ebenfalls 2 MP Tiefenlinse mit ebenfalls f/2.4 runden die Quadratur ab. Ein obligatorischer LED-Blitz, HDR- und Panorama-Support, sowie Videos mit bis zu einer Auflösung von 4K bei 30 fps oder 1080p FullHD bei 120 fps sind ebenfalls mit dabei. Für die Videoaufnahmen wir der Gyrosensor zur elektronischen Bildstabilisation (EIS) hinzugezogen.

 

Das ganze Kameraquartett wird, wie heute üblich, KI-gestützt.

 

 

Selfies schiesst das realme 7 Pro mit 16 Megapixel auf einem 1/3.06 Zoll grossen Sensor mit 1.0 µm Pixel. Die Optik bietet eine Brennweite von f/2.1 und 26 mm Weitwinkel. Ebenfalls HDR-fähig ist die Frontkamera auch für das Entsperren per Gesichtserkennung zu gebrauchen. Videos sind mit 1080p und 30 fps möglich.

Sensoren und Verbindungen

Nicht nur der Gyrosensor ist natürlich verbaut, auch die obligatorischen Beschleunigungssenosren, Näherungssensorik, Kompass, Fingerabdruckscanner im rechtsseitig platzierten Ein-Aus-Knopf sowie A-GPS, GLONASS, GALILEO und BDS zur Ortung, Bluetooth 5.0 mit A2DP und BT LE, NFC, WLAN mit 802.11a/b/g/n/ac im 2.4 GHz- und 2.5 GHz-Frequenzband. Ein USB-Type-C Anschluss mit USB 2.0 Funktion und OTG sorgt indes für kabelgebundene Konnektivität. Der 3.5-mm-Stereoklinkenanschluss ist für 24-bit Hi-Res-Audio bei 192 kHz ausgelegt.

Akku des realme 7 5G

Der fest verbaute 5000 mAh starke Lithium-Polymer-Akku sorgt für Ausdauer und ist dank hauseigenem Schnellladefunktion namens Dart Charge mit 30 W flink aufgeladen. Der Hersteller gibt an, dass der Akku des Smartphones in nur 26 Minuten von null auf 50 Prozent und in lediglich 65 Minuten bis 100 Prozent geladen wird.

5G Mobilfunkdaten

Das reamle 7 5G, Modell Nummer RMX2111, ist in den Farbvarianten Baltic Blue und Flash Silver erhältlich. Natürlich haben alle Modelle dieselben Spezifikationen, 128 GB Speicher und unterstützen den neuen Mobilfunkstandart 5G mit Datenraten bis zu 4.7 Gbit/s im Download und 2.5 Gbit/s im Upload. Auch der 5G-Standard 5G NR (New Radio) im Sub-6-GHz-Bereich und eine zweifache Carrier Aggregation (CA) sowie 5G Dual SIM Dual Standby (DSDS) wird vom Multimodem im SoC geboten. mmWave ist hingegen nicht dabei. Selbstverständlich werden aber die bisherigen 4G, 3G und 2G-Netze sowie VoLTE und Vo5G unterstützt.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Color OS: Die Software

realme setzt bei Android 10 auf seine eigene Oberfläche mit einigen Anpassungen, gerade in den Systemmenüs und nennt das ganze Color OS bzw. realme UI. Color OS ist auch bei den Geräten von Oppo zu finden, die ja aus dem selben Hause wie realme und auch OnePlus stammen.

 

Das realme 7 5G hat zwar erstaunlich wenig Bloatware an Bord, greift jedoch an vielen Stellen deutlich in Android ein. So sind die Menüs alle mit abgerundeten Ecken versehen und manche Icons sehen anders aus. Auch die WLAN-Auswahl ist optisch verändert worden und kann so beispielsweise auch keine erweiterten Informationen anzeigen, selbst wenn diese im Developer-Modus aktiviert werden.

Auch unter der Haube hat sich wohl einiges getan, denn das Berechtigungs-Management ist vereinfacht worden und ein hauseigener Game Space ersetzt die Google Play Games. realme Lab liefert indes Zugriff auf Beta-Funktionen des Betriebssystems, darunter etwa Weiches Blättern oder ein sogenannter Super-Nacht-Standby.

 

Viele nützliche Funktionen von Android 10 Q sind aber weiterhin mit an Bord, so etwa kann die Ein-/Aus-Taste auf Wunsch direkt Google Assistant aktivieren, Splitscreen und automatisch verlängerte Screenshots werden ebenfalls unterstützt wie Google Pay via NFC.

Leistung und Testeindruck des realme 7 5G

Der MediaTek SoC mit dem klangvollen Namen Dimensity 800U ist natürlich kein Hochleistungsrechner unter den Smartphones und das will er auch gar nicht sein. Die Benchmarks von 3D Mark und Geekbench bescheinigen dem Gerät durch die Bank weg solide Einstiegsklassen-Qualitäten.

 

 

Im Alltag bemerkt man unter Normallast kaum etwas von der etwas schwachbrüstigen Octacore CPU, denn dank der 6 GB RAM wird vieles schnell und ruckellos geladen. Nur die Spiele-Performance hat naturgemäss zu leiden. Aktuelle Blockbuster-Titel wie Genshin Impact lassen sich damit nicht geniessen, aber für Mario Kart Tour und ähnliche Casual Games reicht es allemal.

E-Mails und Surfen, Messenging und Videostreaming gehen durchwegs gut von der Hand. Auch, weil das 6.5 Zoll Display zwar mit 120 Hz ein echter Hingucker ist, allerdings nicht sonderlich hoch auflöst. Das spart gerade der Mali-G57 GPU einiges an Schwerstarbeit beim Pixelschubsen.

 

 

Der Akku des realme 7 5G mit einer guten 5000 mAh Kapazität reicht für die bisweilen üblichen zwei bis drei Tage moderaten Gebrauch aus. Da wäre mehr deutlich besser gewesen, aber in der Preisklasse von um die 200,- Stutz ist das vollkommen vertretbar. Das Dart-Schnellladen klappt mit dem mitgelieferten USB-Netzteil entsprechend schnell und gut. Was will man mehr.

 

 

Das Entsperren mittels Face Unlock oder auch per Fingerabdruck, wenn man den bereit ist, biometrische Daten auf der Trusted Plattform des MediaTek SoC zu speichern, klappt problemlos und angenehm schnell. Die WLAN und auch die 5G-Verbindung ist hervorragend stabil und schnell. Da der derzeitige 5G-Ausbau hierzulande und vor allem die Tarife meist bei 500 Mbit/s abriegeln, kann das volle Potential des 5G-Modems im realme noch gar nicht ausgeschöpft werden. Dennoch zeigt sich aufgrund der noch geringen Netzauslastung ein deutlicher Unterschied zu den eigentlich immer recht vollen urbanen 4G-Funkmasten. So ist der Datendurchsatz schneller und auch der Eindruck deutlich über dem von 4G.

 

Das Display ist übrigens nicht nur wegen der 120 Hz eine Augenweide trotz der vergleichsweise niedrigen Auflösung. Es ist dank IPS-Technologie auch bei Sonneneinstrahlung immer noch gut zu lesen und sehr blickwinkelstabil.

Screenshots: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Kameraqualität des realme 7 5G

Die Kamera des realme 7 5G ist mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Einerseits ist in dieser Preisklasse eine 48 MP Digitalknipse eher die Ausnahme. Auch mit vier Kameras gleichzeitig an den Start zu gehen, erstaunt hierbei. Allerdings ist für den Alltagsgebrauch nur die 49 MP Linse zu gebrauchen. Superweitwinkel, Makro- und Tiefenkameras sind mehr Spielerein und kaum für vernünftige Fotos einsetzbar. Die Ergebnisse sind einfach so schlecht, dass man sich fast in die 2000er zurückversetzt fühlt.

 

Mit der 48 MP-Kamera hingegen sind die Bilder durchwegs gut, auch bei schlechten Lichtverhältnissen, wobei da die KI gerne mal alles verwischt um das Bildrauschen des CMOS-Sensors zu verstecken. Schaltet man diese aus, bekommt man doch ganz passable Fotos zu sehen, was auch der Sensorgrösse geschuldet ist.

 

Auch wenn die Ränder manchmal etwas verwaschen werden selbst bei guten Bedingungen, sind die Smartphone-Fotos für die Preisklasse des realme 7 5G durchwegs gut. Die Farben sind realistisch und kräftig genug, ohne zu überzeichnen. Die Kamera-App bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten und die KI bemüht sich nach Kräften, das Motiv richtig zu erkennen und die Einstellungen korrekt zu treffen. Meist klappt das auch ganz gut. Wer das nicht mag, darf sie aber auch einfach problemlos deaktivieren.

Bilder: PocketPC.ch / Jeanrenaud

Preis und Fazit zum realme 7 5G

Das realme 7 5G ist ab dem 27. November 2020 verfügbar und im Zuge des Black Fridays für 229,- Euro bzw. SFr. erhältlich sowie ab sofort vorbestellbar, etwa bei Amazon.

 

 

Ein günstig aufgelöstes IPS-Display, das mit 120 Hz aufwartet und eine Budget-CPU mit 5G Support machen aus dem realme 7 5G ein solides Gerät zum wettbewerbsfähigen Preis. Für um die 200.- Franken gibt es mit dem realme 7 5G ein alltagstaugliches Smartphone, dass im neuen Mobilfunknetz angekommen ist und für alle, die nur gelegentlich zocken und sonst nicht all zu viel Leistung von ihrem Smartphone erwarten, wohl genau richtig gebaut ist. Dazu kommt eine durchaus passable Kamera.

 

Viele Funktionen und Ausstattungsmerkmale sind weit über der Preisklasse und so eher bei Mid-Range- bis High-End-Geräten zu finden. Die Quadro-Kamera mit KI-Unterstützung ist für ein aktuelles Smartphone wirklich in Ordnung, wenngleich eigentlich nur die 48 MP Sensorik wirklich zu gebrauchen ist. Zum Knipsen zwischendurch reicht es allemal und die Ergebnisse kommen an die durchschnittliche Bildqualität von manch deutlich teurerem Gerät wirklich heran. Für den Preis lässt sich auch da nichts aussetzen.

 

 

Empfehlen würden wir das realme 7 5G etwa als Einstiegs-Smartphone oder als Zweitgerät mit 5G Tethering-Funktion zum mobilen Arbeiten. Günstiger als ein 5G-Hotspot ist es vermutlich allemal.

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