Do. 16. August 2018 um 16:17

Review: OnePlus 6 im Langzeittest

von Yves Jeanrenaud1 Kommentare

OnePlus war damals 2014 die grosse Überraschung. Frisch, innovativ, aggressiv kam der neue Player auf den Markt und hat mit ungewöhnlichem Marketing versucht, den Grossen das Fürchten zu lehren. Unterdessen ist das OnePlus 6 auf dem Markt und verspricht wieder eine ganze Menge. Selbst Stiftung Warentest hat das OnePlus 6 als bestes Phone in der Kategorie “Smartphones für 300 bis 600 Euro” ausgezeichnet (Zeitschrift Test Ausgabe 8/2018, S. 28ff). Und in nur 22 Tagen wurden bereits über eine Million Geräte verkauft.

Die Latte liegt also wieder mal Hoch. Was das OnePlus 6 halten kann und ob es zu überzeugen vermag, lest ihr nun auch in unserem Test.


OnePlus 6

Inhalt

Hardware und Lieferumfang

Design

Software – OxygenOS 5.1.9

Kamera

Preis

Fazit

Hardware und Lieferumfang

Im Lieferumfang des OnePlus 6 kommt ein rotes USB-Type-C Kabel, ein Dash Charge USB-Ladestecker (der nicht mehr so heisst) sowie eine Silikon-Hülle in Rauchglas-Optik. Die obligatorischen SIM-Karten-Schachtöffner sowie Anleitung und Garantiebestimmungen sind ebenfalls da. Das Phone selbst ist in einer roten Kunststoffschale in der Verpackung eingelegt, die lediglich dem sicheren Transport dient. Etwas verschwenderisch. Auf der Rückseite des Geräts ist ein Hinweis aufgeklebt, wie die beiden nano-SIM-Karten eingelegt werden sollen und dass der NFC-Sensor zwischen den beiden Kameras sitzt. Auf ein kabelgebundenes Headset wird bemerkenswerterweise verzichtet. Dafür ist von Werk aus wieder ein Displayschutzglas aufgebracht.

Das Gerät selbst

Das OnePlus 6 misst 155.7 x 75.4 x 77 mm, wiegt federleichte 177 Gramm und ist in vier verschiedenen Farben erhältlich. Wir haben hier die Farbvariante Midnight Black vorliegend, dessen Aluminium-Rahmen angenehm dezent schwarz daher kommt. Die weiteren Farbvarianten hören auf die Namen Mirror Black, Silk White sowie Red. Der festverbaute Lithium-Ionen-Akku fasst 16.5 Wh und soll für 30 Stunden Sprechzeit Strom liefern. Auch ohne IP-Zertifizierung soll das OnePlus 6 spritzwassergeschützt sein.

Im Inneren werkelt ein Qualcomm SDM845 Snapdragon 845 SoC. Die Octa-Core CPU mit BIG.little-Architektur arbeitet mit vier 2.8 GHz Kryo 385 Gold-Kernen sowie 1.7 GHz Kryo 385 Silver-Kernen. Als GPU steht eine Adreno 630 zur Verfügung. Bluetooth 5.0 mit A2DP, Bluetooth LE und aptX HD Support ist mit dabei, ebenso wie NFC, A-GPS, GLONASS, BDS, GALILEO sowie WLAN mit 802.11a/b/g/n/ac in den Frequenzbereichen 2.4 GHz und 5 GHz. Einen microSD-Kartenslot sucht man vergebens. Dafür sind die Flaggschiff-Geräte wahlweise mit 64 GB, 128 GB oder 256 GB internem Speicher erhältlich. Mit 64 GB bekommt das OnePlus 6 passende 6 GB spendiert, die grösseren Varianten mit 128 GB oder 256 GB haben ganze 8 GB Arbeitsspeicher.

Rückseite

Auf der Rückseite, die aus mit sieben Schichten Glas vollständig überzogen ist,  prangen die zwei Linsen der Dual-Kamera. Diese ist mit 16 Megapixel sowie 20 Megapixel aufgelöst, wobei letztere ebenfalls 16 MP effektiv liefert. Beide Optiken bringen eine Blende von f/1.7 mit und 25 mm Fokus. Die obere Kamera verbirgt einen Sensor mit 1/2.6 Zoll und somit 1.22 µm Pixelgrösse sowie einen optischen Bildstabilisator. Die untere besitzt einen 1/2.8 Zoll Sensor, 1.0 µm Pixelgrösse. Beide Sensoren fokussieren mittels Phasenerkennung  automatisch (PDAF). Die Dual-Kamera ist optimiert für HDR- und Panorama-Aufnahmen. Direkt unter den leicht erhobenen Kameras sind der LED-Doppelblitz sowie der querformatige Fingerabdrucksensor zu sehen sowie das OnePlus-Logo. Wie gesagt ist auch der NFC-Sensor zwischen den beiden Kameralinsen zu finden. Dies ist alles im oberen Gerätedrittel verbaut.

Vorderseite

Vorne sind naturgemäss das Display sowie der Lautsprecher und die Selfie-Kamera zu finden. Das 6.28 Zoll grosse AMOLED-Display löst mit stolzen 2280 x 1080 Pixel auf. Damit kommen wir auf knapp 402 ppi Pixeldichte auf dem Panel in 19:9 Seitenverhältnis. Das Display wird von Corning Gorilla Glass 5 geschützt.

Das Display wiederum hat eine Notch, sprich, mittig im oberen Teil sind wenige Millimeter vom AMOLED-Panel abgezwackt worden, um Lautsprecher für die Telefonie, Kamera und Helligkeitssensor unterzubringen. Die Selfie-Kamera liefert Bilder mit 16 Megapixel, hat eine f/2.0 Blende, 25 mm Bereich und einen Sensor mit 1/3 Zoll, 1.0 µm Pixelgrösse. Als besonderes Feature ist hier ein AutoHDR-Modus zu verzeichnen. Das AMOLED Panel liefert technisch bedingt brillante Schwarzwerte und muss sich auch mit einer Helligkeit von 456 cd/m2 nicht verstecken. Auch im direkten Sonnenlicht ist das Display des OnePlus 6 noch sehr gut zu lesen und bietet einen tollen Kontrast, wenngleich im Vergleich mit dem Apple iPhone X oder dem Samsung Galaxy S9+ diese nochmals einen Tick besser abschneiden. Super AMOLED-Technologie ist aber auch etwas anderes als die optischen AMOLED-Panels, die OnePlus hier in seinem Flaggschiff verbaut hat.

Die Seiten

Linksseitig sind die Lautsprecherwippe sowie der SIM-Kartenschacht zu finden. Dieser fasst zwei Nano-SIM-Karten, die beide gleichzeitig online, also im Mobilfunknetz, eingebucht sind.

Rechtsseitig ist die Ein/Aus-Taste sowie ein Schiebeschalter mit drei Positionen zu finden. Über diesen lässt sich, ähnlich wie seit langem bei Apple iPhone-Modellen, der Benachrichtigungsmodus einstellen. Lautlos, Vibration oder Normal, auch ohne das Display zu aktivieren und zu wischen. Ein durchaus bemerkenswertes Feature.

Unten sind sowohl ein 3.5-mm-Stereoklinken-Anschluss und der Mikrofoneingang rechtsseitig, der Lautsprecher linksseitig sowie der USB-C-Type-Anschluss mittig zu finden. Oben ist lediglich ein zweites Mikrofon untergebracht.

Akkulaufzeit und -aufladung

Der fest verbaute 3.300 mAh fassende Lithium-Ionen-Akku (16.5 Wh) befeuert das Snapdragon 845-basierte OnePlus 6 etwas weniger lange als seine Mitbewerber. Unter realistischen Bedingungen hält das Gerät etwas über acht Stunden mit einer vollen Akkuladung durch, während ein Apple iPhone X beispielsweise knapp neun Stunden Laufzeit mitbringt, ebenso das Google Pixel 2 XL.

Spannend ist hingegen das formely-known-as-Dash Charge-Feature von OnePlus. Mit dem nunmehr Fast Charging genannten Feature lädt das OnePlus 6 in weniger als anderthalb Stunden von null auf hundert. Natürlich nur mit dem mitgelieferten Netzteil und Kabel, aber das ist schneller, als wir je ein Smartphone dieser Grösse und Leistungsklasse haben aufladen sehen. Selbst ein iPhone X, dessen Akku mit spekulierten 2.716 mAh (10.35 Wh) daher kommt, braucht über drei Stunden für eine vollständige Ladung trotz neuer Ladetechnologie. Auch das Samsung Galaxy S9+ braucht etwas mehr als 100 Minuten dafür, hat aber auch mit 3.500 mAh einen nur minimal grösseren Akku zu bieten.

OnePlus 6

Design

Wie die obige Beschreibung der Hardware schon erahnen lässt, ist das Design des OnePlus 6 ziemlich unaufgeregt. Ein 19:9 AMOLED-Display mit Notch brilliert und dominiert das Design, alle kabelgebundenen Anschlussmöglichkeiten sind an der Unterseite angebracht und somit leicht zu erreichen. Dass hier auf einen USB-Type-C-Anschluss gesetzt wurde, welcher langsam aber sicher den fehleranfälligen und unidirektionalen microUSB-Anschluss abzulösen scheint, ist lobenswert. Bemerkenswert ist hierbei hervorzuheben, dass OnePlus anscheinend auf die kritischen Stimmen in der Smartphone-Welrt gehört hat und darauf verzichtete, den 3.5-mm–Klinkenanschluss ebenfalls zu streichen, so dass an das OnePlus 6 auch weiterhin Kopfhörer und Headsets ohne Bluetooth-Verbindung direkt angeschlossen werden können. Man muss nicht auf einen Adapter zurückgreifen, welcher etwa auch noch zusätzlich gekauft dazu werden müsste. Dafür ist der Anschluss eben auch unten, was bedeutet, dass das Handy kopfüber in der Tasche landen muss, wenn man ein Kabel eingesteckt hat. Ungewohnt heutzutage, aber deswegen nicht negativ.

 

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Lautstärketasten. Sie sind nicht nur auf der linken Seite angebracht und damit dem Ein-/Aus-Taster gegenüberliegend. Sie sind auch relativ weit oben am Gerät zu finden, womit es für Menschen mit kleineren Händen etwas umständlich wird, sie zu bedienen. Ebenfalls ist die Ein-/Aus-Taste auf der rechten Seite weit oben zu finden und darüber der bereits erwähnte Schiebeschalter. Dieser hingegen ist wirklich ein echtes Design-Plus. Er ragt wenige Millimeter mehr aus dem Gehäuse heraus als die Ein-/Aus-Taste und ist leicht geriffelt, so dass er sich leicht ertasten lässt. Dieser mechanische Schalter für die Lautstärke-Modi ist bei Androiden eine Seltenheit und nach einer Weile fragt man sich, warum eigentlich. Es ist wirklich intuitiv und nützlich, das OnePlus 6 einfach mit dem Schiebeschalter auf Stumm zu schalten, statt auf dem Display zu wischen oder die Lautstärketasten zu benutzen.

 

Ein weiterer, wenngleich nicht so offensichtlicher weil innerer, Designaspekt betrifft die Temperaturregelung des Flaggschiffs. Selbst unter Volllast wird die Rückseite des Aluminiumgehäuses vergleichsweise weniger heiss als bei anderen aktuellen Geräten, was für eine gute passive Kühlung und, wie wir bei den Benchmarks auch noch sehen werden, funktionierende Leistungsdrosselung spricht.

Software – OxygenOS 5.1.9

Wie von OnePlus bekannt ist der OxygenOS-Android-Ableger ähnlich dem Design des Geräts wenig aufgeregt gestaltet. Simple, klare Designzüge dominieren auch hier. Der Launcher setzt auf wenig aussergewöhnliche oder überraschende Elemente, dennoch sind ein paar Funktionen hervorzuheben.

Erstens kann die Notch, über deren Sinn und Unsinn sich trefflich streiten lässt, per Einstellung deaktiviert werden. Der Displaybereich, der sonst von Status-Icons und Benachrichtigungen benutzt wurde, wird dann einfach schwarz und keine App kann ihn mehr benutzen. Das ist für viele eine wichtige Funktion.

Gesten

Weiter können erstmalig von Haus aus die Android-typischen drei Buttons im unteren Anzeigebereich optional deaktiviert und durch eine Gestensteuerung komplett ersetzt werden. Nutzt man letzteres, kann man mit einem Wisch aus der Display-Mitte nach unten den Homescreen öffnen. Auch durch ein Tippen auf  einen leeren Bereich kann der Homescreen des OnePlus 6 geöffnet werden. Durch ein Wischen-und-Halten werden die geöffneten Apps angezeigt. Ein Wischen vom Bildschirmrand, egal ob rechts oder links, führt zurück. Nett, und wie wir wissen, beim Google Pixel 3 wohl Pflichteinstellung, aber vermutlich Geschmackssache. Ausprobieren sollte man die Gestensteuerung auf jeden Fall mal.

Weitere Gesten hat das OnePlus 6 jedoch auch, die bereits von Vorläufer-Modellen bekannt waren: Auf dem deaktivieren Bildschirm können Buchstaben und Symbole gezeichnet werden, um spezifische Aktionen auszulösen. Beispielsweise kann mit einem < oder einem > das vorige bzw. das nächste Lied abgespielt werden. Zwei Finger wischen für Play/Pause und die Buchstaben O, M, W, S und V können frei zu Apps zugewiesen werden.

Doppeltes Antippen des Displays weckt das Gerät wiederum auf (Tap-to-Wake) und mit drei Fingern zu Wischen macht Screenshots. Ebenso kann das Gerät auf das Display gedreht werden, um es stumm zu schalten.

Launcher

Der Homescreen ist wenig überraschend und von Haus aus sehr aufgeräumt. Er zeigt runde App-Icons an und besitzt linksseitig einen News-Bereich, der standardmässig das Wetter sowie die zuletzt benutzen Apps und Kontakte anzeigt. Natürlich kann das alles per Widgets individuell personalisiert werden.

Der App-Drawer zeigt eine schlichte, aufgeräumte, alphabetisch sortierte Liste aller Apps an, die vornehmlich in Kreisform geliefert wird und mit einer Suchfunktion aufwartet. Letzteres gehört bei Android ja mittlerweile quasi zum Standard. Wichtig ist hier noch zu erwähnen, dass die App-Drawer-Liste einen Sperrbereich auf der linken Seite enthält. Ziehe ich eine App dorthin, ist sie in der regulären Liste ausgeblendet.

 

Wir dürfen gespannt sein, wie OnePlus die Design-Neuerungen von Android 9 Pie in sein OxygenOS umsetzen wird.

 

Nett ist übrigens die Auto-Scroll-Funktion für Screenshots, die ihr unschwer an den hier eingefügten Bildschirmfotos erkennen könnt. Auf Wunsch macht das OnePlus 6 nämlich eine Bilddatei des ganzen Inhalts einer App-Ansicht, auch wenn dieser aktuell noch unterhalb des Schirms liegt, indem es automatisch herunterscrollt. Anschliessend wird alles zusammengefügt zu einer grossen PNG-Datei. Das funktioniert tadellos und ist ab und an ein durchaus nützliches Feature.

Benchmarks

Schauen wir die synthetischen Benchmarks des OnePlus 6 an, zeigt sich, dass das Gerät sich sowohl in Antutu 7, Geekbench 4.1 wie auch 3D Mark Android mit der Elite der aktuellen Flagschiffe messen kann. Die Resultate spiegeln allerdings auch die Alltagserfahrungen wieder. Kein Ruckeln, kein Stottern – das OnePlus 6 lässt sich in allen Lagen super bedienen und ist auch mit anspruchsvollen Games wie ARK Survival Evolved, das als extrem leistungshungrig gilt, nicht überfordert. Allerdings zeigt sich bei lang anhaltenden Benchmarks wiederum die bereits beim Design erwähnte Throttling-Funktion. Zum Schutz der Hardware vor temperaturbedingten Schäden drosselt die SoC die Leistung relativ bald herunter, um die, wie bei allen Smartphones, rein passive Temperaturregelung nicht zu überfordern. Dies merkt man allerdings erst, wenn mehrere Benchmarks hintereinander gefahren werden. Wir sprechen hier also von mehr als 30 Minuten andauernder Vollbelastung des Systems, was im Alltag wohl kaum häufiger relevant sein wird.

Updates

OnePlus ist einer der wenigen Hersteller, die relativ zuverlässig Updates für ihre Android-Geräte auf den Markt werfen. Kaum einen Monat zu kaufen, hat das OnePlus 6 auch schon ein Update auf OxygenOS 5.1.6 erhalten. Dabei sind auch immer mal wieder Firmware und KI-Updates für die Kamera, dazu aber gleich mehr.

Privatsphäre

Die Apps und der Launcher von OnePlus wollen schon eine ganze Menge über dich wissen, das muss man schon sagen. Dank DSGVO wird nunmehr auch für alles mögliche die Zustimmung abgefragt, was man früher so nebenbei mitgenommen hat. Klar braucht das Wetter-Widget Zugriff auf Ortungsfunktionen – und seien es rudimentäre – um präzise Daten liefern zu können. Und natürlich müssen auch die Kontakte gelesen werden dürfen, um die zuletzt genutzten im Schnellmenü anzuzeigen. Dennoch sind es standardmässig recht viele Daten, die man über sich oder die Personen, mit denen man zu tun hat, preisgibt, so dass an dieser Stelle vielleicht der eine oder die andere den Launcher lieber wechseln möchte.

Kamera

Die 16+20 MP Dual-Kamera des OnePlus 6 kann sich wirklich sehen lassen. Schon beim OnePlus 5T waren zwei Kameramodule auf der Rückseite verbaut, die jedoch mit gleicher Fokuslänge und identischen Sensoren irgendwie keinen Sinn ergaben.

Beim OnePlus 6 ist dank einer höheren Pixelgrösse beim Hauptsensor und einer optischen Bildstabilisierung eine an sich schon gute Kameralösung herausgekommen. Die zusätzliche Kamera wiederum wartet nicht, wie bei anderen Flaggschiffen, mit einem Monochromsensor für Kontraste, einer Weitwinkel- oder Teleoptik auf, sondern bietet einfach eine zweite Kamera an. Davon profitieren die Fotos vor allem beim Fokussieren und in Sachen Rauschunterdrückung. Die Expertinnen und Experten von DxOMark haben dem OnePlus 6 96 von 100 Punkten vergeben, was an sich schon ein toller Wert ist. Auch bei Videos liefert die Kamera des OnePlus 6 mit 87 DxOMark-Punkten Werte, die sich mit den besten Geräten auf dem Markt messen lassen. Doch das gerade vor einem Monat veröffentlichte Update auf OxygenOS 5.1.9. hat abermals die Bildschärfe und die Dynamik verbessert sowie die Kantenerkennung im Hochformat und die allgemeine Fokusgeschwindigkeit und -genauigkeit erhöht.

 

Die Fotos des OnePlus 6 sind nun wirklich beeindruckend gut. Die hohe Detailtreue und präzise, lebendige Farbwiedergabe auch bei suboptimalen Lichtverhältnissen, die DxOMark und andere dem OnePlus 6 bescheinigen, können wir an dieser Stelle nur unterstreichen. Ebenfalls bei schlechtem Licht wird nur wenig Rauschen sichtbar und die sonst so charakteristischen KI-Halos um hellere Objekte herum bleiben beim OnePlus 6 aus. Auch die Selfie-Kamera macht eine gute Figur und liefert passable Fotos. Der mit dem Update versprochene und prompt gelieferte Portrait-Modus für die Selfie-Kamera bringt eine sehr gute Bildschärfe mit sich und trennt Hintergrund von Person recht passabel. Besser ist nur der Portrait-Modus der Dual-Kamera auf der Rückseite, wofür man allerdings relativ nah an der Person stehen muss.

 

Und ja, auch das OnePlus 6 kann einen Bokeh-Effekt, also Motiv im Vordergrund knackig-scharf mit unscharfem Hintergrund, simulieren. Doch so richtig überzeugen vermag diese Funktion immer noch nicht ganz. Zu oft sind hier bei genauere Betrachtung pixel-matschige Bereiche um das Motiv herum zu finden.

Preis

Zugegeben, ein Schnäppchen ist das OnePlus 6 nicht, aber da es sich mit den aktuellen Flaggschiffen über 700 Euro bzw. SFr. messen muss, ist das vielleicht nicht so tragisch. Die günstigste Variante mit 6 GB RAM und 64 GB nicht-erweiterbarem Speicherplatz hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 519 Euro bzw. 629 SFr. erhalten. Für 8 GB RAM und 128 GB Speicherplatz sind dann 569 Euro bzw. 699 SFr. zu bezahlen. Die Top-Modelle mit 256 GB internem Speicher und 8 GB RAM kosten stolze 619 Euro bzw. 749 SFr. Die Farbvarianten haben dabei übrigens keine unterschiedlichen Preise bekommen.

Fazit

Mit dem OnePlus 6 ist wiederum ein Flaggschiff auf den Markt, dass sich mit seinesgleichen messen kann. Dadurch, dass das OnePlus 6 doch eine Stange günstiger ist als beispielsweise das Apple iPhone X oder das Samsung Galaxy S9+ und die Software deutlich aufgeräumter daherkommt als beispielsweise beim Huawei P20 Pro, ist es auf jeden Fall eine Kaufüberlegung wert. Die exzellente Kamera, ein kontraststarkes AMOLED Panel, das unaufgeregte Design und die überlegte Software bringen ein insgesamt sehr tolles Smartphone zum Glänzen. Der Schieberegler auf der Seite ist ein willkommenes Plus und das sowohl USB-Type-C, als auch ein Klinkenanschluss vorhanden sind, ist lobenswert. Dafür muss man auf kabelloses Laden per Qi verzichten.

vg-wort
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Eine Antwort zu “Review: OnePlus 6 im Langzeittest”

  1. lowblow sagt:

    Das ist doch mal ein positives Ergebnis! Es regt sich als Alternative für das 950XL… 😁

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