So. 11. Februar 2018 um 6:57

Review: Gigaset GS370 Plus im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Die für Festnetztelefone bekannte Marke Gigaset hat mit dem Gigaset GS370 Plus ein Mittelklasse-Dual-SIM-Android veröffentlicht. Das in Aluminium gefasste Gerät wiegt 145 Gramm und hat ein 5.7 Zoll grosses IPS-Panorama-Display im derzeit populären Seitenverhältnis 18:9, das eine Auflösung von 1440 x 720 Pixel bietet und in den Ecken, ungewöhnlich aber nicht unangenehm, abgerundet ist. Andere Hersteller haben dies, vom Apple iPhone X bis zum Samsung Galaxy S8, ja auch schon längst. Über dem grossen Display unter dem 2.5D-Displayglas, welches also abgerundete Kanten aufweist, ist die 8 MP starke Kamera und eine Benachrichtigungs-LED zu finden. Die Hauptkamera ist wiederum ein Doppel-Modell, wie wir es auch von vielen aktuellen Phones kennen, und wartet mit ganzen 13 Megapixel sowie einer zweiten, und das ist etwas herausragender, 8 Megapixel Weitwinkel-Kamera mit 120 Grad-Linse auf. Beide Kameras sowie der LED-Blitz sind in der oberen, linken Ecke rückseitig verbaut. Darunter ist ein kreisrunder Fingerabdruckscanner zu finden, der mittig gut erreichbar ist. Ebenfalls für Metallgehäuse üblich sind zwei Antennen-Streifen auf der Rückseite zu finden.

Rechts ist eine Lautstärkewippe sowie ein rot umrandeter Power-Button untergebracht. Links ist der Dual-SIM-Slot zu finden, in den neben zwei Nano-SIm-Karten zusätzlich auch eine microSD-Karte bis 128 GB passt. Am unteren Rand sind zwei mal fünf kleine Löcher, wobei rechts der Lautsprecher und links das Mikrofon zu finden ist. Dazwischen ist der USB-OTG-fähige microUSB-Anschluss zu finden, der jedoch ungewöhnlicherweise auf dem Kopf verbaut ist. Oben ist leicht rechts von der Mitte der 3.5-mm-Stereoklinken-Anschluss untergebracht.

 

Im Inneren des Gigaset GS370 Plus arbeitet eine OctaCore Mediatek MT6750T 64 bit CPU mit vier Cortex-A53 Kerne zu 1.50 GHz und vier Cortex-A53 Kerne mit 1.00 GHz, die auf 4 GB RAM und eine Mali-T860 MP2 GPU sowie 64 GB Speicher zurückgreifen können. Hinzu kommt WLAN 802.11a/b/g/n im 2.4 GHz und 5 GHz-Frequenzband, Bluetooth 4.1, GPS und ein 3000 mAh fassender Akku, der mit bis zu 2 A schnellgeladen werden kann und so in etwas mehr als einer Stunde voll aufgeladen wird. Weiter kann das GS370 Plus LTE Kat. 6 mit bis zu 300 Mbit/s Datenübertragungsrate bieten.

 

Die Verarbeitung des Gigasets ist einwandfrei und lässt nichts zu wünschen übrig. Nichts knarzt oder wackelt, alles passt aufeinander. Das Metallgehäuse ist genauso wie das Display kaum kratzeranfällig, jedoch sieht man auf dem dunklen Aluminium sehr schnell Fingerabdrücke und auch ist es durch die glatte Oberfläche etwas rutschiger als andere Smartphones.


Gigaset GS370 Plus

Geliefert wird das GS370 Plus mit Kurzanleitung, SIM-Karten-Slot-Öffnungstool, microUSB-Kabel, Netzladestecker und kabelgebundenem In-Ear-Headset.

 

Die Leistung des Mediatek OctaCores ist durchaus ausreichend für ein Mittelklasse-Gerät. Apps und Systemkomponenten laden zügig und laufen flüssig. Dank der 4 GB RAM werden auch mehrere parallele Apps selten zum Problem. Wenngleich die Benchmarks nicht die besten Werte ausgeben, sind auch anspruchsvollere Spiele durchaus spielbar, wenn die Grafkleistung eingeschränkt wird. Da die Display-Auflösung hierbei auch eher mittelklassig ist, stellt dies meistens kein Problem dar. Der Akku hingegen ist durchaus als gut dimensioniert zu bezeichnen. Die 3000 mAh reichen zwar selten für die vom Hersteller angepriesenen zwei Tage, jedoch sind anderthalb durchaus auch bei guter Benutzung realistisch und selbst für Poweruser ist immer mehr als ein Tag drin.

Der Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite lässt sich einwandfrei bedienen und funktioniert zuverlässig und präzise, wenngleich er einen Ticken schneller sein dürfte. Dafür lässt er sich in den Systemeinstellungen auch so konfigurieren, dass er einzelne Apps sperren und freigeben kann, die Kamera-App öffnet und Fotos aufnimmt sowie Anrufe annehmen kann.

Die Kameraleisung des GS370 Plus zeigt sich durchaus durchwachsen. Die beiden Sensoren lassen sich in der Kamera-App umschalten und zwischen dem 13 Megapixel-Sensor mit Phasenvergleich-Autofokus und f/2.0-Blende sowie der 8 Megapixel-Weitwinkel-Kamera, die 120 Grad abdeckt, wählen. Damit lässt sich auch ein Unschärfe-Effekt herstellen und auswählen, welcher Bildbereich scharf gestellt werden soll und welcher nicht. Dies lässt jedoch nicht direkt im Bild während der Aufnahme sehen und auch nicht nachträglich anpassen.

Bei guten Licht sind die Fotos sehr gut und überzeugen gerade bei Nahaufnahmen. Allerdings sind schlechtere Lichtverhältnisse für beide Sensoren ein Problem und führen schnell zu Rauschen und Artefakten. Die Frontkamera liefert auch, wie nahezu alle Selfie-Cams, nur bei guten Lichtverhältnissen richtig gute Fotos.

Softwareseitigüberrascht das GS370 Plus nicht weiter, kommt es doch mit nahezu unverändertem Android  daher. Nur eine Hilfe-App sowie einen Werbekatalog von Gigaset sind zusätzlich installiert und lassen sich beide deinstallieren.

Hervorzuheben wäre noch, dass das von Haus aus gelieferte Android 7 im zweiten Quartal dieses Jahres noch auf Android 8.0 Oreo aktualisiert werden soll, wie der Hersteller Gigaset in seinem Blog verspricht.

Preis

Für 299,- Euro beim Hersteller ist das Gigaset GS370 Plus erhältlich und reiht sich so gut im mittleren Preissegment ein. In der Schweiz schlägt es mit 343.- SFr. beispielsweise bei digitech zu Buche. Es ist in den beiden Farben Jet Black und Brilliant Blue zu kaufen. Wer etwas weniger ausgeben möchte, kann mit dem GS370 ohne Plus vorlieb nehmen und bekommt eine mit 5 MP etwas schwächere Frontkamera sowie nur 32 GB Speicherplatz und nur 3 GB RAM geliefert. Das spart aber lediglich 20,- Euro bzw. SFr. Eher lohnt es sich, hier die etwas günstigere blaue Farbvariante auf etwa auf Amazon zu beziehen, als am Speicherplatz und RAM zu sparen.

Fazit

Mit einem guten Preisleistungsverhältnis kann das Gigaset GS370 plus aufwarten und liefert ordentliche Leistung, gute Akkulaufzeit und ein passables Display mit runden Ecken in einem schicken Gewand. Auch den Trend zum 18:9 Seitenverhältis hat Gigaset mitgemacht. Schade, dass die Dual-Kamera nicht so richtig zu überzeugen vermag. es bleibt hier zu hoffen, dass spätestens das versprochene Oreo-Update hier noch fimwareseitig einiges beheben kann. Ansonsten ist mit dem GS370 Plus wirklich nicht viel falsch gemacht.

vg-wort
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