So. 05. Mai 2019 um 9:45

Review: Crosscall Trekker-X4 im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Das Trekker X4 vom französischen Hersteller Crosscall ist ein spezielles Smartphone für den Outdoor-Einsatz.

Neben der 4K-Action-Cam will das wasser- und stossfeste Android-Gerät mit Dual-SIM vor allem mit einer 4K bzw. 12 MP Kamera mit Panamorph-Linse für verzerrungsarme Weitwinkelaufnahmen überzeugen. Zudem hat Crosscall ein recht eigenwilliges, proprietäres Anschlusssystem namens X-LINK im Trekker-X4 implementiert.

 

Was das Trekker X4 kann, wollen wir euch heute in diesem Test aufzeigen. Wir hatten das Gerät mehrere Monate in Gebrauch und auf Herz und Nieren getestet.


Crosscall Trekker-X4

Lieferumfang des Crosscall Trekker-X4

Im Lieferumfang des Trekker-X4 von Crosscall ist neben dem Smartphone und den üblichen Anleitungen sowie Garantiebestimmungen ebenfalls ein USB-C-Ladekabel, ein Overflow getauftes USB-Ladegerät mit 24 Watt Leistung, ein Schlüsselband sowie ein nach Schutzklasse IPX6 wasserdichtes, kabelgebundenes Headset zu finden. Zudem ist ein X-Blocker genannter Zubehör-Adapter dabei, der das Trekker X4 an verschiedenen Gadgets von Crosscall befestigen kann. Dazu später mehr.

Hardware und Ausstattung

Das Trekker X4 Smartphone kommt mit einem 5.5 Zoll grossen IPS-LC-Display mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und somit 400 ppi Pixeldichte sowie Gorilla Glass 5 daher. Das Gerät ist stolze 162.6 x 82 x 12.85 mm gross und wiegt satte 250 Gramm. Das liegt aber auch am Schutz des Geräts, denn das Trekker-X4 ist nicht nur mit der IP68 Schutzklasse gegen Wasser und Staub geschützt, sondern übersteht ebenfalls den MIL STD 810G Falltest IK02 aus zwei Metern Höhe auf festen Untergrund auf alle sechs Seiten. Entsprechend gummigepolstert sieht das Outdoor-Handy aus. Doch der Kunststoff des Crosscall Smartphones ist glasfaserverstärkt und mit Metall flankiert, was das Gerät nochmals schwerer macht. Das mag vielleicht nicht allen gefallen, ist aber vom Design her nicht so aufdringlich wie andere Outdoor-Smartphones mit ähnlicher Robustheit. Interessant ist auch, dass der Bildschirm einige Millimeter vertieft im Gehäuse liegt, so dass das Handy nicht direkt mit dem Displayglas auf einer planen Oberfläche zu liegen kommt. Das Display bringt eine Leuchtstärke von 450 cd/m² mit und kann auch mit handelsüblichen Handschuhen benutzt werden.

Die Wasserdichtigkeit beträgt, dank Gummistopper auf den Anschlussbuchsen oben wie unten, bis zu einer Stunde auf zwei Metern Tiefe und, im Gegensatz zu vielen anderen Geräten, ist die Betriebstemperatur des X4 relativ breit ausgeschildert: Von -25° C bis +50° C ist das Crosscall Trekker-X4 einsatzfähig.

Im Inneren des Outdoor-Boliden werkelt ein Qualcomm Snapdragon 660 OctaCore mit 2.2 GHz, der auf 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher zugreifen kann. Dieser kann um bis zu 512 GB per microSD-Karte im Dual-SIM-Slot erweitert werden. Weiter ist Bluetooth 5.0 LE, LTE-A und LTE TDD (Cat 11) sowie WLAN nach 802.11b/g/n/ac in den Frequenzbereichen 2.4 GHz und 5 GHz verfügbar, NFC und GPS ebenfalls. Zur Positionsbestimmung wird zudem A-GPS, Glonass, Baidou und Galileo unterstützt. An Sensoren sind neben den üblichen G-Sensor, Gyroskop, E-Kompass, Beschleunigungs-, Näherungs- und Helligkeitssensoren ebenfalls ein Barometer, das auch als Höhenmesser fungiert, ein Thermometer, ein Hygrometer und ein UV-Sensor verbaut. Für Fans von Aktivitäten an der frischen Luft durchaus ein Gewinn.

 

Die Front des Trekker-X4 von Crosscall nimmt das 5.5 Zoll grosse Display ein, das über für aktuelle Geräte ungewöhnlich breite Ränder verfügt. Darüber sind die Sensorleiste und der keilförmige Telefonlautsprecher sowie die 8 MP Frontkamera verbaut, darunter findet sich noch im Glas ein knapp 1 cm hoher Bereich mit dem Logo der Firma Crosscall und im Gehäuserand die Öffnung des Telefon-Mikrofons. Beide Seiten des Trekker X4 sind von strukturierten Metallschienen flankiert, die mit Inbusschrauben befestigt sind. Das sorgt auch für einen robusten Eindruck. Linksseitig sind der Dual-SIM-Kartenslot sowie die Lauter- und Leister-Tasten zu finden. An der rechten Seitenkante sitzt ein Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Smartphones, der gleichzeitig der Ein-/Aus-Schalter ist, sowie eine hervorgehobene, strukturierte dezidierte Kamera-Taste, die aber auch umprogrammiert werden kann zu anderen Funktionen.

Oben ist unter einer Gummilasche ein 3.5-mm-Stereoklinkenanschluss zu finden. Die Unterseite beherbergt mittig unter einer Gummilasche den USB-Type-C-Anschluss. Die rechte untere Ecke birgt eine Öffnung zur Befestigung von Schlaufen. Beide Laschen über den Anschlüssen oben wie unten sind mit Inbus-Schrauben gesichert, lassen sich also mutmasslich gegebenenfalls einfach ersetzen. Der USB-C-Anschluss erfüllt den USB 3.1 Standard und ist OTG-sowie Host-fähig.

Die Rückseite des Trekker-X4 indes ist aussergewöhnlicher: Dominiert wird das obere Drittel von der tropfenförmigen Kameraoptik mit einer 3.5 cm breiten Gorilla Glass-Linse. Die als Action-Cam ausgezeichnete Kamera ist mit einer weitwinkligen “Panamorph”-Linse ausgestattet, die 170 Grad Fotos schiessen und filmen kann. Die Hauptkamera löst mit 12 Megapixel auf und kann 4K-Videos aufnehmen. Im Tropfen ist ein weisser Dual-LED-Blitz sowie links davon die Sensorik zu finden. Darunter ist ein silbernes Crosscall-Logo untergebracht sowie das proprietäre Anschluss-System namens X-LINK, welches als Magnetbefestigung bis zu 900 Gramm tragen kann. Dieser X-LINK Anschluss ist 18 mm gross und besteht aus fünf konzentrischen Metallringen und einem Mittelpunkt, so dass der ganze USB-Anschluss nach aussen geführt wird. Im unteren Drittel der Geräterückseite sind unter der Typenbezeichnung zwei rhomboidförmige Lautsprecheröffnungen zu finden, die durch kleine Nasen vom Untergrund abgehoben werden, so dass der Sound ungehinderter erklingen kann.

Welche Laufzeit der fest verbaute, 4.400 mAh fassende Polymer Lithium-Ionen Akku im Outdoor-Smartphone bietet, gibt der Hersteller nicht an. Als Betriebssystem wird Android 8.1 Oreo von Haus aus auf dem Crosscall Trekker-X4 ausgeliefert.

 

Die Verarbeitung des Trekker-X4 ist tadellos. Alles passt ineinander und macht einen soliden, hochwertigen Eindruck.

Zubehör

Das Zubehör für das Crosscall Trekker-X4 ist auf den ersten Blick schon auf Outdoor- und Sportbegeisterte ausgelegt. Im folgenden stellen wir euch die spannendsten Teile aus dem Crosscall-Sortiment vor.

X-BLOCKER

Der Crosscall X-Blocker ist im Lieferumfang enthalten. Das Zubehörteil stellt im Prinzip eine grosse Kunststoff-Klammer, die an entsprechende Aussparungen am Rand des Trekker-X4 geklemmt wird. Dort hält sie das Gerät bis zu einer Auszugskraft von 20 kg vertikal und 16 kg horizontal fest. Die kreisförmige Öffnung in der Mitte mit Schlitz nach unten dient dazu, weiteres Zubehör, beispielsweise das X-Cable, gleichzeitig benutzen zu können.

X-CABLE

Das X-Cable ist ein USB-Kabel mit dem X-Link Anschluss. Dieses besteht aus einer Scheibe mit sieben Federkontakten und einem USB-A-Stecker. Mit dem robust wirkenden Kabel kann ein kompatibles Gerät wie das Trekker X4 aufgeladen und synchronisiert werden, ohne dass der USB-C-Anschluss an der Unterseite freigelegt werden müsste. Das Ganze funktioniert super und dank des magnetischen Anschlusses sehr intuitiv. Weil der X-Link-Anschluss kreisrund und plan ist, muss man nicht erst nach der richtigen Ausrichtung suchen und der Magnet zieht den Stecker direkt an die richtige Position. Das Aufladen kann dank Qualcomm Quick Charge 3.0 Kompatibilität auch besonders schnell vonstatten gehen, das passende Netzteil vorausgesetzt. Schade, dass das X-Cable ein separat zu erwerbendes Zubehör ist. Es hätte dem Lieferumfang des Crosscall Smartphones sicher gut getan. Es kann zusammen mit dem X-Blocker verwendet werden oder, dank Magnetkopf, auch ohne. So oder so hält es zuverlässig am Trekker-X4. Geliefert wird das X-Cable mit Anleitung und Produktbroschüre sowie einem praktischen, wieder-verschliessbaren, roten Kabelbinder aus Gummi. Das X-Cable gibt es für ca. 25 Euro bzw. SFr. zu kaufen. Nicht gerade günstig für ein Kabel.

X-CHEST

Das X-Chest ist ein Geschirr, um das Crosscall Trekker-X4 vor die Brust zu spannen. Für besonders actionreiche Aufnahmen können so beide Hände freigehalten werden, ohne dass eine Helmkamera verwendet werden muss.

Das X-Chest von Crosscall besteht aus einer gummierten Grundplatte in achteckiger Form, die das Display des Crosscall Outdoor-Handys aufnimmt. Die Grundplatte ist an vier Gurten befestigt, welche über die Schultern geführt und festgezurrt werden. Sie bestehen aus schweissabweisenden Material, sind wie üblich durch Schlaufen individuell einstellbar und haben Schnellverschlüsse. Das Smartphone selbst wird auf der Grundplatte mit einem klappbaren Arm gesichert, der mittels grosser Kunststoffflügelmutter arretiert wird. Das Ende des Kunststoffarms wird in den X-Blocker eingeklippt, so dass das Trekker Smartphone optimal gesichert ist. Zusätzlich kann man das Smartphone noch mit einem Spiralkabel sichern, das an der Öse in der unteren rechten Ecke geführt wird. Damit ist selbst bei heftigen Erschütterungen das Smartphone nicht plötzlich weit weg. Sieht sicher etwas gewöhnungsbedürftig aus, wenn man sich sein Smartphone vor die Brust schnallt, aber wer beispielsweise Downhill mit dem Bike unterwegs ist und davon packende Videoaufnahmen in 4K haben möchte, pfeift wohl vielleicht auf den Nerd-Appeal. Die Halterung für an den Körper kostet um die 50 Euro bzw. SFr.

X-STICK und X-CONTROL

Beim X-Stick handelt es sich um einen Selfie-Stick mit Fernbedienung. Doch nicht ein gewöhnlicher, billiger Stock mit Smartphone-Klemme – der aus Aluminium gefertigte, hochwertige X-Stick hat zunächst mal eine dreh- und schwenkbare Halterung für den X-Blocker, die mit einem handelsüblichen Stativgewinde daherkommt. Damit könnte man das Smartphone also auch auf fast jedes andere Stativ schrauben. Doch X-Stick ist in sich eigentlich ein Stativ, das bis zu 60 cm hoch ausgefahren werden kann. Im Griff des Selfie-Sticks ist nämlich ein dreibeiniger, ausklappbarer Standfuss verborgen, der ebenfalls über eine Stativgewindeschraube verfügt. So kann das Crosscall Trekker-X4 direkt und ohne das Zwischenteil auf das Dreibein geschraubt werden bei Bedarf. Als Fernbedienung ist eine kleine Bluetooth-Remote namens X-Control mit dabei, die über eine handelsübliche Knopfzelle mit Strom versorgt wird. Sie hat einen Ein/Aus-Schieber auf der Seite zum Stromsparen bei Nichtgebrauch und eine grosse Auslösertaste auf der Front. Ebenfalls kommt die Bluetooth-Fernbedienung mit einer Öse und Trageschlaufe. Die quadratische Bluetooth-Remote X-Control hat übrigens eine eigene, passende Aussparung im Stativ-Selfie-Stick X-Stick, so dass sie dort direkt über dem Handgriff befestigt werden kann und immer in Reichweite ist.

Geliefert wird der X-Stick mit X-Control zudem mit einem passenden, faltbaren Etui, indem alle Teile leicht und bequem auf nur 18 cm Höhe verstaut werden können. So lässt sich das Stativ einfach und platzsparend transportieren.

 

Das X-Stick Stativ lässt sich ausgezeichnet benutzen und in alle erdenklichen Winkel und Positionen bringen. Weil das Smartphone nicht sehr viel wiegt, reichen die drei vergleichsweise kurzen Beine des Stativs problemlos aus, um sicheren Halt zu gewährleisten. Dank der einfach dreh- und verschraubbaren Teile des Stativs und des komplett schwenk-, dreh- und neigbaren Stativkopfs ist der X-Stick eine wirklich tolle Sache für alle ambitionierten Smartphone-Fotofans. Für 60 Euro bzw. SFr. gibt es den Crosscall X-Stick und X-Control im Set zu kaufen.

Weiteres Zubehör

Darüber hinaus gibt es noch weiteres Zubehör, etwa Halterungen für das Auto und den Fahr- oder Motorradlenker von Crosscall, das kompatibel zum X-Blocker ist.

Leistung des Trekker-X4: Performance, Display, Sound und Akku

Performance

Der Qualcomm Snapdragon 660 und die 4 GB RAM versprechen nicht das höchste der Gefühle. Eine High-End-Hardwareausstattung sieht anders aus, das ist klar. Dennoch vermag das Trekker X4 von Crosscall dank seiner schlanken Software zu überzeugen. Die Benchmarks zeigen solide Werte an, die sich im Mittelfeld einordnen. Aber vor allem im alltäglichen Gebrauch ist das Crosscall Outdoor-Handy durchwegs performant. Kaum Wartezeiten, Ruckler oder Verzögerungen sind zu verzeichnen und auch ambitioniertere Spiele und Apps laufen wie sie sollen. Hier wurde viel von OEM-Seite richtig gemacht und Android offensichtlich ohne viel Overhead auf die Hardware-Plattform zugeschnitten mit anscheinend passenden Treibern dazu. Die Adreno 512 GPU-Einheit leistet auch passable Dienste für einen Chipsatz der oberen Mittelklasse. Was die Benchmarks allerdings offenbaren, ist der etwas langsame interne Speicher. Da hätte das französische Crosscall etwas mehr in die Tasche greifen dürfen.

Der seitlich im Power-Button angebrachte Fingerabdrucksensor funktioniert erstaunlich schnell und zuverlässig, gerade in Anbetracht der geringen Fläche.

Display

Mit dem Display kann man übrigens durchwegs zufrieden sein. Ein 16:9 Panel mit einer recht guten Helligkeit und tollem Schwarzwert und gutem Kontrast ist mit einem leicht entspiegelten Glas gepaart. In direktem Sonnenlicht ist es frontal noch immer gut lesbar, von der Seite aber schnell nicht mehr farbecht. Dennoch lässt sich das Crosscall Trekker X4 gut draussen benutzen. Die Auflösung des Trekker-X4 ist jedoch geringer, als die 4K-Auflösung der Kamera. Das ist einerseits gut für Akkulaufzeit, andererseits schon deutlich sichtbar und schade, dass man die eigens gemachten Aufnahmen nicht in voller Güte auf dem Gerät betrachten kann.

Handschuh-Bedienung

Übrigens ist der Handschuh-Modus wirklich einer, der seinen Namen verdient. Selbst mit dicken Wollhandschuhen oder beim Snowboarden lässt sich das Display noch sehr gut bedienen.

Sound

Auch der Sound kann sich hören lassen. Auch wenn die Lautsprecher vertauscht sind und der rechte Kanal links und der linke Kanal rechts ausgegeben wird, sind die oberen Mitteltöne und die Hochtöne am lautesten. Das ist für die meiste Musik nicht schlecht und verzerrt nur bei hohen Lautstärken und basslastiger Musik die Töne merklich. Via 3.5-mm-Stereoklinke und per Bluetooth hingegen ist alles bestens und unverzerrt. Die Bluetooth-Verbindung klappt dank Qualcomm-Chipsatz auch mit aptX und somit höheren Datenraten für bessere Audioqualität.

Akku

Die Akkulaufzeit ist auf den ersten Blick durchaus hervorragend. Mehr als 14 Stunden unter Vollast und mit Quick Charge 3.0 in nur zwei Stunden wieder voll aufgeladen, machen den 4400 mAh Akku völlig ausreichend. Im Alltag sind damit zwei ganze Tage im Gebrauch vollkommen realistisch.

Software

Das Trekker-X4 bekommt Googles Android 8.1 Oreo von Haus aus und in regelmässigen Abständen Updates. Wenngleich die letzten Sicherheits-Patches vom Januar dieses Jahres sind. Das Stock-Android kommt mit nur wenig eigenen Apps daher und keiner Bloatware. Keine unnötigen, ungewünschten Spiele oder vorinstallierte Apps, die niemand braucht.

Neben den Apps X-CAM und X-STORY, die beide für die audiovisuelle Erfassung von Sport- und Action-Geschehen gedacht sind, wobei letzteres eine grundständige Video-Schnitt-App ist, sticht aus dem Softwarepaket vor allem X4-Sensors hervor. Sie verbindet alle Sensoren des Geräts in einer App. So kann sie dort alles anzeigen, wie die Umgebungstemperatur, die Luftfeuchtigkeit, der magnetische Kompass, die Beschleunigungssensorik, den Luftdruck, die Höhe über Meer, die GPS-Koordinaten, die Helligkeit in lux, die Bluetooth-, WLAN- und Mobilfunk-Signalstärken sowie die Batterie-Spannung und die UV-Strahlung.

Das ist echt ein Alleinstellungsmerkmal, das so von kaum einem anderen Gerät auf dem Markt geliefert wird und für Wandertouren und andere Sport-Aktivitäten sehr nützlich sein kann.

 

Weiter ist eine App namens UKW-Radio mit an Bord. Sie erlaubt es, herkömmliches FM-Radio zu hören und aufzunehmen. Das besondere dabei: Es ist nicht nötig, einen kabelgebundenen Kopfhörer oder ein Headset einzustecken dazu. Das FM-Radiomodul hat eine eigene, interne Antenne. Das klappt auch sehr gut und zuverlässig. Erstaunlich, wie ungewohnt nützlich doch Radioempfang ohne Datennetzanbindung sein kann.

Kamera des Trekker-X4

Die Kamera ist das Kernstück des Outdoor-Handys von Crosscall und soll der unique selling point, das sogenannte Alleinstellungsmerkmal, sein.

Die Hauptkamera des Trekker-X4 soll als Action Cam ähnlich einer GoPro her halten.

Dazu sitzt in der Rückseite des Trekker ein 12-Megapixel Senor, der 4K Fotos und Videoaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde (fps) liefern kann. Bei 1080p-Videoaufnahmen kann sie bis zu 120 Bildern pro Sekunde filmen, was sie für Zeitlupenaufnahmen geeignet macht. Sie hat eine “Panamorph”-Linse mit 170-Grad-Sichtfeld, die als Action- oder Dash-Cam eingesetzt wird. Dabei wird das Motiv aus vier verschiedenen Aufnahmewinkeln erfasst und zusammengerechnet. Das sieht auf den ersten Blick wenig spektakulär aus, ist aber in der zugehörigen X-CAM genannten App wirklich hilfreich. Diese erlaubt das Bearbeiten und schnelle Teilen von Action-Aufnahmen und Stories in die Sozialen Medien.

Für extra ruckelarme Videoaufnahmen auch bei rasanten Fahrten wird die Kamera übrigens von einem 9-Achsen-Gimbal stabilisiert. Der Dual-LED-Blitz leuchtet die Szene gut aus, ist aber oftmals erkennbar auf den fotografierten Objekten. Das ist jedoch nichts aussergewöhnliches für Smartphone-Blitze.

Die Kamera liefert insgesamt ganz gute Bilder. Sie kommt nicht an die Top-Smartphones heran, liefert aber mit einem DxOMark-Wert von 85 Punkten ein solides Ergebnis, dem man sich nur anschliessen kann.

Vermutlich dank der grossen Glasapplikation um die Kameralinse ist die Belichtung durchwegs sehr gut und die Dynamik nicht zu verachten. Die Bilder bringen detailgetreue und natürliche Farbwiedergaben zustande. Ein guter Weissabgleich, der sowohl bei Fotos, als auch bei Videos zum Tragen kommt sowie der schnelle und genaue Autofokus runden die Kameraleistung solide ab. Die Farben sind nicht überzeichnet und die Motive wirken naturgetreu wiedergegeben. Nahaufnahmen, genauso wie Fotos bei wenig Umgebungslicht, gelingen meist passabel. Jedoch sind bei starken Vergrösserungen durchaus Artefakte und Rauschen in eigentlich monochromen Flächen und unstrukturierten Umgebungen zu erkennen. Wie so oft wird das Bildrauschen sehr schnell sichtbar, wenn die Lichtverhältnisse nicht mehr optimal sind. Eine Low-Light-Kamera ist das Crosscall Trekker-X4 eher nicht, aber auch stimmungsvolle Fotos von Sonnenuntergängen gelingen mit dem französischen Outdoor-Handy.

Die Zeitraffer-Funktion der X-CAM-App ebenso wie die Zeitlupen-Aufnahmen mit 120 fps bei einer Auflösung von 1080p können sich durchaus sehen lassen, aber auch 4k-Videos mit 30 fps sind ein Hingucker. Weil auch die Wiederholrate der Beleuchtung eingestellt werden kann, können so selbst bei Kunstlicht noch spektakuläre Slowmo-Aufnahmen ohne störendes Flackern mit dem Trekker-X4 gemacht werden. Auch der Autofokus ist nicht zu verachten.

Im folgenden Zeitlupen-Beispielvideo sieht man ganz gut, wie der Autofokus nach wenigen Millisekunden den Gummiball wieder fokussiert.

Preis

Das Crosscall Trekker-X4 Outdoor-Smartphone mit Paramorpher 12 MP Kameraoptik und 5.5 Zoll Display kam mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro bzw. SFr. im vergangenen Oktober auf den Markt. Die Preise haben sich aber auch hier zwischenzeitlich nach unten bewegt und beispielsweise bei Amazon bekommt man das Trekker X4 schon für knapp 660 Euro bzw. SFr. versandkostenfrei zugeschickt.

Fazit zum Crosscall Trekker-X4

Crosscall hat mit dem Trekker-X4 ein tolles Nischen-Smartphone geschaffen. Viele Funktionen, die man bei einem Outdoor Handy erwarten würde, sind mit dabei. Eine lange Akkulaufzeit, eine gute Leistung für ein oberes Mittelklassegerät, Schutz und GPS sowie LTE, halbwegs auf aktuellem Stand der Technik. Der Preis bewegt sich im Rahmen der oberen Mittelklasse und ist angemessen für das, was das Smartphone bietet. Wie schnell sich die Preise weiter nach unten entwickeln, bleibt abzuwarten.

Neben vergleichbar guten Komponenten ist die Kamera des Trekker X4 speziell und sticht aus der Masse der Smartphones, auch der Outdoor-Geräte, heraus. Auch wenn sie mit 1080p bei 120 fps nicht die allertollste ist und eine GoPro etwa bessere Ergebnisse liefern wird, die Fischaugen-Optik und der gute Bildstabilisator ermöglichen es doch durchaus, auf eine dezidierte ActionCam zu verzichten. Für ambitionierte Extremsport-Fans hingegen wird auch das Trekker-X4 nicht ausreichen, was die Bildqualität angeht. Für die aktive Freizeit und den Urlaub aber ist das französische Crosscall Trekker-X4 ein tolles Gerät und zu empfehlen, wenn man nichts gegen das etwas dickere Gehäuse und das etwas höhere Gewicht einzuwenden hat. Das eingebaute UKW-Radio mit interner Antenne ist ebenfalls ein nettes Plus.

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