Fr. 16. Dezember 2016 um 10:08

WLAN-Tracking: Standortbezogene Werbung aufs Smartphone

von Marcel Laser0 Kommentare

Offenes WLAN ist an sich keine grosse Seltenheit mehr, allerdings kümmern sich die Geschäfte oftmals selbst um diesen Service. Seit die Störerhaftung auch in Deutschland geändert wird, sind auch jenseits des Rheins frei zugängliche WLAN-Signale häufiger anzutreffen.

In Aarau wurde die Infrastruktur für das freie WLAN in der Innenstadt durch die IBAarau AG mit Aarau Standortmarketing kombiniert. Lauft ihr dort durch die Strassen, dann meldet sich dieses per “Aarau Freenet” in den WLAN-Einstellungen. Dieses wird allerdings ab Februar 2017 mit einer neuen Funktion ausgestattet.

Standortbezogene Werbung über WLAN-Tracking auf’s Smartphone

Es werden die Geräte erfasst, die entweder Aktiv im Netz eingeloggt sind oder auch WLAN in den Einstellungen aktiv haben. Nutzt ihr nun das freie WLAN “Aarau Freenet” in den Strassen direkt (eingeloggt), werdet ihr im Browser mit einer sogenannten “Landingpage” konfrontiert. Diese Landingpage, also eine Internetseite, die man vorgesetzt bekommt, sobald man den Browser öffnet und diverse Services von Providern nutzt, kennt man auch aus den WLAN-Hotspots von Cafés, Bahn und anderen Orten, an denen freies WLAN angeboten wird. Die Landingpage ist in diesem Fall allerdings die Webseite eines Geschäftes in der Nähe. Egal ob das nun eine paar Meter weit von euch entfernte Bar ist oder das nächste Kleidungsgeschäft. Die Werbeflächen lassen sich Standortbezogen von den Geschäften buchen, so bekommt man an unterschiedlichen Orten auch unterschiedliche Webseiten auf der Landingpage angezeigt.

 

Zudem lassen sich die Bewegungsabläufe und damit auch das Laufverhalten der Menschen in den Strassen zwischen den einzelnen Geschäften beobachten und auswerten. Allerdings werden keine personenbezogenen Daten übertragen, sondern nur das Smartphone getrackt. Jedes Smartphone mit aktivem WLAN-Empfang wird also getrackt und aufgezeichnet. Ist WLAN auf eurem Gerät deaktiviert, gibt es auch erst einmal kein Tracking in den Strassen.

 

Zudem soll auch eine App in Planung sein, die euch Werbung und Angebote anzeigt, die auf euch zugeschnitten sind. Wann diese allerdings genau erscheint, wurde bisher nicht kommuniziert. Ebenfalls als Möglichkeit betrachtet man später auch das direkte Versenden von Push-Nachrichten an die Smartphones im Aarau Freenet, welche dann auf spezielle Angebote und Veranstaltung aufmerksam machen können.

 

Das erinnert ein wenig an die Szene aus dem Hollywood-Streifen Minority Report, in denen Augenscanner beim Einkaufen die Personen erfassen und entsprechend zugeschnittene Angebote auf den digitalen Plakaten anzeigen.


Aarau Altstat Kirche Lutz Fischer-Lamprecht. cc-by-sa-4.0

Lässt sich Datenschutz und Smart noch in einem Satz unterbringen?

Smart Cities sind die Zukunft, da sind sich viele sicher, doch bringt dieses Wort “smart” auch immer noch eine tiefgreifende Vernetzung mit sich. Und wenn es wirklich smart werden soll, müssen Unmengen von persönlichen Daten ausgewertet werden.

 

Daher machen sich auch entsprechend viele Menschen Gedanken um ihre personenbezogenen Daten. Natürlich werden hier erstmal alle Daten nur anonym erfasst, allerdings trägt man das “anonyme” Gerät immer bei sich und dies lässt sich am Ende auch Personen zuordnen, vor allem wenn eine zusätzliche App mit Benutzerkonto hinzukommen sollte, die euch spezialisierte Angebote unterbreitet, wird es vielleicht auch viel personenbezogener, als man denkt.

 

Wie steht ihr eigentlich zu den Möglichkeiten des Trackings, speziell in diesem Fall, wie er in Aarau realisiert wird? Freut ihr euch über die spezialisierten Angebote oder die standortbezogene Werbung im Browser? Oder ist das eher ein unheimliches Gefühl sich auf Schritt und Tritt orten zu lassen um entsprechende Dinge angezeigt zu bekommen? Schreibt es uns in die Kommentare!

 

Quelle: IBArrau; Bild: Lutz Fischer-Lamprecht. cc-by-sa-4.0

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