Di. 22. August 2017 um 18:43

Windows 10: In Zukunft sollen Zwangupdates nicht mehr durchgeführt werden

von Marcel Laser1 Kommentare

Das Update auf Windows 10 wurde von Microsoft recht aggressiv in Umlauf gebracht. Erst wurde in älteren Betriebssystem eine Meldung recht weit in den Vordergrund gedrängt und selbst automatische Downloads wurden ohne jegliche Vorwarnungen gestartet. Eine Verbraucherzentrale in Deutschland mahnte Microsoft vor zwei Jahren ab und nun scheint ein Umdenken stattzufinden.

Verbraucherzentrale aus Baden-Württemberg bewegt Microsoft zum Umdenken

Denn ältere Betriebssysteme, wie zum Beispiel Windows 8.1, fingen irgendwann an massenweise Daten im Hintergrund herunterzuladen. Es waren mehrere Gigabyte an Installationsdateien, ohne dass viele Menschen dagegen irgendetwas tun konnten, ausser vielleicht maximal den (Internet-)Stecker zu ziehen. Microsoft selbst argumentierte damals mit den Worten, dass man das System der Leute nur auf die bevorstehende Installation vorbereiten würde. Gefragt wurde allerdings dennoch niemand, ob diese den Download überhaupt auch wollten. Später wurden auch Popups eingeblendet, die mehrmals auf die Installation hinwiesen, teilweise sogar überlappend im Vordergrund und somit die Arbeit oder das Spielen unterbrachen.

 

Daraufhin mahnte die Verbraucherzentrale aus Baden-Württemberg Microsoft ab, welche allerdings standhaft blieben und auf ihre Argumentation von oben beharrten. Auch eine Klage über das Landgericht München I wurde eingereicht, da man davon ausging, dass die Abmahnung Microsoft nicht erreicht hätte. Erfolg hatte man damit aber bisher nicht, da diese ebenfalls abgewiesen wurde. Mittlerweile läuft der Hase aber in eine ganz andere Richtung und Microsoft verspricht in Zukunft solche Praktiken nicht mehr durchführen zu wollen und brachte eine rechtswirkende Unterlassungserklärung zu Protokoll.

“Wir hätten uns ein früheres Einlenken gewünscht, dennoch ist die Abgabe ein Erfolg für mehr Verbraucherrechte in der digitalen Welt. Wir gehen davon aus, dass Microsoft und andere Softwarehersteller in Zukunft genauer darauf achten werden, welches Vorgehen zulässig ist und welches nicht. Das ungefragte Aufspielen von Installationsdateien von mehreren Gigabyte gehört sicher nicht dazu.” – Cornelia Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Deutschland

Ob das in Zukunft so bleibt, werden wir dann wohl noch erfahren. Ein aggressives Einsteigen, wie Microsoft es in den ersten 365 Tagen vormachte, soll zumindest bis auf weiteres abgewendet werden. Zudem hofft man ebenfalls, dass sich andere Unternehmen ebenfalls daran ein Beispiel nehmen und keine ähnlichen Praktiken einsetzen.


 

 

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

vg-wort
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Eine Antwort zu “Windows 10: In Zukunft sollen Zwangupdates nicht mehr durchgeführt werden”

  1. lowblow sagt:

    Jaja, endlich mal. Gerade letzte Woche in Update im Hintergrund gelaufen während meine Sicherung lief.

    Dann ohne Vorwarnung Neustart!!! Die Sicherung im Eimer, Outlook verlor ein paar Mails und nach dem Neustart gabs nur Fehlermeldungen! So nicht!!!!!!

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