Do. 06. August 2015 um 18:52

Snapdragon 820: Vier Kerne und dennoch schneller

von Marc Hoffmann0 Kommentare

 

 

Der aktuelle Flaggschiff-Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 810, ist und bleibt das Sorgenkind des Unternehmens und kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Doch bereits seit dem Mobile World Congress 2015 im Februar wissen wir, dass der Konzern mit dem Snapdragon 820 bereits ein heisses Eisen als Nachfolger im Ofen hat. Allerdings sollte man dies nicht allzu wörtlich nehmen, denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger soll der Snapdragon 820 nicht nur schneller werden, sondern auch einen kühlen Kopf bewahren.

 

Kühler, schneller: Snapdragon 820

Die Informationen über den Snapdragon 820 stammen vom chinesischen Analysten Pan Jiutang, welcher auf SinaWeibo einige Präsentationsfolien zum Chip veröffentlicht hat. Diesen zufolge kommt nicht die geplante Kyro-Architektur zum Einsatz, von der am MWC noch die Rede war, sondern eine neuere Prozessorarchitektur mit dem Codenamen Hydra. Insgesamt soll der Snapdragon 820 über vier solcher 64-Bit-Hydra-Cores verfügen, welche mit bis zu 3 GHz arbeiten können. Möglich wird dies durch die kleinere 14 nm-Architektur. Als Grafik-Einheit kommt die neue Adreno 530 GPU zum Einsatz. Trotz der halben Anzahl an Rechenkernen, soll der Prozessor aufgrund seiner Taktrate und der neuen, eigens entwickelten Architektur, 35% mehr Performance liefern, währen die neue GPU sogar 40% mehr Rechenleistung bringt, als die bisherige Adreno 430 und dabei um 30% stromsparender sein soll.

 

 

Zudem verraten die Präsentationsfolien noch einige weitere Details über die Features: Der Snapdragon 820 wird nicht nur über einen stärkeren Video-En/Decoder verfügen und kann dadurch 4K-Videos mit 60 fps verarbeiten, sondern diese auch dank Miracast 2.0 in der selben Bildrate drahtlos an externe Monitore liefern. Zudem wird der HEVC Codec (h.265) mit 10-Bit-Farbtiefe und auch der VP9 Codec für das Decodieren von Videomaterial unterstützt, was eine Bildqualität auf dem Level von Blu-Ray Filmen erlaubt.

 

Für die Aufzeichnung von Sensordaten im Hintergrund oder im Standby, verfügt der Chip über ein Set von Low-Power-Sensoren, welche über einen dedizierten Arbeitsspeicher mit 512 kB verfügen. Damit soll vier mal weniger Energie verbraucht werden als bei bisherigen Chips, welche den hungrigeren Geräte-RAM und somit auch die CPU dafür verwenden. Zudem verfügt der Snapdragon 820 über neue Audiode/encoder, sowie drei PCIe-Ports, über welche weitere Hardware angebunden werden kann.

 

Für den Arbeitsspeichers steht eine Low-Power-DDR4-Schnittstelle mit 1866 MHz Übertragungstakt zur Verfügung. Der neue Bildprozessor unterstützt Auflösungen von bis zu 28 Megapixel und kann dabei bis zu 30 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung übertragen. Für die Anbindung von externer Peripherie steht zudem eine USB-2.0- und eine USB-3.0-Schnittstelle zur Verfügung. Auch der neue LTE-U-Standard mit Übertragungsfrequenzen im 5 GHz-Bereich wird bereits unterstützt, obwohl dieser erst Anfang 2016 eingeführt werden soll. Damit ist der Prozessor definitiv für einen längeren Zeitraum gerüstet.

 

Ausgehend vom Releaseplan soll der Prozessor noch in diesem Jahr, vermutlich bereits im September oder Anfang Oktober, an die Hardwarehersteller ausgeliefert werden. Da die Entwicklung neuer Smartphones bereits an Vorserien-Samples stattfinden dürfte stehen die Chancen gut, noch im Weihnachtsgeschäft erste Geräte mit dem Snapdragon 820 zu sehen.

 

Quelle: Technobuffalo (Englisch)

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