Fr. 31. Mai 2019 um 7:49

Qualcomm verliert gegen FTC – Der Stein des Umbruchs?

von Yves Jeanrenaud1 Kommentare

Qualcomm hat vor Gericht verloren. Die us-amerikanische Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat den amerikanischen Chip-Hersteller verklagt, weil die Geschäftsbedingungen, die Qualcomm seiner Kundschaft aufbürdet, wettbewerbswidrig sei. Der Hersteller zwingt nämlich bis dato die Belieferung mit Chips für Smartphones und Tablets aller Couleur zum separaten Erwerb der passenden Lizenz zu den zugehörigen Patenten. Das darf Qualcomm nicht mehr. Zudem sind exklusive Vereinbarungen nicht mehr zulässig, etwa mit Apple oder Samsung. Die FTC will, dass Qualcomm den Wettbewerb nicht verzerrt und zu fairen Bedingungen die notwendige Technologie für Smartphone-Hersteller in Zukunft anbietet.

 

Die zuständige Richterin, Lucy Koh, hat vergangene Woche der FTC zugestimmt und den Forderungen entsprochen. Das Qualcomm einzelne Hersteller, beispielsweise Apple, damit gedroht hatte, keine Chips mehr zu liefern, wenn nicht die teuren Patentlizenzen erworben werden, soll durch interne E-Mails aus dem Top-Management Qualcomms belegt worden sein. Das Abstreiten durch den Chip-Hersteller half nichts und von nun an muss sich Qualcomm sieben Jahre lang der FTC beugen und wird von dieser entsprechend auf Einhaltung überwacht.


FTC vs. Qualcomm

Qualcomm hat traditionell mit seinen Patenten im Smartphone- und Technologie-Bereich mehr Geld eingenommen, als mit dem Chip-Handel. Apple hatte sich mit Qualcomm angelegt und nach jahrelangem Streit erst vor kurzem aussergerichtlich geeinigt.

Qualcomm als Schlüsselspielerin

Die zentrale Stellung im Smartphone-Markt, die Qualcomm einnimmt, dürfte vielen klar sein. Kaum ein aktuelles Gerät auf dem Markt, dass nicht mit einem Snapdragon von Qualcomm läuft. Doch auch die Modem-Chipsätze, beispielsweise in Apple iPhones, kommen aus dem Hause Qualcomm. Bis zum Streit, seit dem Intel die Chips für Cupertino baut. Weil jedoch die 5G-Modem-Chips der Chip-Manufaktur wohl überragend sein sollen, haben sich die beiden Tech-Riesen Apple und Qualcomm geeinigt. Intel baut nun Berichten zufolge keine Modems mehr für Smartphones.

 

Das nun Qualcomm seine Kundschaft nicht mehr so derart Ausnehmen darf, würde dem angeschlagenen Chip-Konzern mit Aktienkursen auf Talfahrt natürlich nicht gut tun. Patente nicht mehr zwangs-lizenzieren zu lassen, wird das Unternehmen deutlich Gewinn kosten. Dass nun keine de-facto Exklusiv-Vereinbarungen mehr möglich sein sollen, dürfte weitreichende Auswirkungen auf den Smartphone-Markt haben. Nun kann kein Hersteller, weder Apple, Samsung noch Huawei, für sich Technologien von Qualcomm alleine reklamieren und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

 

 

Ein Statement von Qualcomm steht noch immer aus. Allerdings gibt es Gerüchte über einen Vergleich mit der FTC. Zudem ist es möglich, dass Qualcomm in die nächste Instanz geht und das Urteil anfechtet.

Was wäre, wenn?

Was wäre aber, wenn das Urteil so stehen bleibt? Dann wäre vermutlich für die nächsten sieben Jahre der Smartphone-Markt ein anderer. Die Chance, dass kleine Hersteller an Absatzanteilen zugewinnen können, die Möglichkeit, dass grosse High-End-Chips von Qualcomm auch in No-Names stecken werden, macht zumindest zuversichtlich. Ein vielfältigerer und vielleicht sogar innovativerer Smartphone-Markt wäre eine wünschenswerte Folge.

 

 

Quelle: Fosspatents (Englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Antwort zu “Qualcomm verliert gegen FTC – Der Stein des Umbruchs?”

  1. Tempest2k sagt:

    Ich will endlich einen Chip der 12Tflops bietet. Dann bitte xbox live einfach auf das Handy bringen und schon habe ich eine Konsole für unterwegs. Am besten noch mit einem hdmi Adapter damit man das Handy an den Fernseher schließen kann und nativen xbox joypad Support 😁😍❤️ Los. Macht was. Nen Akku der bei 4k Gaming zwei Tage durchhält. Los macht was. Wo ist die Zukunft?

Schreibe einen Kommentar

Teilen