Mi. 17. Mai 2017 um 17:29

Qualcomm: Intel und Samsung unterstellen Wettbewerbsbehinderung

von Sebastian Mauch1 Kommentare

Eigentlich kann man die Welt der Mobilprozessoren in drei Worten ganz gut zusammenfassen: Snapdragon, MediaTek und Exynos. Mit diesen drei Chipgattungen sind nämlich so gut wie alle aktuellen Smartphone-Modelle ausgestattet. Wenn wir von Huaweis eigenen Kirin Modellen einmal absehen. Snapdragon ist dabei wohl mit Abstand am bekanntesten und steckt vor allem in Highend-Telefonen, MediaTek ist dagegen eher im Budget-Bereich angesiedelt. Exynos-Chips aus dem Hause Samsung haben jedoch teilweise mehr Potenzial und Leistung als die stärksten Snapdragons, würden sich also im Prinzip auch gut in Nicht-Samsung-Boliden machen, wäre da nicht ein grosses “Aber”.

Keine Patentlizensierung seitens Qualcomm, Samsung und Intel werden künstlich ausgebremst

Für den Kunden mag es so – was die Ausstattung von Geräten angeht – übersichtlicher Erscheinen, und Vergleiche von Modellen fallen leichter aus. Andere Hersteller sehen sich jedoch in einem für eine solche Industrie eher unüblichen Wettbewerb behindert. Schuld daran sind wohl gewisse Patente, die bei Qualcomm liegen. Werden diese vom besagten Chiphersteller nicht lizensiert, verhindert dies scheinbar, dass andere Wettbewerber wie Samsung (Exynos) oder Intel ihre eigenen Chips in bekannte Smartphone-Neuerscheinungen verbauen.

 

Die amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde, die Federal Trade Commission (FTC), untersucht diesen Sachverhalt derzeit etwas genauer. Die von Intel und Samsung dazu abgegebenen Stellungnahmen unterscheiden sich dabei nicht mal sehr voneinander. Beide Konzerne beziehen sich im Prinzip auf missbräuchliche Patentpraktiken seitens Qualcomm, sodass diese über Jahre quasi schon eine Art Monopol aufbauen konnten.

 

Auch wenn Intel derzeit keine leistungsstarken Mobil-SoCs vermarktet, wären sie laut Stellungnahme dennoch bereit für einen Wettbewerb. Komisch ist dabei, dass Intel im Desktop-CPU-Markt ein ähnliches Quasi-Monopol innewohnt. Dies dürfte aber eher in der Entwicklung von AMD begründet liegen, die im Prinzip Intels einziger Mitbewerber in diesem Marktsegment sind.

 

Ebenfalls etwas merkwürdig wirkt zudem die Anschuldigung aus Richtung Samsung. Zwar wäre es ganz erfrischend mal einen Exynos-Chip in einem neuen LG oder HTC-Flaggschiff zu sehen, jedoch hielten die Südkoreaner es beim Launch des Galaxy S8(+) beispielsweise nicht mal für nötig alle eigenen Geräte mit Exynos-Prozessoren zu bestücken. In Nordamerika setzt Samsung nämlich statt auf eigene Chips auf – man höre und staune – Snapdragons aus dem Hause Qualcomm. Wie dem auch sei, eine Anhörungs des FTC zu diesem Sachverhalt ist für den 15 Juni 2017 angesetzt.


 

 

Quelle: Golem

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Eine Antwort zu “Qualcomm: Intel und Samsung unterstellen Wettbewerbsbehinderung”

  1. Ltd Duke sagt:

    Intel hätte seine Arm Sparte einfach nicht verkaufen dürfen.
    Jetzt so rumzumeckern geht garnicht.

    Die sollten ihre Energie besser in die Entwicklung stecken.

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