Di. 28. November 2017 um 7:45

Pokémon GO: Spiel soll etliche Unfälle und Geldschäden in Milliardenhöhe verursacht haben

von Sebastian Mauch0 Kommentare

Spiele bringen Menschen um! Moment, was? So in etwa stellt eine aktuelle Studie aus den USA das Android und iOS-Spiel und Gesellschaftsphänomen Pokémon GO aus dem Hause Niantic dar. Dazu wurden unter anderem lokale Daten und Ereignisse ausgewertet und hochgerechnet. Zwar wirkt das ganze nicht gerade fundiert, interessant und nicht ganz unwahr ist das Ganze aber allemal.

2 Tote und 31 Verletzte in einem kleinen amerikanischen Bezirk nur durch eine einzelne Spiele-App?

Zur grossen Hype-Zeit der mobilen Pokémonhatz waren ja bekanntermassen in aller Welt unzählige Menschen auf den Strassen unterwegs und rannten mit ihrem Telefon virtuellen Monstern hinterher. Dass das nicht unspassig sein muss und noch heute von vielen aktiv betrieben wird, das belegen dutzende Berichte im Netz. In Ballungsgebieten sieht man noch heute vereinzelte Spieler_innen oder ganze Grüppchen die sich zum Raiden zusammentun. Mit der Anfangszeit nach dem Launch der App, ist das aber lange nicht vergleichbar.

 

Zu dieser Zeit soll das gehypte Stück Software von Niantic und The Pokémon Company besonders gefährlich gewesen sein und ist es noch. So stellen es zumindest Wissenschaftler der Purdue University in dem US-amerikanischen Bundestaats Indiana dar. In ihrer Studie “Death by Pokémon Go” (Ja, die heisst wirklich so) wurden lokale Ereignisse und Daten aus dem Bezirk Tippecanoe County ausgewertet, wo etwas mehr als 170.000 Menschen ihrem Alltag nachgehen.

 

Man bezieht sich auf die ersten 148 Tage nach dem offiziellen Release des Spiels. Dort verzeichnete man stolze 286 Unfälle, von denen etwa 134 in der Nähe von gut besuchten PokéStops geschehen sein sollen. Daraus resultierten anscheinend 31 Verletzte und sogar 2 Todesopfer. Ob diese nun aber tatsächlich auf ebendieses Spiel zurückzuführen ist, ist aber natürlich nicht gänzlich nachvollziehbar.


pokemongo
Augen auf im Strassenverkehr! Pokémon GO hat für einige Probleme gesorgt.

Aufmerksamkeit aufs Smartphone, statt beim Verkehr

Auch Geldschäden sollen dadurch angeblich entstanden sein. Man spricht hier von 5.2 bis 25.5 Millionen US-Dollar nur für den besagten Bezirk. Hochgerechnet auf die gesamten USA wären das rechnerisch sogar unglaubliche 7.3 Milliarden Dollar, sowie 30.000 Verletzte mit 256 Toten. Das klingt zugegebenermassen schon ziemlich gruselig. Ist allerdings nur eine Hochrechnung aus den Daten von Tippecanoe County.

 

Auch wenn die genannten Werte sicher nicht ganz präzise sind, so klingen sie auch nicht gänzlich unplausibel. Auch in Ballungsgebieten rund um die Wohnsitze unserer Redaktion liess sich einiges zum grossen Hype um Pokémon GO beobachten. So klebten Spieler_innen – oft auch sehr jung – regelrecht mit gesenktem Kopf am Bildschirm und liefen so mitunter auch über rote Ampel und teilweise sogar in Fahrradfahrer oder Autos hinein. Aber auch banale Dinge wie Verletzungen durch einen Sturz verursacht oder durch Stolpern sind nicht ganz ohne.

 

Ohne jede Frage eine interessante Untersuchung der Purdue University, aber auch der Darwinismus lässt mal wieder grüssen. Der Betreiber Niantic haftet keinesfalls für entstandene Schäden, da entsprechende Klauseln in den AGBs und beim Spielstart untergebracht wurden. Die Verantwortung liegt hier ganz klar beim Menschen, seine oder ihre Umgebung sorgfältig zu prüfen beim Fortbewegen in der Öffentlichkeit.

 

 

Quelle: Studie der Purdue University, Indiana, USA (Englisch) via Golem.de

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