Mo. 14. September 2020 um 11:50

Nvidia kauft ARM: Paukenschlag in der Prozessor-Branche für mobile CPUs

von Marcel Laser0 Kommentare

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist alles offiziell in trockene Tücher gewickelt. Nvidia kauft ARM für eine unbeschreibliche Summe von der japanischen SoftBank ab. Damit übernimmt der grösste Hersteller für Grafikkartenchipsätze den ebenfalls grössten Hersteller von mobilen CPUs. Denn fast alle Smartphones auf dem Markt weltweit, sind mit ARM-Chipsätzen ausgestattet. Der Deal könnte in einiger Zeit noch ein grösseres Beben in der Branche verursachen.

Nvidia kauft ARM: An der Lizenzierung soll sich erst einmal nichts ändern

Wenn es in Smartphone-Testberichten um den Prozessor im Gerät geht, habt ihr mit Sicherheit schon einmal den Begriff “Cortex” gelesen. Die meisten CPUs setzen auf Kerne der sogenannten Cortex-Familie, die wiederum ein Produkt des Herstellers ARM sind. Der aktuelle Snapdragon 865, der auch im OnePlus 8 Pro zum Einsatz kommt, nutzt beispielsweise sieben Cortex-CPUs in seinem Acht-Kern-Prozessor. Auch die von Samsung produzierten Exynos-Prozessoren nutzen aktuell ARM-Technologie. Auch hier kommen Cortez-Kerne von ARM zum Einsatz und zudem setzt Samsung mit den Mali-GPUs auf Grafikkarten, die ebenfalls von ARM stammen.

 

Nun ist ARM für die unbeschreibliche Summe von über 40 Milliarden US-Dollar an Nvidia verkauft worden. Der Deal wurde heute am frühen Morgen offiziell durchgewunken und Nvidia hat die Übernahme nun in einer offiziellen Stellungnahme bestätigt. Der Hauptsitz von ARM soll aber vorerst in England bleiben. Was das alles für die mobile Prozessor-Industrie bedeutet, ist erst einmal weitestgehend unklar, auch wenn Nvidia erst einmal versucht die Wogen in ihrer Mitteilung zu glätten.


Nvidia hat sich ARM einverleibt. Was das langfristig für die mobile Prozessor-Branche bedeutet, ist erst einmal nicht absehbar.

In dem Statement gibt das US-Unternehmen nämlich an, dass die Lizenzverfahren an Qualcomm, Samsung und Co. erst einmal wie gewohnt weiterlaufen und es dort keine Änderungen gibt. Ob das allerdings auch dauerhaft der Fall sein wird, müssen wir erst einmal abwarten. Im vergangen und im aktuell laufenden Jahr hat Samsung beispielsweise eine Zusammenarbeit mit AMD angekündigt. Der Exynos-Prozessor könnte so mit einer überaus starken mobilen GPU ausgestattet werden. AMD ist im Grafikkartenmarkt der mit Abstand stärkste Konkurrent für Nvidia.

 

Es ist aber durchaus möglich, dass der ein oder andere Prozessor-Hersteller, der auf die Lizenzierung von ARM-CPUs angewiesen ist, sich noch zu Wort melden könnte. Grade die Verbindung von Samsung zu AMD bleibt in Anbetracht der neuen Situation höchst interessant.

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