Mo. 09. November 2020 um 13:42

Künstliche Intelligenz: App erkennt Corona-Infektion am Husten

von Marcel Laser0 Kommentare

Künstliche Intelligenzen kommen im Alltag überall zum Einsatz. Bei Facebook sorgen sie dafür, dass wir nur das angezeigt bekommen, was uns wahrscheinlich interessiert. Im Auto können Personen auf der Fahrbahn erkannt werden, um Notbremsungen durchzuführen oder uns in der Spur zu halten. Oder sie Helfen in der Chirurgie beim passgenauen Einsetzen eines künstlichen Knies. Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu zahllos und so kommt es nun auch, dass Forscher der aktuell weltweiten Lage wegen ebenfalls etwas interessantes auf die Beine gestellt haben. Eine Handy-App kann allein am Husten erkennen, ob eine Infizierung durch Corona vorliegt oder nicht.

App erkennt COVID19 an Husten: Trefferquote liegt aktuell bei über 98 Prozent

Ein Forschungs-Team des MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat eine App entwickelt, die Anhand des Hustens erkennen kann, ob eine COVID19-Erkrankung vorliegt, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Nur kurz zum Verständnis: COVID19 ist der Name der Erkrankung der Atemwege, die durch Sars-CoV-2 verursacht wird. Die App nutzt dafür eine künstliche Intelligenz, die bestimmte Geräusche im Husten erkennen kann, denn der durch das Coronavirus verursachte Husten erkrankter Personen klingt im Ton anders. Selbst wenn gar keine Symptome zu erkennen sind.

 

Die dafür erstellte künstliche Intelligenz wurde mit über 200.000 Tonaufnahmen gefüttert und trainiert. 70.000 Freiwillige haben an der Studie für die App teilgenommen. Das Ergebnis ist beeindruckend, denn das Programm erkennt eine Infizierung mit einer Trefferquote von über 98 Prozent, selbst sogar dann, wenn gar keine Symptome zu erkennen seien. Das liegt daran, dass Corona im Körper einige “unsichtbare” Dinge anrichtet. Stimmbänder schwingen anders, der Gemütszustand verändert sich, auch die Lungen- und Atemleistung. Teilweise geschieht dieses in so kleinen Schritten, dass die Veränderungen nicht sofort ersichtlich sind. Eine gut trainierte künstliche Intelligenz hingegen findet auch die kleinsten Veränderungen im Ton, die bisher nicht “hörbar” sind, die nur das Virus verursachen kann.


Die Forscher sehen vor allem Parallelen zu Alzheimer, da viele Biomarker-Eigenschaften mit der neuroderegenative Erkrankung identisch seien. Laut dem Team seien die Parallelen “bemerkenswert”. Daher habe man auch die Daten aus dieser Forschung für die Verbesserung der künstlichen Intelligenz genutzt und wie es nun aussieht mit beachtlichem Erfolg. Das Team erhofft sich, dass die App zukünftig in der Pandemie helfen könne, die Verbreitung weiter zu verlangsamen.

App ersetzt noch lange keine ärztliche Untersuchung

Allerdings sollte man im Falle der sehr guten Trefferquote der App nicht gleich in Euphorie verfallen. Um eine Infektion tatsächlich bestätigt nachweisen zu können, bedarf es weiterhin auch einer ärztlichen Untersuchung. Die App soll auch geltende Tests gar nicht ersetzen, sondern nur ergänzende Hilfe für frühzeitige Erkennungen leisten. Nur ins Smartphone zu husten reicht auf Dauer natürlich nicht aus.

 

Dennoch könnte die App dabei helfen, frühzeitig etwas zu erkennen, um einen benötigten Test schneller zu legitimieren. Das Programm ist allerdings noch nicht verfügbar, soll aber in den nächsten Schritten noch weiter verbessert werden. Offizielle Behörden oder andere mit der Pandemie vertrauten Einrichtungen, haben sich allerdings noch nicht zu den Forschungsergebnissen des MIT geäussert.

 

 

Quelle: Frankfurter Rundschau

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