Fr. 17. Oktober 2014 um 18:48

FBI will eine „Vordertür“ in verschlüsselten Datenspeichern

von Simon Burgermeister0 Kommentare

James B. Comey als Direktor des FBI, der US-Amerikansichen Bundespolizei war am gestrigen Abend an einer Diskussion rund um Verschlüsselung von Daten und der Arbeit von Strafverfolgungsbehörden beteiligt.

 

Dabei sprach er sich durchaus für den Schutz der der privaten Daten aus, beispielsweise durch Verschlüsselung. Auch ruderte er etwas zurück mit seiner Verärgerung gegenüber Apple und Google, die beide ihren Betriebssystem iOS und Anroid eine Verschlüsselung spendiert haben. Laut seiner Aussage werden die beiden Unternehmen von guten Leuten geleitet, die das tun, was der Markt ihrer Ansicht nach verlange. Doch das führe an „einen dunklen Ort“, wie er meinte.

 

Comey bezog sich vornehmlich darauf, dass es für ihn und seine Leute in gewissen Fällen immer schwerer werde, ihrer Arbeit nachzugehen, da sie für den Fall relevante Daten auf verschlüsselten Datenträgern bzw. Geräten vermuten müssen. Er nutzte auch die klassischen Horrorszenarien, dass beispielsweise Verdächte Personen freikommen könnten oder „Missbrauch von Kindern könnte nicht entdeckt oder verfolgt werden“.

 

Und aus diesem Grund fordert James B. Comey Zugriff auf entsprechend verschlüsselte Daten – er stellt sich jedoch nicht eine „Hintertür“ vor, die von Unbefugten ausgenutzt werden könnten, sondern eine Art „Vordertür“, die allen bekannt ist und durch die das FBI mit gewissen erfüllten Anforderungen, z.B. ein Gerichtsbeschluss, Zugriff auf die Daten erhalten könnte.

 

Natürlich stellt sich die Frage, wie Comey den unbefugten Zugriff (durch Geheimdienste oder Kriminelle) unterbinden würde, schliesslich wäre auch eine „Hintertür auf der Vorderseite“ ein Schwachpunkt in einer Verschlüsselung.

 

Das folgende Video zeigt einen Ausschnitt aus der Diskussionrunde mit James Comey, zudem hat er einen ausführlichen Artikel dazu auf der Website des FBI veröffentlicht:

 

Quellen: FBI (Englisch), Brookings (Englisch)

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