Di. 02. Mai 2017 um 20:28

Facebook: Gefühlsanalysen von Jugendlichen sollen Dritten zur Verfügung gestellt worden sein

von Sebastian Mauch1 Kommentare

In der australischen Zeitung The Australian erschien vor kurzem ein äusserst beunruhigender Bericht. Es geht mal wieder um Facebook und die Analyse von Nutzdaten in Bezug auf Werbepartner. Dass Werbeinhalte entsprechend den Vorlieben der Nutzer_innen ausgespielt werden, ist ja heutzutage kein Geheimnis mehr. Der Bericht greift aber einen völlig neuen Aspekt auf, nämlich das Zuschneiden von Werbung auf die aktuelle Gefühlslage eines Menschen.

Gefühle von Jugendlichen als Grundlage für Werbeanzeigen?

Das ist noch nicht mal das Schlimmste, denn angeblich ging es in der Datenanalyse vor allem um heranwachsende Jugendliche. Laut The Australian soll die digitale Gefühlswelt von 1.9 Millionen Highschool-Schülern, 1.5 Millionen Stundenten sowie 3 Millionen jungen Arbeitern analysiert worden sein. Die Daten wurden anschliessend angeblich ausgewertet und von einem Facebook-Manager einem Werbepartner präsentiert – in diesem Fall eine nicht näher benannte Bank.

 

An Grundlagen für diese vermeintliche Analyse mangelt es jedenfalls nicht. Seit geraumer Zeit kann man Beiträge nämlich nicht nur “Liken”, sondern auch mit verschiedenen animierten Emoticons darauf reagieren. Auch eigenen Beiträgen kann seine aktuelle Gefühlslage hinzufügen, wie etwa “stinksauer”. Diese Funktionen werden vor allem von der jüngeren Audienz sehr häufig genutzt. Anhand solcher Angriffspunkte ist es anscheinend möglich, die Gefühlslage aktiver Benutzer_innen fast in Echtzeit abzubilden. Die interne Analyse sei mal dahingestellt, solche Daten jedoch Dritten zu Profitzwecken zur Verfügung zu stellen, wäre nicht nur moralisch extrem verwerflich, sondern auch Stoff für eine weltweite Welle der Entrüstung.

 

Facebook selbst hat diese australische Untersuchung nicht mal vehement dementiert. Stattdessen gab es nur schwammige Statements aus Richtung Kalifornien. Zuerst entschuldigte man sich öffentlich und versprach, die Angelegenheit zu untersuchen und gegebenenfalls disziplinarische Massnahmen einzuleiten. Das könnte man schon als indirekte Bestätigung werten. Daraufhin meldete sich Facebook erneut zu Wort, und stellte den Artikel von The Australian als “irreführend” dar.

 

Zwar bestätigte eine Facebook-Sprecherin, dass man eine nicht ganz regelkonforme Analyse anstellte, jedoch waren die Testsubjekte angeblich keine echten Nutzer_innen, sondern nur fiktive Profile mit künstlichen Daten. Die daraus resultierenden Ergebnisse sollten Marketingspezialisten scheinbar helfen zu verstehen, wie sich junge Menschen in sozialen Medien ausdrücken. Die Vorgänge beziehen sich derzeit wohl nur auf Australien, ob solche Analysen auch in anderen Ländern stattgefunden haben, verschweigt Facebook.


 

 

Quelle: Meedia

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Antwort zu “Facebook: Gefühlsanalysen von Jugendlichen sollen Dritten zur Verfügung gestellt worden sein”

  1. terraoutlaw sagt:

    Bin ich froh, dass ich bei diesem Scheißkonzern nicht angemeldet bin.

Schreibe einen Kommentar

Teilen