Mi. 20. Oktober 2021 um 7:31

Das Smartphone, der Killer

von Yves Jeanrenaud 1 Kommentare

Zugegeben: Die Überschrift ist reisserisch. Aber sie passt auch. Smartphones sind Killer. Sie haben so einige Technologie auf dem Gewissen, die wir jahrelang, gar über Jahrzehnte, lieb gewonnen hatten.

 

Erinnert ihr euch etwa noch an die Zeit, als die ersten MP3-Player auf den Markt kamen? Um die Jahrtausendwende war das, als der Rio PMP300 auf den Markt kam. Von Diamond Multimedia produziert war er 1998 eines der ersten Gerät, dass MP3-Dateien abspielen konnte und auf Flashspeicher setzte. Es war auch das erste kommerziell erfolgreiche Gerät dieser Art. Dabei musste man noch mit 32 MiB Speicherplatz auskommen, konnte also knapp 30 Minuten Musik bei einer Datenrate von 128 kbit/s mit sich herum tragen. Zur Stromversorgung kamen handelsübliche AA-Batterien zum Einstaz, die bis zu zwölf Stunden Spielzeit lieferten. Damals hat MP3 den gerade Anfang 1990er vorgestellten MiniDiscs von Sony sukzessive den Garaus gemacht.

Und dann kam das Smartphone

Es war dann im Jahre 2007, als Apple das erste iPhone auf den Markt brachte, und so dem Smartphone zum Durchbruch verhalf. Unbestritten ist das iPhone nicht das erste Smartphone gewesen, schliesslich haben wir damals schon seit Jahren auf Windows for PocketPC und Windows Mobile-Geräten gespielt, gesurft und gearbeitet. Doch jetzt war es plötzlich aus der Nerd-Ecke geholt worden und im Mainstream angekommen: Ein Handy, das viel mehr konnte, als nur Telefonieren und SMS.


iPhone First Generation cc-by-sa 2.0 Carl Berkeley https://commons.wikimedia.org/wiki/File:IPhone_First_Generation.jpg
Das Apple iPhone der ersten Generation (2007). Bild: cc-by-sa 2.0 Carl Berkeley

Videos ansehen und aufnehmen, digitale Fotos knipsen, Musik hören, im Internet stöbern und vieles mehr ist seither vereint worden auf den Smartphones, ohne die wir uns heute oftmals kaum den Alltag vorstellen könnten.

 

Doch vieles davon haben wir auch vor der Smartphone-Ära erledigen können – mit jeweils separaten Geräten. MP3-Player für die Musik, DigiCam für die Fotos, Navis für die Routenplanung und so weiter.

Seit Smartphones jedoch omnipräsent geworden sind, ist der Absatz dieser Geräte mehr und mehr zurückgegangen. Denn sie werden einfach nicht mehr gebraucht.

Die Opfer des Smartphone-Booms

Im Jahr 2018 wurden laut Home Electronics Marktindex (Hemix) der gfu nur noch 506.000 MP3-Player verkauft. Immerhin, mag man meinen. Eine halbe Million Geräte in Deutschland, die eigentlich durch die Smartphones obsolet geworden sind. Aber im Erscheinungsjahr des ersten iPhones aus Cupertino, elf Jahre zuvor, waren es noch rund acht Millionen. Mittlerweile sind MP3-Player anscheinend so unbedeutend, dass ihre Verkaufszahlen von Studien wie dem Hemix gar nicht mehr erfasst werden. Das gleiche gilt für Standalone-Navigationsgeräte. Lediglich Digitalkameras werden auch heute noch gezählt sowie Handys, bei denen ganz deutlich zu sehen ist, dass sie ihren Martkplatz an die smarten Smartphones abgegeben haben.

 

Bleibt abzuwarten, an welche Technologie Smartphones dereinst ihren Platz abtreten müssen.

 

 

Quelle: gfu via Statista

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Eine Antwort zu “Das Smartphone, der Killer”

  1. Hans Sperling sagt:

    So viele Geräte sie auch auf dem Gewissen haben, haben sie aber auch dazu beigetragen dass weniger Ressourcen verschwendet werden. Wie im Artikel erwähnt vereint das Smartphone ja viele Geräte.

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