Di. 16. Juni 2020 um 8:39

Corona-Warn-App in Deutschland: Open-Source-Projekt wird zum Vorbild

von Marcel Laser1 Kommentare

In Deutschland startet mit dem heutigen Tage die Corona-Warn-App im App Store von Apple und im Google Play Store, wie Der Spiegel berichtet. Sie ist mit Android- und iOS-Geräte kompatibel und soll dabei helfen, die Rückverfolgung des Coronavirus deutlich zu erleichtern. Um 10:30 Uhr soll die App noch einmal von der deutschen Bundesregierung offiziell vorgestellt werden. Die App gilt zudem als eines der vorbildlichsten Open-Source-Projekte im Netz.

Corona-Warn-App: Quelloffen, keine Standortverfolgung, 20 Millionen Euro Kosten

Die letzten Monate der Entwicklung brachten viele Kontroversen auf den Plan. Hilft die App wirklich das Coronavirus einzudämmen? Die Frage kann abschliessend kaum geklärt werden, aber sie ist durchaus ein sehr wichtiger Baustein im Kampf gegen den Erreger. Frankreich hat ein solches System bereits seit einiger Zeit im Einsatz, geht die Sache allerdings auch deutlich anders an. Deutschland hinkt zwar hinterher, dafür macht die Corona-Warn-App der deutschen Bundesregierung einiges deutlich besser.

 

Unter Experten gilt die App als eines der vorbildlichsten Open-Source-Projekte überhaupt. Der komplette Quelltext ist im Netz zugänglich und kann von allen eingesehen werden. So können Millionen Developer die App verbessern (was während der Entwicklung schon mehrmals passierte) und auch andere Länder sich am System bedienen, damit diese ihre eigene App schreiben können. Zudem werden keinerlei Standortdaten oder personenbezogene Daten aufgezeichnet, was ein Tracking unmöglich machen soll. Die befürchtete “Datenkrake” in Form eines sogenannten Bundestrojaners bleibt also aus. Die Corona-Warn-App wurde mehrmals von unabhängigen Personen geprüft, um alle Sicherheitsbedenken auszumerzen.

Corona-Warn-App
Preis: Kostenlos
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Die Entwicklung selbst hat sich das Land aber auch einiges Kosten lassen. Rund 20 Millionen Euro sind in die App bis zum jetzigen Zeitpunkt geflossen. Es ist auch nich auszuschließen, dass noch mehr Geld in die Arbeit gesteckt werden könnte. Eine ausgiebige Werbekampagne soll nun für eine hohe Verbreitung der App sorgen, damit ein grosses Sicherheitsnetz gespannt werden kann. Unter anderem wird hierfür auch der Deutsche Fussballbund mit eingespannt.


Corona-Warn-App für iOS Screenshots
Die Corona-Warn-App des Robert Koch Instituts für iOS. (Bild: RKI)

Nutzen noch umstritten, Millionen von Installationen benötigt

Allerdings streiten sich derzeit viele Personen des Gesundheitswesens über den Nutzen einer solchen App. Es braucht nämlich eine Vielzahl an Installationen in Millionenhöhe, um wirklich aktiv einen Schutz aufbauen zu können. Daher ist es momentan fraglich, ob überhaupt so viele Menschen die App installieren werden. Zudem sorgen Verbreitungen von Falschbehauptungen zur App für Beunruhigung.

 

Zuletzt wurden Unwahrheiten über Messenger wie WhatsApp verteilt, die die in iOS und Android implementierte Schnittstelle als Corona-App bezeichnete und damit Angst vor einer möglichen Überwachung schürt. Das ist natürlich falsch und sollte lediglich Panik verbreiten, doch könnten weniger technisch versierte Menschen durchaus auf derart perfide Maschen hereinfallen.

 

Schlussendlich bleibt abzuwarten, in wie weit sich eine solche App im Kampf gegen Pandemien auszahlt. Sie muss nicht nur zwangsläufig im Fall von COVID-19 zum Einsatz kommen, sondern könnte in Zukunft auch weitere Ausbrüche kontrolliert in Angriff nehmen.

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Eine Antwort zu “Corona-Warn-App in Deutschland: Open-Source-Projekt wird zum Vorbild”

  1. Yves Jeanrenaud sagt:

    Und dann die iOS App unnötig und widersinnig regional beschränkten und schweizerische Apple IDs ausschliessen.
    -_- weil ja Personen aus der Schweiz ja sicher gar niiie nicht über die Grenze fahren würden und sicher kein Corona haben oder wissen wollen würden, ob sie an infizierten Personen nah dran waren.
    Und ich dachte, man hätte Mal gelernt durch SARS2-Covid-19, dass Nationalstaaten nichts sind wofür sich Viren wirklich interessieren würden und deren Grenzen zu schliessen nichts bringt. Gibt es übrigens sogar ganz konkret bereits Forschung dazu, dass Grenzeschliessungen am allerwenigsten geholfen haben. Aber nein. Jedem Tierchen sein Äppchen und ja nicht teilen. Österreich hat es ja auch geschafft, die Corona App nur für Österreich zu produzieren. Sauber o.O

    Tja, dann hoffen wir mal, dass die CH App auch kompatibel sei, von anderen, grösseren Nachbarstaatslösungen ganz abgesehen.

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