Di. 01. Oktober 2019 um 14:27

Anonymes Surfen – Welche Browser machen das möglich?

von Adrian Suess0 Kommentare

Die Anonymität wird im Internet immer wichtiger und man möchte so geheim wie möglich im Internet seine Runden drehen und nicht immer und überall von jedem und allem getrackt werden. Und seit die DSGVO in Deutschland Einzug erhielt, bedienen sich Webseiten-Betreiber dem einen oder anderem Hintertürchen, um doch noch an die wichtigen Trackinginformationen durch Cookies zu kommen, um effektiv Werbung zu schalten. Aber was bedeutet überhaupt anonymes surfen und welcher Browser versteckt den Surfer im Internet? Ein kleiner Überblick.

Anonymes Surfen im Internet mit welchem Browser?

Möchte man aber überhaupt nicht getrackt werden, kann man sich bestimmte Browser herunterladen, die dies unterbinden bzw. ein wirklich anonymes Surfen ermöglichen. Zusätzlich zu den Browsern können auch verschlüsselte Proxy und VPN genutzt werden, um anonym im Internet oder auch in öffentlichen WLAN-Netzten zu surfen. Wir schauen uns ein paar Browser an, die explizit gegen Online-Tracking ins Feld ziehen.


Was bedeutet anonymes Surfen?

Internetnutzer haben immer das Gefühl, dass man ausspioniert wird, alle Webseiten-Betreibenden wissen. was man tun, welche Seiten man besucht und was man alles im Internet treibt. So ganz ist es zwar nicht und einzeln betrachtet, ist jeder Nutzer und jede Nutzerin noch relativ anonym im Internet unterwegs – aber in der Summe wird die Anonymität ziemlich klein und auch die Gefahren, die im Internet sind, können durch das anonyme Surfen verringert werden. 

 

Beispiel 1: Man besucht den Onlineshop für Katzenklos, blättert durch das Angebot und betrachten Katzenklo Hascherl sehr ausgiebig. Am nächsten Tag besucht man den Lieblingsblog und da ist es – das Werbebanner mit dem Onlineshop von gestern und genau dem Katzenklo. Ein Stalker? Google- und weitere Anzeigen können so eingestellt sein, dass genau der Shop und das Produkt angezeigt werden, der vor Kurzem erst besucht wurde. In Fachkreisen nennt man das ReMarketing oder ReTargeting

Beispiel 2: Der Lieblingsblogs sieht, woher man kamen (Facebook, Google-Suchmaschine, etc.), welche Seiten man besucht hat, wie lange man auf dem Blog war etc. Das kann je nach Tracking noch tiefer gehen, aber der Webmaster wird auch nie wissen, dass man Lieschen Müller heisst, (solange man nicht aktiv Daten von sich preisgibt), man gerade die Katzenklo-Werbung auf dem Werbebanner gesehen hat und man danach eine Artikel-Seite bei Amazon besuchen wird. 

Beispiel 3: Die Webseite kann mithilfe von Pixels auf Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Pinterest uns "wiederfinden", sodass man Werbung von dem entsprechenden Seite sehen kann und gezielt nur diejenigen beim Schalten von Werbung auch auf Pinterest, Twitter und Facebook angesprochen werden, die zuvor auf der entsprechenden Seite waren. Auch eine Art des Trackens und Verfolgens und somit wenig anonym.

 

Beim anonymen Surfen sind alles drei Beispiele weitgehend unmöglich und jegliches "Verfolgen" ist nicht mehr möglich. Während Beispiel 2 für Blogs aber wichtig ist, sind Beispiel 1 und 3 die Klassiker vom nervigen Tracking, die eben viele Nutzer und Nutzerinnen verunsicher und entsprechend auch das anonyme Surfen immer beliebter machen. 

 

Würde also nicht aus Werbezwecken oder illegalem Handeln getrackt werden, würden User davon nichts mitbekommen und hätten weder Nach- noch Vorteile.

Mozilla Firefox 

Mozilla Firefox hat mit seinen neuen Updates bereits schon viel getan, damit man nicht mehr (so stark) verfolgt werden kann. Was aber Firefox zulässt, ist die "Cookies zur seitenübergreifenden Aktivitätenverfolgung" (kann auch in Bezug auf Beispiel 1 oben passieren), dies kann aber im Browser selbst bei den Einstellungen geändert werden. Nachteil ist aber, dass es durchaus sein kann, dass einige Webseiten, Schaltflächen etc. nicht richtig funktionieren. Dies müsste man gegebenenfalls einfach mal ausprobieren, ob wirklich dadurch eine negative Surferfahrung entsteht. Verschiedene Einstellungen zum anonymen Tracken lassen sich in den Schutzmassnahmen-Einstellungen ändern. Auch mobil kann Mozilla Firefox einiges zum Datenschutz beitragen.

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Tor

Richtig anonymes Browsen kann mit Tor erfolgen. Der berühmt berüchtigte Browser für das Darknet bietet Anonymität durch Splitten der Internetverbidnung und ist auch im normalen Teil des Web gut zu gebrauchen. So kann man nicht mehr zurückverfolgt werden und anonym im Internet surfen. Der Nachteil durch das Splitten ist, dass das Browsen relativ langsam ist. Der Download kann für Windows und Mac stattfinden. Auch für Smartphones und Tablets ist Tor verfügbar.

Tor Browser
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Brave

Brave ist ein weiterer Browser, der anonymes Surfen ermöglicht. Er blockiert Werbung und Tracking und verhindert zugleich die Gefahren durch Malware, Ransomware und Spyware. Er gehört zu den schnelleren anonymen Browsern. Auch der Brave Browser läuft auf Mac und Windows und kann auch als App für iOS und Android heruntergeladen werden. 

Epic

Epic ist ein weiterer anonymer Browser, der viele Trackingversuche ablockt. Er blockt dabei nicht nur Anzeigen, sondern verhindert auch Fingerprints, der neuartigen Bedrohung Crypto-Mining/Cryptojacking und einiges mehr, um den Computer zu schützen. Der Epic Browser kann ebenfalls für Windows und Mac heruntergeladen werden.

 

 

Anonymes Browsen kann für alle im Internet interessant sein und auch viele Gefahren mindern. Dennoch bieten auch populäre Browser wie Firefox und Chrome schon einige Einstellungen an, die ein sicheres und anonymes Surfen ermöglichen. Wie bei jedem Programm muss man sich auch hier erst einmal durchwuseln und die besten Einstellungen für das eigene Surfen herausfinden. Anonyme Browser wie Epic und Tor sind natürlich eine weitere Möglichkeit, anonym im Internet zu surfen und es den Trackern und Werbekundschaft von Google & Co ziemlich schwer zu machen.

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