Fr. 14. August 2020 um 11:24

Anomaly Six: US-Firma hat Zugriff auf hunderte Millionen Bewegungsdaten weltweit

von Marcel Laser0 Kommentare

Mit Malware, Spyware oder Ransomware schlagen wir uns in den App Stores ja schon länger rum. Vor allem Android-Apps sind häufig von schädlichen Programmen oder Codeteilen betroffen, sodass Google immer wieder zum Rauswurf der Apps gezwungen ist. Doch nun ist ein Fall einer US-Firma bekannt geworden, der weltweit für Aufsehen sorgen könnte. Das Unternehmen wertet Bewegungsdaten von Menschen weltweit aus und verkauft sie an US-amerikanische Behörden und das Militär weiter.

Anomaly Six schleust “legal” SDK für Bewegungsüberwachung in 500 Apps ein

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat ein US-amerikanisches Unternehmen rund 500 Apps mit Software ausstatten können, die hunderte Millionen Nutzer weltweit erfasst und deren Bewegungsdaten auswertet. Die Daten werden vornehmlich an US-Behörden weiter verkauft. Die Firma Anomaly Six ist von zwei US-Militär Veteranen gegründet worden. Die Informationen stammen aus Marketingdokumenten und einer aufgetauchten Präsentation für den Senator Ron Wyden der demokratischen Partei, dem die Software offenbar vorgeführt wurde.

 

Aus den Dokumenten geht hervor, dass die Firma Zugriff auf die Standort- und Bewegungsdaten der Personen habe, die eine der 500 Apps installiert und die Berechtigung für den Zugriff der GPS-Daten erlaubt. Um welche Apps es sich hier genau handelt, konnte das Wall Street Journal nicht in Erfahrung bringen. Auf Anfrage berief sich Anomaly Six auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung mit den anderen Unternehmen. Es ist also nicht einmal bekannt, welche Betriebssysteme genau betroffen sind.

 

Wer nun an eine kriminelle Infizierung der Apps denkt, liegt allerdings weitaus daneben. Mittlerweile ist es Gang und Gebe, dass Entwickler für Geld den Zugang zu ihren Apps freigeben, sodass andere Unternehmen wie Anomaly Six ihren eigenen Code in die App einbauen dürfen. So bekommen die Herausgeber der Apps das Geld für die Gebühr, während das andere Unternehmen die abgegriffenen Verbraucherdaten an andere Einrichtungen weiterverkauft. Die Meisten dürften diese Praxis erst gar nicht mitbekommen, da ein Hinweis auf die Datenweitergabe fehlt. Eine Praktik, die natürlich drastisch gegen die in der EU geltenden DSGVO verstösst.


 

 

Quelle: Wall Street Journal

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Insert math as
Block
Inline
Additional settings
Formula color
Text color
#333333
Type math using LaTeX
Preview
\({}\)
Nothing to preview
Insert
Teilen