Mi. 02. Mai 2018 um 11:12

USA Sanktionen: Nach ZTE könnte auch Huawei ein Exportverbot der USA treffen

von Marcel Laser0 Kommentare

In den USA ist man wohl grade mit vollem Eifer dabei, chinesische Telekommunikationsprodukte aus dem Land zu verbannen. ZTE hat es hier vor einigen Tagen ganz bitter erwischt, denn Qualcomm und Google dürfen in Zukunft keine Hard- und Software mehr an den Hersteller ausliefern. Huawei könnte nun ein ähnliches Schicksal ereilen.

Huawei arbeitet seit über 4 Jahren an eigenem Betriebssystem für den Notfall

Die News der letzten Jahre werden anscheinend immer realer, denn die USA setzt ihre Sanktionen immer härter durch. ZTE hat an dieser Stelle wohl den grössten Schaden bisher davongetragen, denn diese verwendeten bis heute Snapdragon Prozessoren und natürlich auch das Android-System. Beides darf aber bald nicht mehr an den Hersteller ausgeliefert werden. Alternativen müssen also her.

 

Immer mehr im Fokus der US-amerikanischen Regierung rückt nun aber auch der grösste chinesische Hersteller: Huawei und es wäre hier eine noch bitterere Pille, wenn dieser auf Googles Android verzichten müsste. Allerdings ist man wohl seit einigen Jahren auf einen Notfall vorbereitet oder zumindest arbeite man an einer Lösung im Hintergrund.

 

Wir berichteten bereits vor gut zwei Jahren darüber, dass Huawei zusammen mit ehemaligen Nokia-Angestellten an einem eigenen Betriebssystem arbeitet. Angeblich läuft dieses unter dem Codenamen KirinOS und wird auch unter den Augen der ehemaligen iOS-Designerin Abagail Brody entwickelt und geformt. Diese Gerüchte keimen nun unter Berufung interner Quellen wieder auf, da die USA wohl auch ein Auge auf Huawei geworfen hat und ZTE es nun bereits schlimm erwischte.

 

Wie weit das Betriebssystem, sofern es tatsächlich existiert, nun wirklich ist, bleibt allerdings ein Geheimnis. Geht es nach den bisherigen Informationen, dann sollen nur wenige Dritthersteller-Apps auf diesem zur Verfügung stehen und laufen. Müsste man dieses also kurzfristig veröffentlichen, habe man zwar ein neues System, doch müsste man in den meisten alltäglichen Bereichen viele Kompromisse eingehen.


Das Huawei Mate 10 Pro wurde von den US-amerikanischen Providern auf Grund von Druck der Regierung abgelehnt.

Dank Kirin Prozessor-Serie keine Angst vor Snapdragon-Verbot

Keine Sorgen hingegen muss man sich beim Fall der Prozessoren machen. Seit einigen Jahren setzt Huawei auf die hauseigene Kirin-Serie, die vom Hersteller selbst entwickelt und gefertigt wird. Mittlerweile sind diese auch so leistungsstark, dass man zumindest mit den Topmodellen von Samsung und Qualcomm Schritt halten kann. Auch das interne Funkmodem stammt aus eigener Produktion.

 

Ob die USA tatsächlich auch gegen Huawei, dem drittgrössten Smartphone-Hersteller der Welt, vorgehen wird, bleibt aber zunächst abzuwarten. Bereits zur CES im Januar erlitt Huawei einen Rückschlag, da zwei namenhafte Provider in den USA auf der Druck der Regierung den Verkauf des Mate 10 Pro in letzter Sekunde ablehnten, was letztendlich in einer Brandrede des Huawei CEOs auf der Messe endete.

 

Die USA selbst hat in allen Regierungsgebäuden chinesische Smartphones und Geräte bereits verbannt. Smartphones chinesischer Hersteller dürfen im Arbeitsalltag der Regierung also nicht verwendet werden, aus Angst man könne diese dann ausspionieren.

 

 

Quelle: South China Morning Post

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