Di. 05. Dezember 2017 um 12:03

Steuerstreit: Apple zahlt 13 Milliarden Euro Steuern an Irland nach

von Marcel Laser0 Kommentare

Seit einiger Zeit kursiert ein mittlerweile fester Streit zwischen der EU und Apple bzw. Irland, die eine immense Steuernachzahlung mit sich ziehen könnte. Die Europäische Union ist der Meinung, dass Apple Irland mehr als 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen müsse. Apple und auch Irland gefällt das aber gar nicht und beide gingen gemeinsam in Berufung. Das kuriose an der Geschichte: Noch ist kein Urteil ausgesprochen worden.

Apple legt für Irland bereits 13 Milliarden Euro zur Seite

In Irland sind viele weltweite Unternehmen ansässig, auch Apple ist dort zugegen und regelt viele seiner Finanzgeschäfte dort. Die Steuervergünstigungen in Irland sind aber anscheinend so gut, dass die EU nun entschieden hat, dass diese als illegale Subventionen anzusehen sind und so forderte man Apple für einen gewissen Zeitraum auf rund 13 Milliarden Euro an Irland nachzuzahlen. Sowohl Apple als auch Irland gefällt das gar nicht und man ging in Berufung. Mittlerweile steht der Fall vor dem europäischen Gerichtshof.

 

Dass das vor allem Apple nicht gefällt, sollte zwar logisch sein, doch das Irland sich gegen den Geldregen in Milliardenhöhe ebenfalls wehrt, ist einigen Menschen eher unbegreiflich, hat allerdings einen recht einfachen Grund. Irland will Apple als einen der Hauptsteuerzahler im Land nicht verlieren. Kommen nun diese enormen Summen auf Apple zu, fürchtet Irland irgendwann einmal den Abgang des Konzerns. Aber nicht nur das: Irland fürchtet zudem, dass andere hochtechnologische Unternehmen wie Apple, die ebenfalls in Irland ihre Sitze haben, sich anfangen unwohl zu fühlen und ähnliche Konsequenzen befürchten könnten. Man hofft nun, dass hier nicht ein all zu grosser Stein ins Rollen gebracht wurde.

 

Das Geld wird allerdings nicht in einem vollen Betrag überwiesen. Zudem wird es auch nicht direkt an die irische Regierung ausgezahlt, sondern haben sich Irland und Apple, unabhängig vom Ausgang des noch bevorstehenden Urteils, auf Teilzahlungen geeinigt. Das verhindert, dass Apple diese enorme Summe auf einen Schlag auszahlen muss. Die Beträge fliessen dann in einen Treuehand-Fund, aber was genau damit passiert und wer die Verwaltung übernimmt ist weiterhin unklar. Apple muss als Aktienunternehmen Auskunft über derartige Verschiebungen solcher Gelder geben, daher rechnet man mit ausführlicheren Informationen im nächsten Bilanzbericht. Die erste Zahlung an Irland erfolgt dann bereits im kommenden Januar.


 

 

Quelle: Wall Street Journal via WinFuture

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