So. 21. Januar 2018 um 9:23

Review: Acer Swift 7 im Test – Die Schreib-Maschine, die man gar nicht bemerkt

von Marcel Laser0 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

  1. Acer Swift 7 Design geht ins Extrem: Leicht, kompakt und ausgereizt
  2. Hardware: Viel schlankes Design zulasten der Performance
  3. Keine schlechte Tastatur, aber ein noch besseres Touchpad
  4. Sehr gutes Display, auch als Schminkspiegel nutzbar
  5. Lautsprecher in Ordnung, Akkulaufzeit mehr als ausreichend
  6. Fazit: Ein starkes Gerät für Schreibende mit Hang zum extravaganten Design

Acer Swift 7 Design geht ins Extrem: Leicht, kompakt und ausgereizt

Gleich der wichtigste Punkt des Acer Swift 7 zu Beginn des Tests? Das liegt vor allem daran, dass unsere Reviews einem gewissen Struktur folgen. Das Design wird meist zuerst besprochen, da dieses in erster Linie auch der erste Kontakt mit einem neuen Gerät darstellt. Man fasst es schliesslich erst einmal an! Und das Acer Swift 7 fühlt sich enorm gut in der Hand an, was vor allem einem extremen Design geschuldet ist.

 

Was wohl zuerst auffällt: Es ist extrem dünn. Gerade einmal 9.9 mm bringt das Swift 7 in der Bauhöhe mit, was noch einmal deutlich dünner als ein MacBook Pro von Apple ist. Damit katapultiert sich das laut Hersteller “dünnste Notebook der Welt” (im Jahre 2017) auch direkt in die Ultrabook-Kategorie und das mit Bravur. Anfänglich fühlt es sich so dermassen filigran an, dass man eher Angst hat, es bei unbedachten Bewegungen durchzubrechen. Das Gerät wiegt knapp 1.1 kg und ist 22.96 x 32.46 x 0.99 cm klein.

 

Das sehr gut verarbeitete Aluminium-Gehäuse hingegen lässt viele Zweifel schnell verfliegen, denn wie bereits erwähnt, fühlt sich das Gerät sehr gut in den Händen an, was vor allem der nahtlosen Verarbeitung geschuldet ist. Das Acer Swift 7 wirkt wie aus einem Guss, integriert ein grosses hervorragend eingesetztes Touchpad und die Scharniere am Display ziehen fest genug an. Sogar ziemlich fest: Ein Öffnen des leichten und sehr dünnen Swift 7 mit einer Hand ist nicht möglich, wie es Apple mit seinen MacBooks ermöglicht. Dafür bleibt das Display aber mehr als stabil in seiner Position.

 

Vorbildlich: Das Swift 7 lässt sich dennoch aufschrauben und in gewisser Weise sogar warten! Das ist im Ultrabook-Segment nicht mehr gerade üblich, da viele Hersteller aus Designgründen ein Öffnen der Geräte verundmöglichen. Nach dem entfernen der paar kleinen Schräubchen am Unterboden entfaltet sich das Innenleben des Swift 7 samt Kühlung und auch der Akku. Wer möchte, darf sogar diverse Komponenten ausbauen und ersetzen, darunter auch eine grössere SSD im Kartenformat (M.2 Standard) oder das WLAN-Modul.

Hardware: Viel schlankes Design zulasten der Performance

Schwierig wird es bei der Hardware, denn grade ein so ultraflaches Design stösst hier physikalisch an einige Grenzen, die wir euch gerne erläutern wollen. Aber fassen wir doch erst einmal die grundlegenden Infos zusammen: Das Acer Swift 7 setzt auf einen Intel Core i5 7Y54, welcher als Dual-Core ausgelegt ist. Unterstützt wird dieser von 8 GB DDR3 RAM und einer darin integrierten Intel HD Graphics 615 GPU. Der Prozessor liefert bei voller Auslastung einen Maximaltakt von bis zu 3.2 GHz, welche aber schlussendlich aus thermischen Gründen nie wirklich erreicht werden. Als Festplatte stehen euch 256 GB SSD Speicher zur Verfügung und ist per SATA/300 angebunden. Integriert werden auch WLAN (2.4 GHz- und 5.0 GHz-Bänder) und Bluetooth 4.0. Das Display misst 13.3 Zoll, setzt auf ein spiegelndes IPS-Panel und kann auf eine FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel zurückgreifen. Beim Betriebssystem setzt man auf Windows 10 Home System (64-bit) im Auslieferungszustand.

 

Die Anschlussvielfalt hält sich dank des Designs leider etwas in Grenzen, aber hier müssen dann einfach Kompromisse eingegangen werden. Ihr findet an den Seiten zwei USB-Type-C-Anschlüsse, wovon einer zum Laden und ein anderer auch als Displayport verwendet werden kann. Zudem gibt es einen kombinierten Mikrofon/Kopfhörer-Anschluss, der mit entsprechender vierpoliger Klinke kompatibel ist. Das war es an dieser Stelle auch schon.

 

Die Performance leidet durch das Design natürlich auch. Der oben beschriebene Intel Core i5 7Y54 ist ein Dual-Core-Prozessor, welcher vornehmlich in sehr flachen Geräten wie Tablets oder sehr schlanken Ultrabooks (eben auch hier) zum Einsatz kommt. Er produziert nur sehr wenig Abwärme und ist somit auch unter Last noch passiv Kühlbar. Ein passives Kühlsystem findet sich auch im Acer Swift 7 wieder, aber entsprechend flach fällt auch die Leistung aus. Spielen wird man mit dem Acer Swift 7 eher nicht können und wenn nur sehr anforderungsarme Titel. Dafür ist eine derart lüfterlose Bauweise auch enorm geräuscharm.

 

In unseren Tests funktionierten vor allem Hearthstone und Starcraft (erster Teil) ganz gut. Mit sehr starken Abstrichen konnte auch Diablo 3 zum Laufen gebracht werden, aber es war schwer, überhaupt an flüssige 30 FPS heranzukommen. Sobald mehr auf dem Bildschirm passiert, war es nahe der absoluten Unspielbarkeit. Man muss sich also schon anpassen oder eben das Spielen auf dem Acer Swift 7 ganz vergessen. Wir empfehlen da letzteres eher.

 

Aber zum Zocken ist das “dünnste Notebook der Welt” von Acer auch gar nicht gedacht. Da wir in unserem Job eine Menge schreiben müssen, entpuppte sich das Acer Swift 7 als eine enorm mobile Schreib-Maschine. Das Gerät spürt man in seiner Umhängetasche auf Reisen nahezu gar nicht und der Platzverbrauch ist minimal. Der Einsatzzweck ist eben nicht die grosse Videobearbeitung oder das glamouröse Spielen, sondern tatsächlich das viele Arbeiten an Texten oder derartige Dinge und gleichzeitig eine hohe Mobilität zu entwickeln. Beides stemmt das Acer Swift 7 mit Bravour.

Keine schlechte Tastatur, aber ein noch besseres Touchpad

Die Tastatur ist als Chiclet-Keyboard ausgelegt und ähnlich wie vielen aktuellen Laptops ins Gehäuse eingelassen. Damit schliesst es nahezu Bündig mit der Handballenauflage ab. Leider ist der Hubweg etwas geringer als gedacht, was anfänglich etwas Eingewöhnungszeit benötigt. Hat man den Bogen raus, schreibt es sich aber ziemlich gut auf der Acer Swift 7 Tastatur. Ein absolutes Highlight ist das Keyboard aber dann doch nicht, da ist Apples MacBook Tastatur, vor allem im 12 Zoll Modell wesentlich besser zu nutzen. Das ist vor allem auch dem Umstand geschuldet, dass das Acer Swift 7 keine Hintergrundbeleuchtung besitzt. Wer das Keyboard nicht zu 100 Prozent kennt, wird sich also in dunkleren Gefilden etwas schwerer tun. Es ist einfach ein ganzes Stück komfortabler, wenn die Tasten eine entsprechende Beleuchtung besitzen.

 

Während man also bei der Tastatur durchaus ein paar Schwachstellen findet, ist das Touchpad allerdings dafür um so besser. Es ist riesig und nutzt den Platz unter der Tastatur sehr gut aus. Zudem lässt es sich durch die leichte Einfassung hervorragend erfühlen und durch die Grösse lassen sich auch längere Laufwege mit dem Mauszeiger realisieren. Der Anschlag für den Mausklick, sofern man diesen nutzt, ist ebenfalls sehr gut ausgelegt. Natürlich können auch Klicks nur durch kurzes Antippen realisiert werden.

 

Sowohl die Tastatur als auch das Touchpad geben rein von der Verarbeitugsqualität und der Nutzung her kaum Spielraum für Kritik. Die Verarbeitung ist, genau wie das gesamte Design, hervorragend.

Die Tastatur ist ok, aber kein Glanzstück. Die fehlende Beleuchtung ist leider dafür mitverantwortlich. Aber das Touchpad ist wirklich gigantisch und toll!

Sehr gutes Display, auch als Schminkspiegel nutzbar

Acer setzt bei seinem mobilen Begleiter auf ein 13.3 Zoll grosses IPS-Display. Die Auflösung beträgt 1920 x 1080 Pixel und ist damit ein durch und durch messendes FullHD-Panel. Wir halten diese Auflösung auf dieser Grösse auch für den besten Kompromiss aus Arbeitsfläche und Sichtbarkeit. Wer es aber noch kleiner oder grösser haben will, darf in den Anzeigeeinstellungen gerne den Skalierungsschalter bemühen. Allerdings muss man immer damit rechnen, dass diverse Apps oder Programme mit einer ausserhalb der Auflösung agierenden Skalierung nicht wirklich zurechtkommen könnten.

 

Probleme bei der Sichtbarkeit des Panels gab es aber letztendlich kaum. Es ist wirklich leuchtstark, die Farben sind ebenfalls kräftig und die Qualität ist mehr als nur hervorragend. Zumindest solange ihr euch in Gebäuden ohne direkter Lichteinstrahlung befindet. Im Ausseneinsatz fanden wir es dann doch nicht immer einfach, eine gute Sicht auf das Display zu bekommen, was in einer starken Reflexion endete. Je nach Lage darf das Acer Swift 7 dann auch Mal als Schminkspiegel herhalten, aber das ist eben bei spiegelnden Displays so. Wir empfehlen daher eine Sitzgelegenheit unter einem Sonnenschirm im Schatten.

 

Ansonsten ist die Darstellung auf einem sehr hohen Niveau, auch was Leuchtkraft und tolle Farben betrifft. Das Display macht einen sehr gelungenen Eindruck und empfiehlt sich auch für längeres Arbeiten ohne jetzt grössere Probleme mit den Augen zu bekommen. Es ist auch eine Variante mit entspiegeltem Display erhältlich: Das Acer Swift 7 SF713-51, das für Menschen, die öfter draussen arbeiten wollen, vielleicht eher interessant sein dürfte.

Lautsprecher in Ordnung, Akkulaufzeit mehr als ausreichend

Jetzt muss man natürlich festhalten, dass ein Ultrabook kaum Platz für voluminöse Bauteile lässt und wenn man schon bei Acer vom “dünnsten Notebook der Welt” spricht, dann fragt man sich ehrlich, wo genau noch der Sound herkommen soll. Auch hier überrascht das Acer Swift 7 positiv, auch wenn man keine drastischen Sprünge in die tiefsten Bassregionen erwarten sollte. Für ein oder zwei YouTube Videos in der Pause ist es absolut tauglich, man sollte nur Abstand von grösseren Film-Sessions oder von einem Serien-Marathon nehmen. Daher empfehlen wir an dieser Stelle in den meisten Fällen lieber Kopfhörer oder Stereoboxen, die per Klinke oder Bluetooth angeschlossen werden können.

 

Acer gibt die Akkulaufzeit in seiner Beschreibung mit rund 9 Stunden an, ein Wert den wir jetzt leider nie so richtig erreichen konnten. Knapp über 8 Stunden waren aber mit mittlerer Helligkeit beim Display aber drin und es reicht damit auch für einen gesunden Arbeitstag. Zudem stehen uns vor allem bei Messen, im Zug oder im Büro auch immer irgendwo eine Steckdose bereit, was die knapp 8 Stunden recht erträglich macht. Mobil bleibt man mit dem Swift 7 also durchaus.

Lautsprecher des Acer Swift 7 sitzen Seitlich zum Rand hing. Der Sound ist ok, aber auch nicht überragend.

Fazit: Ein starkes Gerät für Schreibende mit Hang zum extravaganten Design

Es gibt nur sehr wenig Negatives über das Acer Swift 7 zu sagen und dafür sehr viel Positives. Allerdings muss man hier vieles in Relation setzen, was das Acer Swift 7 erreichen will: Ein wirklich herausragendes Design in Verbindung mit hoher Portabilität. Natürlich letzteres in Form von Akkulaufzeit und Kompaktheit. Und beides erreicht das Acer Swift 7 in einem wirklich sehr hohem Masse. Das Design-Fazit: Nicht nur Apple kann dünn mit seinem MacBook Air. Acer kann noch dünner! Mit dem Acer Swift 7.

 

Eine sehr kompakte Bauweise und sehr hohe Verarbeitungsqualität machen aus dem Swift 7 ein sehr gutes Ultrabook für die Umhängetasche. Die Leistung wird Menschen, die viel schreiben, mehr als ausreichen, sofern keine horrende Videobearbeitung oder anspruchsvolle Spiele auf dem Programm stehen. Die Tastatur ist hier mit einer eher durchschnittlichen Leistung (und fehlender Beleuchtung) noch das weniger tolle Kriterium, dafür hauen es das wirklich tolle Display und das ebenfalls sehr gute Touchpad wieder heraus.

Alles in allem ist es eben ein ultraportables Devices und in dieser Hinsicht darf ruhig eine Empfehlung ausgesprochen werden. Das Swift 7 macht hier einiges richtig, auch wenn der Preis mit derzeit 1000 Euro bzw. über 1200 Schweizer Franken (z.B. bei Digitec) doch nicht gerade günstig ist. Aber anscheinend hat ein solch minimalistisches und an der Grenze arbeitendes Design auch seinen Preis und die Konkurrenz ist in den meisten Belangen auch nicht wirklich günstiger.

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