Do. 30. Juni 2022 um 6:32

Pokémon GO: Niantic im Interview – Fern-Raid-Pässe teurer und Rauch auf Pandemie-Niveau?

von Marcel Laser 1 Kommentare

In Berlin startet das Pokémon GO Fest und wir konnten die Gelegenheit nutzen und Niantic ein paar Fragen zur Zukunft des Spiels, neue Funktionen und Änderungen im Spiel zu stellen. Rede und Antwort stand uns in diesem Fall Philip Marz, Head of Regional Marketing EMEA von Niantic, der auf einige Punkte sehr ausführlich einging.

Fragen über Gameplay-Änderungen und veränderte Kosten im Spiel

Besonders haben uns in diesem Interview mögliche Änderungen am Gameplay zugunsten benachteiligter Spieler:innen interessiert sowie zukünftige Verbesserungen. Die Fragen stammen auch teils aus der Community. Besonders ins Auge springen aber aktuelle Änderungen, wie die teurer werdenden Fern-Raid-Pässe.

 

Zudem haben viele Spieler:innen im Netz sich sehr kritisch über die Änderungen geäussert, die Niantic nun nachträglich vorgenommen hat. So ist der Rauch wieder auf dem Niveau vor der Pandemie und der Fern-Raid-Pass aus der 1-Münz-Box entfernt worden. Entscheidungen, die aktuell von den Fans kaum nachvollzogen werden können.

 

Warum wurde kürzlich der Fern-Raid-Pass aus der wöchentlichen 1-Münz-Box entfernt?

„Wir haben das Spiel erneut verändert, weil sich auch ich die Rahmenbedingungen erneut veränderten. Wir haben Pokémon GO als ein Spiel entwickelt, das ein besonderes Erlebnis bietet, indem wir die Umgebung erkunden, Pokémon treffen und mit anderen spielen. Wir haben das Spiel während COVID geändert, doch jetzt ist die Situation in den meisten Märkten entspannter als vor einem Jahr.

 

Mehr Menschen sind unterwegs, gehen mit Freunden essen, treiben Sport, aber achten dabei weiterhin auf ihre Mitmenschen. Wir wollen, dass Pokémon GO die Menschen wieder dazu motiviert, rauszugehen und die Welt zu erkunden.“ 

Zum gleichen Zeitpunkt sind die Kosten für das 3er-Pack Fern-Raid-Pässe von 250 auf 300 gestiegen. Warum?

„Zu der globalen Preispolitik kann ich leider keine Aussage treffen, tut mir leid.“

Gibt es eventuell Überlegungen den Rauch wieder auf Pandemie-Niveau einzustellen? Pokémon GO war dadurch wesentlich angenehmer spielbar, vor allem für Menschen die nicht viel rausgehen können (körperliche Einschränkungen, Arbeit, etc.). Tatsächlich ist das auch eine Frage einer körperlich eingeschränkten Nutzerin.

„Wir diskutieren das Thema immer wieder, wenn wir eine Änderung vornehmen. Niantic hat Mitarbeiter in verschiedenen Regionen der Welt, zum Beispiel in Europa, Amerika und APAC. Jede Region hat einen anderen Lebensstil, andere Kulturen usw. Wir diskutieren Pokémon GO aus verschiedenen Blickwinkeln, wenn wir etwas an dem Spiel ändern.

 

Die ländlichen Gebiete, in denen es weniger Spieler:innen und weniger PokéStops gibt, waren ein großes Thema im Team, ebenso wie die Menschen, die nicht oft nach draußen gehen können. Wir diskutieren schon seit einer Weile über einige mögliche Ideen. Wir hoffen, dass wir hier bald tolle Lösungen anbieten können.

 

Alle Trainer:innen der Stufe 38+ können uns hier mit "Wayfarer” unterstützen, wenn sie das möchten. Sie können der Niantic Wayfare-Community beitreten und potenzielle PokéStop-Gebiete in ihrer Umgebung vorschlagen, z. B. historische oder künstlerische Denkmäler oder Gebäude, die die Leute kennen sollten.“


Philip Marz, Head of Regional Marketing EMEA von Niantic, hat uns einige Fragen beantwortet. (Bild: Niantic)
  1. Ex-Raids waren bei den Fans enorm beliebt, da sie Pokémon weit vor Veröffentlichung schon ins Spiel brachten. Kommen diese irgendwann einmal zurück oder bleiben sie endgültig Geschichte? 
  2. Spieler:innen sehen aktuell PvP deutlich durch Events und weitere Features bevorteilt. PvE kommt ihnen zu kurz. Was wäre hier allgemein für die Zukunft geplant?
  3. Kommen auch irgendwann wieder überregionale Pokémon dazu und und wenn ja, gibt es dafür schon einen Zeitraum?

Zum aktuellen Zeitpunkt werden wir unsere Zukunftspläne noch nicht verraten. Es tut mir leid. Das Team arbeitet an verschiedenen Ideen und wir hoffen, dass wir sie bald enthüllen können.  

 

Aktuell machen hartnäckige Gerüchte um neue Social Features die Runde. Beispielsweise so etwas wie ein Ingame-Chat. Ist tatsächlich sowas oder etwas vergleichbares geplant?

Auf dem Lightship Summit in diesem Monat haben wir unseren neuen Dienst Campfire vorgestellt, der nach und nach in alle Niantic-Apps integriert werden wird. Da es immer mehr Entwickler:innen und damit auch Apps gibt, ist es umso wichtiger geworden, dass die Menschen auf diese Apps aufmerksam werden. Wir möchten Entwickler:innen nicht nur bei ihrer Arbeit unterstützen, sondern auch dabei, ihr Unternehmen aufzubauen. Mit unserer neuen Community-App namens Campfire möchten wir Entwickler:innen und Niantic-Spieler:innen näher zusammenbringen.

 

Campfire ist ein soziales Netzwerk, das auf einer Karte der echten Welt aufbaut und durch Spieler:innen, Events, Communitys und Messaging ergänzt wird. Wir betrachten es als das Zentrum unseres Real-World-Metaversums – als einen Ort, an dem Spieler:innen aus der Nähe sich finden, Nachrichten senden, Inhalte austauschen sowie Events und Meetups organisieren können. So fördern wir das persönliche Miteinander, das für Niantic schon immer im Mittelpunkt stand.

 

Campfire ist zunächst in Ingress verfügbar, wird aber bald auch in alle anderen Niantic-Apps integriert. Unser Ziel ist es, dass die Community mit diesem Tool die Freude am persönlichen Zusammenspielen, an Meetups und Events entdeckt. Die Spieler:innen sollen außerdem Neues in ihrer Umgebung erleben können.

​Und wenn ja, wie gedenkt man vor allem Kinder vor dem Missbrauch solcher sozialen Komponenten im Spiel zu schützen?

„Jugend- und Datenschutz ist für Niantic ein wichtiges Thema und wird überaus ernst genommen. Es ist für unsere Spielerlebnisse inhärent notwendig ein Mindestmaß an Daten zu erheben. Während dem Spielen ist die Standortbestimmung natürlich erforderlich. Nur so können unsere AR-Spiele auch funktionieren. Wir sind uns aber unserer Verantwortung durchaus bewusst und haben uns über die Jahre das Vertrauen der Community in dieser Hinsicht erarbeitet. Weitere Informationen zum Jugendschutz sind in unseren Geschäftsbedingungen (z. B. Absatz 3.6) zu finden. Jugendschutz hat einen enorm hohen Stellenwert bei Niantic, wir halten alle Vorgaben strikt ein und wir arbeiten konstant daran uns darüber hinaus noch weiter zu verbessern.“

Pokémon GO Fest 2022
Das Pokémon GO Fest 2022 kommt und wird in Deutschland in Berlin ausgetragen. (Bild: Niantic)

Persönliches Fazit und Einordnungen der Antworten

Einige der Antworten dürften Spieler:innen vielleicht nicht all zu gut gefallen. Während der weltweiten Pandemie waren Fern-Raids eigentlich das Mittel der Stunde und es bildeten sich hier teilweise weltweite Freundschaften. Mit der Entfernung des Fern-Raid-Passes aus der wöchentlichen Box, wurde vielen Fans nun eine günstige Möglichkeit genommen, an diesen Raids aus der Ferne teilnehmen zu können. Auf der anderen Seite ist der Preis für die Pässe um 50 Münzen gestiegen. Das ist hart.

 

Ähnlich sieht es beim Rauch aus, der es während der Pandemie ermöglichte auch eingeschränkten Spieler:innen eine Fangquote zu erreichen, die immerhin noch akzeptabel war. Das ist nun nicht mehr der Fall, auch wenn Niantic laut der Aussagen an Lösungen arbeitet, so war eine Lösung ja bereits im Spiel integriert und sogar auch noch gut ausgeführt. Dass diese nun wieder entfernt wurde, zeigt auch eine enorme Schwachstelle im Spiel selbst, die leider dafür sorgt, dass nicht alle Menschen gleichberechtigt am Gameplay teilnehmen können und besonders in der Pandemie sichtbar wurde.

 

Auf der anderen Seite freut mich persönlich die Integration neuer Social-Funktionen, um die Fans näher zusammen zu bringen. Kommunikation unter den Teams ist in Pokémon GO sehr wichtig, was vor allem zu grossen WhatsApp- oder Facebook-Gruppen führte. Eine direkte, interne Möglichkeit könnte das Spielsystem deutlich erleichtern.

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Eine Antwort zu “Pokémon GO: Niantic im Interview – Fern-Raid-Pässe teurer und Rauch auf Pandemie-Niveau?”

  1. Schnapsbrenner sagt:

    In ländlichen Gegenden per wayfarer stops einrichten xD Ja klar. Im Ort gibt’s ein Feuerwehrhaus, ein Wirtshaus und der Nachbar hat ein Jesuskreuz am Wegenstand stehen. Alles geile POI, alle laut Wayfarer Richtlinien untersagt. Was macht denn eine ländliche Gegend zur ländlichen Gegend? Weniger Leute, weniger Kulturdenkmäler und POI Sherlock.

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