Do. 02. März 2017 um 13:02

Nintendo Switch: Alles, was ihr zum morgigen Launch über die Konsole wissen solltet

von Marcel Laser0 Kommentare

Was die Switch auch für uns interessant macht? Sie nutzt ARM-Prozessoren, wie man sie auch in unseren Tablets und Smartphones findet: Der NVIDIA Tegra X1 ist ein SoC, welcher auch im NVIDIA SHIELD TV, SHIELD Tablet und weiteren Geräten verbaut wird, welche wir sogar selbst bereits getestet haben. Jedes potenzielle Spiel für die Nintendo Switch ist auch ein Kandidat für unsere mobilen Smartphones oder starken Set-Top-Boxen auf ARM-Basis. Wir haben ein paar Daten zum morgigen Launch für euch gebündelt zusammengefasst, damit ihr auch wisst worauf ihr euch da einlasst.

Nintendo Switch und NVIDIA Tegra X1 ergeben ein SHIELD TV zum mitnehmen!

Wir haben das NVIDIA SHIELD TV als die stärkste kleinste Konsole der Welt bezeichnet, was sie auch zweifelsohne immer noch ist. Sie schlägt in der Leistung auch das Apple TV 4 ohne grössere Probleme und Spiele wie Bioshock oder Portal 2 wurden 1:1 als echte downloadbare Games auf das SHIELD TV portiert. Die Leistung übernimmt hier ein NVIDIA Tegra X1 Chipsatz, welcher durchaus enorme Leistungsreserven mitbringt und das alles verpackt in mobiler ARM-Technologie, wie wir sie auch aus unsern Tablets oder sogar Smartphones her kennen.

 

Die Nintendo Switch nutzt ebenfalls einen Tegra X1 Prozessor, auch wenn dieser speziell an die Bedürfnisse von Nintendo angepasst wurde, so bleibt der eigentliche Leistungsunterbau zum SHIELD TV identisch. Hier blicken wir also auf einen Tegra X1 Quadcore-Prozessor mit vier Cortex-A57 Kernen, zumindest wird das bis zum jetzigen Zeitpunkt so vermutet. Genaue Angaben bleiben Nintendo und NVIDIA hier bisher schuldig. Zudem ist eine GPU im Einsatz, die wahrscheinlich auf der Maxwell-Architektur von NVIDIA basiert. Der SoC soll im 20nm-Strukturverfahren gefertigt werden. Als Arbeitsspeicher kommen 4 GB LPDDR4 zum Einsatz, ebenfalls wie wir es von Smartphones kennen. Bei der Aufteilung der Hardware im System, kann man laut offizieller Entwicklerdokumente davon ausgehen, dass eine CPU der vier oben genannten Kerne für das Betriebssystem reserviert sind und für den gesamten Rest drei CPUs zur Verfügung stehen.

 

Um sowohl die “Heimkonsole” zu bedienen als auch den mobilen Modus, taktet die Switch ihre GPU je nach Situation in andere Leistungsbereiche. Seid ihr unterwegs, so liegt die Frequenz der Grafik-Einheit bei 307 MHz oder auch 384 MHz, je nachdem wie viel Leistung die Entwickler_innen “on the go” für ihr Spiel einplanen möchten. Sitzt die Nintendo Switch allerdings im Dock und ist am Fernseher angeschlossen darf die GPU mit 768 MHz zu Werke gehen und taktet damit dann doppelt so schnell als im mobilen Modus. Auch der Arbeitsspeicher besitzt je nach Modus eine andere Frequenz und läuft mobil mit 1’330 MHz und im stationären Betrieb mit 1’600 MHz. Angebunden ist der RAM mit einer Bandbreite von 64-Bit für bis zu 25.6 GB/s Datendurchsatz.

 

Wer sich als Kenner_in bei der Angabe des Tegra X1 SoCs als Quadcore wundert, tut das wohl auch zu Recht. Denn eigentlich handelt es sich hier um einen Octacore mit acht Kernen. Allerdings sollen die vier schwächeren Cortex-A53 CPUs im System von Nintendo deaktiviert worden sein. Ob diese mal zur Leistungssteigerung freigeschaltet werden, bleibt unklar, könnte sich aber auch sehr negativ auf die Akkuleistung auswirken.


Egal ob mobil oder am Fernseher. Nintendo geht einen eigenen Weg und diesen sogar in doppelter Hinsicht.

Das Display: Mobil 720p und im Dock mit 1080p

Eine der wichtigsten Komponenten in der Nintendo Switch ist zweifelsohne das Display. Dieses ist 6.2 Zoll gross, basiert auf LCD-Technologie und löst im mobilen Betrieb mit 1280 x 720 Bildpunkten auf. Steckt ihr die Switch in den Dock für den Fernseher gibt sie bis zu 1920 x 1080 Pixel aus, also FullHD-Futter für eure TV-Geräte.

 

Im mobilen Modus geht Nintendo also den besten Kompromiss aus Schärfe und Details, taktet die GPU auch für die Anforderungen im 720p-Betrieb entsprechend herunter, damit diese nicht den Saft im Akku in einem Schluck “austrinkt”. Für gewöhnlich sollten die 720p aber im mobilen Betrieb auf 6.2 Zoll deutlich ausreichen, um ein ordentlich scharfes Bild kreieren.

 

Rein theoretisch ist die Switch sogar in der Lage 4K-Inhalte wiederzugeben, beispielsweise bei Videos. Ob Nintendo am Fernseher eine solche Option mal bereitstellen wird ist unklar. Schliesslich müsste man auch Streaming-Apps zulassen wie Amazon Video oder dergleichen, was zwar möglich wäre, aber Nintendo ist in solchen Dingen auch sehr verschlossen und eigen. Hier müsste man abwarten ob sowas in Zukunft kommen könnte.

Nintendo Switch
Das Display is 6.2 Zoll gross und lässt mit 720p auf. Das ist für den mobilen Gaminggenuss durchaus ausreichend.

Joy-Cons: Plus und Minus für rechts und links, Player 1 und 2

Plus und Minus für einen Controller ist schon eine recht interessante Bezeichnung, macht allerdings seltsamerweise auch Sinn. Der von Nintendo als Plus Controller bezeichnete Joy Con kommt in die rechte Hand, während Minus in die linke Hand genommen wird. So werden sie übrigens auch an die Nintendo Switch an den Seiten eingeschoben.

 

Beide Controller besitzen einen Analogstick und vier direkte Action-Buttons. Zudem hat jeder eine Schultertaste und im ausgestöpselten Betrieb bieten sich weitere Knöpfe an der Innenseite. Ein Digitalkreuz gibt es überraschenderweise nicht und ist somit unter den Konsolen und Handhelds ein erstes Novum. Handheld-typisch allerdings gibt es keine analogen Schulter-Trigger.

 

Die Controller selbst sind ähnlich wie die Wii-Remotes Neigungsempfindlich und können sehr präzise ihre Position erkennen. Sie sollen in dieser Hinsicht sogar noch besser arbeiten als die damaligen Wii Controller. Zudem nutzen sie NFC für Verbindungsaufbau, den Einsatz von Amiibos und eine Infrarot ist im Plus-Controller des Joy Con verbaut.

Nintendo Switch
Die Joy Cons sind technisch sehr gut ausgestattet und können auch separat in beide Hände genommen werden.

32 GB interner Speicher für heutige Verhältnisse zu wenig?

Was überrascht ist die Speicherausstattung der Nintendo Switch. Wir reden hier von einer portablen Spielekonsole, die im Zeitalter der Digitalisierung von Spielen erscheint. Der Kauf von Spielen in den entsprechenden Stores um diese dann direkt auf die Konsole herunterladen zu können steigt immens an. Zudem werden viele AAA-Titel für die Switch erscheinen, die weit über 10 GB gross sein werden. Zelda: Breath of the Wild nimmt installiert bereits knapp über 12 GB ein. Die verbauten 32 GB hingegen sind zudem noch vom System belegt, was zu einer tatsächlichen Nutzung von maximal 26 GB führt.

 

Zum Vergleich: Dragon Quest Heroes gibt es nur im Doppelpack mit Teil 1 und Teil 2. Kauft ihr den Inhalt digital im Nintendo eShop, dann wiegt der Download rund 32 GB! Also genauso viel wie der komplett verbaute Speicher. Selbst im Werkszustand der Switch ist eine Installation hier nicht möglich, ich braucht also eine entsprechend grosse microSD-Karte. Wir empfehlen hier Karten ab mindestens 128 GB um zukunftssicher zu bleiben. 256 GB wären optimal, kosten aber auch deutlich mehr und treiben damit den eigentlichen Preis der Konsole noch einmal hoch.

 

Nintendo bei der Switch eben an jenen einen microSD-Slot gedacht, welcher Karten mit bis zu 256 GB schlucken soll. Ob Nintendo per Firmwareupdate sogar noch microSDs mit bis zu 2 TB Kapazität zulassen könnte, so wie es viele Smartphones bereits können (davon einmal abgesehen, dass es solche Karten auf dem Markt noch gar nicht gibt), bleibt unklar.

 

Ein Vorteil: Die Spiele, die ihr per Gamecard einlegt, werden nicht auf dem System installiert, sondern auch direkt von der Karte aus gespielt. Das ist auch in Anbetracht des geringen Speicherplatzes sehr sinnvoll. Wer aber nicht mehrere Gamecards zusätzlich mitnehmen möchte, sollte auf den digitalen Kauf setzen, muss aber dann eine weitere microSD dazu kaufen.

Nintendo Switch
Natürlich gibt es auch einen Gamecard Slot. Wer seine Spiele dem mobilen Gedanken entgegen digital erwerben möchte, brauch aber noch eine zusätzliche microSD.

Nintendo Switch: Verfügbarkeit und Preise

Ist die Switch nun ein Handheld, der auch zu Hause am Fernseher gespielt werden kann oder eine Heimkonsole die man mitnimmt? Schwierige Frage und ist an dieser Stelle nur schwer abschliessend zu klären. Wir werden euch hier noch eine genauere Antwort darauf liefern, sobald wir einen abschliessenden Testbericht für euch vorlegen, in dem wir auch noch weitere technische Fragen klären werden und die Konsole auch gegen verwandte Hardware in Form von Smartphones und Set-Top-Boxen antreten lassen. Natürlich werden wir dann auch die Akkulaufzeit im Blick behalten.

 

Die Nintendo Switch kommt morgen in den Handel und kostet bei entsprechenden Händlern rund 350 Schweizer Franken oder in Deutschland und Österreich rund 330 Euro auf Amazon. Der Konsole selbst liegt kein Spiel bei. Zum morgigen Launch stehen allerdings ein paar Titel bereits in den Händlerregalen. Der wohl bekannteste und am meisten ersehnte ist hier Zelda: Breath of the Wild.

 

Wer allerdings erst jetzt bestellt, muss vor allem bei den grossen Versandhändlern längere Wartezeiten hinnehmen. Die Nintendo Switch gilt europaweit als ausverkauft. Ansonsten sollte man sein Glück eventuell noch bei diversen Retailern versuchen, eventuell kann man ja zum Start noch eine Switch direkt aus einem Regal fischen.

vg-wort
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